Hall erzählt Geschichte(n) – Teil II

In “Hall erzählt Geschichte(n) – Teil II” spazieren wir dieses Mal durch den sogenannten Hofratsgarten zum Unteren Stadtplatz, wo Sigmund der Münzreiche uns schon von weitem begrüßt.

Sigmund der Münzreiche und sein weltberühmter Guldiner

Rudolf Reinhart (1897-1975), ein aus Steyr in Oberösterreich stammender Spenglermeister, studierte im zweiten Bildungsweg an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Professor Anton Hanak. Er hat die Plastik auf der Brunnensäule des Platzes im Jahre 1933 geschaffen. Die Figur des Tiroler Landesfürsten ruft uns die für Hall so wichtige, historische Persönlichkeit des Sigmund des Münzreichen in Erinnerung: Im Jahre 1477 lässt der Regent aus dem Hause Habsburg die Münzprägestätte von Meran nach Hall verlegen.

Schwaz, die „Mutter aller Bergwerke“, lag näher bei Hall und war zumindest über den Flussweg leichter zu erreichen. So wurde Schwazer Silber nach Hall getreidelt: Flache, von Pferden gezogene Boote (Zillen, Plätten) transportierten das kostbare Edelmetall in drei mühevollen Tagesetappen vom größten Silberbergwerk Europas zur Kopfstation der Schifffahrt bzw. des Flusstransports nach Hall, wo es zu Guldinern verprägt wurde. Die erste Großsilbermünze oder der erste Taler der Welt, Jahrhunderte später auch Namensgeber des amerikanischen Dollars, sollte um die Welt gehen. Die heutige Burg Hasegg war unter Sigmund zu einer geschlossenen Burganlage ausgebaut worden. Noch heute erinnert der qualitätsvolle, von Niklas Türing geschaffene Wappenstein aus Sandstein über dem Münzertor daran (1489).

Hall erzählt Geschichte(n) Teil II: Reinharts Spuren in Hall

Oft unbemerkt bleibt die Fortsetzung der Inschrift am Sockel der Brunnenfigur auf der Rückseite: Rudolf Reinhart, dem es als „Zuagroasten“ im Hall der Zwischenkriegszeit an Aufträgen mangelte, musste seine Nachbarn um Geld anbetteln. Seine persönliche Rache am Haller Bürgermeister ist wie folgt ausgefallen: Herzog Sigmund D. Münzreichen schaffte (!) I. Jahre 1933 Rudolf Reinhart D. Münzarme

Erst viel später erteilte die Stadt Hall dem Kunsthandwerker Aufträge im öffentlichen Raum: Sechs Gassenschilder (1958) sowie die Brunnenfigur Erzherzogin Magdalenas am Stiftsplatz (1952) stammen aus der Hand desselben Künstlers, der im Jahre 1932 sogar die Weltausstellung in Paris gewonnen hatte (Hl. Christophorus). Auch der Löwe über dem Salzburger Festspielhaus ist ein Werk Rudolf Reinharts. Zudem erinnern zahlreiche Geschäftsschilder in der Stadt an den Wahlhaller, der am Haller Friedhof 1975 seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Sein zu Lebzeiten selbst gestaltetes Grab, das den Menschen als Skelett zeigt und sinnbildlich für die Vergänglichkeit des Lebens steht, sticht sofort ins Auge.

Die zwei ältesten Gassen der Stadt

Vom Unteren Stadtplatz aus öffnet sich unser Blick in die zwei ältesten Gassen der Stadt: die Salvatorgasse, einst Marktgasse genannt, weil die Bauern mit ihren Fuhrwerken hier durchzogen, um ihre Feldfrüchte in der Stadt zu verkaufen. Und die Schmiedgasse, die wie der Name schon sagt, die eiserne Zunft der Schmiede beherbergte. Werkstatt war hier an Werkstatt gereiht, nicht nur Huf-, auch Wagenschmiede führten hier ihr Handwerk aus. Noch heute erinnern alte Reitersteine daran, dass die Rösser zum Beschlagen in der Gasse festgebunden waren. Das Beschlagen der Pferde war wichtig, waren die Gassen im Mittelalter meist morastig. So muss man sich das Niveau der Gassen vor Jahrhunderten um einiges niedriger vorstellen, wovon die scheinbar tiefliegenden Haustüren heute noch Zeugnis ablegen. Kanalisation und Pflasterung haben das Niveau der Gassen um einiges erhöht.

