Literaturfestival Sprachsalz in Hall feiert Jubiläum

Die Dekade ist erreicht: Vom 14.–16. September 2012 steigt die zehnte Auflage des Literaturfestivals Sprachsalz in der Salzstadt Hall in Tirol. Hochkarätige Autoren haben sich angekündigt und Sprachsalz-Kurator Heinz D. Heisl schweift im Gedanken sogar noch weiter: „In 110 Jahren haben wir ein komplettes Jahr Sprachsalz erlebt“. Die Sprachsalztage 2012 verheißen viele Leckerbissen: Den Bestsellerautor Frank McCourt (USA) und die Nobelpreisträger Kenzaburo Oe (JP) und Herta Müller (D). In diesem Jahr wird William H. Gass (USA) zur einzigen Lesung aus seinem gefeierten Prosakonvolut „Der Tunnel“ im deutschsprachigen Raum erwartet. Er ist u.a. beim großen Sprachsalz-Festabend am Samstag zu hören (mit Menü, Reservierung erforderlich). Ein weiterer Höhepunkt sind die Auftritte von Martin Walser (D), der seinen druckfrischen Roman „Das dreizehnte Kapitel“ vorstellt. Der Autor und Filmemacher Robert Bober (F) liest aus seinen eindringlich und dicht erzählten Werken ebenso wie die Schriftstellerin Elisabeth Reichart (A), deren Texte tief in die österreichische Vergangenheit blicken lassen, und der Lyriker Walle Sayer (D), der mit seinen mikrokosmischen Beschreibungen Welten eröffnet.

Wortgewaltige Sprechkunst Der Sprech- und Performancekunst wird auch diesmal eine Bühne geboten: Zu erleben ist der Popstar der Poetry Slam- und Open Word-Szene Bas Böttcher (D), Paul Renner (A) überrascht die Zuhörer mit seinem genre-übergreifenden Textprojekt und Christian Uetz (CH) zeigt einen seiner legendären Performanceauftritte. Zu Gast ist der wortgewaltige Chronist Artur Becker (D/PL) und mit Jens Nielsen und Daniela Dill zwei Sprech-Künstler aus der Schweiz, die Kostproben ihres Könnens geben.

Beat goes Hall Ein Konstante der letzten zehn Sprachsalz-Jahre bestand immer aus Vertretern der amerikanischen Avantgardekultur des 20. Jahrhunderts. Freuen kann man sich diesmal auf die Beat-Autoren und Musiker Ann und Sam Charters (USA/S), weiters auf die Lyrikerin und Malerin Agneta Falk (USA) und den Schriftsteller und Chronisten der Beatniks Neeli Cherkovski (USA). Ebenso auf Gerard Malanga (USA), einen wichtigen Vertreter der amerikanischen Pop-Kultur, der mit Andy Warhol gearbeitet hatte und dessen Fotografien die Popkultur maßgeblich geprägt haben. Zu den Jubiläumsgästen zählen der politische Dichter und Aktivist Jack Hirschman (USA), der 2009 erstmals in Hall aufgetreten ist, Ruth Weiß, US-Beat-Autorin der ersten Stunde mit österreichischen Wurzeln (2007 bei Sprachsalz) und die North-Beach-Poetin Maketa Groves (USA). Sie war bereits im letzten Jahr bei den Literaturtagen zu hören, diesmal stellt sie u.a. mit Kei Kimura (JP) das Buch „Once Upon a Time Fukushima“ vor.

10 Jahre – 185 AutorInnen: Der Schriftsteller und Dramatiker Felix Mitterer (A) ist bei einer seiner seltenen Lesungen zu erleben. Musikalisch begleitet von Siggi und Julie Haider eröffnet er mit der traditionellen Lesung eines Tiroler Autors das Festival mit dem Kafka-Text „Bericht an eine Akademie“. Norbert Gstrein (A) zählt zu den renommierten österreichischen Autoren, nach 2011 kommt er zum diesjährigen Sprachsalz-Jubiläum wieder nach Hall. Erwartet wird Barbara Bongartz (D), bereits 2007 zu Gast, die aus ihrem kunstvollen Roman „Die Schönen und die Reichen“ liest. Volker Dittrich (D) erzählt im Rahmen eines Gesprächs über sein Buch „Zwei Seiten der Erinnerung“ und die Brüder Edgar und Manfred Hilsenrath und Franz Dodel (CH) setzt nach 2009 seine Endlos-Haiku-Performance auch in diesem Jahr fort. Der Theater- und Filmschauspieler Thomas Sarbacher (D) kommt zu einem besonderen Gastspiel nach Hall: Er bringt den beklemmend aktuellen Text „Industrielandschaft mit Einzelhändlern“ von Egon Monk zur Aufführung.

Der Appetit auf das Sprachsalz 2012 ist groß.

