Häusergeschichten aus Hall in Tirol

Die Altstadt von Hall in Tirol ist vielen bekannt: Mit ihren verwinkelten Gassen, den kunstvollen Statuen, die die Plätze schmücken, den alten Torbögen – hier erlebt man Mittelalter-Romantik pur!

Besondere Schmuckstücke sind die prächtigen Altstadthäuser, oft mehrere hundert Jahre alt. Ich möchte euch jetzt einiges über diese Häuser näher bringen.

Wir begeben uns auf den Oberen Stadtplatz  – dem Hauptplatz von Hall. Von jedem Blickwinkel aus gibt es die verschiedensten Eindrücke. Häuserfassaden, Dachlandschaften, Berge im Hintergrund sowie die mächtige Stadtpfarrkirche St. Nikolaus. Die bedeutendsten Häuser am Stadtplatz erzählen euch ihre interessanten Geschichten – das Rathaus früheres Königshaus, das Rosenhaus, das Stubenhaus, das Fürstenhaus sowie das Gasthaus Goldener Löwe.

Das Haller Rathaus

Mit dem steilen Dach, der zinnenbewehrten Mauer und den rot-weiß-roten Fensterläden sticht das Rathaus allen BesucherInnen ins Auge. Es wurde Anfang des 14. Jahrhunderts von Herzog Heinrich von Görz und Tirol, dem Vater von Margareta Maultasch, als Stadtresidenz der Landesfürsten für ihre Aufenthalte in Nordtirol errichtet. Heinrich, welcher mit Anna von Böhmen verheiratet war, wurde 1307 als König von Böhmen gekrönt. Daher stammt die Bezeichnung Königshaus.

Die Tiroler Grafen starben aus, die habsburgischen Landesfürsten kamen an die Macht. Da sich diese nur selten im Land aufhielten verlor die Residenz stark an Bedeutung. 1406 schenkte der Landesfürst Leopold IV. der Stadt Hall das Königshaus mit samt dem dahinterliegenden Baumgarten (später Marktplatz) mit der Auflage – beides  – Königshaus wie Garten für die Stadt zu nutzen. Seither dient das Königshaus als Rathaus. Sein heutiges Aussehen geht auf das Jahr 1447 zurück, nach dem großen Stadtbrand wurde es im jetzigen Grundriss wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch das wunderbare Gebälk in der Ratsstube, die heute nicht nur dem Gemeinderat für seine Sitzungen dient, sondern auch ein sehr beliebter Trauungssaal ist.

Das Rosenhaus

Welch lieblicher Name für ein Gebäude! Im 15. Jahrhundert gelangte das Rosenhaus in den Besitz der Familie Kripp-Freudeneck, der ältesten nachweisbaren Bürgerfamilie. Das barocke Wirtshausschild der „Goldenen Rose“ zeugt noch vom ehemaligen Rosenwirtshaus. Heute dient es den BürgerInnen von Hall in Tirol als Stadtamt.

Das Stubenhaus

Im Stubenhaus befanden sich schon im Mittelalter gut besuchte bürgerliche Trinkstuben. In diesen Trinkstuben trafen sich auch die Mitglieder der „Stubengesellschaft“, die Ritter Florian Waldauf im Jahr 1508 gegründet hat. Die Stubengesellschaft besteht heute noch – als rühriger Kulturverein mit reichem Bildungsangebot. Im ebenerdigen Gewölbe des Hauses war vom 17. Jahrhundert bis 1895 die Haller Stadtapotheke untergebracht.

Das Fürstenhaus – Ehemalige „Schmalzwaage“

Erzherzog Ferdinand II. verlegte 1567 die Münzprägestätte vom Ansitz Sparberegg in die Burg Hasegg. Bis zu dieser Zeit diente die Burg den Landesfürsten als Haller Residenz. Um 1590 begann der Landesfürst mit der Errichtung einer neuen landesfürstlichen Unterkunft am Oberen Stadtplatz. Er erwarb mehrere Häuser und ließ diese zum „Großen und Kleinen Fürstenhaus“ und zum „Fürstenhäusl“ ausbauen. Ferdinand II. starb 1595,  kurz nach der Fertigstellung des Fürstenhauses. Seine Witwe verkaufte das Haus mit sämtlichen Nebengebäuden.

Das „Große Fürstenhaus“ – heute Oberer Stadtplatz 6, kam zwar bald wieder in landesfürstlichen Besitz, wurde aber kaum mehr als Residenz benutzt. Das Erdbeben 1670 hinterließ große Schäden, Mitte des 18.Jahrhunderts wurde es umgebaut und diente unter der Bezeichnung „Schmalzwaage“ als Lager und Ausgabestelle für das Butterschmalz, das den Salinen- und Bergarbeitern als Deputat zugewiesen wurde. Heute befindet sich darin die Eisenwarenhandlung Waltl, welche die Haller mit Haushaltsartikeln aller Art versorgt.

Gasthof Goldener Löwe

Der „Goldene Löwe“ war von 1952 bis 1967 bekannt für seine Künstlerbälle. Die zahlreichen Gäste zu diesen Künstlerbällen kamen nicht nur aus Österreich, auch aus München, Wien und der Toskana. Die Bälle fanden über 4 Etagen verteilt, mit rund 500 Gästen statt. Die Musik und Dekoration waren auf das jeweilige Thema abgestimmt und wurden von Prof. Rehm mit seinen Künstlern selbst arrangiert. Das Motto des Künstlerballs 1967 war „Kunstpause“, ein treffender Titel, denn dies war der letzte Künstlerball beim „Goldenen Löwen“ und auch die letzte Benützung der Gaststuben.

Heute ist der Goldene Löwe ein weitum bekanntes Lokal, das viele regionale Spezialitäten auf der Speisekarte führt – auch selten gesehene Delikatessen wie Innereien oder Schweinskopf gibt es manchmal.

