Der Initiator der Haller Saitenspiele Martin Wesely entführt uns alljährlich in seine geheime Welt der Gitarre. Bei einem Interview hat er mir mehr über seine Leidenschaft und das Format Saitenspiele erzählt, welches immer im Herbst in der Burg Hasegg stattfindet.

“Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten!”

Dieses Zitat vom österreichischen Komponist Gustav Mahler bringt auf den Punkt, was man bei den Klängen bei “Saitenspiele” aus Martin Weselys Gitarre zu hören, aber vor allem zu spüren bekommt. Es ist also kein Wunder, dass die Veranstaltung Saitenspiele jedes Jahr so großen Anklang findet.

Heuer beginnen die Seitenspiele am Freitag, dem 5. November mit brasilianischer Musik unter dem Titel Guanduo Brasil. Die Musiker Eduardo Pinheiro und Juliano Camara entführen ihr Publikum in dieses wunderbare südamerikanische Land. Wilde, schnelle Läufe gepaart mit den erdigen Rhythmen Brasiliens werden die Zuhörer in den Bann ziehen.

Am Freitag, den 12. November 2021 bietet der australische Gitarrist Campbell Diamond auf einer Gitarre von Antonius Müller sein Können zum Besten. Internationale Kritiken bezeichnen ihn als “jungen Musiker, der im Spieltechnischen, Klanglichen und vor allem Musikalischen überzeigt.” Der inzwischen in Österreich ansässige Musiker reist als Solist und Kammermusiker rund um den Globus.

Die diesjährigen Saitenspiele enden am Samstag, den 20. November mit einem Konzert von Guitar4mation. Seit über 25 Jahren begeistert Guitar4mation ihr Publikum in ganz Europa. Die vier Gitarristen spielen Musik von Ernesto Halffter, Manuel de Falla, Janacek und den Beatles.

Interview mit Martin Wesely:

Seit deiner Kindheit spielst du Gitarre und hast mit Musik zu tun? Liegt das in deiner Familie?

Meine Mutter hat in ihrer Jugend, bevor sie nach Österreich gezogen ist, sehr gerne Klavier gespielt. Mein Großvater hat Mandoline gespielt, war Tischler und hat auch Saiteninstrumente gebaut. Er ist allerdings im Krieg gefallen. Ein direktes Musikerumfeld hatte ich keines. Bei uns zuhause wurde aber immer sehr gerne unterschiedlichste Musik gehört und das Musizieren gefördert. Aktiv waren aber nur die Kinder. Mein Wunsch Gitarre zu lernen wurde an meinem 8. Geburtstag erfüllt. Ich bekam mein erstes Instrument.

Kannst du uns mehr zu deiner Person und musikalischen Karriere erzählen?

Geboren und aufgewachsen bin ich in Hall. Anfangs hatte ich 4 Jahre privat Unterricht bei einer sehr netten, jungen Erzieherin. Mit 13 war ich ein Jahr in der Musikschule Absam, aber meine musikalischen Bedürfnisse kollidierten wohl mit dem Lehrplan und so spielte ich dann selbst oder gemeinsam mit Pfadfinderfreunden Bluegrass. Mit 16 hat mir ein Bekannter der Familie empfohlen, mich beim Konservatorium in Innsbruck vorzustellen. Ohne zu wissen, was dort konserviert wird, bekam ich Unterricht bei Peter Heiß. Der machte mir klar, dass man dort nicht nur zupft, sondern auch eine Berufsausbildung absolviert. Das Gymnasium Hall wurde dann eher eine Nebenbeschäftigung. Mit 21 schloss ich das Konservatorium ab und zog nach Wien, um an der Hochschule bei Konrad Ragoßnig zu studieren. Bevor ich das klassische Gitarrestudium beendete, lebte ich noch ein Jahr in Paris, um mich bei Alberto Ponce an der Ecole Normale weiterzubilden. Kurse, Wettbewerbe und eigene Kammermusikprojekte prägten meine Studienzeit. Privat war ich immer gerne auf längeren Reisen.

Was genau fasziniert dich gerade am Instrument Gitarre?

Es ist das Intime, das der Gitarre innewohnt. Die akustische Gitarre entfaltet sich aus der Stille. Von dort aus kann sie sich in alle möglichen Richtungen entfalten.

Du arbeitest bei “Saitenspiele” viel mit anderen Musikern – wie kommt das zustande? Suchst du sie bewusst aus oder ist das rein zufällig?

Eigentlich schon bewusst, da ich die meisten Projekte selber initiiere. Doch der Zufall oder das Bauchgefühl spielen erfreulicherweise immer wieder eine Rolle.

Deine Klänge und die Titel deiner Lieder sind häufig im spanischen Raum angesiedelt. Woher kommt das?

Das resultiert zum größten Teil aus der Herkunft der Gitarre und der jahrhundertelangen kulturellen Verbreitung in Lateinamerika.

Wie kam es zum Projekt Saitenspiele, welches schon seit Jahren erfolgreich in Hall stattfindet?

Die Saitenspiele entstanden 3 – 4 Jahre nach meiner Rückkehr nach Hall. In den 80ern gab es in Tirol ein gutes Angebot an Gitarrekonzerten, vor allem durch die Jeunesse in Innsbruck. Größen wie Julian Bream konnte man live erleben. In den 90ern war ich nicht da. Als ich dann wiederkam, ist die Szene geschrumpft. Das weckte in mir das Bedürfnis etwas zu organisieren. Bei einem Besuch des Münzerturms kam ich mit meinem Volkschulfreund und ehemaligen Nachbarn Andreas Ablinger zum Reden. Daraus ergaben sich ein paar sehr stimmige Versuchskonzerte. Das Team der Münze Hall und die Hall AG haben das wunderbar unterstützt und so konnten sich die Saitenspiele entwickeln.

Du lebst in der Region Hall-Wattens. Gibt es besondere Plätze in der Region, die du gerne besuchst und die dich inspirieren?

Die gibt es zahlreich, wie zB das Voldertal oder die Kaisersäule in Thaur. Die Natur vor der Haustür zu haben ist ein Grund, dass ich nicht in einer Großstadt hängengeblieben bin. Einen ganz besonderen Kraftort verrate ich dir gerne: mein Garten.

Tickets und Kartenvorverkauf

Die Karten können entweder online auf der Homepage von Saitenspiele oder telefonisch über die Münze Hall bestellt werden. Sie werden bis zu 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse hinterlegt. Für die Inanspruchnahme des Vorverkaufspreis, bitten wir Sie die Karten während der Öffnungszeiten der Muenze Hall abzuholen. (Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr)

Kartenreservierung:
Burg Hasegg / Münze Hall unter 05223/58 55 520 oder info@muenze-hall.at bzw. im Internet unter www.muenze-hall.at oder www.saitenspiele.com

Elisabeth

Elisabeth

Elisabeth hat zwei kleine Kinder und einen Hund. Mit ihrem Rudel ist sie gerne draußen unterwegs. Vor allem an Orten, wo sonst wenig Menschen anzutreffen sind. Ganz speziell an den besonderen Kraftorten in der Region Hall-Wattens. Sie kocht gerne und belebt unseren Kulinarikblog.