Hall erzählt Geschichte(n) Teil II: Die Geschichte des Fasserrössls

Wichtige Kunden der Hufschmiede waren die Fassbinder oder kurz Fasser genannt. Diese Zunft war über Jahrhunderte eine sehr reiche ihrer Art. Viele Waren wurden in Fässern gelagert und vor allem transportiert, wie zum Beispiel das kostbare Weiße Gold sowie Wein und Bier. Eine Obere, Mittlere und sogar Untere Fassergasse (heute Amtsbachgasse) gab es westlich der Altstadt und des Stadtgrabens. Der Bedarf an Fässern war groß und es bedurfte jahrhundertelang immer wieder neu hergestellter Behältnisse. Waren die Fässer einmal verkauft, waren sie auch “verloren”. weil es im Mittelalter ja noch kein Recycling gab.

Deshalb erinnert auch heute noch das Fasserrössl, ein alter Haller Brauch, der in Hall heute nur noch am Rosenmontag im Innenhof des Rathauses zur Aufführung gelangt, an die Bedeutung der reichen Fasser. Zu viele Schäden hat es jedoch in Gaststuben und Wirtshäusern durch die wilden, „eisernen“ Gesellen gegeben. So wurde während der Aufführung meist einem der (prominenten) Zuschauer ein glühendes Hufeisen auf die Schuhsohle genagelt (!):

Der Fassbinder bzw. Reiter auf seinem (hölzernen) Ross wird von einem Fütterer und dem Wirt begleitet. Schmiedemeister, Gesellen und auch Lehrbuben bemühen sich vergeblich, das Ross zu beschlagen. Immer wieder geht es durch, es herrscht ein wildes Treiben, ein Schauspiel für alle Schaulustigen, die diesem bunten Treiben folgen. Die Schmiede stürzen zu Boden und laufen dem Ross nach, um es wieder einzufangen. Typisch ist vor allem auch der raue Umgangston, den Meister, Geselle und Lehrbub untereinander„pflegen“.

Im nächsten Teil unserer Serie spazieren wir über die Schwaighoferstiege zum Stiftsplatz, der ehemaligen Burg Sparberegg. Auch dort warten spannende Geschichten auf uns!

Hall erzählt Geschichte(n) – Teil I

Hall ist etwas ganz Besonderes. Das wissen alle, die hier wohnen, und wohl auch jeder, der schon einmal eine Fuß innerhalb der historischen Stadtmauern gesetzt haben. Die Stadt ist nicht nur Einkaufsparadies für all jene, die Einkaufszentren trotzen und kleine Geschäfte bevorzugen und fördern – bei weitem nicht! Hall erzählt Geschichte(n). Auf einem Rundgang durch die Stadt kann diesen Geschichten und Anekdoten besonders gut nachgespürt werden.

Unser Stadtrundgang beginnt…

Vom Unteren Stadtplatz zum Münzerturm

Idealer Ausgangspunkt für einen abendlichen Rundgang ist das Tourismusbüro am Unteren Stadtplatz 19. Im Eingangsbereich des gläsernen Kubus liegen Stadtpläne zur allgemeinen Orientierung für Nicht-Ortskundige auf.

Gleich hier geht´s los! Der Münzerturm, Halls Wahrzeichen leuchtet schon von Weitem. Der markante, zwölfeckige, 45 Meter hohe Turm überstrahlt das ehemalige Salinenareal. Hier, beim ehemaligen „Pfannhauseck“ (Burg Hasegg) wurde jahrhundertelang Sole versotten, zuerst in frei stehenden Pfannen, dann in Sud- oder Pfannhäusern, zuletzt im heutigen Medienturm, wo sich bis zur Stilllegung des Bergbaus im nahegelegenen Halltal (1967) eine Thermokompressionsanlage befand.

Das mit Wasser im Halltal gelaugte Salz wurde als gesättigte Sole vom Berg ins Tal geleitet, floss durch eine fast 10km lange Holzrohrleitung nach Hall, um in der Saline verkocht bzw. -sotten zu werden. Unmengen an Holz wurden aus dem Oberinntal nach Hall getriftet, im Holzrechen (seit 1307) aufgefangen und zu den Pfannen bzw. später Pfannhäusern verbracht. Noch heute werden die Stadtteile westlich und östlich des Rechens, dessen Reste gerade jetzt in der Winterzeit im Inn zu sehen sind, Obere und Untere Lend (ursprünglic “Lände”) genannt.