 

 

 

 

Tipps für Weihnachtsgeschenke in Hall in Tirol

Gut: Der Advent, die Vorbereitung auf Weihnachten, ist idealerweise eine ruhige, besinnliche Zeit. Gleichzeitig will man seinen Lieben auch etwas schenken – und nicht nur irgendetwas, sondern ein kreatives Präsent mit Stil. Etwas, das nicht jeder schenkt. Wer solche Geschenke in Ruhe aussuchen will, kommt am besten nach Hall in Tirol. Hier nämlich ist Geschenkebesorgen ein wahrer Genuss. Statt überfüllter Einkaufspassagen gibt es kleine, individuelle Läden mit tollem Preis-Leistungsverhältnis. Eine kleine Auswahl an solchen Geschäften präsentieren wir euch hier:

Elke Hell – Interior for Kids

Kinderzimmerausstattung mit reinem Gewissen

Elke Hell hat es sich mit ihrem Laden zum Ziel gemacht, ausschließlich individuelle und nachhaltige Produkte anzubieten, die außerdem gutes Design verkörpern.  Die gesamte Angebotspalette ist außerdem ökologisch und sozial verträglich hergestellt worden.

Als zusätzliche Dienstleistung bietet die gelernte Malermeisterin die passende Gestaltung von Räumen durch Farbe und Tapeten an.

Toller Tipp für frisch gebackene Eltern, Großeltern und PatInnen.

Eugenstraße 13, 6060 Hall in Tirol

http://www.diemalermeisterin.at

KALLIGRAFIEraum

Kunstvolle Unikate auf Papier

Eva-Maria Kunzenmann kalligrafiert leidenschaftlich und erschafft vielfältige, einzigartige Kunstwerke aus Tinte und Feder. In Workshops gibt sie ihr Wissen auch an Interessierte weiter.

 

 

 

 

 

 

Eugenstraße 9, 6060 Hall in Tirol

www.kalligrafieraum.at

Boutique Andrea

Echter Stil kennt keine Größe

Getreu dem Motto „Mode für mehr Frau“ führt Besitzerin Andrea Bhatti eine exquisite Boutique für Übergrößen. Bhatti führt außerdem erfolgreich durch die ORF-TV-Show  „Heute leben“ und gibt dabei Tipps für Styling ab Größe 42.

Kontakt:

Rosengasse, 6060 Hall in Tirol

www.boutique-andrea.at

LebensART

Kunsthandwerk für Individualisten

Die Geschenkeboutique „LebensART“ präsentiert sich als Showroom für die individuellen Arbeiten von Künstlern aus dem In- und Ausland. Verarbeitet werden Holz, Glas, Metall und Keramik. Die Verkaufsräume sind liebevoll gestaltet und bieten einen stilvollen Rahmen – auch für viele Schmuckstücke. Der Großteil davon stammt aus hauseigener Produktion.

Oberer Stadtplatz 6, A – 6060 Hall i. Tirol (Eingang Langer Graben)

www.lebensart-hall.at

Büro im Laden

Nordisches Design und ein WC aus dem Mittelalter

Kathrin Stillers Laden ist traumhaft situiert in einem 700 Jahre alten gotischen Gemäuer, dessen Geheimnisse einen Einblick ins Mittelalter geben. Zwei Latrinen wurden bei der Sanierung entdeckt. Sie können von einer trittsicheren Glasplatte aus von Besuchern bestaunt werden.

Noch viel spannender aber ist es, durch das Sortiment zu stöbern: es werden schöne Dinge zum Leben und Wohnen für zuhause, viele im hippen Nordic-Design,  kleine und große Accessoires, köstliche Saucen und Gewürze sowie liebevoll gestaltete Papeterie angeboten. Besonders: Kathrin Stiller bietet einen „Entdeckerservice“ an und sucht im Auftrag von Kunden nach Außergewöhnlichem.

Arbesgasse 13, A-6060 Hall in Tirol

www.katrinstiller.at

Die Teegießerei

Liebevoll gestaltete Teeboutique

Silvia Klingler führt die „Teegießerei“ seit  2013 in einem historischen Gebäude von Hall in Tirol. Neben herkömmlichen Sorten gibt es auch edle weiße Tees sowie ayurvedische Tees und bekömmliche Früchtetees, dazu exquisites Teegeschirr und –accessoires. Auch Kaffeetrinker werden hier fündig. Bei Kaffee von „Nußbaumer Gmunden“ und Sorten von „coffeekult“. Auch auf der Website www.teegiesserei.at wird ersichtlich, dass die Inhaberin für das Thema „Tee“ lebt: Hier gibt es eine äußerst umfangreiche Infosammlung rund ums Thema „Tee“ – für Enthusiasten des kultigen Heißgetränks und alle, die es noch werden wollen.

Arbesgasse 3, 6060 Hall in Tirol

www.teegiesserei.at

Was ist eure liebste Shoppingadresse in Hall? Verratet es uns doch in den Kommentaren!

 

 

Wanderung durch das herbstliche Halltal zum Issanger

Bei Traumwetter starten wir unsere Rundwanderung am Eingang zum Halltal. Die lieblichen Temperaturen erlauben nach kurzer Zeit die Jacken in den Rucksack zu packen und mit kurzen Ärmeln zu wandern – und das Mitte November! Wir spazieren parallel zur Fahrstraße bis zum Wasserstollen. Dort müssen wir den Steig verlassen, der Fluchtsteig bis St. Magdalena ist schon seit langem wegen Steinschlag gesperrt. Weiter geht es der  asphaltierten Straße entlang, bei St. Magdalena vorbei bis man auf der rechten Seite einige gelbe Wanderschilder sieht und eine kleine Brücke die über den Halltalbach führt – dort zweigen wir nach rechts ab.

Am schmalen, schönen Weg, immer leicht bergauf kommen wir auf den neu angelegten Hirschbadsteig.

