Kulinarische Höhepunkte: Die Marille

Über 86 Familienbetriebe bewirtschaften rund 200 ha Obstfläche im Haupt- oder Nebenerwerb. Das Obst wird unterschiedlich verwertet. Einige Bauern machen daraus köstliche Marmeladen und Säfte, andere wiederum verwenden das Obst um Schnäpse, Edelbrände und Liköre herzustellen. Eine gute Adresse, um frisches Obst in der Region Hall-Wattens zu kaufen sind die Bauernmärkte oder direkt beim Bauern wie beim Surerhof in Thaur. In der Region Hall-Wattens gibt es insgesamt vier Schnapsbrennereien.

Die Marille

Bereits Alexander der Große brachte die Marille von China nach Europa. Sie zählt wie ihre botanischen Verwandten Pfirsich und Mandel zu den Rosengewächsen. Marillen sind nur kurze Zeit aus heimischem Anbau erhältlich. Mit ihrer kräftigen orangen Farbe sind sie eines der sommerlichen Obsthighlights. Auch wenn Marillen teilweise sehr süß schmecken: ihr Zuckergehalt ist eher gering. Dafür ist der Anteil an Carotinoiden sowie Vitaminen und Mineralstoffen sehr hoch. Marillen reifen nicht nach, daher sollte man sie unbedingt reif ernten.

Heute legen wir den Fokus auf die Marille und schauen uns an, welche großartigen Gerichte man mit diesem süßen Früchtchen zaubern kann.

Marillenkuchen

Natürlich gibt es unzählige Möglichkeiten und Varianten, um einen Marillenkuchen zu backen. Im folgenden Rezept stellen wir euch einen einfachen Blechkuchen vor, der in wenigen Minuten zubereitet ist:

ZUTATEN UND ZUBEREITUNG

  • 5 Eier
  • 300 g Weizenmehl
  • 300 g Zucker (je nach Süße der Marillen gerne auch weniger!)
  • 1 TL Backpulver
  • Vanillezucker
  • geriebene Schale von einer halben Bio-Zitrone
  • 1/8 l Wasser
  • 1/8 l Bio Sonnenblumenöl
  • 1,5 -2 kg Marillen

Die Eier mit Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Wasser und Öl dazu mischen. Mehl mit Backpulver mischen und dazu geben. Alternativ kann man das Korn direkt vorher mahlen. Zitronenschalen hinzugeben. Die Masse auf einem Backblech verteilen und mit den entkernten Marillen belegen. Danach bei 160 Grad Heißluft ca. 40 Minuten backen.

Marillenmarmelade

ZUTATEN UND ZUBEREITUNG

  • 1,5 kg Marillen
  • 500 g Bio-Gelierzucker (2:1)

Die Marillen waschen und entkernen. Ein Drittel der Marillen mit dem Gelierzucker pürieren. (Alternativ: will man die Marmelade sehr fein haben, muss man alle Marillen im Vorfeld pürieren und durch ein Sieb passieren.) Die restlichen Marillen zugeben und unter rühren aufkochen lassen. Danach ca. 4 Minuten kochen lassen. Die heiße Marmelade sofort randvoll in sterile Gläser füllen und gut verschließen.

TIPP: Wenn man die Gläser nach der Abfüllung auf den Deckel stellt, ist die Marmelade länger haltbar.

Beide Rezepte gibts auch zum Nachkochen als Video: Viel Freude und gutes Gelingen 🙂

Die Urforelle als Tiroler Kulturgut

Auf den Spuren von Kaiser Maximilian I.

Nicht nur die Geschichte von Hall in Tirol hat Kaiser Maximilian I. geprägt, er hat auch seine Spuren in der Thaurer Fischzucht hinterlassen. Als begnadeter Jäger sowie Fischer ließ der Habsburger Herrscher vom Piburger- sowie Achensee Fische nach Thaur bringen. Diese wurden dort aufgezogen und in die höher gelegenen Gebirgsseen für die Fischerei ausgesetzt. Urkundlich wird die Fischzucht das erste Mal im Jahr 1504 erwähnt. Somit ist die Anlage in Thaur die älteste Fischzucht Tirols! Kaiser Maximilian I. hätte damals sicher nicht gedacht, dass die Forelle rund 500 Jahre später als Urforelle zum Tiroler Kulturgut ernannt wird.