Im 19. Jahrhundert sollte Holz als wichtigster Engergielieferant durch Kohle aus Bad Häring abgelöst werden. Im 20. Jahrhundert wurde die Versiedung dann elektrifiziert (s.o.).

Hall erzählt Geschichten – Unsere erste Geschichte:

Der Sage nach haben Jäger im Halltal vor rund 700 Jahren beobachtet, dass das Rotwild, welches seinen Durst in Lachen rund um den Wildanger löschte, besonders gut gedieh. Als die Waidmänner einmal das Lagerfeuer mit Quellsole aus eben diesen Lachen löschten und die funkelnden Salzkristalle auf den die Feuerstelle umgebenden Steinen sahen, wurden sie neugierig. So wurden schon im 13. Jahrhundert unter der fachmännischer Leitung von Ritter Nikolaus von Rohrbach erste Stollen in den Wildanger vorgetrieben. Und es wurde Salz entdeckt, das man später das “Weiße Gold” nannte. Es sollte der Stadt Hall großen Reichtum bescheren.

Der Münzerturm

In der Münze Hall wureder der erste Taler der Welt geprägt – und zwar im Jahr 1486. Eine Großsilbermünze aus Schwazer Silber, die um die Welt gehen sollte. Auch heutzuage kann man hier tagsüber der Vergangenheit nachspüren und im gleich mehrfach ausgezeichneten Museum Münze Hall eine spannende Zeit verbringen. Ein Erlebnis für Alt und Jung!

Weiter geht es südlich des Münzerturms über das Münzertor in den Innenhof der Burg Hasegg. Sie wurde im 15. Jahrhundert unter den Habsburgern zu einer geschlossenen Befestigungsanlage ausgebaut. Noch heute erinnert der qualitätvolle Wappenstein über dem Münzertor an Sigmund den Münzreichen. Er war im Wesentlichen für den Ausbau der Anlage im Jahre 1489 verantwortlich. Außerdem wurde kein geringerer als der Hofsteinmetz der Habsburger, Niklas Türing, für die Ausführung des aus Sandstein gefertigten Wappensteines beauftragt. Der Blick durch Halls noch einzig erhaltenes Stadttor auf den Turm der Pfarrkirche St. Nikolaus und das Karwendel im Hintergrund ist atemberaubend! Bei Tag sowie bei Nacht.

Hall erzählt Geschichte(n): Unsere zweite Geschichte

Der Heilige Johannes Nepomuk

In einer Wandnische, die sich auf der Nordseite des Innenhofs befindet, treffen wir auf einen Heiligen, der hierzulande omnipräsent ist. Wer kennt ihn nicht, den Heiligen mit Birett, Hermelinschultermantel und Kreuz in der Hand? Weiter hat er meist einen Zeigefinger auf seine Lippen gelegt. Johannes Nepomuk wird spätestens seit seiner Heiligsprechung 1729 als Schutzpatron der Brücken und der Schifffahrt verehrt. Im Alter von nur 43 Jahren musste Johannes Nepomuk sein Leben lassen. Er wurde im Auftrag König Wenzels gefoltert und von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau gestürzt, und das nur, weil er das Beichtgeheimins gewahrt hatte, die Beichte der Königin und Gemahlin Wenzels hatte er für sich behalten, deshalb auch der Fingerzeig. Fünf Lichter sollen das Haupt des im Fluss treibenden Leichnams umgeben haben, ein Symbol für das lateinische TACUI (fünf Buchstaben): „Ich habe geschwiegen“.

Der Prager Dichter Rainer Maria Rilke schrieb:

„… Aber diese Nepomuken!
Von des Torgangs Luken gucken
und auf allen Brucken spuken
lauter, lauter Nepomuken!”

Der in Pomuk im heutigen Tschechien geborene Jurist und Generalvikar und damit hohe kirchliche Würdenträger im Prag des 14. Jahrhunderts ist in Hall allgegenwärtig. Wertvolle Fresken Josef Adam Mölks in Johannes- und Pfarrkirche und die Nepomukkapelle in der Unteren Lend am Inn, weiter der einzige steinerne Altar der Haller Pfarrkirche (südliches Seitenschiff) rufen uns die Bedeutung des Heiligen stets in Erinnerung. Außerdem stellen sie einen unmittelbaren Bezug zur Haller Geschichte her. Viele Jahrhunderte hindurch war Hall Schauplatz von Überschwemmungen zur Zeit der Schneeschmelze. Erst die Errichtung eines Dammes am Nordufer des Inn (1950er Jahre) sollte die Stadt vor weiteren Hochwassergefahren und Überschwemmungen bewahren.