Und siehe da – eine Gämse!! Zuerst können wir nur ein Rascheln im Laub hören, aber bald zeigt sich dieses Prachtexemplar. Ich glaube, es handelt sich um einen Gamsbock. Männliche Gämsen sind nämlich im Gegensatz zu weiblichen gern allein unterwegs. Zum Glück haben wir unser Fernglas dabei.

Nach insgesamt zwei Stunden reiner Gehzeit tut sich diese landschaftliche Schönheit auf – der Issanger! Im Sommer findet man hier ein schier unglaubliches Blütenmeer, aber auch im Herbst hat der Issanger seinen  ganz eigenen Reiz.

Wie Kunstwerke stehen die vielen Weiden im herbstlichen Gewand vor uns – mit malerisch – blauem Himmel als Hintergrund!

Der letzte Rest an Blumen präsentiert sich in warmen Tönen.

Wir durchwandern die wunderbare Hochebene bis zum Issjöchl und genießen jeden Sonnenstrahl.

Über den breiten, schottrigen Weg geht es wieder bergab, vorbei an den geschichtsträchtigen Herrenhäusern  und dem König Max – Schaustollen.

Einmalige Ausblicke – die Hüttenspitz links mit den Tuxer Alpen im Hintergrund – und wunderschön verfärbte Bäume begleiten uns zurück zum Ausgangspunkt.

Nach fünf Stunden, mit gemütlicher Pause und Jause in der Sonne kommen wir zufrieden und müde aber mental gestärkt zurück! Wer möchte, könnte am Rückweg auch im Alpengasthaus St. Magdalena einkehren!

 

 

 

Tiroler Gerstensuppe – Rezept

Eine Gerstensuppe (auch Gerstlsuppe genannt) schmeckt nicht nur vorzüglich, sie ist auch richtig gesund. Der Gerste als Getreide werden zahlreiche gesundheitliche Vorteile nachgesagt – von der Regulierung des Blutzuckers über die Vorbeugung von Osteoporose und Gallenproblemen. Außerdem enthält sie acht essentielle Aminosäuren. Besonders schmackhaft ist dieses Naturwunder, wenn man es zu einer Suppe verkocht.

Es gibt wohl unzählige Rezepte – ich möchte euch mein persönliches, altüberliefertes Rezept vorstellen.

Zutaten Tiroler Gerstensuppe

150 g Gerste, 100 g Selchfleisch (Rauchfleisch), 1,5 Liter Suppe, eine kleine Zwiebel, gelbe Rüben, Karotten, Lauch, Sellerie, Erbsen, Kartoffel, Petersilie

Zubereitung Tiroler Gerstensuppe

Zwiebel und Lauch klein schneiden.

In einem großen Topf mit etwas Öl anschwitzen.

Restliches Gemüse (Sellerie, Karotten, gelbe Rüben, Petersilie) ebenfalls klein schneiden.

Gerste mit kaltem Wasser abschwemmen.

Gerste und Gemüse ebenfalls in den Topf geben.

Mit Suppe aufgießen.

Würfelig geschnittene Kartoffel und die Erbsen dazugeben.

Zum Schluss das geschnittene Selchfleich zugeben.

Das Ganze ca 1,5 Stunden köcheln lassen, bis die Gerste weich ist. Man kann auch die Gerste ein paar Stunden in kaltem Wasser einweichen, somit verringert sich die Kochzeit.

Gerstensuppe lässt sich hervorragend aufwärmen oder einfrieren – guten Appetit!

Mehr Rezept aus der Tiroler Küche findet ihr hier.

 

 

Saitenspiele 2018: Gitarrenklänge in der Burg Hasegg

Konzerterlebnisse im stilvollen Ambiente der Burg Hasegg

Das Musikfestival „Saitenspiele“ feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Jubiläum. Es ist klein, fein, und stets auf das Kernthema reduziert: Die „Geheimnisse der Gitarre“.

Diese Geheimnisse sind vielfältig, man erleben akustische Gitarrenmusik in ihrem breiten Spektrum unterschiedlichster Stile und Besetzungen. In den Räumlichkeiten der Burg Hasegg finden sich dafür optimale akustische Verhältnisse sowie ein stilvoller Rahmen. Zwischen September und November finden drei unterschiedlich gestaltete Konzertabende statt. Jeder Abend bietet ein eigenständiges Programm und eine neue Besetzung.

Durch die unterschiedlichen Herkünfte und Traditionen der eingeladenen Künstler ist es gelungen ein sehr abwechslungsreiches Programm zu erstellen, das unerhörte Hörerlebnisse bietet.

Das Programm der Saitenspiele im Überblick

Konzert 1: SFERRAINA
Alte Musik mit modernem Horizont

Freitag, 9.November 2018, 20 Uhr
David Bergmüller – Laute, Barockgitarre, Theorbe
Tobias Steinberger – Rahmentrommeln

​Gegründet 2012, hat sich das Ensemble sferraina ganz dem Ziel verschrieben, alte Musik zeitgenössisch aufzuführen und mit einem modernen Horizont zu kontrastieren. Das Repertoire reicht dabei von den Instrumentalisten Giovanni Girolamo Kapsperger und Alessandro Piccinini bin hin zu den den frühbarocken Singer-Songwritern Benedetto Ferrari, Stefano Landi, Tarquinio Merula &c.