Vom Maschinenbautechniker zum Fischzüchter aus Leidenschaft

Eigentlich ist Nikolaus gelernter Maschinenbautechniker. Gemeinsam mit seinem Vater begab er sich schlussendlich auf einen ganz anderen Weg. Seit 2016 ist er Vollerwerbslandwirt und betreut mit Herzblut die Fischzucht in Thaur. Seine Faszination für Fische seit Kindheitstagen an, bestärkt ihn in seinem täglichen Schaffen. Auf dem Areal befinden sich nicht wie zu Zeiten Kaiser Maximilians I. zwei, sondern insgesamt 25 ausgebaute Kiesteiche sowie ein Bruthaus. Die Zucht hat sich von damals auf heute stark verändert. Täglich steht Nikolaus vor neuen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt: Von Fischreihern über die Instandhaltung der Anlagen bis hin zu den sich ständig verändernden Umweltbedingungen.

Nikolaus und die Fischzucht in Thaur

Wie der Vater so der Sohn

Seine Begeisterung zur Urforelle sowie der Kunst der Fischzucht spürt man nicht nur im Gespräch, sondern auch auf dem über 3,2 Hektar großen Areal in Thaur. Schon sein Vater Dr. Nikolaus Medgyesy, Biologe und Entdecker der Urforelle, war von dieser längst vergessenen Kunst und Fischart angetan. Auf seinen Forschungsstudien nahm er Nikolaus von klein an mit. Kein Wunder, dass auch seine Kinder Thomas und Niklas gern mit dem Fischereimeister mitgehen, um mehr vom Tiroler Kulturgut zu erfahren.

Die Fischzucht

Schon allein die Aufzucht der Tiroler Urforelle ist in der Fischzucht Thaur besonders. Die Fische werden von Hand und mit viel Liebe gezüchtet. Weder Chemikalien noch Medikamente bekommen die Tiere zu fressen. Die Fischzucht ist eine sehr aufwendige: Von den Eiern über die Larve bis hin zum fertigen Fisch vergehen rund zwei Monate. Vor allem im Anfangsstadium gehören schlaflose Nächte zur Aufzucht einfach dazu. Jeden Tag, um nicht zu sagen mehrmals, schaut Nikolaus nach den kleinen Eiern und saugt die unbefruchteten Eier ab. Nicht immer einfach, da man mit nur einer falschen Bewegung mehrere Eier zerstören kann. Aktuell befinden sich in diesem Stadium rund 160.000 Bachforellen sowie 80.000 Seeforellen im Bruthaus.

Die Fischzucht in Thaur

Faszination Urforelle, Setzlinge und frischer Genuss ab Hof

Die Bachforelle gab es schon vor rund 20.000 Jahren und gilt als Relikt aus der Eiszeit. Die in Tirol donaustämmige Urforelle ist ein Tiroler Kulturgut, welches es zu bewahren gilt. Der Fisch hat sich über die letzten Jahrhunderte immer wieder behauptet und war so gut wie ausgestorben. Die Zucht in Thaur trägt ihren Teil zur Erhaltung des Kulturguts bei. Nikolaus ist der Einzige in Europa, der die Urforelle züchtet. Er hat sich dem Artenschutz der Urforelle verschrieben. Neben dem Ab-Hof-Verkauf, steht für ihn vor allem die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Die Urforelle wird für Besatzungszwecke in den Gewässern gezüchtet. Zudem werden auch Speisefische wie Seeforelle, Bachforelle, Elsässer Saibling sowie Tigerfisch vor Ort aufgezogen und frisch verkauft. Von „Fischen auf Eis“ hält Nikolaus nichts. Erst wenn man selbst gesehen hat, wie mühe- aber liebevoll in Thaur gezüchtet wird, kann verstehen, wie aufwendig ein Fischzuchtbetrieb für den Einmannbetrieb heutzutage ist. Es gibt keine fixen Öffnungszeiten für den Ab-Hof-Verkauf. Nach Terminvereinbarung mit dem Fischereimeister kann man Fisch frisch vom Kiesteich holen und vor Ort ausnehmen lassen.

Frisch gefischte Fische direkt Ab-Hof.

