Live dabei bei der UCI Rad WM 2018

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Eigentlich bin ich nicht die „fanatische“ Radfahrerin. Ab und zu trete und schiebe ich das Mountainbike auf die Alm und gebe auch mal Gas am Radweg, das ist schon alles. Aber was sich letzte Woche in Tirol und auch in meinem Heimatdorf während der UCI Rad WM 2018 abgespielt hat, hat mich wahnsinnig  begeistert.

Unvergessliche Stimmung

Diese vielen Menschen, alle gut drauf, lustig, friedlich und richtig in Fan-Stimmung. Was soll ich sagen: Ich wurde auf der Stelle infiziert mit dem WM-Virus. Radikal und ohne Aussicht auf Besserung – zumindest bis zum Ende der Veranstaltung 😉

So habe ich auch das Fahrrad meines Opas aus dem Keller geholt und geschmückt…

An jedem Monitor wurde gespannt auf den Lauf geschaut…

Zusehende bei der Expo in Innsbruck

 

Unser Regionsauftritt während der UCI Rad WM 2018

Fans jeden Alters waren auf der Strecke und haben gejubelt und jeden Fahrer und jede Fahrerin angefeuert wie hier in Wattens, dem Startort an zwei Renntagen:

und auch hier Richtung Patsch.

Was haben feiernde Menschen immer? Richtig: Hunger und vor allem Durst! Deshalb haben wir kurzerhand ein Rad zu einer mobilen Versorgungsstation umfunktioniert:

…auch zahlreiche andere, bestens gelaunte  „Labestationen“ waren unterwegs:

Auch fixe „Standln“ fanden guten Anklang.

Ein super Erlebnis war es, den berühmten „Radteufel“ Didi zu treffen:

Er ist trotz seines fortgeschrittenen Alters eine Spaßkanone voller Energie, der es schafft, unglaubliche Begeisterung zu versprühen.

Ich bin fast ein wenig traurig darüber, dass die UCI Rad WM 2018 nun Geschichte ist. Aber meine Leidenschaft fürs „Radl“ ist geweckt: eine wunderschöne Mountainbiketour kann ich euch z.B. hier empfehlen.

Abwechslungsreiche Radtour durch die Region Hall-Wattens

Ihr wisst es wahrscheinlich schon: Unsere Region ist offizielle Startregion bei der UCI Rad WM in Tirol von 22. – 30. September 2018. Grund genug, sich selbst in den Sattel  zu schwingen – wie wäre es mit einer Radtour zu allen elf Orten der Region?

Wir starten unsere Tour in Wattens, dem östlichsten Ort der Region. Hier findet man eine der berühmteste Sehenswürdigkeiten Österreichs: Die Swarovski Kristallwelten. Sie sind auch Startort für zwei Rennen bei der Rad WM.

Rennradprofi Annemiek van Vleuten vor einem der Startorte der UCI Rad WM: Den Swarovski Kristallwelten.

In Wattens eröffnet außerdem im Herbst 2018 das neue „Museum Wattens“ mit einer interaktiven Ausstellung und interessanten Exponaten. Entlang des beliebten Innradwegs könnte man gemütlich weiterradeln – doch vorher fordert ein knackiger Anstieg die Wadenmuskeln: Um Wattenberg, das pittoreske Bergdorf zu erkunden, sind schon einige Höhenmeter zu überwinden. Belohnt wird man mit atemberaubenden Ausblicken auf das Inntal und die gegenüberliegende Karwendelkette.

Wattenberg – bekannt für seine bevorzugte Lage

Natur und Kultur nah beieinander

Wer es gemütlich angehen will, der fährt am besten nach Volders. Hier finden sich Natur und Kultur auf engstem Raum wie die bekannteste „Autobahnkirche“ Österreichs, die Karlskirche. Als Burgherr oder Freifrau kann man sich auf den historischen Schlössern Aschach und Friedberg fühlen.

An Prachtbauten wie Schloss Friedberg kommt man in Volders vorbei.

Zurück in Wattens radelt man gemütlich weiter Richtung Fritzens. Der Ort ist bekannt für seine Schnapsbrennerbetriebe sowie für den bunten Blumenschmuck, der im Sommer die Häuser des Dorfes ziert.

Fritzens, das Blumendorf am Karwendelgebirge

Nach dem kleinen Stopp startet man erfrischt zum nächsten Etappenziel:  Während man den Anstieg nach Baumkirchen meistert, wandern die Gedanken zu den Radprofis, die die Strecken mit bis zu 80 km/h absolvieren.

Dorfidyll pur in Baumkirchen

Zum Glück ist nicht das gleiche Tempo gefragt wie bei den Rennen  – als Genussfahrer bleibt einem so mehr Zeit, den charmanten Ort zu bewundern. Viel Vorstellungskraft ist nicht nötig, um zu erkennen, warum das Dörfchen schon in der Bronzezeit ein begehrtes Siedlungsgebiet war. Umgeben von saftigen Wiesen und Wäldern, genießt man an vielen Plätzen eine herrliche Aussicht auf das Inntal, das einem hier scheinbar zu Füßen liegt.

Rauf ins Karwendel

Jetzt geht es noch einmal ordentlich bergauf, auf das Hochplateau mit dem Ort, bei dem der Name Programm ist: Gnadenwald ist wirklich „begnadet“  – sei es ob der besonderen Lage, der atemberaubenden Natur oder der zahlreichen Kirchen und Kapellen. Für ambitionierte Radler führt eine serpentinenreiche Straße vom Ortsteil Sankt Martin hinauf zur Hinterhornalm.

Tipp: Wem es mit dem „normalen“ Bike zu anstrengend ist, leiht sich einfach bequem ein E-Bike aus.