Sferraina

Die beiden Musiker Tobias Steinberger (Percussion) und David Bergmüller (Chitarrone) treten abwechselnd gemeinsam oder im Trio mit der Sängerin Tehila Nini Goldstein auf, die zu der dargebotenen Musik die textliche Ebene einfließen lässt. sferraina eröffnet in seiner Performance einen entrückenden Klangraum zwischen vergangenen Epochen und Gegenwart. Das Spannungsfeld der Darbietung Alter Musik in einem modernen Rahmen wird mit jedem Stück neu aufgespannt, die Frage nach Echtheit immer wieder neu gestellt: Was bedeutet es, Alte Musik zu spielen? Kann diese originalgetreu dargebracht werden, und was heißt das überhaupt? Macht es Sinn, von „richtigen“ und „falschen“ Interpretationen zu sprechen? sferraina stellt sich diesen Fragen, und wird versuchen, sie zu beantworten –  mit außergewöhnlich feinsinniger, irritierender und berauschender Musik.

Konzert 2: STRINGTANGO
argentinische Musik raffiniert gewürzt
Freitag, 16.November 2018, 20 Uhr

Florian Wilscher – Violine
Martin Wesely – Gitarre

Una Zamba in Ottakring, ein Heuriger in Misiones – das andere Argentinien. Unfug? – Travesuras! Gubitsch, Ramirez, Areco – das sind die Hauptzutaten. Eine Prise Jazz, ein Löfferl Kreisler (der Fritz!), ein Hauch Nostalgie und ein Zipferl Gitarrenrock.

Stringtango

In eigenen, raffiniert gewürzten Arrangements kreieren Florian Wilscher (Violine) und Martin Wesely (Gitarre) eine Klangwelt. Diese lassen trotz stilistischer Unterschiede und musikalischer Eigenständigkeit der einzelnen Werke ein homogenes und dennoch vielgestaltiges Ganzes entstehen. Konzerte führen sie um den ganzen Globus, u.a. ins Teatro Colon de Buenos Aires, ins Radiokulturhaus Wien, ins Porgy & Bess, ins Austrian Cultural Forum New York sowie zu diversen Festivals. Außerdem dokumentieren CD-Produktionen und Rundfunkauftritte ihren musikalischen Weg.

Konzert 3:  „SÖNKE MEINEN“

Fingerstyle up to date
Mittwoch, 21.November 2018, 20 Uhr

Sönke Meinen hat sich mit seiner Musik bereits in jungen Jahren in der nationalen und internationalen Gitarrenszene einen herausragenden Ruf erspielt. Er verbindet virtuosen Fingerstyle mit Einflüssen aus klassischer Konzertmusik, Jazz und Weltmusik.

Sönke Meinen

Seit er auf der Bühne steht, war er Preisträger diverser Wettbewerbe, im Jahre 2016 gleich bei zwei der renommiertesten weltweit: als Gewinner des „Guitar Masters“-Wettbewerbs und Sponsoring-Preisträger des „European Guitar Awards“. Gitarrenlegende Tommy Emmanuel nennt ihn „einen der kreativsten Gitarristen der aktuellen Gitarrenszene“. Sönke Meinen wurde 1991 in Aurich/Ostfriesland geboren. Nachdem er in seiner Jugend Unterricht bei dem Gitarristen Emile Joseph erhielt, studierte er bei den renommierten Musikern Thomas Fellow, Stephan Bormann und Reentko Dirks an der Hochschule für Musik in Dresden. Heute spielt Meinen Konzerte auf der ganzen Welt; weiters führten und führen ihn Tourneen u. a. nach Australien und China.
Neben seinen Solokonzerten steht Meinen regelmäßig mit Jazzgitarrist Philipp Wiechert, dem dänischen Violinenvirtuosen Bjarke Falgren oder Jazzsängerin Anna-Lucia Rupp auf der Bühne.

Mehr Informationen unter www.saitenspiele.com

Mehr Konzerte und Veranstaltungen in der Region gibt es hier

Blick ins neue Museum Wattens

Wattens ist ein Ort, an dem Menschen von jeher großartige Ideen umsetzen konnten. Seien es die Pioniere von Wattenspapier, die seit Mitte des 16. Jahrhunderts hier ihre  Papier-Spezialprodukte, vor allem Zigarettenpapier und Teebeutel herstellen, oder Daniel Swarovski, der im späten 19. Jahrhundert perfekte Voraussetzungen für die Produktion seiner Kristalle fand.

Anfang Oktober hat jetzt ein Museum eröffnet, dass die Geschichte der Marktgemeinde und der Region, seiner Menschen und der Entwicklung der Industriebetriebe erlebbar macht – und weiter Geschichte schreibt: Das Museum Wattens.

(c)Lukas Schmied

Streifzug durch Wattener Lebenswelten

Ein Museum, das gar nicht so viel mit dem klassischen Museumsbegriff zu tun haben will: Mehr ein „Kulturkraftwerk“ soll es werden, ein Ort, in dem sich Menschen begegnen, Kultur erleben, aber auch von sich erzählen und so selbst Neues schaffen. Eine gute Voraussetzung dafür bildet der Standort des Museums: Direkt im Dorfzentrum gelegen, öffnet es sich bewusst auch für Vorbeigehende. Den kommunikativen Aspekt unterstreicht der Infopoint des Tourismusverbands der Region Hall-Wattens – hier können sich UrlauberInnen und Reisende Information abholen.

„Wunderkammer“ Wattens

Der Wunderkammerbegriff, der in Wattens durch die Swarovski Kristallwelten wesentlich geprägt wurde, findet auch im Museum Wattens Verwendung. Hier ist die Wunderkammer das Herzstück des Museums, der gläserne Faden, der sich von unten bis oben durch die Räumlichkeiten zieht und diese verbindet.

Kostbare Exponate finden ihren Platz in der gläsernen „Wunderkammer“.

Wattens erleben auf drei Stockwerken

Im Erdgeschoss prägt der Begriff „Heimat“ in vielen Ausprägungen das Museum. Der Begriff, oft recht widersprüchlich besetzt, ist einer, der für den Ort Wattens eine große Rolle spielt. So nannten sschon die Siedelnden in der Eisenzeit die Felder und Böden in Wattens ihre „Heimat“, heute sind es Menschen aus aller Welt, die diesen Begriff für sich neu definieren wollen und müssen.