Gebeizte Tiroler Forelle – Ein sommerlicher Rezeptvorschlag

Zutaten für 4 Personen: ca. 1 1/4 kg Filet, 100 g Salz, 50 g weißer Zucker, 50 g brauner Zucker, 2 EL Senfkörner grob, 1 TL schwarze Pfefferkörner, 80 g Dill (fein gehackt), schwarzes Bauernbrot und Honig-Senf-Sauce

Zubereitungstipp von Fischereimeister Nikolaus: Salz mit weißem/braunem Zucker vermischen, Senf- und Pfefferkörner mörsern und unterheben. Alles auf die Fleischseite geben und Dill zum Garnieren verwenden. Tipp: Die Filetstücke in einem Gefrierbeutel bestreichen und die Luft aus dem Beutel streichen. Für 24 Stunden in den Kühlschrank geben. Danach die Salzkruste grob entfernen und ohne Haut in Tranchen schneiden. Serviertipp: Am besten schmeckt die gebeizte Forelle auf einem schwarzen Bauernbrot mit Butter bestrichen – dazu Honig-Senf-Sauce mit Dil. Mahlzeit!

Der Faschingskrapfen

Buntes Treiben herrscht während der fünften Jahreszeit in der Region Hall-Wattens. Die Rede ist vom Fasching bzw. der Fasnacht, wie sie in Tirol auch genannt wird. Unzählige Brauchtumsgruppen laufen während dieser närrischen Zeit zur Höchstform auf. Neben den Umzügen wird auch auf die Kulinarik ein spezielles Augenmerk gelegt. Und was liegt näher, als euch heute den berühmten Faschingskrapfen vorzustellen.

Doch woher kommt eigentlich der Faschingskrapfen und weshalb wird er ausgerechnet in dieser Zeit so gerne verspeist? Meine Kollegin Susi und ich gingen für euch auf Spurensuche und haben mittels Video festgehalten, dass die Zubereitung dieser süßen Köstlichkeit absolut keine Hexerei ist.

Die Geschichte des Faschingskrapfen

Es ranken sich einige Mythen und Geschichten rund um den Ursprung des Krapfens. Bereits die alten Griechen reichten Krapfen als Opfergabe an ihre Göttin Ceres. Doch auch Römer, Karolinger und die Habsburger stellen ihren Anspruch an die Erfindung des Krapfens.

Immer wieder ist von der angeblichen Wiener Namenspatronin Cäcilia Krapf zu lesen. Sie soll im Jahr 1690 einem Küchenjungen einen Germteigpatzen nachgeworfen haben, der versehentlich in heißem Fett gelandet sei, wo er sich in eine herzhafte Köstlichkeit verwandelte. Eine nette Geschichte, aber leider sind die “Cilli-Kugeln” nicht Namensgeber der heutigen Faschingskrapfen. Wahr ist jedoch, dass Krapfen schon seit Jahrhunderten bei Faschingsveranstaltungen anzutreffen sind. Der Schusterpoet Hans Sachs hat 1540 sogar ein eigenes Fastnachtsspiel verfaßt, das bezeichnenderweise den Titel Das Krapfenholen trägt.

Wie auch immer – der Krapfen ist während der Faschingszeit unverzichtbar geworden und mittlerweile in vielen verschiedenen Varianten (mit Vanille-, Nougat- oder Eierlikörfüllung oder verziert mit lustigen Schokogesichtern) erhältlich. Der klassische Faschingskrapfen wird jedoch mit Marillenmarmelade gefüllt und mit Staubzucker gereicht. Wir wünschen euch viel Freude beim Nachkochen, gutes Gelingen und noch eine lustige Faschingszeit!

Faschingskrapfen Rezept

Zutaten für 25 Krapfen, Zeitaufwand: ca. 2 Stunden

200 ml lauwarme Milch, 520 g Mehl, 30 g frischer Germ, 2 Eier, 3 Dotter, 80 g Kristallzucker, Vanillezucker, abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone, 8 g Salz, 30 g zerlassene Butter, Fritierfett zum Herausbacken, 150 g passierte Marillenmarmelade und Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung

Das Mehl salzen und währenddessen die Milch mit dem Butter leicht erwärmen. In die Milch kann man auch gleich den Zucker, die Eier und den Germ dazugeben. Danach das lauwarme Milchgemisch und die abgeriebene Zitrone zum Mehl geben und einen geschmeidigen, glatten Teig kneten. Diesen zugedeckt in der Germschüssel an einem warmen Ort ca. 30 Minuten ruhen lassen.

