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Tiere im Herbst – so machen sie sich winterfit: Das Rotwild


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Unsere Nature Watch-Führerin Susi erklärt in einer kleinen Serie, wie das jeweilige Tier mit den feindlichen Lebensbedingungen umgeht.

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Teil 2: Das Rotwild

Aussehen

Das Rotwild gehört zum geweihtragenden Schalenwild und nur der Hirsch trägt ein Geweih. Das Rotwild kann ca. 20 Jahre alt werden. Zweimal im Jahr wechselt es sein Haarkleid: im Frühling rotbraun, im Herbst graubraun.

Lebensraum

Rothirsch (Cervus elaphus)_4_1500

Rothirsch

Das Rotwild benötigt große, zusammenhängende Wälder. Vor allem in Mischwäldern hält es sich gerne auf, da hier das Nahrungsangebot größer ist. Es ist ein Rudeltier; die Geschlechter leben aber getrennt. Suhlen (Schlammlöcher) sind von großer Bedeutung, denn das Baden darin benötigt das Wild zur Körperpflege und zur Abkühlung.

Fortpflanzung

Ende September bis Anfang Oktober findet die Brunft (Paarungszeit) statt. Das imposante Röhren der Hirsche kann man weithin hören. Im Mai bzw. Juni wird meist ein Kalb gesetzt (geboren), das bis in den Herbst gesäugt wird. Die Kälberfleckung, das sind die weißen Tupfen, ist ungefähr bis August sichtbar. Das Kalb bleibt etwa ein Jahr bei der Mutter.

Besonderheiten

Der Abwurf des Geweihs findet von Ende Februar bis April statt. Das Geweih wird jedes Jahr sofort neu gebildet und wächst in 4 bis 5 Monaten wieder komplett nach. Beim Verfegen des Bastes (Abschürfen der “Geweihrinde”) können oft Rinde und Äste von jungen Bäumen verletzt werden. Wird das Wild beunruhigt, können auch Schälschäden entstehen: dabei wird mit dem Unterkiefer die Rinde von den Bäumen geschält. Der natürliche Wechsel zwischen Sommer- und Wintereinstand (Aufenthaltsgebiet) ist durch Straßenbau und Siedlungen unterbrochen worden und daher bleibt das Rotwild in Regionen, wo es freiwillig nicht bleiben würde. Dort hilft ihm der Jäger über den Winter.

Das Rotwild im Winter

Der erste Schnee ist gefallen – Igel, Siebenschläfer und Murmeltier halten einen tiefen Schlaf. Das Rotwild aber macht es anders: Es fährt, ähnlich der Gämse, seinen Stoffwechsel so weit herunter, dass die körpereigene “Heizung” auf Sparflamme läuft. Oft verharren die Tiere bewegungslos auf einer Stelle und fallen in eine Art Winterruhe.

Hirschspur Trittsiegel (Cervus elaphus)_3_1500Da das Nahrungsangebot im Winter knapp ist, passt sich der Pansen (Mägen) der Tiere an die Bedingungen an und fassen 60 Prozent weniger als im Herbst. Werden die Tiere in ihrer Ruhepause gestört, benötigen sie mehr Energie, um flüchten zu können. Dieses untypische Verhalten bringt den Stoffwechsel des Rothirschs völlig durcheinander – er muss wieder hochgefahren und die Körperheizung aktiviert werden. Doch Energiespender wie Gräser, Kräuter und Flechten sind im Winter rar, so bleibt dem Rotwild nichts anderes übrig, als an jungen Bäumen zu knabbern – zum Ärger der Förster.

Psst, Winterzeit ist Ruhezeit für Rotwild!

Ihr wollt selbst einmal diese Tiere in freier Wildbahn erleben? Geführte Nature Watch – Wanderungen mit Schneeschuhen oder zu Fuß bieten euch zahlreiche Gelegenheiten dazu, und zwar jeden Freitag von 01. Dezember 2014 bis 31. April 2015! Mehr Infos und Anmeldung hier

Fotonachweise: (c)Alpenpark Karwendel

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