Schon bald gibt es weitere Geschichten und Anekdoten: Unser Spaziergang führt uns weiter von der Burg Hasegg zum Stiftsplatz. Dann erfahren wir zum Beispiel mehr über das Schweizer Christkindl und seine magische Ausstrahlung.

Das Stromboli als Wohnzimmerbühne

Kulturinstitution Stromboli

Vor über 30 Jahren wurde von einer kleinen Gruppe kulturinteressierter Menschen das Jugendforum Hall gegründet. Ziel war es, etwas Schwung in das Haller Kulturleben zu bringen. Mit der ersten öffentlichen Aktion im Jahr 1989, dem Stadtfest „Raus aus der Konserve“, schuf man ein kulturelles Angebot abseits des Mainstreams und der Entertainmentkultur. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Heute ist das Kulturlabor Stromboli zu einem wichtigen Kultur- und Kommunikationszentrum herangewachsen. Etwa an die 150 Veranstaltungen pro Jahr aus den Bereichen Musik, Theater, Literatur und Kleinkunst beleben die kulturelle Szene Halls mit unkonventionellen und zeitkritischen Aufführungen. Zudem fungiert das Kulturlabor als Plattform für die heimische Künstlerwelt. Gerade in der jetzigen Zeit der vielen Einschränkungen sieht man, wie wichtig ein intaktes Netzwerk für freiberufliche Kulturschaffende ist.

Stromboli wird aktiv

Durch die Corona-Krise kam es auch im Stromboli zu einem ungewollten Lockdown. Viele KünstlerInnen haben ihre geplanten Liveauftritte abgesagt und kurze Videobotschaften spontan ans Kulturlabor geschickt, um das Stromboli-Publikum auf Herbst zu vertrösten. Nach der ersten Schockphase wurde das Stromboli-Team aktiv und hat den Kulturschaffenden einen neuen, virtuellen Raum geboten. Das Stromboli wurde kurzerhand in eine Wohnzimmer-Bühne umfunktioniert. Von hier aus werden die Kulturbeiträge aufgezeichnet und die Videos auf Facebook und der Stromboli-Website veröffentlicht. Ganz nach dem Motto: Wenn schon das Publikum nicht zu uns kommen darf, dann kommen wir zum Publikum!

Kultur goes online

Seit dem 25. April 2020 gibt es ein sehr abwechslungsreiches Kulturprogramm für Groß und Klein im Netz zu genießen. Von der gemütlichen Couch zu Hause aus, klicken wir uns auf die Bühne des Strombolis. Lesung und Kabarett stehen Mittwochabend auf dem Programm und am Wochenende gibt es feinen Sound von DJs. Natürlich kommen auch die Kids nicht zu kurz. Herzerwärmende Gute-Nacht-Geschichten entführen die kleinen ZuseherInnen ins Land der Träume. Aufgrund der Krise und der zahlreichen Reisebeschränkungen setzt man jetzt bewusst auf die heimischen KünsterInnen. Sollte man einen Termin verpasst haben, kein Problem, die Filme sind jederzeit auf YouTube abrufbar!

Stromboli Couch Surfing” – eine Crowdfunding-Kampagne

Bei dem Crowdfunding-Projekt „Stromboli Couch Surfing“ kann man die von der Corona-Krise betroffenen KünsterInnen finanziell unterstützen. Wie funktioniert das? Auf der Website Startnext wählt man entweder einen individuellen Beitrag aus, den man für die Aktion spenden möchte, oder man kauft gleich ein Package mit einem schmackhaften Freibier und dem kultigen Toast dazu. Bis zum 30. Juni 2020 darf fleißig eingezahlt werden, damit das Haller Kulturleben im virtuellen Raum aufrecht bleibt. Gegen einen Obolus zugunsten der Kulturschaffenden ist doch nichts einzuwenden. Oder? 😉

Der Sommer kann kommen!