Den aufgegangenen Teig kurz verkneten und in ca. 40 g schwere Stücke teilen. Teigstücke mit den gewölbten Handinnenflächen zu glatten Kugeln schleifen. Teigkugeln auf ein geöltes Backblech setzen und behutsam etwas flach drücken. Mit einem bemehlten Küchentuch bedecken und nochmals an einem warmen Ort für ca. 30 Minuten gehen lassen. Das Fritierfett in einer hohen Pfanne auf knapp 160 °C erhitzen.

Je nach Pfannengröße mehrere Teiglinge mit der oberen Seite nach unten in das heiße Fett gleiten lassen. Deckel aufsetzen und zugedeckt ca. 3 Minuten backen. Danach die Krapfen wenden und ca. 2 Minuten goldbraun fertig backen. Auf einem Küchenpapier entfetten.

 

Die Marillenmarmelade in einen Spritzsack oder Krapfenspritze geben und damit die Krapfen vorsichtig füllen. Danach die Krapfen mit Staubzucker bestreuen und mit einer guten Tasse Kaffee genießen.

 

 

Kiachln – eine Tiroler Spezialität

Geschichte der Tiroler Kiachln

Kiachln sind eine Tiroler Germteigspezialität und können entweder süß oder pikant genossen werden. Oft werden sie auch Ziachkiachl genannt, weil der Teig vor dem herausbacken gezogen wird. Ein anderer Volksmund behauptet, dass die Kiachl übers Knie ausgezogen wurden, deshalb nennt man sie in manchen Gegenden auch “Kniekiachl”. Dieses Gericht ist eigentlich sehr deftig und schwer, was jedoch nicht verwunderlich ist, wenn man sich dessen geschichtlichen Hintergrund näher anschaut.

In der Vergangenheit war Tirol stark von Landwirtschaft und Bergbau geprägt. Zwei Sparten, bei denen schwere körperliche Arbeit zu verrichten war. Lebensmittel wie Mehl, Milch, Eier und Butter hatte man fast immer zu Hause und waren die Basis für viele Tiroler Rezepte. Heute werden die Kiachln nur mehr zu besonderen Anlässen gereicht und vorzugsweise im Winter. Sehr gerne werden sie gemeinsam mit einer Tasse Glühwein am traditionellen Haller Adventmarkt genossen.

Die verschiedenen Varianten der Kiachln

Wunderbar schmecken Kiachln mit Sauerkraut. Dazu muss man das Sauerkraut einfach waschen, dünsten und es danach mit Speckwürfeln, Zwiebel und Knoblauch, etwas Salz und Zucker verfeinern. Damit es schön sämig wird, kann es mit Mehl oder Maisstärke gestaubt werden. In der süßen Variante serviert man das Gericht mit Preiselbeermarmelade, Apfelmus, Kompott oder einfach nur mit etwas Staubzucker.

Wie die Kiachln zubereitet werden

Obwohl es nicht wenig Arbeit ist, Kiachln zu machen, ist die Zubereitung selbst realtiv einfach. Man benötigt folgende Zutaten:

40 das Mehl, 2 dag Germ, 3 dag Zucker, 1/4 l Milch, 2-3 Dotter, 1 Stamperl Rum, 3 dag Butter und Backschmalz

Zuerst bereiten wir unser Dampfl vor. Das Mehl geben wir in eine Schüssel und in der Mitte formen wir ein Loch, in welches wir den Germ bröseln. Diesen rühren wir mit Zucker und handwarmer Milch zu einem Brei. Wir streuen Mehl darüber und lassen das Dampfl zugedeckt ca. 15 Minuten gehen.

Währenddessen geben wir die Butter zur Milch und lassen sie darin schmelzen. Danach kommt der Dotter dazu und wir verquirreln alle Zutaten.

Dann zuerst das Dampfl leicht unter das Mehl heben, salzen, die Dottermilch mit der Butter und den Rum zugeben. Nun kneten wir alles zu einem Teig der sich leicht von der Schüssel lösen lässt. Danach sollte der Teig an einem warmen, zugfreien Platz rasten, damit er aufgehen und die doppelte Höhe erreichen kann.

Nach ca. 30-40 Minuten können wir mit der Verarbeitung fortfahren. Jetzt sticht man löffelgroße Kugeln ab, rundet sie mit der bemehlten Hand und lässt sie nochmals aufgehen.

