Sonnenaufgangstour im Herbst

Herbstliche Sonnenaufgangstour ins Karwendel

Es gibt kaum ein imposanteres Naturerlebnis als einen Sonnenaufgang am Berg  zu erleben. Aber: Im Sommer um kurz vor vier Uhr morgens daheim weg, um rechtzeitig zum Tagesanbruch auf einem Berggipfel zu stehen? Das klingt nur für passionierte Frühaufsteher attraktiv. Allen anderen empfehle ich eine Sonnenaufgangstour im Herbst – denn jetzt kann man beruhigt später losstarten zum Sonnenaufgangs-Abenteuer.

Tolle Sonnenaufgangstour im Karwendel: Auf den Hochmahdkopf

Die Tour auf den Hochmahdkopf dauert etwa zwei Stunden im Aufstieg. Man startet am Parkplatz Absam Halltal (kostenlose Parkplätze).

Nach wenigen Minuten verlässt man die Halltal-Straße und schwenkt links auf einen Waldweg ein. Diesem folgt man, bis die Schotterstraße den Weg quert. Ein kurzes Stück auf dieser entlang und schon geht es weiter zum Aufstieg Richtung Gipfel. Jetzt wird der Weg etwas steiler, Kondition ist gefragt! Nach etwa vierzig Minuten lichtet sich der Wald etwas – und wir merken, dass es am Horizont dämmert.

Weiter geht es hinauf entlang des neu aufgerichteten Wildtierzaunes und den Lawinenverbauungen. Nach ca. 1,5 Stunden erreicht man den Vorberg mit Kreuz und Bank. Der Vorberg liegt auf ca. 1500 Metern Seehöhe. Aber Pause gemacht wird nicht, es wird schon heller!

Es folgen noch die letzten (anspruchsvollen) 200 Höhenmeter – und gelangt dann zum Gipfel auf 1738 Metern Seehöhe. Gemütlich auf den Bankl’n sitzend offenbart sich ein Naturschauspiel: Die Sonne bricht hervor, mit den ersten, sanften Sonnenstrahlen des Tages. Malerisch leuchtet sie hinter den Gipfeln der gegenüberliegenden Tuxer Alpen. Alles um uns wird in strahlendes, weiches Licht getaucht – ein unvergesslicher Moment.

Wir können uns fast nicht sattsehen, verweilen noch eine Weile am Gipfel und machen uns dann den Weg retour den Steig nach St. Magdalena folgend. Der dortige Gasthof kommt einem sehr gelegen – schließlich gibt es nichts Besseres als ein großes Bergfrühstück nach einem Gipfelsieg!

Hinter der Kapelle St. Magdalena geht man den Weg retour über das Eibental. Vom Eibental dann noch den zweiten Teil des Fluchtsteigs und schon gelangt man wieder zum Parkplatz Halltal.

Tipps für Sonnenaufgangstouren:

  • Unbedingt eine Stirnlampe mitnehmen. Gerade zu Beginn der Tour kann es noch sehr dunkel sein und die Gefahr zu stolpern ist größer.
  • Warme Kleidung mitnehmen! In der Früh kann es empfindlich kalt werden.
  • Sich leise bewegen – viele Tiere sind nachtaktiv und werden sonst gestört.
  • Großzügig Aufstiegszeit einplanen. Es wäre doch schade, würde man den Sonnenaufgang verpassen! Eine Übersicht der Sonnenaufgangszeiten für den zentralen Teil Tirols liefert die ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik).
  • Ausreichend Getränke und einen kleine Jause mitnehmen. Gerade im Herbst haben viele Almen und Jausenstationen bereits geschlossen.

Die Details zur Wanderung auf den Hochmahdkopf gibt es hier: https://www.hall-wattens.at/de/tours/auf-den-aussichtsreichen-hochmahdkopf.html#dmdtab=oax-tab1

 

Blick ins neue Museum Wattens

Wattens ist ein Ort, an dem Menschen von jeher großartige Ideen umsetzen konnten. Seien es die Pioniere von Wattenspapier, die seit Mitte des 16. Jahrhunderts hier ihre  Papier-Spezialprodukte, vor allem Zigarettenpapier und Teebeutel herstellen, oder Daniel Swarovski, der im späten 19. Jahrhundert perfekte Voraussetzungen für die Produktion seiner Kristalle fand.

Anfang Oktober hat jetzt ein Museum eröffnet, dass die Geschichte der Marktgemeinde und der Region, seiner Menschen und der Entwicklung der Industriebetriebe erlebbar macht – und weiter Geschichte schreibt: Das Museum Wattens.

(c)Lukas Schmied

Streifzug durch Wattener Lebenswelten

Ein Museum, das gar nicht so viel mit dem klassischen Museumsbegriff zu tun haben will: Mehr ein „Kulturkraftwerk“ soll es werden, ein Ort, in dem sich Menschen begegnen, Kultur erleben, aber auch von sich erzählen und so selbst Neues schaffen. Eine gute Voraussetzung dafür bildet der Standort des Museums: Direkt im Dorfzentrum gelegen, öffnet es sich bewusst auch für Vorbeigehende. Den kommunikativen Aspekt unterstreicht der Infopoint des Tourismusverbands der Region Hall-Wattens – hier können sich UrlauberInnen und Reisende Information abholen.

„Wunderkammer“ Wattens

Der Wunderkammerbegriff, der in Wattens durch die Swarovski Kristallwelten wesentlich geprägt wurde, findet auch im Museum Wattens Verwendung. Hier ist die Wunderkammer das Herzstück des Museums, der gläserne Faden, der sich von unten bis oben durch die Räumlichkeiten zieht und diese verbindet.

Kostbare Exponate finden ihren Platz in der gläsernen „Wunderkammer“.