WattenerInnen sprechen über den Begriff „Heimat“.

Im ersten Obergeschoss wird in neun Episoden vom Ort Wattens erzählt – aus verschiedenen Zeitaltern und verschiedenen Perspektiven, mit Exponaten, die einen schmunzeln, staunen und nachdenken lassen.

Habt ihr etwa schon einmal eine Sockenstrickmaschine gesehen?

Sockenstrickmaschine

Dabei kommen WattenerInnen auch aus längst vergangenen Tagen zu Wort – eine spannende Zeitreise. Berührend ist der Fokus auf Einzelschicksale, wie dem Mädchen Berta, dass mit seiner Familie aus Böhmen nach Wattens kam und hier eine neue Heimat fand.

Auch das Thema „Tourismus“ wird beleuchtet, früher noch Fremdenverkehr genannt. Was heute viele nicht mehr wissen: Wattens war im 19. und 20. Jahrhundert ein äußerst beliebter Ort für die klassische Sommerfrische – und ein Wattener Mitbegründer der ersten Landes-Tourismusorganisation Tirols vor fast 130 Jahren!

Übliche Ausstattung eines Fremdenzimmers

Das zweite Obergeschoss schließlich ist experimentell angelegt: Das „Laboratorium“ kann für Veranstaltungen angemietet werden, außerdem finden hier das Archivregal und der oberste Teil der gläsernen Wunderkammer Platz. Hier gibt es bewusst Platz für neue Ideen, für offenen Austausch und Kreativität, die in der Geschichte wurzelt.

Das „Laboratorium“ ist bewusst reduziert gestaltet. (c)Museum Wattens

Fazit: Das neue Museum Wattens bietet einen unglaublich vielfältigen Querschnitt der Geschichte von Wattens – vor allem aber wird ein Besuch interessant, wenn man sich auf die spannend erzählten Geschichten der Menschen, die dort zu Wort kommen, einlässt.

Info Museum Wattens

Öffnungszeiten:

Dienstag–Sonntag: 10–17 Uhr
Montag geschlossen

An folgenden Tagen gelten geänderte Öffnungszeiten oder ist das Museum Wattens geschlossen: 1. November, 24./25./26. Dezember, 1. Jänner

Eintrittspreise: Erwachsene € 6.-, mit der Gästekarte „Schatzkarte“ € 4,50.-, Kombiticket Museum Wattens und Swarovski Kristallwelten € 21.-, Kinder bis 18 Jahre und Freizeitticket Tirol-Inhabende kostenlos.

Kontakt:

Museum Wattens
Innsbrucker Straße 2
6112 Wattens
www.museum-wattens.com
hallo@museum-wattens.com

rundumTHAUR: Neue Ausstellung im Romediwirt

Im Romediwirt in Thaur kann man nicht nur ausgezeichnet essen und trinken – seit kurzem ergänzt eine interessante neue Ausstellung die Vorzüge des Ausflugsgasthofes: „rundumTHAUR“.

Im Obergeschoss des neu erbauten Gebäudes wandert man in abwechslungsreich gestalteten Räumlichkeiten durch 6000(!) Jahre Siedlungsgeschichte in Thaur, zur Thaurer Burg und dem Dorfpatron von Thaur, dem Heiligen Romedius. Außerdem erfährt man mehr über die geheimnisvollen Eulen, die das Gebiet „rundumTHAUR“ besiedeln.

6000 Jahre Menschen in Thaur

Schon in der Jungsteinzeit war Thaur ein beliebter Siedlungsraum. Besonders interessant, aber auch berührend ist zu sehen, dass die Menschen schon in frühen Zeiten Freude an Dingen wie Schmuck, Zierbeschlägen oder schön verzierten Ofenkacheln hatten.

Auch weniger friedliche Gegenstände sind ausgestellt, wie zum Beispiel das Panzerhemd eines Ritters aus dem Mittelalter.

500 Jahre altes Panzerhemd

Besonders interessant sind auch die Mauerreste einer vermutlich ottonischen Burganlage am Kiechlberg, die über 1000 Jahre alt ist. Es dürfte sich hier überhaupt um die erste Burganlage im gesamten Tiroler Raum handeln.

Einer, der auf  Bären reitet

Der Heilige Romedius ist der Sage nach auf einem Bären nach Trient geritten.

Der Heilige Romedius ist in Thaur allgegenwärtig. Nicht nur als Dorfpatron, der der Legende nach auf einem wilden Bären zum Bischof von Trient gereist ist, sondern auch als Namensgeber für die zahlreichen „Romeds“ des Dorfes. Der für viele speziell klingende Vorname wird in dieser Häufigkeit nur in diesem Ort gegeben – aber dafür seit Generationen! In der Ausstellung wird kurzweilig erklärt, was es mit dem Heiligen Romedius auf sich hat und vor allem, wieso er trotz intensiver Recherchen stets ein Mysterium bleiben wird.

Bereits im 17. Jahrhundert wurde ausführlich über den Dorfheiligen berichtet.

Es „uhut“ im Karwendel

Der Naturpark Karwendel hat die Gestaltung des Schwerpunktes „Eulen“ übernommen, von denen es rund um den Gasthof und im gesamten Gebiet des Naturparks sehr viele gibt. Dabei gibt es auch erfreuliche Nachrichten: Wusstet ihr, dass sich der Bestand von der größten heimischen Eule, dem Uhu, wieder erholt hat? Er gilt zurzeit nicht mehr als gefährdet. Dies ist umfangreichen Schutzbemühungen zu verdanken.

Der grimmige Blick täuscht: Die Population des Uhus in Österreich hat sich zum Glück wieder erholt.