In der Zwischenzeit geben wir in eine hohe Pfanne unseren Backschmalz und lassen diesen heiß werden. Die Kugeln zieht man dann so aus, dass in der Mitte nur ein dünnes Häutchen ist und am Rand ein dicker Wulst. Die obere Seite kommt zuerst ins heiße Schmalz. Damit sie schön aufgehen, schöpft man etwas heißes Fett darüber, dann umdrehen und hellbraun fertig backen. Das Loch in der Mitte sollte dabei hell bleiben.

Danach die Kiachl vom Fett abtropfen lassen und heiß servieren.

Gutes Gelingen und Mahlzeit!

Kartoffelblattln mit Sauerkraut: Winterliche Schmankerl zum Nachkochen

Mitten in der Haller Altstadt liegt in einer versteckten Ecke das Traditionsgasthaus Goldener Löwe. Hier kocht Markus Steinmayr in urigem Ambiente. Schon beim Betreten wird klar: Es gehen nicht nur heimische Schmankerl, sondern auch Tiroler Charme und Herzlichkeit über die Theke. Zu Besuch auf einen winterlichen Genussmoment…

Es knarzt. Der alte Holzboden des gemütlichen Traditionsgasthauses in der Altstadt behält nichts für sich. Wer einen Fuß hineinsetzt, steht in einer anderen Welt: Malerisches Gewölbe mit dunkler Holzverkleidung laden zum Staunen und Träumen ein – und versetzen gefühlt ein paar Jahrhunderte zurück. Im Restaurant Goldener Löwe kocht Markus Steinmayr seit 15 Jahren gutbürgerliche Speisen und deftige Leckerbissen.

Je nach Saison mal mit frischem, frühlingsleichtem Bärlauch oder jetzt, in der kalten Jahreszeit, mit herbst-winterlichem Kürbis oder Sauerkraut. Der 45-Jährige schätzt vor allem die Kreativität und den Genuss, den er als Koch ausleben kann. „Das Haus hat meinen Großeltern gehört, es ist Ewigkeiten leer gestanden, doch vor 14 Jahren haben wir es hergerichtet und ein Tiroler Traditionsgasthaus geschaffen.“ Mit gut 100 Plätzen finden im Goldenen Löwen viele Hungrige einen Platz. Wenn die an guten Tagen alle auf einmal verköstigt werden müssen, kommt Markus ins Schwitzen.

Doch für den ehemaligen Rennradprofi und aktiven Läufer ist das kein Problem. „Trotz aller Hektik: Ich bin mein eigener Chef, und das ist das Wichtigste für mich“, sagt er stolz. Die Speisekarte von Markus variiert saisonal. „Im Winter sind Gerichte mit Kürbis oder Sauerkraut beliebt. Aber auch deftigere Gerichte wie Schweinebraten, Zwiebelrostbraten oder Kalbsleber sind der Renner.“ Er selbst kocht gerne mit Thymian – „ weil der so gesund ist“.

Winterliches Traditionsrezept

Was Markus in den letzten Jahren vermehrt festgestellt hat, ist ein Wandel der Gesellschaft: Weg von der Massentierhaltung, hin zu vegetarischen Alternativen. Besonders beliebt sind im Winter zum Beispiel die Kartoffelblattln mit Sauerkraut, ein Tiroler Klassiker. Das Kohlgemüse ist eine richtige Vitamin-C-Bombe, die gerade im Winter auf jedem Speiseplan stehen sollte. „Wer es daheim nachkocht, muss sich aber auf eine Batzerei einstellen“, schmunzelt Markus. Denn die gekochten Kartoffeln werden durch die Presse gedrückt, mit Eidotter, Salz und Pfeffer, Muskat sowie griffigem Mehl vermengt und gut durchgeknetet. Anschließend wird der Teig ausgerollt. „Dann schneidet man die Blattln aus und backt die Leckerei in heißem Fett raus. Dazu wird Sauerkraut serviert.“

Eine Geheimzutat hat Markus nicht. Er arbeitet nach Gefühl und Erfahrung. Und mit ganz viel Leidenschaft im Kochen: „Man muss spüren, wie sich der Teig anfühlt.“

Rezept: Kartoffelblattln mit Sauerkraut

Die Kartoffelblattln mit Sauerkraut sind sehr einfach zu kochen. Markus verrät uns sein Rezept für 4 Personen:

  • 600 Gramm Kartoffeln
  • 170 Gramm griffiges Mehl
  • 4 Eidotter
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss gerieben

Kartoffeln mit der Schale kochen, kurz auskühlen lassen, schälen und durchpassieren. Die restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten und diesen mit einem Nudelholz ca. einen Zentimeter dick auswalzen. Den Teig in (8 cm x 6 cm) Rechtecke schneiden und diese in heißem Fett ausbacken. Serviert mit Sauerkraut ist das ein herrlicher Klassiker aus der Tiroler Küche. Guten Appetit!