Wattens erleben auf drei Stockwerken

Im Erdgeschoss prägt der Begriff „Heimat“ in vielen Ausprägungen das Museum. Der Begriff, oft recht widersprüchlich besetzt, ist einer, der für den Ort Wattens eine große Rolle spielt. So nannten sschon die Siedelnden in der Eisenzeit die Felder und Böden in Wattens ihre „Heimat“, heute sind es Menschen aus aller Welt, die diesen Begriff für sich neu definieren wollen und müssen.

WattenerInnen sprechen über den Begriff „Heimat“.

Im ersten Obergeschoss wird in neun Episoden vom Ort Wattens erzählt – aus verschiedenen Zeitaltern und verschiedenen Perspektiven, mit Exponaten, die einen schmunzeln, staunen und nachdenken lassen.

Habt ihr etwa schon einmal eine Sockenstrickmaschine gesehen?

Sockenstrickmaschine

Dabei kommen WattenerInnen auch aus längst vergangenen Tagen zu Wort – eine spannende Zeitreise. Berührend ist der Fokus auf Einzelschicksale, wie dem Mädchen Berta, dass mit seiner Familie aus Böhmen nach Wattens kam und hier eine neue Heimat fand.

Auch das Thema „Tourismus“ wird beleuchtet, früher noch Fremdenverkehr genannt. Was heute viele nicht mehr wissen: Wattens war im 19. und 20. Jahrhundert ein äußerst beliebter Ort für die klassische Sommerfrische – und ein Wattener Mitbegründer der ersten Landes-Tourismusorganisation Tirols vor fast 130 Jahren!

Übliche Ausstattung eines Fremdenzimmers

Das zweite Obergeschoss schließlich ist experimentell angelegt: Das „Laboratorium“ kann für Veranstaltungen angemietet werden, außerdem finden hier das Archivregal und der oberste Teil der gläsernen Wunderkammer Platz. Hier gibt es bewusst Platz für neue Ideen, für offenen Austausch und Kreativität, die in der Geschichte wurzelt.

Das „Laboratorium“ ist bewusst reduziert gestaltet. (c)Museum Wattens

Fazit: Das neue Museum Wattens bietet einen unglaublich vielfältigen Querschnitt der Geschichte von Wattens – vor allem aber wird ein Besuch interessant, wenn man sich auf die spannend erzählten Geschichten der Menschen, die dort zu Wort kommen, einlässt.

Info Museum Wattens

Öffnungszeiten:

Dienstag–Sonntag: 10–17 Uhr
Montag geschlossen

An folgenden Tagen gelten geänderte Öffnungszeiten oder ist das Museum Wattens geschlossen: 1. November, 24./25./26. Dezember, 1. Jänner

Eintrittspreise: Erwachsene € 6.-, mit der Gästekarte „Schatzkarte“ € 4,50.-, Kombiticket Museum Wattens und Swarovski Kristallwelten € 21.-, Kinder bis 18 Jahre und Freizeitticket Tirol-Inhabende kostenlos.

Kontakt:

Museum Wattens
Innsbrucker Straße 2
6112 Wattens
www.museum-wattens.com
hallo@museum-wattens.com

Live dabei bei der UCI Rad WM 2018

Link

Eigentlich bin ich nicht die „fanatische“ Radfahrerin. Ab und zu trete und schiebe ich das Mountainbike auf die Alm und gebe auch mal Gas am Radweg, das ist schon alles. Aber was sich letzte Woche in Tirol und auch in meinem Heimatdorf während der UCI Rad WM 2018 abgespielt hat, hat mich wahnsinnig  begeistert.

Unvergessliche Stimmung

Diese vielen Menschen, alle gut drauf, lustig, friedlich und richtig in Fan-Stimmung. Was soll ich sagen: Ich wurde auf der Stelle infiziert mit dem WM-Virus. Radikal und ohne Aussicht auf Besserung – zumindest bis zum Ende der Veranstaltung 😉

So habe ich auch das Fahrrad meines Opas aus dem Keller geholt und geschmückt…

An jedem Monitor wurde gespannt auf den Lauf geschaut…

Zusehende bei der Expo in Innsbruck

 

Unser Regionsauftritt während der UCI Rad WM 2018

Fans jeden Alters waren auf der Strecke und haben gejubelt und jeden Fahrer und jede Fahrerin angefeuert wie hier in Wattens, dem Startort an zwei Renntagen:

und auch hier Richtung Patsch.

Was haben feiernde Menschen immer? Richtig: Hunger und vor allem Durst! Deshalb haben wir kurzerhand ein Rad zu einer mobilen Versorgungsstation umfunktioniert:

…auch zahlreiche andere, bestens gelaunte  „Labestationen“ waren unterwegs:

Auch fixe „Standln“ fanden guten Anklang.

Ein super Erlebnis war es, den berühmten „Radteufel“ Didi zu treffen:

Er ist trotz seines fortgeschrittenen Alters eine Spaßkanone voller Energie, der es schafft, unglaubliche Begeisterung zu versprühen.

Ich bin fast ein wenig traurig darüber, dass die UCI Rad WM 2018 nun Geschichte ist. Aber meine Leidenschaft fürs „Radl“ ist geweckt: eine wunderschöne Mountainbiketour kann ich euch z.B. hier empfehlen.

Kids on tour: Im Fahrradanhänger durch das wilde Naturjuwel Vomperloch

Gerade ist die UCI Straßenrad WM voll im Gange und zahlreiche Radfans erfreuen sich an diesem einzigartigen Großevent. Immer mehr wird das Fahrrad sowohl im Alltag als auch in der Freizeit zu einem beliebten Sportgerät. Dennoch: für (Klein)Kinder sind lange Strecken natürlich anfangs noch nicht machbar. Was tun also, wenn Eltern trotzdem ihrem Lieblingshobby nachgehen und eine längere Radtour möchten? Ganz einfach: ein Fahrradanhänger muss her. Wenn man nicht schon selbst in Besitz eines Anhängers ist, kann man diesen auch ausleihen, so zB bei „Die Börse Innsbruck“.