Interaktiver Outdoor-Rundgang

Die Entdeckungsreise kann im Freien fortgesetzt werden: Hier geht man mithilfe einer kostenlosen „rundumTHAUR“ – Smartphone-App auf eine vertiefende Entdeckungsreise zu den Themen, die im Schauraum präsentiert werden. Kindern erklärt der lustige „Knappe Kunibert“, was auf der Burg damals alles passiert ist.

Info zur Ausstellung „rundumTHAUR“ im Obergeschoss des Romediwirts

Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Barrierefreier Eingang auf der Hinterseite des Hauses

Eintritt kostenlos

 

Kreatives Gemüse: WM-Salatfeld in Thaur

Wenn ihr öfters auf der Strecke von Absam nach Thaur unterwegs seid, habt ihr es vielleicht schon gesehen: Da wächst was – und zwar das kreative WM-Salatfeld!

Es sind sage und schreibe 60 000 Salatköpfe, die eine Willkommensbotschaft für die UCI Straßenrad WM 2018 bilden und damit ZuschauerInnen aus aller Welt begrüßen.

Lollo Rosso- und Kopfsalat bilden zusammen den originellen Schriftzug.

Romed Giner, seines Zeichens Ortsbauernobmann von Thaur, erklärt, wieso das WM-Salatfeld perfekt zum Ort passt: „Die Anbauflächen rund um Thaur werden nicht umsonst der „Gemüsegarten Tirols“ genannt“, schmunzelt er. Die Thaurer Bauern haben mit Unterstützung des Tourismusverbands Region Hall-Wattens das Projekt umgesetzt.

Weiter erklärt er, wieso das Gemüse aus Thaur so besonders gut schmeckt: „Hier wachsen über sechzig verschiedene Gemüsesorten, die ausschließlich mit klarem, sauberem Gebirgswasser bewässert werden.“

Wir Einheimischen wissen, dass Obst und Gemüse aus der Heimat einen besonderen Stellenwert hat. Aber auch für Gäste, die in unsere Region kommen, wird es immer wichtiger, zu wissen, dass ihr Essen auch im Urlaub regionaler Herkunft ist.

Alles zur Kulinarik in der Region

Über das Thaurer Gemüse

Die klimatischen Bedingungen sind auf den Thaurer Anbauflächen für Gemüse ideal: Eine ausgeprägte Temperaturdifferenz zwischen Tag und Nacht zusammen mit reichlich Licht ermöglichen ein gesundes Wachstum. Außerdem sind so viele wertvolle Inhaltsstoffe bei dem angebauten Gemüse enthalten – von Salat und Gurken über Paprika und Sellerie bis hin zu exotischen Gemüsesorten wie Artischocken oder Obst wie Melonen. Einen besonderen Stellenwert hat das Radieschen – ihm ist sogar ein eigenes Fest gewidmet!

Beim Radieschenfest, das alljährlich im April stattfindet, feiert man die erste Ernte. (c)Flatscher

Mehr Infos unter www.hall-wattens.at/wm-salat

Abwechslungsreiche Radtour durch die Region Hall-Wattens

Ihr wisst es wahrscheinlich schon: Unsere Region ist offizielle Startregion bei der UCI Rad WM in Tirol von 22. – 30. September 2018. Grund genug, sich selbst in den Sattel  zu schwingen – wie wäre es mit einer Radtour zu allen elf Orten der Region?

Wir starten unsere Tour in Wattens, dem östlichsten Ort der Region. Hier findet man eine der berühmteste Sehenswürdigkeiten Österreichs: Die Swarovski Kristallwelten. Sie sind auch Startort für zwei Rennen bei der Rad WM.

Rennradprofi Annemiek van Vleuten vor einem der Startorte der UCI Rad WM: Den Swarovski Kristallwelten.

In Wattens eröffnet außerdem im Herbst 2018 das neue „Museum Wattens“ mit einer interaktiven Ausstellung und interessanten Exponaten. Entlang des beliebten Innradwegs könnte man gemütlich weiterradeln – doch vorher fordert ein knackiger Anstieg die Wadenmuskeln: Um Wattenberg, das pittoreske Bergdorf zu erkunden, sind schon einige Höhenmeter zu überwinden. Belohnt wird man mit atemberaubenden Ausblicken auf das Inntal und die gegenüberliegende Karwendelkette.

Wattenberg – bekannt für seine bevorzugte Lage

Natur und Kultur nah beieinander

Wer es gemütlich angehen will, der fährt am besten nach Volders. Hier finden sich Natur und Kultur auf engstem Raum wie die bekannteste „Autobahnkirche“ Österreichs, die Karlskirche. Als Burgherr oder Freifrau kann man sich auf den historischen Schlössern Aschach und Friedberg fühlen.

An Prachtbauten wie Schloss Friedberg kommt man in Volders vorbei.

Zurück in Wattens radelt man gemütlich weiter Richtung Fritzens. Der Ort ist bekannt für seine Schnapsbrennerbetriebe sowie für den bunten Blumenschmuck, der im Sommer die Häuser des Dorfes ziert.

Fritzens, das Blumendorf am Karwendelgebirge

Nach dem kleinen Stopp startet man erfrischt zum nächsten Etappenziel:  Während man den Anstieg nach Baumkirchen meistert, wandern die Gedanken zu den Radprofis, die die Strecken mit bis zu 80 km/h absolvieren.

Dorfidyll pur in Baumkirchen

Zum Glück ist nicht das gleiche Tempo gefragt wie bei den Rennen  – als Genussfahrer bleibt einem so mehr Zeit, den charmanten Ort zu bewundern. Viel Vorstellungskraft ist nicht nötig, um zu erkennen, warum das Dörfchen schon in der Bronzezeit ein begehrtes Siedlungsgebiet war. Umgeben von saftigen Wiesen und Wäldern, genießt man an vielen Plätzen eine herrliche Aussicht auf das Inntal, das einem hier scheinbar zu Füßen liegt.