Wer sich selbst einmal von Markus Kochkünsten überzeugen möchte, kann Dienstag bis Samstag von 11:00 bis 14:30 Uhr oder von 17:30 bis 24:00 Uhr im Goldenen Löwen in Hall in Tirol vorbeischauen. Sonntag und Montag gönnt sich das Restaurant eine Pause.

 

Rezept: Tiroler Graukäsesuppe

Der Tiroler Graukäse ist ein traditionell produzierter Sauerkäse aus Kuhmilch und zählt wohl zu den bekanntesten Tiroler Käsesorten. Im Sommer wird Graukäse vielerorts direkt auf den Tiroler Almen selbst gemacht. Vor vielen Jahren fand die Käsespezialität dort auch ihren Ursprung. Hergestellt wird der Käse aus Magermilch, welche ein Nebenprodukt der Rahmgewinnung ist.

Früher galt Graukäse als ein Arme-Leute-Essen. Produkte wie Rahm sowie in weiterer Folge auch Butter waren damals von großer Bedeutung. Das Nebenprodukt Magermilch war hingegen uninteressant. Heutzutage schätzt man den Graukäse sehr. Trotz würzigem und herzhaftem Geschmack beinhaltet der Graukäse nur sehr wenig Fett (unter 2% F.i.T.).

In der Tiroler Küche wird der Graukäse gerne bei der Zubereitung von Kaspressknödeln verwendet. Der Geschmack des Graukäses verleiht dem Tiroler Kaspressknödel sein besonders würziges Aroma. Richtig schmackhaft ist auch der Genuss von sauer mariniertem Graukäse. Eine Scheibe Schwarzbrot mit Butter und Graukäse schmeckt ebenfalls hervorragend.

Wer schnell und einfach ein leckeres Gericht aus Tiroler Graukäse zaubern möchte, muss unbedingt eine Tiroler Graukäsesuppe ausprobieren.

Graukäse trifft nicht wirklich den Geschmack von Jedermann. Eine Graukäsesuppe schmeckt erstaunlicherweise auch Personen die den Käse in unverarbeiteter Form nicht unbedingt mögen. Probiert es aus!

Rezept Tiroler Graukäsesuppe (4 Portionen):

  • 250g Graukäse
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Kartoffeln
  • 60 g Butter
  • Etwas Mehl zum Stauben
  • 1 Liter Rinder- oder Gemüsebrühe
  • Schuss Weißwein
  • Etwas Rahm zum Verfeinern der Suppe
  • Gewürze: Salz, Pfeffer, Muskat
  • Zum Garnieren: Schnittlauch
  • 3 Scheiben Schwarzbrot für Brotcroutons

Die Kartoffeln, die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen und klein aufschneiden. Anschließend die Zutaten in einem Topf mit Butter glasig anrösten. Mit etwas Mehl stauben. Mit Brühe und einem Schluck Weißwein aufgießen. Den Suppenansatz ca. 15 Minuten kochen. Nachdem die Kartoffeln in der Suppe weichgekocht sind, den Graukäse in die Suppe einbröckeln und einkochen lassen. Die Graukäsesuppe mit einem Pürierstab oder einer Küchenmaschine pürieren. Nach dem Pürieren mit Rahm verfeinern.

Je nach Geschmack kann die Suppe mit frischem Schnittlauch oder angeröstetem Speck und Rosmarin garniert werden. Was auf keinen Fall fehlen darf, sind Brotcroutons! Zur Graukäsesuppe schmecken am besten welche aus Schwarzbrot. Dafür einfach Schwarzbrotwürfel in einer Pfanne anrösten.

Gutes Gelingen!

Tiroler Apfelbrot – Rezept

Riecht ihr es auch? Es duftet nach Weihnachten: Nach Tannen, frisch gebackenen Keksen und – leckerem Tiroler Apfelbrot!