Heute geht es mit den Kindern in den Naturpark Karwendel, genauer gesagt von Gnadenwald hinauf zur Hinterhornalm, über die Walderalm und Ganalm hinab ins Vomperloch und wieder retour zum Ausgangpunkt.

Angekommen am Beginn der asphaltierten Mautstraße hinauf zur Hinterhornalm parken wir hier unser Auto. Die heutige Strecke befahren wir mit den E-Bikes, denn zwei Kinder mit einem Gesamtgewicht von fast 25 kg den Berg hinauf zu ziehen ist ohne elektrische Hilfe (fast) unmöglich. Nachdem der Fahrradanhänger am Bike hängt und die Kinder darin verstaut sind, beginnt die Radtour.

Immer wieder erleben wir fantastische Ausblicke hinab ins Inntal. Die herbstliche Luft ist schon etwas kühler als noch die Tage zuvor, doch zum „Radln“ wirklich angenehm. Kaum zu glauben, dass auf dieser doch recht steilen Asphaltstrecke (teilweise bis zu 14% Steigung!) jedes Jahr unzählige Teilnehmer beim beliebten Radrennen, der Hinterhornchallenge mitmachen.

Oben angelangt, dürfen sich die Zwillinge erstmal die Beine vertreten und wir schieben die Räder ein Stück. Der nun beginnende Schotterweg verläuft fast gerade in Richtung Walderalm. Nur am Ende gibt es eine kurze Steigung, dann erreicht man das traumhafte Plateau und kommt erst einmal aus dem Staunen gar nicht heraus. Eingebettet im Naturpark Karwendel – übrigens das größte Naturschutzgebiet Österreichs – sind wir von der einzigartigen und jetzt im Herbst noch klareren Bergkulisse einfach sprachlos. Diesen Ort möchte man am liebsten nie mehr wieder verlassen! Daher beschließen wir, so viel Zeit als möglich hier zu verbringen und essen auf der Alm zu Mittag.

Die Aussicht genießen bei Knödel und Käs‘

Auf der großen Sonnenterrasse genießt man Tiroler Köstlichkeiten wie sauren Graukäse, hausgemachte Kas- und Speckknödel oder ein Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat. Den Wirten ist es wichtig, nur einheimische Produkte zu verwenden und alles frisch zu kochen. 2017 wurde die Walderalm übrigens Sieger bei der Suche nach den bestem Kaspressknödel in Tirol.

Die Zeit nach dem Mittagessen nützen wir dann noch, um die Gegend ein bisschen zu erkunden und die ein oder andere Klettermöglichkeit auszuprobieren. Oberhalb der Alm liegt eine modern gestaltete Kapelle, von dessen Innenbereich man einen traumhaften Blick hinab zur Alm und auf das Karwendelgebirge hat. Errichtet wurde die sogenannte Maria-Schutz-Kapelle im Jahre 1965.

Gestärkt und auch etwas müde geht es jetzt weiter in Richtung Ganalm. Einem kleinen Nickerchen steht nichts im Wege, denn im Anhänger ist man mit allem gut versorgt!

Von der Ganalm zum Vomperloch

Die urige Ganalm befindet sich mitten im Vomperloch. Ganz anders als auf der Walderalm, wo die Landschaft eher lieblich ausfällt und man auf der Alm kaum einen Sitzplatz bekommt, hat die Gegend rund um die Ganalm ihren einsamen und rauen Charakter bewahrt.

Sie hat während der Sommermonate, wenn die Tiere auf der Alm sind, geöffnet und wird einfach bewirtschaftet. Bei schönem Wetter ist sie in der Vor- und Nachsaison auch an den Wochenenden geöffnet. Direkt neben der gemütlichen und von Bäumen beschatteten Almterrasse befindet sich eine kleine Holzkapelle. Ein Blick ins Innere des Sakralraumes ist sehr empfehlenswert, denn es ist hier ein einfacher, aber wunderschön gestalteter Flügelaltar zu sehen.

Durch das Vomperloch geht es hinab zur Landesstraße. Immer wieder sind wir sprachlos ob der wilden Schönheit, die dieses 15 km lange Seitental des Inntals zu bieten hat. Der Vomperbach, welcher dieses Tal durchfließt, hat sich schluchtartig in den Talgrund eingeschnitten. Er transportiert viel Schotter hinab zum Talausgang, wo dieser abgebaut wird. Kleine Bächlein und Wasserfälle, schroffe und steil abfallende Felsen sowie die herbstliche Landschaft „zwingen“ uns immer wieder stehen zu bleiben, um dieses Naturjuwel direkt vor unserer Haustüre zu bewundern.

Nach 22 km und ca. drei Stunden reiner Fahrzeit gelangen wir wieder an den Ausgangspunkt zurück. Eine lohnende Radtour mit vielen Höhepunkten, die uns allen sehr gut gefallen hat – und ideal für Fahrten mit dem Fahrradanhänger!

Abwechslungsreiche Radtour durch die Region Hall-Wattens

Ihr wisst es wahrscheinlich schon: Unsere Region ist offizielle Startregion bei der UCI Rad WM in Tirol von 22. – 30. September 2018. Grund genug, sich selbst in den Sattel  zu schwingen – wie wäre es mit einer Radtour zu allen elf Orten der Region?

Wir starten unsere Tour in Wattens, dem östlichsten Ort der Region. Hier findet man eine der berühmteste Sehenswürdigkeiten Österreichs: Die Swarovski Kristallwelten. Sie sind auch Startort für zwei Rennen bei der Rad WM.

