Mit dem Motto der 34. Festivaledition – Maschine.Mensch – beginnt das Osterfestival Tirol vom 1. bis 17. April 2022 in Hall in Tirol und Innsbruck einen neuen Zyklus. Mit Hilfe…

Mit dem Motto der 34. Festivaledition – Maschine.Mensch – beginnt das Osterfestival Tirol vom 1. bis 17. April 2022 in Hall in Tirol und Innsbruck einen neuen Zyklus. Mit Hilfe verschiedener Kunstformen lotet das Festival das vermeintliche Verschwimmen der Grenzen aus. Das Festival beleuchtet „Fluch und Segen“ von künstlicher Intelligenz in unserer Welt und gibt neue Impulse.

In Tanz, Theater und Performance sind zahlreiche Österreich und Tirol-Premieren zu sehen: Gemeinsam mit Thomas Melle fragt sich das Künstlerkollektiv Rimini Protokoll, ob ein im Detail nachgebautes Double des Autors Stütze oder Ersatz des Individuums sein kann (1. & 2. April). Jan Lauwers mit seiner bereits in die Theatergeschichte eingegangenen Needcompany stellt in seinem teilweise autobiographischen Stück Verlust, Hoffnung und Liebe ins Zentrum (15. April). Die aufstrebenden Choreograph*innen CocoonDance (9. April) wie auch GN | MC (17. April) beschreiten mit ihren Bewegungen, die aus einer anderen Welt zu kommen scheinen, neue Pfade.

Impulse vom Film

Weitere Impulse kommen vom Film: Eine Neudeutung des Fräulein Else in Paul Czinners Stummfilm nach Arthur Schnitzler liefern mit Musik und Text Franui und maschek (5. April), Karin Jurschick beschreibt die Entwicklung der Kriegsführung u. a. hin zu unbemannten Kriegsrobotern (4. April) und das Filmdebut von Rahul Jain (7. April) zeigt in atemberaubenden Bildern den zermürbenden Alltag von Arbeitern in indischen Textilfabriken – Mensch und Maschine scheinen zu verschmelzen.

Werke des 21. Jahrhunderts interpretieren die Ensembles PHACE (6. April) und WirkWerk (13. April). Der Schwerpunkt liegt auf elektroakustischer Musik, die den Komponist*innen unendliche Spielräume eröffnet. Neben österreichischen und Tiroler Erstaufführungen von Sofia Avramidou, Mirela Ivičević und Lorenzo Troiani sind Stücke Horacio Vaggiones, einem Pionier der Computermusik, zu hören. Sarah Maria Sun verkörpert Molly Bloom (Schlussmonolog aus James Joyce Ulysses) in Dieter Schnebels Yes, I will Yes! (11. April), das Text, Musik und Video vereint.

Alte Musik im Zeichen der Passion

Die Alte Musik ist der Passion gewidmet, weltlich wie auch geistlich. La Divina Armonia (10. April) führt nach Mailand um 1630, dem Jahr der „großen Pest“, in dem ein Drittel der Bevölkerung starb. Die im Hintergrund dieser Tragödie entstandene, kaum aufgeführte Trauermusik wird in Verbindung mit Ausschnitten aus Manzonis Roman I Promessi Sposi (Die Brautleute), gelesen von Harald Windisch, zu erleben sein. Alt und Neu in Dialog setzt die Schola Heidelberg (3. April): Verlust, Trauer und Zuversicht sind in den Werken von u. a. Johann Sebastian Bach und Jan Dismas Zelenka zu finden. Lisa Streich und Berthold Tuercke (ÖEA) spiegeln diese Emotionen in den Ideen des 21. Jahrhundert wider. Einen Höhepunkt bildet Bachs Matthäus-Passion (14. April): Mit Philippe Herreweghe, dem weltbekannten Bachspezialisten, ist die Tiefe dieser Musik zu erleben.

40 Orte zum Innehalten

In der Fastenzeit – Aschermittwoch bis Karsamstag – wird im Rahmen des Projektes 40 Orte täglich (außer sonntags) ein anderer Ort zwischen Wattens, Hall und Innsbruck besucht, um gemeinsam 30 Minuten lang jeweils Inseln des Innehaltens zu erleben. Im Zentrum der kurzen Aktionen stehen vor allem Musik und Text, die sich dem Thema Mensch.Maschine widmen. Die Kunst soll Utopie und Harmonie in den rauen Räumen unserer Gesellschaft aufleben lassen.

Kartenbestellung und Programm finden Sie unter www.osterfestival.at

Martin

Martin

Martin ist Geschäftsführer des Tourismusverbandes der Region Hall-Wattens und in seiner Freizeit gerne draußen anzutreffen.