Verzaubert eure Familien und Gäste damit. Ich backe mit euch heute Tiroler Apfelbrot – nach einem altüberlieferten Rezept, mit einfachen Zutaten, welches ganz sicher jedem von euch gelingen wird. Das Apfelbrot wird auch als eine schnelle und einfache Variante des “Zelten” bezeichnet, die jedoch mindestens ebenso gut schmeckt.

Tiroler Apfelbrot Zutaten

1,5 kg Äpfel

30 dag ganze Nüsse

30 dag Feigen

50 dag Zucker (ich mag es etwas weniger süß und nehme nur die Hälfte)

30 dag Rosinen

1/8 l Rum

3 EL Kakao

1 TL Nelkenpulver

1 TL Zimt

½ TL Lebkuchengewürz

1 Prise Salz

50 dag Roggenmehl

50 dag Weizenmehl

2 Pkg. Backpulver

Tiroler Apfelbrot Zubereitung:

Feigen halbieren und in eine große Schüssel geben.

Rosinen und Nüsse dazugeben.

Geriebene Äpfel dazugeben. Man kann die Äpfel auch mit der Schale verwenden, hab beides ausprobiert – macht keinen Unterschied und man spart sich Arbeit .

Zucker, Kakao, Nelkenpulver, Zimt, Lebkuchengewürz, Salz und Rum dazugeben, gut vermischen und mit einem Tuch bedeckt über Nacht stehen lassen.

Roggen- und Weizenmehl sowie das Backpulver untermengen und in der Schüssel gut vermengen.

Masse auf die Arbeitsfläche geben und gut durchkneten, bis man eine schöne Teigkugel hat. Damit es nicht klebt, Mehl verwenden.

Entweder zwei große oder vier kleine Laibchen formen, mit Wasser bestreichen und  auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Bei 150 Grad ca. 1 Stunde backen.

Tipp: Wenn ihr das Tiroler Apfelbrot schön verpackt, ist es auch eine wunderbare Geschenkidee, über die sich mit Sicherheit jeder freut!

Das fertig gebackene Apfelbrot gut auskühlen lassen. Wenn man es nicht sofort isst, lässt es sich auch sehr gut einfrieren.

In Scheiben schneiden und mit frischer Bauernbutter genießen.

Gutes Gelingen und lasst es euch schmecken!

Mehr Rezepte aus Tirol findet ihr hier

Tiroler Gerstensuppe – Rezept

Eine Gerstensuppe (auch Gerstlsuppe genannt) schmeckt nicht nur vorzüglich, sie ist auch richtig gesund. Der Gerste als Getreide werden zahlreiche gesundheitliche Vorteile nachgesagt – von der Regulierung des Blutzuckers über die Vorbeugung von Osteoporose und Gallenproblemen. Außerdem enthält sie acht essentielle Aminosäuren. Besonders schmackhaft ist dieses Naturwunder, wenn man es zu einer Suppe verkocht.

Es gibt wohl unzählige Rezepte – ich möchte euch mein persönliches, altüberliefertes Rezept vorstellen.

Zutaten Tiroler Gerstensuppe

150 g Gerste, 100 g Selchfleisch (Rauchfleisch), 1,5 Liter Suppe, eine kleine Zwiebel, gelbe Rüben, Karotten, Lauch, Sellerie, Erbsen, Kartoffel, Petersilie

Zubereitung Tiroler Gerstensuppe

Zwiebel und Lauch klein schneiden.

In einem großen Topf mit etwas Öl anschwitzen.

Restliches Gemüse (Sellerie, Karotten, gelbe Rüben, Petersilie) ebenfalls klein schneiden.

Gerste mit kaltem Wasser abschwemmen.

Gerste und Gemüse ebenfalls in den Topf geben.

Mit Suppe aufgießen.

Würfelig geschnittene Kartoffel und die Erbsen dazugeben.

Zum Schluss das geschnittene Selchfleich zugeben.

Das Ganze ca 1,5 Stunden köcheln lassen, bis die Gerste weich ist. Man kann auch die Gerste ein paar Stunden in kaltem Wasser einweichen, somit verringert sich die Kochzeit.

Gerstensuppe lässt sich hervorragend aufwärmen oder einfrieren – guten Appetit!

Mehr Rezept aus der Tiroler Küche findet ihr hier.

 

 

Kirschmarmelade selbst gemacht.