Rennradprofi Annemiek van Vleuten vor einem der Startorte der UCI Rad WM: Den Swarovski Kristallwelten.

In Wattens eröffnet außerdem im Herbst 2018 das neue „Museum Wattens“ mit einer interaktiven Ausstellung und interessanten Exponaten. Entlang des beliebten Innradwegs könnte man gemütlich weiterradeln – doch vorher fordert ein knackiger Anstieg die Wadenmuskeln: Um Wattenberg, das pittoreske Bergdorf zu erkunden, sind schon einige Höhenmeter zu überwinden. Belohnt wird man mit atemberaubenden Ausblicken auf das Inntal und die gegenüberliegende Karwendelkette.

Wattenberg – bekannt für seine bevorzugte Lage

Natur und Kultur nah beieinander

Wer es gemütlich angehen will, der fährt am besten nach Volders. Hier finden sich Natur und Kultur auf engstem Raum wie die bekannteste „Autobahnkirche“ Österreichs, die Karlskirche. Als Burgherr oder Freifrau kann man sich auf den historischen Schlössern Aschach und Friedberg fühlen.

An Prachtbauten wie Schloss Friedberg kommt man in Volders vorbei.

Zurück in Wattens radelt man gemütlich weiter Richtung Fritzens. Der Ort ist bekannt für seine Schnapsbrennerbetriebe sowie für den bunten Blumenschmuck, der im Sommer die Häuser des Dorfes ziert.

Fritzens, das Blumendorf am Karwendelgebirge

Nach dem kleinen Stopp startet man erfrischt zum nächsten Etappenziel:  Während man den Anstieg nach Baumkirchen meistert, wandern die Gedanken zu den Radprofis, die die Strecken mit bis zu 80 km/h absolvieren.

Dorfidyll pur in Baumkirchen

Zum Glück ist nicht das gleiche Tempo gefragt wie bei den Rennen  – als Genussfahrer bleibt einem so mehr Zeit, den charmanten Ort zu bewundern. Viel Vorstellungskraft ist nicht nötig, um zu erkennen, warum das Dörfchen schon in der Bronzezeit ein begehrtes Siedlungsgebiet war. Umgeben von saftigen Wiesen und Wäldern, genießt man an vielen Plätzen eine herrliche Aussicht auf das Inntal, das einem hier scheinbar zu Füßen liegt.

Rauf ins Karwendel

Jetzt geht es noch einmal ordentlich bergauf, auf das Hochplateau mit dem Ort, bei dem der Name Programm ist: Gnadenwald ist wirklich „begnadet“  – sei es ob der besonderen Lage, der atemberaubenden Natur oder der zahlreichen Kirchen und Kapellen. Für ambitionierte Radler führt eine serpentinenreiche Straße vom Ortsteil Sankt Martin hinauf zur Hinterhornalm.

Tipp: Wem es mit dem „normalen“ Bike zu anstrengend ist, leiht sich einfach bequem ein E-Bike aus.

Der Abstecher auf die Hinterhornalm ist anstrengend, wird aber mit einem wunderschönen Panorama belohnt.

Von Gnadenwald geht es entlang der offiziellen WM-Strecke dann Schlag auf Schlag: Auf Mils, einem liebenswürdigem Dorf, folgt sogleich Hall in Tirol, die bekannte Mittelalterstadt, das auch das Ziel der Radtour ist. Doch zuerst geht es weiter an den historischen Gebäuden und einladenden Geschäften, weiter nach Absam und Thaur.

Fahren auf der original WM-Strecke von Absam nach Thaur mit der Marienbasilika im Hintergrund

Während die Radprofis sicher keine Zeit haben, die ausladenden Gemüsefelder und die malerische Schlossruine in Thaur oder die imposante Wallfahrtskirche in Absam zu bewundern, hat man als Hobbyradler vielleicht sogar noch die Zeit, einen Abstecher ins Halltal zu machen. Es ist für Kletterer, Wanderer und Mountainbiker gleichermaßen Startpunkt für vielfältige Touren in den Naturpark Karwendel.

Wenn man dann, zurück in Hall, am Oberen Stadtplatz bei Kaffee und Kuchen sitzt, wird vielleicht bereits die nächste Tour geplant.

Kaffeepause in der Altstadt von Hall in Tirol

Ein mögliches Ziel: Tulfes am Fuß der Tuxer Alpen. In dem Dorf, das seinen bäuerlichen Charakter charmant bewahrt hat, kann man wunderbar aktiv ausspannen. Und ist dann bereit, wenn es wieder heißt: Auf die Plätze, fertig,- und rauf aufs Rad!

Tulfes: Lohnenswertes Ziel für Radausflüge

Alle Infos zum Radfahren und Mountainbiken gibt es unter: www.hall-wattens.at/bike

Das geheimnisvolle Voldertal

Das Voldertal versteht nicht zu protzen. Was das Tal bietet, stellt es nicht in die Auslage. Doch es ist ein Tal voller Geheimnisse. Wir wollen hier einigen Geheimissen nachgehen.

Das Voldertal mündet in Volders mit der Rafflerschlucht in das Inntal. Oberhalb der Schlucht bewacht das 800 Jahre alte Schloss Friedberg den Eingang zum  Tal.

In einem leichten Linksbogen zieht das Tal bis zum 2.479 Meter hohen Naviser Jöchl in die Tuxer Alpen hinein. Massentourismus ist im Voldertal ein Fremdwort. Daher gibt es zwar viele Almen, es sind aber Almen im ursprünglichen Sinn und keine Gastwirtschaften.