Der Abstecher auf die Hinterhornalm ist anstrengend, wird aber mit einem wunderschönen Panorama belohnt.

Von Gnadenwald geht es entlang der offiziellen WM-Strecke dann Schlag auf Schlag: Auf Mils, einem liebenswürdigem Dorf, folgt sogleich Hall in Tirol, die bekannte Mittelalterstadt, das auch das Ziel der Radtour ist. Doch zuerst geht es weiter an den historischen Gebäuden und einladenden Geschäften, weiter nach Absam und Thaur.

Fahren auf der original WM-Strecke von Absam nach Thaur mit der Marienbasilika im Hintergrund

Während die Radprofis sicher keine Zeit haben, die ausladenden Gemüsefelder und die malerische Schlossruine in Thaur oder die imposante Wallfahrtskirche in Absam zu bewundern, hat man als Hobbyradler vielleicht sogar noch die Zeit, einen Abstecher ins Halltal zu machen. Es ist für Kletterer, Wanderer und Mountainbiker gleichermaßen Startpunkt für vielfältige Touren in den Naturpark Karwendel.

Wenn man dann, zurück in Hall, am Oberen Stadtplatz bei Kaffee und Kuchen sitzt, wird vielleicht bereits die nächste Tour geplant.

Kaffeepause in der Altstadt von Hall in Tirol

Ein mögliches Ziel: Tulfes am Fuß der Tuxer Alpen. In dem Dorf, das seinen bäuerlichen Charakter charmant bewahrt hat, kann man wunderbar aktiv ausspannen. Und ist dann bereit, wenn es wieder heißt: Auf die Plätze, fertig,- und rauf aufs Rad!

Tulfes: Lohnenswertes Ziel für Radausflüge

Alle Infos zum Radfahren und Mountainbiken gibt es unter: www.hall-wattens.at/bike

Voll auf WM-Kurs: Radprofi Annemiek van Vleuten im Interview

Annemiek van Vleuten, ihres Zeichens amtierende Weltmeisterin im Einzelzeitfahren und Etappensiegerin des Giro D’Italia Femminile, ist Top-Favoritin für die kommende UCI Straßenrad-WM in Tirol im September.20180507_SKW_RadWM_VanVleuten_37_cSwarovski_Kristallwelten

Letzte Woche absolvierte sie ein Trainingslager in der Region Hall-Wattens und erkundete die Original-WM-Strecken. Was sie sich natürlich nicht entgehen ließ: Einen Besuch in den berühmten Swarovski Kristallwelten. Diese sind nicht nur eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Österreichs, sondern auch Startort für das Einzelzeitfahren der Damen Elite am 25. September 2018. Wir trafen sie dort für ein Interview.

Wer die Bergwertung des Giro d’Italia gewinnt, kann nicht nur im Flachland unterwegs sein. Trainierst du auch in den Bergen, Annemiek?

Annemiek van Vleuten: „Das stimmt. Ich bin 250 Tage im Jahr von zuhause weg, im Training und für Wettkämpfe, und obwohl ich Niederländerin und damit vom Flachland bin, lebe ich somit fast immer in den Bergen!“

Gefällt es dir dann auch bei uns in Tirol?

„Sehr. Es ist mein erster Aufenthalt in Tirol – und schon der Landeanflug hier nach Innsbruck war atemberaubend. Ich liebe die Berge, und würde auch gern hier wohnen. Auch die Szenerie hier vor dem Riesen bei diesen traumhaften Wetterbedingungen ist einfach fantastisch. Wir werden hier tolle Weltmeisterschaften erleben.“

Das Teamlager der niederländischen Nationalmannschaft während der UCI Rad WM ist in Hall in Tirol. Hattest du schon Gelegenheit, deine „Homebase“ kennen zu lernen?

„Ja! Unser Teamhotel während der WM, das Parkhotel Hall, ist einfach ideal gelegen. Es ist nah an der Rennstrecke, hat exzellente Möglichkeiten, unsere Ausrüstung zu verstauen und komfortable Parkplätze für unsere Fahrzeuge. Es ist nah an der Rennstrecke, in einer ruhigen Umgebung, etwas abseits des Trubels in Innsbruck. Man kann zu Fuß in die Altstadt von Hall in Tirol gehen und dort einen Kaffee trinken. Perfekt!“20180507_SKW_RadWM_VanVleuten_44a_cSwarovski_Kristallwelten

Hast du neben dem Training auch noch Gelegenheit, andere Sportarten auszuüben?

„Mir gefallen abenteuerliche Outdooraktivitäten wie zum Beispiel Canyoning, aber damit warte ich besser bis nach meiner aktiven Rennradkarriere. Auch Skifahren im Winter ist super, aber leider zur Zeit etwas zu „risky“. Aber ich liebe wandern! Mein letzter Urlaub war auch ein Wanderurlaub.“

Annemiek van Vleuten

Annemiek van Vleuten

Das heißt, die klassische Frage „Urlaub am Strand – oder in den Bergen?“ kann leicht beantwortet werden. Oder?

„Ja – für mich ist es definitiv Urlaub in den Bergen. Ich bin immer glücklich in den Bergen, sogar die Höhentrainingslager, die ich regelmäßig absolviere, sind wie Urlaub für mich!“

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Steckbrief Annemike van Vleuten

  • geboren 1982 in Vleuten (NED)
  • lebt in Wageningen (NED) – und in den Bergen 🙂
  • fährt für das australische Team Mitchelton-Scott
  • amtierende Weltmeisterin im Einzelzeitfahren
  • Gesamtsiegerin der UCI Women’s WorldTour 2017
  • Gewinnerin zweier Etappen, Punktewertung und Bergwertung Giro d’Italia Femminile