Passend zur Erntezeit der Kirschen haben wir anbei für euch ein einfaches Rezept für selbstgemachte Kirschmarmelade:

Kirschmarmelade Tirol Rezept (18)

Zutatenliste für Kirschmarmelade:

  • 500g Gelierzucker 1:2
  • 1 Kg Kirschen
  • etwas Zitronensaft
  • 1 Stange Zimt
  • Optional: Amaretto Likör

Die angegebenen Mengen reichen in etwa für sechs kleine oder zwei große Marmeladegläser.

Kirschmarmelade Tirol Rezept (17)

Bevor man die Kirschen entkernt, werden diese gewaschen. Die zur Verwendung bereit gestellten Marmeladegläser sollten ebenfalls gründlich gereinigt werden.

Kirschmarmelade Tirol Rezept (41)

Die zeitaufwendigste Arbeit ist das Entsteinen der Kirschen. Hierzu gibt es viele verschiedene Methoden (Entkerner, Messer, Strohhalm, …).

Kirschmarmelade Tirol Rezept (54)

Die entkernten Kirschen anschließend in einem Topf mit dem Gelierzucker, der Zimtstange und dem Zitronensaft vermengen. Je nach Belieben können die Früchte auch püriert werden.

Kirschmarmelade Tirol Rezept (71)

Unter ständigem Umrühren sollte die Masse aufkochen und dann ca. 5 Minuten köcheln. Topf vom Herd nehmen und die Zimtstange entfernen. Optional kann die Marmelade jetzt mit einem Schluck Amaretto verfeinert werden.

Kirschmarmelade Tirol Rezept (9)

Die Kirschmarmelade wird in heißem Zustand abgefüllt. Gläser sofort verschließen und für ca. 10 Minuten auf den Kopf stellen.

Kirschmarmelade Tirol Rezept (11)

Bei dunkler Lagerung ist die Marmelade in etwa ein Jahr haltbar.

Das kleine Wunder Holunder mit Rezept für Holundersaft

Wieso der Holunder ein kleines Wunder ist? Weil er vielseitig verwendbar ist, traditionsreich – und eine Nutz-, Heil- und Zierpflanze, die jeder kennt!

Aus Holunder lassen sich die verschiedensten kulinarischen Köstlichkeiten zaubern, egal ob aus Blüten oder Beeren. Holundersekt, Holundersirup, Holerstrauben, Marmelade, Holerkoch, Likör, Blütengelee oder die getrockneten Blüten als Heilmittel.

Am beliebteste ist wohl der “Holersirup” und der Holunderblütentee. Die Blüten enthalten Flavonoide und ätherische Öle. Der Holersirup ist ein erfrischendes Sommergetränk, der Tee wirkt schweißtreibend bei fieberhaften Erkältungen und lindert Reizhusten.

Holundersträucher sind  auch hervorragende Pollenlieferanten für Wild- und Honigbienen , Käfer und  Insekten, ebenso ein wertvolles  Nährgehölz für viele Vogel- und Säugetierarten – eben ein kleines Wunder!

Holunderblütenrezepte gibt es viele – ich darf euch heute mein Rezept, überliefert von meiner Großmutter,  vorstellen:

Zutaten für 3 Liter Holunderblütensirup (“Holersaft”)

2 l Wasser, 16 Holunderblüten, 10 dag Zitronensäure,  2,5 kg Zucker, 1 Biozitrone, eventuell Minze oder Zitronenmelisse

Bild 2 Bild 1

Für die Zubereitungs des Holundersaft die gesammelten Holunderblüten sowie Zitronenmelisse wenn möglich bei Sonnenschein ernten, da durch die Wärme sich das Aroma besser entfalten kann! Blüten nicht waschen.

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Blüten, Minze, in Scheiben geschnittene Biozitrone und Wasser in eine Schüssel geben und mit einem Tuch zugedeckt 24 Stunden stehen lassen.

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Nach 24 Stunden  alles durch ein Leinentuch abgießen, zum Schluss die Masse ( Blüten, Minze, Zitrone) im Tuch fest ausdrücken.

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Zur leicht gelblichen, gut duftenden Flüssigkeit den Zucker und die Zitronensäure dazugeben und immer wieder umrühren,  bis sich der Zucker komplett auflöst.

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Danach wird der Sirup in Flaschen abgefüllt.

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Fertig ist das köstliche, erfrischende Sommergetränk! Wer möchte kann zusätzlich noch unbehandelte Lavendelblüten oder auch Rosenblätter ins Glas geben!

Ich wünsche euch gutes Gelingen!