Auf den Almen im Voldertal wird im Sommer Vieh gehalten, meistens Rinder, aber auch Schafe oder Ziegen. Vielen Steigen im Voldertal sieht man an, dass sie nur selten begangen werden. Oft sind es nur Steigspuren, die mehr oder weniger deutlich durchs Gelände führen und manchmal auch kaum markiert sind. Eine gute Wanderkarte ist gerade im Voldertal eine große Hilfe.

Anhand von drei Wanderungen im Tal möchte ich ein paar Eindrücke von diesem Tal vermitteln. Die erste Wanderung ist einfach, die zweite erfordert Trittsicherheit und eine gewisse Ausdauer, die dritte ist ein Ausflug in den weglosen hochalpinen Bereich. Auch wenn das Gelände dort nicht wirklich schwierig ist, verlangt diese Tour alpine Erfahrung und Orientierungsvermögen.

Spuk auf der Stiftsalm

Eine einstündige Runde über die Stiftsalm bietet uns einen ersten Eindruck vom Voldertal. Wir starten beim Gratis-Parkplatz gleich hinter dem Volderwildbad. Jahrhundertelang haben Gäste das Volderwildbad  besucht, um Ruhe und Heilung zu finden, ehe das Bad 1965 geschlossen wurde. Heute ist das Ensemble mit der Kapelle zu den Heiligen Ärzten Kosmas und Damian renoviert und ein beliebter Ort für Hochzeiten.

Vom Parkplatz nehmen wir für einen halben Kilometer die Straße in Richtung Windegg, ehe uns ein Steig links zurück in den Wald hinaufführt. Nach wenigen Metern sehen wir rechts im Fels eine Grotte mit Schutzengeln.

 

Der Weg zieht weiter vorbei an mit Farnen und Moosen bewachsenen Felsblöcken, bevor er sich zu einem Karrenweg verbreitert. Bald darauf erreichen wir die gewellten Wiesen der Stiftsalm. Bei der Alm fällt besonders die Kapelle zur schmerzhaften Muttergottes mit ihrem Zwiebeltürmchen ins Auge.

Die Stiftsalm und ihr Oberleger waren bis ins 16. Jahrhundert ganzjährig bewirtschaftete Höfe. Dann kaufte das Haller Damenstift die beiden Höfe und machte aus ihnen Almen, um das Stiftsvieh versorgen zu können. Die Stiftsdamen dürften aber nicht den besten Ruf gehabt haben. Eine Sage berichtet von einer geizigen Äbtissin, die es den Sennen und Sennerinnen streng untersagte, Bettlern auch nur das Geringste zukommen zu lassen. Besser sollten sie es den Schweinen vorwerfen. Schon kurz nach ihrem Tod soll die Äbtissin auf einem weißen Schimmel reitend auf der Stiftsalm erschienen sein. Auch in späterer Zeit soll es auf der Alm immer wieder spukhafte Erscheinungen gegeben haben, so war etwa immer wieder vom Stiftsgeist die Rede.

Wenn die Alm bewirtschaftet ist, können wir uns hier mit frischer Milch stärken, ehe wir dem Fahrweg noch ein paar hundert Meter taleinwärts folgen und dann über die Voldertalstraße wieder zum Volderwildbad hinausspazieren.

Im Herzen des Voldertals

Bei dieser zweiten Wanderung besuchen wir das Herz des Voldertals, die mystische Waldlichtung Schwarzbrunn und die Gwannalm darüber.

Auf der Voldertalstraße können wir vom Volderwildbad noch einige Kilometer taleinwärts mit dem Auto fahren, weil wir beim letzten Bauernhaus vor dem Volderwildbad vier Euro Maut in den Automaten geworfen haben. Die Fahrt bis zum Parkplatz Nößlach erspart eine Stunde Gehzeit. Zehn Gehminuten unterhalb vom Parkplatz liegt übrigens direkt am Bach die Voldertalhütte der Naturfreunde, die von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet ist und in der man auch nächtigen kann.

Vom Gatter beim Nößlachparkplatz gehen wir eine halbe Stunde taleinwärts bis zum Schwarzbrunn. Für mich schlägt hier das Herz des Voldertals. Die vom Voldertalbach durchflossene Waldlichtung ist übersät mit Felsbrocken. Mit Flechten bewachsene Wurzelstöcke ragen in die Luft, dazwischen fließen kleine Bäche dahin, an denen im Frühsommer Dotterblumen ihre gelbe Pracht entfalten.

Früher mag hier ein See gelegen sein, zumindest weiß die Sage vom Glungezerriesen von einem zu berichten. Aus Rache über seine verschmähte Liebe schob der am Glungezer hausende Riese den Königspalast mit seinem König und vier liebreizenden Töchtern mit einer riesigen Steinlawine zu Tal. In Mondnächten sollen die ertrunkenen Königstöchter über dem See geschwebt sein. Der Riese hingegen hat sich ob seiner Tat selber verwunschen und als Zwerg in den See gestürzt.

 Vom Schwarzbrunn folgen wir dem Steig zum Klausboden hinauf, dort überqueren wir auf einer Eisentraverse den Voldertalbach und wandern weiter zur Gwannalm. Fünf Minuten vor der Gwannalm führt rechts der Weg wieder zurück zum Schwarzbrunn hinunter. Bevor wir den schmalen Steig zum Schwarzbrunn nehmen, schauen wir noch kurz hinüber zur Alm.

Oberhalb der kleinen Hütte donnert der Gwannalmbach talwärts. Unterhalb vom Wasserfall balancieren wir auf Steinen über den Bach um zur kleinen Almhütte zu gelangen.

Wer fit ist und genug alpine Erfahrung hat, kann von der Gwannalm auf das Rosenjoch hinaufsteigen, der mit 2.796 Metern höchste Gipfel im Voldertal. Der Weg durch das Gamskar ist gut markiert, stellenweise gibt es aber nur Steigspuren. Noch vor etwa 150 Jahren lag hier der größte Gletscher der Tuxer Alpen. Der Sage nach ist das Rosenjoch der Sitz einer Eisgöttin.