Rauf ins Karwendel

Jetzt geht es noch einmal ordentlich bergauf, auf das Hochplateau mit dem Ort, bei dem der Name Programm ist: Gnadenwald ist wirklich „begnadet“  – sei es ob der besonderen Lage, der atemberaubenden Natur oder der zahlreichen Kirchen und Kapellen. Für ambitionierte Radler führt eine serpentinenreiche Straße vom Ortsteil Sankt Martin hinauf zur Hinterhornalm.

Tipp: Wem es mit dem „normalen“ Bike zu anstrengend ist, leiht sich einfach bequem ein E-Bike aus.

Der Abstecher auf die Hinterhornalm ist anstrengend, wird aber mit einem wunderschönen Panorama belohnt.

Von Gnadenwald geht es entlang der offiziellen WM-Strecke dann Schlag auf Schlag: Auf Mils, einem liebenswürdigem Dorf, folgt sogleich Hall in Tirol, die bekannte Mittelalterstadt, das auch das Ziel der Radtour ist. Doch zuerst geht es weiter an den historischen Gebäuden und einladenden Geschäften, weiter nach Absam und Thaur.

Fahren auf der original WM-Strecke von Absam nach Thaur mit der Marienbasilika im Hintergrund

Während die Radprofis sicher keine Zeit haben, die ausladenden Gemüsefelder und die malerische Schlossruine in Thaur oder die imposante Wallfahrtskirche in Absam zu bewundern, hat man als Hobbyradler vielleicht sogar noch die Zeit, einen Abstecher ins Halltal zu machen. Es ist für Kletterer, Wanderer und Mountainbiker gleichermaßen Startpunkt für vielfältige Touren in den Naturpark Karwendel.

Wenn man dann, zurück in Hall, am Oberen Stadtplatz bei Kaffee und Kuchen sitzt, wird vielleicht bereits die nächste Tour geplant.

Kaffeepause in der Altstadt von Hall in Tirol

Ein mögliches Ziel: Tulfes am Fuß der Tuxer Alpen. In dem Dorf, das seinen bäuerlichen Charakter charmant bewahrt hat, kann man wunderbar aktiv ausspannen. Und ist dann bereit, wenn es wieder heißt: Auf die Plätze, fertig,- und rauf aufs Rad!

Tulfes: Lohnenswertes Ziel für Radausflüge

Alle Infos zum Radfahren und Mountainbiken gibt es unter: www.hall-wattens.at/bike

Das geheimnisvolle Voldertal

Das Voldertal versteht nicht zu protzen. Was das Tal bietet, stellt es nicht in die Auslage. Doch es ist ein Tal voller Geheimnisse. Wir wollen hier einigen Geheimissen nachgehen.

Das Voldertal mündet in Volders mit der Rafflerschlucht in das Inntal. Oberhalb der Schlucht bewacht das 800 Jahre alte Schloss Friedberg den Eingang zum  Tal.

In einem leichten Linksbogen zieht das Tal bis zum 2.479 Meter hohen Naviser Jöchl in die Tuxer Alpen hinein. Massentourismus ist im Voldertal ein Fremdwort. Daher gibt es zwar viele Almen, es sind aber Almen im ursprünglichen Sinn und keine Gastwirtschaften.

Auf den Almen im Voldertal wird im Sommer Vieh gehalten, meistens Rinder, aber auch Schafe oder Ziegen. Vielen Steigen im Voldertal sieht man an, dass sie nur selten begangen werden. Oft sind es nur Steigspuren, die mehr oder weniger deutlich durchs Gelände führen und manchmal auch kaum markiert sind. Eine gute Wanderkarte ist gerade im Voldertal eine große Hilfe.

Anhand von drei Wanderungen im Tal möchte ich ein paar Eindrücke von diesem Tal vermitteln. Die erste Wanderung ist einfach, die zweite erfordert Trittsicherheit und eine gewisse Ausdauer, die dritte ist ein Ausflug in den weglosen hochalpinen Bereich. Auch wenn das Gelände dort nicht wirklich schwierig ist, verlangt diese Tour alpine Erfahrung und Orientierungsvermögen.

Spuk auf der Stiftsalm

Eine einstündige Runde über die Stiftsalm bietet uns einen ersten Eindruck vom Voldertal. Wir starten beim Gratis-Parkplatz gleich hinter dem Volderwildbad. Jahrhundertelang haben Gäste das Volderwildbad  besucht, um Ruhe und Heilung zu finden, ehe das Bad 1965 geschlossen wurde. Heute ist das Ensemble mit der Kapelle zu den Heiligen Ärzten Kosmas und Damian renoviert und ein beliebter Ort für Hochzeiten.

Vom Parkplatz nehmen wir für einen halben Kilometer die Straße in Richtung Windegg, ehe uns ein Steig links zurück in den Wald hinaufführt. Nach wenigen Metern sehen wir rechts im Fels eine Grotte mit Schutzengeln.

 

Der Weg zieht weiter vorbei an mit Farnen und Moosen bewachsenen Felsblöcken, bevor er sich zu einem Karrenweg verbreitert. Bald darauf erreichen wir die gewellten Wiesen der Stiftsalm. Bei der Alm fällt besonders die Kapelle zur schmerzhaften Muttergottes mit ihrem Zwiebeltürmchen ins Auge.

Die Stiftsalm und ihr Oberleger waren bis ins 16. Jahrhundert ganzjährig bewirtschaftete Höfe. Dann kaufte das Haller Damenstift die beiden Höfe und machte aus ihnen Almen, um das Stiftsvieh versorgen zu können. Die Stiftsdamen dürften aber nicht den besten Ruf gehabt haben. Eine Sage berichtet von einer geizigen Äbtissin, die es den Sennen und Sennerinnen streng untersagte, Bettlern auch nur das Geringste zukommen zu lassen. Besser sollten sie es den Schweinen vorwerfen. Schon kurz nach ihrem Tod soll die Äbtissin auf einem weißen Schimmel reitend auf der Stiftsalm erschienen sein. Auch in späterer Zeit soll es auf der Alm immer wieder spukhafte Erscheinungen gegeben haben, so war etwa immer wieder vom Stiftsgeist die Rede.