Zur Website des Literaturfestivals: www.sprachsalz.com WEBLOG: www.sprachsalz.com/weblog/

Weitere Informationen auch unter: http://www.hall-wattens.at/de/sprachsalz-hall.html

Welten in Schnee und Eis auf 2600 Meter Seehöhe

Übernachten im Igludorf am Tiroler Glungezer mit Blick auf 500 Alpengipfel

Das Igludorf am Glungezer in der Region Hall-Wattens öffnet ab sofort für diesen Winter seine Pforten und bietet mit seinem umfangreichen Angebot bis 9. April 2012 beeindruckende Bergerlebnisse für Winterfans. Außergewöhnliche Naturempfindungen wie dieser Erfahrungsbericht eines jungen Paares beschreibt: „Es schneit immer noch. Endlich ist er da, der Winter. Außentemperatur -16°. Innen kuschelige +6° Celsius. Die Teelichter flackern und erhellen das massive Gewölbe des Iglus bei der Glungezerhütte. Im Komfortschlafsack, frisch verliebt. Temperatur +36°. Gott sei Dank sind die Reißverschlüsse des neuen Schlafsacks kompatibel.
Kein Laut, absolute Ruhe. So könnte sich der Kosmos anhören. Er legt seinen Arm um sie und flüstert ihr ins Ohr. Bald schlafen sie ein. Das 4-Gang Menü auf der Hütte, nur einen Schnellballwurf von unserem Schneehaus entfernt, hat nach dem Aufstieg mit den Tourenskies gut getan. Der Merlot aus Venezia (Direktimport Scartezzini) tut das seine.
Am nächsten Morgen dann die Überraschung. Die Sonne schimmert rücksichtsvoll dezent durch die dicken Schneemauern. Ich stecke den Kopf aus dem Iglu. Unten ein Nebelmeer. Oben gleisendes, rosafarbiges Sonnenlicht. Schau da drüben, direkt in Augenhöhe, der Gipfel der Serles, dahinter der mächtige Brocken Habicht. Siehst du am Horizont die Ötztaler Wildspitze? In der Hütte warten duftende, frisch gebackene Croissants am warmen Kachelofen. Acht Jahrzehnte hat sie auf dem Buckel, die altehrwürdige Prachenskystube. Letzten Herbst durfte sie eine Generalsanierung über sich ergehen lassen. Der Samowar dampft, ein herrlicher Darjeeling oder ein Rooibos Vanilletee wärmt Herz und Seele.
Danke, sagt sie und legt ihre Hand auf die seine. Tolle Idee, das Wochenende hier her oben zu verbringen. Ein Wochenende nur wir zwei. Wir freuen uns schon auf die Abfahrt. 1700 Höhenmeter bis Tulfes. Unverspurt im oberen Teil. Wahnsinn. Könnten wir einmal mit Freunden machen. Oder noch einmal nur wir zwei.“

Mehrere große Iglus mit Innenmaßen von 3 Meter Höhe und 3,50 Meter Breite stehen bis Ostermontag, 9. April 2012, Gästen auf 2.600 Höhenmetern mit einem unglaublichen Blick auf 500 Gipfel und Übergänge offen. An der Schneebar kann man diese beeindruckenden Aussichten so richtig genießen, noch gemütlicher relaxt es sich auf den Liegestühlen der Sonnenterrasse.

Der Zugang erfolgt über den Schartenkogel mit Tourenskiern oder mit Schneeschuhen. Der Pauschalpreis pro Nacht (Übernachtung im Iglu, fakultativ steht auch ein Hüttenlager zur Verfügung) beträgt Euro 39,- inklusive Vitalfrühstück und Abendessen auf der Glungezerhütte. Dass allen Gästen ein wahrlich warmer Empfang zuteilwird, beweist sich schon mit dem Glühwein, der bei der Begrüßung serviert wird. Beim Schein von Fackeln wandert man auf die Sonnenspitze, die Hüttengaudi mit Livemusik jeden Freitag und Samstag macht den Aufenthalt im Igludorf perfekt!

Es empfiehlt sich die Mitnahme von geeigneter Schneebekleidung, wärmenden Socken, einer Mütze, winterfester Schuhe und Handschuhen sowie Thermounterwäsche, Schlafsack (Komfortbereich ca. 0°C), Isomatte, Stirnlampe, Sonnenbrille und Sonnenschutz. Schneeschuhe und Skitourenausrüstung können vor Ort geliehen werden. Der Rucksacktransport ab dem Schartenkogel ist organisiert.

Mehr zum Igludorf am Glungezer: http://www.hall-wattens.at/de/igludorf-tirol-glungezer.html
Mehr zur Glungezerhütte: http://www.glungezer.at
Livebilder vom Glungezergipfel: http://www.mdw.ag/tvb_hall/lifecamglungezer.jpg