Sind wir wieder beim Schwarzbrunn zurück, empfehle ich, auf der rechten Seite des Voldertalbachs ein Stück hinunterzuwandern. Nach einem kurzen Waldstück sehen wir links bei der Mündung des Melchmahderbachs einen gespaltenen Felsblock. Der Spalt ist gerade so breit, dass man sich hineinstellen kann. Wer das macht, wird Zeuge, wie sich das helle Rauschen des Baches in ein dumpfes Grollen verwandelt. Über einen Karrenweg kommen wir von hier einfach wieder zum Schwarzbrunn-Forstweg hinauf.

Ein ungewöhnlicher See

Doch nicht alles im Voldertal ist über Steige erreichbar. Im hintersten Voldertal gibt es einen geheimnisvollen See, der bergseitig abfließt. Über eine kleine Felsklippe rinnt sein Wasser in einen danebenliegenden Bachlauf, um gemeinsam mit dem Bach an Ort und Stelle zu verschwinden. Unterirdisch bahnt sich das Wasser seinen Weg talwärts und kommt erst ein gutes Stück weiter unten wieder ans Tageslicht.

Der See liegt oberhalb der Melkböden, die wir über die Steinkasernalm auf einem Fahrweg erreichen. Steinkasern ist ein Almdorf mit vielen kleinen Hütten. Über den Sommer sind in einem Brunnen ein paar Kisten mit Bier, Radler und Limo gekühlt und wir können uns zu einem moderaten Preis selber bedienen. Um zum See zu kommen, folgen wir vom Stall auf den Melkböden einem Karrenweg etwa 200 Meter in südliche Richtung und steigen dann links durch steile Wiesen zu dem See hinauf.

Wenn wir vom See noch eine knappe Viertelstunde weiter durch das Tal in Richtung Osten hinaufgehen, kommen wir zu dem aufgelassenen Bergbau im Eisenkar. Noch heute zeugen die Überreste einer Knappenhütte, ein verschütteter Stolleneingang und Ansammlungen von rotem Eisenerz am Boden von der Arbeit der Bergknappen. Sie haben hier vor etwa 200 bis 300 Jahren Eisenerz aus dem Berg geholt und es auf den heute noch sichtbaren Stellen zerkleinert und vom tauben Gestein getrennt.

Die drei Vorschläge mögen eine Inspiration sein, um selber im Voldertal auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich mache das immer wieder und berichte davon auf meinem Blog www.voldertal.at.

Wo man sich am besten abkühlt Teil 4: Lanser See

Die Temperaturen steuern wieder auf neue Höhen zu – und jeder fragt sich: Wo soll ich baden gehen? Wo ins kühle Nass abtauchen? Wir hätten da einen Vorschlag: Nur zehn Kilometer vom Ferienort Tulfes entfernt befindet sich der idyllische Lanser See – ein Geheimtipp unter Einheimischen.

Wasserspaß mit Retrocharme

Der See wird durch Grundwasser gespeist und zeichnet sich dadurch durch eine hervorragende Wasserqualität aus. Sehr weit sehen kann man unter Wasser nicht – dafür ist ein Bad in dem Moorsee sehr gesund, vor allem für die Haut.

Die weit ausgedehnten Liegeflächen sind beliebt bei SonnenanbeterInnen und Familien.

Für Kinder gibt es ein Kinderbecken, Schaukeln, eine Sandkiste mit Sonnensegel und eine Seilrutsche; für Anhänger des Nacktbadens einen FKK-Bereich. Sehr beliebt sind auch die hölzernen Badeplattformen.

Die Badeanlage beim See wird liebevoll von privater Hand geführt und wurde über die letzten Jahre gründlich saniert – und das mit hohem designtechnischen Anspruch. Der nostalgische Charme der Badeanlage soll zeitgenössische Standards treffen und eine stimmige Symbiose eingehen, der für die Badegäste spürbar ist. Derzeit in Umsetzung sind neue Räumlichkeiten mit Blick auf den See, die dann wetterunabhängig Veranstaltungen aller Art Platz bieten können.

Beim Lanser See finden auch jetzt schon regelmäßig Kulturveranstaltungen wie Konzerte statt.

Alle Infos zum Lanser See

Am-Lanser-See 75
6072  Lans
+43 512 / 37 77 336
lansersee@aon.at
www.lansersee.at

Tipp: Mit dem Rad erreicht man den Lanser See von Tulfes aus in einer guten halben Stunde.

Öffnungszeiten Lanser See

Je nach Wetterlage von Anfang Mai bis Ende September geöffnet von
9:00 – 19:00 Uhr.

Das Restaurant am Lanser See ist von 12:00 bis 19:30 Uhr geöffnet (warme Küche bis 18:30 Uhr).

Eintrittspreise Lanser See

Erwachsene 14-65 Jahre/ Kinder 4-14 Jahre

ab 09:00 Uhr: € 6.-/ € 3.-

ab 15:00 Uhr: € 4.-/ € 2.-

ab 17:00 Uhr: € 3.-/€ 1.-

12er Block: € 60.-/ € 30.-

Saisonkarte: € 150.-/ € 75.-

SeniorInnen ab 65 Jahren

ab 09:00 Uhr: € 5.-

Behinderung über 50% mit Ausweis – 50% Ermäßigung

Ihr wollte noch mehr Inspiration für eiskalten Badespaß? Dann schaut doch auch bei den anderen drei Teilen unserer Serie nach.

 

Das kleine Wunder Holunder mit Rezept für Holundersaft

Wieso der Holunder ein kleines Wunder ist? Weil er vielseitig verwendbar ist, traditionsreich – und eine Nutz-, Heil- und Zierpflanze, die jeder kennt!