Wenn die Alm bewirtschaftet ist, können wir uns hier mit frischer Milch stärken, ehe wir dem Fahrweg noch ein paar hundert Meter taleinwärts folgen und dann über die Voldertalstraße wieder zum Volderwildbad hinausspazieren.

Im Herzen des Voldertals

Bei dieser zweiten Wanderung besuchen wir das Herz des Voldertals, die mystische Waldlichtung Schwarzbrunn und die Gwannalm darüber.

Auf der Voldertalstraße können wir vom Volderwildbad noch einige Kilometer taleinwärts mit dem Auto fahren, weil wir beim letzten Bauernhaus vor dem Volderwildbad vier Euro Maut in den Automaten geworfen haben. Die Fahrt bis zum Parkplatz Nößlach erspart eine Stunde Gehzeit. Zehn Gehminuten unterhalb vom Parkplatz liegt übrigens direkt am Bach die Voldertalhütte der Naturfreunde, die von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet ist und in der man auch nächtigen kann.

Vom Gatter beim Nößlachparkplatz gehen wir eine halbe Stunde taleinwärts bis zum Schwarzbrunn. Für mich schlägt hier das Herz des Voldertals. Die vom Voldertalbach durchflossene Waldlichtung ist übersät mit Felsbrocken. Mit Flechten bewachsene Wurzelstöcke ragen in die Luft, dazwischen fließen kleine Bäche dahin, an denen im Frühsommer Dotterblumen ihre gelbe Pracht entfalten.

Früher mag hier ein See gelegen sein, zumindest weiß die Sage vom Glungezerriesen von einem zu berichten. Aus Rache über seine verschmähte Liebe schob der am Glungezer hausende Riese den Königspalast mit seinem König und vier liebreizenden Töchtern mit einer riesigen Steinlawine zu Tal. In Mondnächten sollen die ertrunkenen Königstöchter über dem See geschwebt sein. Der Riese hingegen hat sich ob seiner Tat selber verwunschen und als Zwerg in den See gestürzt.

 Vom Schwarzbrunn folgen wir dem Steig zum Klausboden hinauf, dort überqueren wir auf einer Eisentraverse den Voldertalbach und wandern weiter zur Gwannalm. Fünf Minuten vor der Gwannalm führt rechts der Weg wieder zurück zum Schwarzbrunn hinunter. Bevor wir den schmalen Steig zum Schwarzbrunn nehmen, schauen wir noch kurz hinüber zur Alm.

Oberhalb der kleinen Hütte donnert der Gwannalmbach talwärts. Unterhalb vom Wasserfall balancieren wir auf Steinen über den Bach um zur kleinen Almhütte zu gelangen.

Wer fit ist und genug alpine Erfahrung hat, kann von der Gwannalm auf das Rosenjoch hinaufsteigen, der mit 2.796 Metern höchste Gipfel im Voldertal. Der Weg durch das Gamskar ist gut markiert, stellenweise gibt es aber nur Steigspuren. Noch vor etwa 150 Jahren lag hier der größte Gletscher der Tuxer Alpen. Der Sage nach ist das Rosenjoch der Sitz einer Eisgöttin.

Sind wir wieder beim Schwarzbrunn zurück, empfehle ich, auf der rechten Seite des Voldertalbachs ein Stück hinunterzuwandern. Nach einem kurzen Waldstück sehen wir links bei der Mündung des Melchmahderbachs einen gespaltenen Felsblock. Der Spalt ist gerade so breit, dass man sich hineinstellen kann. Wer das macht, wird Zeuge, wie sich das helle Rauschen des Baches in ein dumpfes Grollen verwandelt. Über einen Karrenweg kommen wir von hier einfach wieder zum Schwarzbrunn-Forstweg hinauf.

Ein ungewöhnlicher See

Doch nicht alles im Voldertal ist über Steige erreichbar. Im hintersten Voldertal gibt es einen geheimnisvollen See, der bergseitig abfließt. Über eine kleine Felsklippe rinnt sein Wasser in einen danebenliegenden Bachlauf, um gemeinsam mit dem Bach an Ort und Stelle zu verschwinden. Unterirdisch bahnt sich das Wasser seinen Weg talwärts und kommt erst ein gutes Stück weiter unten wieder ans Tageslicht.

Der See liegt oberhalb der Melkböden, die wir über die Steinkasernalm auf einem Fahrweg erreichen. Steinkasern ist ein Almdorf mit vielen kleinen Hütten. Über den Sommer sind in einem Brunnen ein paar Kisten mit Bier, Radler und Limo gekühlt und wir können uns zu einem moderaten Preis selber bedienen. Um zum See zu kommen, folgen wir vom Stall auf den Melkböden einem Karrenweg etwa 200 Meter in südliche Richtung und steigen dann links durch steile Wiesen zu dem See hinauf.

Wenn wir vom See noch eine knappe Viertelstunde weiter durch das Tal in Richtung Osten hinaufgehen, kommen wir zu dem aufgelassenen Bergbau im Eisenkar. Noch heute zeugen die Überreste einer Knappenhütte, ein verschütteter Stolleneingang und Ansammlungen von rotem Eisenerz am Boden von der Arbeit der Bergknappen. Sie haben hier vor etwa 200 bis 300 Jahren Eisenerz aus dem Berg geholt und es auf den heute noch sichtbaren Stellen zerkleinert und vom tauben Gestein getrennt.

Die drei Vorschläge mögen eine Inspiration sein, um selber im Voldertal auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich mache das immer wieder und berichte davon auf meinem Blog www.voldertal.at.