Aus Holunder lassen sich die verschiedensten kulinarischen Köstlichkeiten zaubern, egal ob aus Blüten oder Beeren. Holundersekt, Holundersirup, Holerstrauben, Marmelade, Holerkoch, Likör, Blütengelee oder die getrockneten Blüten als Heilmittel.

Am beliebteste ist wohl der „Holersirup“ und der Holunderblütentee. Die Blüten enthalten Flavonoide und ätherische Öle. Der Holersirup ist ein erfrischendes Sommergetränk, der Tee wirkt schweißtreibend bei fieberhaften Erkältungen und lindert Reizhusten.

Holundersträucher sind  auch hervorragende Pollenlieferanten für Wild- und Honigbienen , Käfer und  Insekten, ebenso ein wertvolles  Nährgehölz für viele Vogel- und Säugetierarten – eben ein kleines Wunder!

Holunderblütenrezepte gibt es viele – ich darf euch heute mein Rezept, überliefert von meiner Großmutter,  vorstellen:

Zutaten für 3 Liter Holunderblütensirup („Holersaft“)

2 l Wasser, 16 Holunderblüten, 10 dag Zitronensäure,  2,5 kg Zucker, 1 Biozitrone, eventuell Minze oder Zitronenmelisse

Bild 2 Bild 1

Für die Zubereitungs des Holundersaft die gesammelten Holunderblüten sowie Zitronenmelisse wenn möglich bei Sonnenschein ernten, da durch die Wärme sich das Aroma besser entfalten kann! Blüten nicht waschen.

Bild 3

Blüten, Minze, in Scheiben geschnittene Biozitrone und Wasser in eine Schüssel geben und mit einem Tuch zugedeckt 24 Stunden stehen lassen.

Bild 4

Nach 24 Stunden  alles durch ein Leinentuch abgießen, zum Schluss die Masse ( Blüten, Minze, Zitrone) im Tuch fest ausdrücken.

Bild 5

Zur leicht gelblichen, gut duftenden Flüssigkeit den Zucker und die Zitronensäure dazugeben und immer wieder umrühren,  bis sich der Zucker komplett auflöst.

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Danach wird der Sirup in Flaschen abgefüllt.

Bild 7

Fertig ist das köstliche, erfrischende Sommergetränk! Wer möchte kann zusätzlich noch unbehandelte Lavendelblüten oder auch Rosenblätter ins Glas geben!

Ich wünsche euch gutes Gelingen!

 

Auf Entdeckungsreise mit Kindern im Halltal

Kinder lieben die Natur und sind am liebsten draußen unterwegs. Für sie ist es der ideale Entwicklungsraum. Deshalb haben wir am Sonntag mit unseren Zwillingen das Halltal im Naturpark Karwendel erkundet. Zugegeben nicht das gesamte Tal, denn es gab bereits im unteren Abschnitt so viel zu entdecken und erleben, dass wir für die gesamte Halltallänge vermutlich eine gesamte Woche gebraucht hätten. Und so beschränkte sich unsere Tour vom Halltal – Eingang bis zur Bergerkapelle, von dort nahmen wir rechts den kurzen, etwas steilen Weg hinunter zum Halltalbach, überquerten diesen und folgten dem Wanderweg bis hinunter zum Besinnungsweg. Von dort aus ging es wieder zurück zum Ausgangspunkt. Aber alles der Reihe nach:

Spielplatz am Halltal-Eingang

Am großen Parkplatz angekommen und aus dem Auto gesprungen, haben Mathilda und Adele natürlich sofort den Spielplatz entdeckt und in Beschlag genommen.

Brücke

Und so hieß es zuerst einmal verweilen und den Blick auf die imposante Bergkette des Bettelwurfmassivs bzw. auf der gegenüberliegenden Südseite die Tuxer Alpen zu genießen. Der Spielplatz ist im Vergleich zu anderen bewusst minimalistisch gehalten. Wasser und Holz sind die Hauptelemente, die ihn ausmachen und dadurch das Naturjuwel Halltal widerspiegeln soll. Schließlich waren es in der Vergangenheit Wasser und Holz, die den Salzbergbau im Halltal massiv mitbestimmt haben. Zahlreiche Schautafeln informieren den interessierten Besucher über Geschichte, Natur, Berghütten etc.

Information am Eingang

Information am Eingang

Links unterhalb der Brücke gibt es ein tolles Wasserspiel mit verschiedenen Bahnen, Wasserrädern sowie einen Bereich zum Sandspielen.

Wasserspiel 1

Das tolle Wasserpiel lädt zum Plantschen ein.

Im oberen Teil des Spielplatzes lädt vor allem das Kneippbecken zum Plantschen ein – hier können auch Erwachsene ihre müden Wanderfüße in das kühle Nass tauchen.

Kneippbecken 1

Wie gemacht für müde Elternfüße….

In der Sprungbahn der Olympiasieger können sich größere Kinder im Weitsprung üben.

Sprungbahn 2

Adele hat es für ihr Sandspiel „zweckentfremdet“ 🙂

Ein Holzzug mit Glocke, unterschiedliche Klettermöglichkeiten und Balancierbalken aus Holz sowie ein von Kindern gestaltetes Insektenhotel runden das Angebot noch zusätzlich ab.

Jausenstation für Minis

Obwohl erst knapp eine Stunde vergangen ist, haben die Kleinen bereits Hunger – aber klar: entdecken macht hungrig. Obwohl es genügend Sitzgelegenheiten gibt, haben sich unsere Kinder für das kleine Holzhäuschen entschieden, und wollen dort ihre Jause verzehren.

Jausenstation für Minis

Jausenstation für Minis

Nachdem wir wieder gestärkt sind, geht es mit der eigentlichen Entdeckungsreise los. Wuchernde Sträucher, hohe Bäume, Tannenzapfen, raschelndes Unterholz, Blumen und vor allem der Halltalbach mit seinem kristallklaren Wasser lässt die Kinder in ihre Welt – die der Natur – eintauchen. Auch wenn Spielplätze toll und unverzichtbar sind, so ist es doch die Natur selbst, die den perfekten Spielort für Kinder ausmacht.

im Wald

Der kurze Steig führt zum Bach.

Entlang des asphaltierten Weges bis zur Bergerkapelle folgen wir einmal einem kurzen Steig, der uns zum Bach hinunter bringt. Unten angekommen, entledigen sich Mathilda und Adele natürlich sofort ihrer Schuhe und Socken und wollen das Wasser erkunden.

Füße Adele

Ui, ist das kalt!

Eiskalter Wasserspaß

Doch sie merken schnell, daß trotz der fast sommerlichen Temperaturen an diesem wunderschönen Maitag, das Wasser bitterkalt ist. Aber dies tut der Freude keinen Abbruch. Nur unser Hund freut sich über die erfrischende Abkühlung und will das Bachbett nicht mehr verlassen.

Sonnenhut u Bach

Den Badespaß heben wir uns für den Hochsommer auf.

Nach diesem Zwischenstopp „klettern“ wir wieder hinauf Richtung Straße und gehen weiter bis zur Kapelle. Dort zweigen wir rechts in den Weg ab, der uns auf die östliche Bachseite bringt. Von dort geht es hinab zum Besinnungsweg und zurück zum Ausgangspunkt.

Unsere müden Mäuse freuen sich nun auf eine Kugel Eis und schlafen heute Nacht bestimmt sehr gut. 🙂

Brunnen Halltal

Eine willkommene Erfrischung am Brunnen

Voll auf WM-Kurs: Radprofi Annemiek van Vleuten im Interview

Annemiek van Vleuten, ihres Zeichens amtierende Weltmeisterin im Einzelzeitfahren und Etappensiegerin des Giro D’Italia Femminile, ist Top-Favoritin für die kommende UCI Straßenrad-WM in Tirol im September.20180507_SKW_RadWM_VanVleuten_37_cSwarovski_Kristallwelten

Letzte Woche absolvierte sie ein Trainingslager in der Region Hall-Wattens und erkundete die Original-WM-Strecken. Was sie sich natürlich nicht entgehen ließ: Einen Besuch in den berühmten Swarovski Kristallwelten. Diese sind nicht nur eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Österreichs, sondern auch Startort für das Einzelzeitfahren der Damen Elite am 25. September 2018. Wir trafen sie dort für ein Interview.

Wer die Bergwertung des Giro d’Italia gewinnt, kann nicht nur im Flachland unterwegs sein. Trainierst du auch in den Bergen, Annemiek?

Annemiek van Vleuten: „Das stimmt. Ich bin 250 Tage im Jahr von zuhause weg, im Training und für Wettkämpfe, und obwohl ich Niederländerin und damit vom Flachland bin, lebe ich somit fast immer in den Bergen!“

Gefällt es dir dann auch bei uns in Tirol?

„Sehr. Es ist mein erster Aufenthalt in Tirol – und schon der Landeanflug hier nach Innsbruck war atemberaubend. Ich liebe die Berge, und würde auch gern hier wohnen. Auch die Szenerie hier vor dem Riesen bei diesen traumhaften Wetterbedingungen ist einfach fantastisch. Wir werden hier tolle Weltmeisterschaften erleben.“

Das Teamlager der niederländischen Nationalmannschaft während der UCI Rad WM ist in Hall in Tirol. Hattest du schon Gelegenheit, deine „Homebase“ kennen zu lernen?

„Ja! Unser Teamhotel während der WM, das Parkhotel Hall, ist einfach ideal gelegen. Es ist nah an der Rennstrecke, hat exzellente Möglichkeiten, unsere Ausrüstung zu verstauen und komfortable Parkplätze für unsere Fahrzeuge. Es ist nah an der Rennstrecke, in einer ruhigen Umgebung, etwas abseits des Trubels in Innsbruck. Man kann zu Fuß in die Altstadt von Hall in Tirol gehen und dort einen Kaffee trinken. Perfekt!“20180507_SKW_RadWM_VanVleuten_44a_cSwarovski_Kristallwelten

Hast du neben dem Training auch noch Gelegenheit, andere Sportarten auszuüben?

„Mir gefallen abenteuerliche Outdooraktivitäten wie zum Beispiel Canyoning, aber damit warte ich besser bis nach meiner aktiven Rennradkarriere. Auch Skifahren im Winter ist super, aber leider zur Zeit etwas zu „risky“. Aber ich liebe wandern! Mein letzter Urlaub war auch ein Wanderurlaub.“

Annemiek van Vleuten

Annemiek van Vleuten

Das heißt, die klassische Frage „Urlaub am Strand – oder in den Bergen?“ kann leicht beantwortet werden. Oder?

„Ja – für mich ist es definitiv Urlaub in den Bergen. Ich bin immer glücklich in den Bergen, sogar die Höhentrainingslager, die ich regelmäßig absolviere, sind wie Urlaub für mich!“

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Steckbrief Annemike van Vleuten

  • geboren 1982 in Vleuten (NED)
  • lebt in Wageningen (NED) – und in den Bergen 🙂
  • fährt für das australische Team Mitchelton-Scott
  • amtierende Weltmeisterin im Einzelzeitfahren
  • Gesamtsiegerin der UCI Women’s WorldTour 2017
  • Gewinnerin zweier Etappen, Punktewertung und Bergwertung Giro d’Italia Femminile