Natürlich kann man den innovativen gemeinnützigen Verein auch über andere Wege finanziell unter die Arme greifen. Wie wäre es mit etwas Geld im Postkasten oder noch besser, einer abendlichen Konsumation an der Bar? Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag von 19:00 bis 23:00 Uhr ist das Stromboli wieder geöffnet. Mund-Nasen-Schutz nicht vergessen! Auch wenn die großen Veranstaltungen leider noch ausbleiben, das Team freut sich über eure Besuche. Ab Mitte Juni wird dann mit den heiß ersehnten Liveauftritten gestartet, zwar mit Besucherbeschränkungen, aber es darf wieder gefeiert werden!

TIPP: Kulturelle Highlights in der Region Hall-Wattens

Cheese! Fotoshooting der Tirol Kollektion in Hall und Volders

Beim Grafen zu Gast

Am ersten Tag stand Schloss Friedberg in Volders auf dem Programm, genauer genommen der mittelalterliche Hof mit dem romantischen Brunnen und der herrliche Garten, der sogar einen Pool hat und für Feste aller Art gemietet werden kann. Die Traditions-Linie der Tirol Kollektion mit seinen natürlichen und edlen Materialen passte sehr gut in die Umgebung des Schlosses aus dem 13. Jahrhundert.

Im Garten des Grafen von Schloss Friedberg packte auch mal der Fotograf mit an, wenn es darum ging, störende Gegenstände für das nächste Motiv aus dem Weg zu räumen.

Der Spaß an der Sache ist wichtig

Die Models Tanja, Tirol Werberin und Alexander, IT-Profi, standen zum ersten Mal für den Tirol Shop vor der Kamera. Sie hatten viel Spaß dabei, was eine Voraussetzung für das Entstehen ausdrucksvoller Fotos ist.

Was so locker aussieht, ist in Wahrheit sehr anstrengend. Den ganzen Tag hindurch zu posen und immer frisch und fröhlich auszusehen, ist nicht ohne. Fotograf Nicolas Hafele aus Innsbruck hat es verstanden, die sympathischen Models jederzeit zu motivieren und die einzelnen Szenen sehr gut abzulichten. Und eventuelle optische Ermüdungserscheinungen wurden von der Visagistin Sabrina einfach weggezaubert. Sabrina kümmerte sich darum, dass Make up und Haare der Models den ganzen Tag über perfekt waren. Die Tirol Shop Kollektion brauchte viel Platz – in einem Schloss zum Glück kein Problem.

Die Altstadt Hall, wenn alles noch schläft

Am zweiten Tag traf sich das Foto-Team in der Altstadt in Hall. Früh morgens war der Treffpunkt am Oberen Stadtplatz angesetzt, um einerseits das sanfte Licht nach Sonnenaufgang nutzen zu können und andererseits, weil kurz nach Sonnenaufgang noch wenig Passanten unterwegs waren.

Tirol Shop-Chefin Claudia, die sich auch für das Design der Tirol Kollektionen verantwortlich zeigt, schaut ganz genau, dass die Teile – hier an Model Clemens – zur Geltung kommen.

Andere Models, gleiche Freude beim Shooten

Die Models, die für diesen Tag engagiert wurden, heißen Denise und Clemens, beides Mitarbeiter der Tirol Werbung. Sie repräsentierten die LifestyleLinie der Tirol Kollektion. Dazu gehören unter anderem die beliebten Sprüche-T-Shirts und die Sportlinie. Denise und Clemens posierten vor der Kamera wie geübte Profimodels und hatten sichtlich Spaß dabei, wobei ihnen der Teil mit dem Tüten-Eis wohl am besten gefallen hat.

Beide Tage waren nicht nur fototechnisch ein voller Erfolg! Das Fotografen-Team bedankt sich bei Anna Grießer und dem Team des Tourismusverbandes Hall Wattens für die freundliche Unterstützung.

Wer sehen möchte, wie die professionellen Fotos geworden sind und Lust auf die Sommerkollektion des Tirol Shops bekommen hat, findet alles auf www.tirolshop.com!

Interview mit dem Künstler Wolfgang Baldauf

Der 35-jährige gebürtige Haller Künstler Wolfgang Baldauf kommt ursprünglich aus der Mode- und Produktfotografie und hat 2012 ins künstlerische Metier gewechselt. Seine Leidenschaft gilt der analogen Fototechnik. Hierbei werden Bilder von der Kamera auf andere Materialien wie Papier oder Glas projiziert und haftbar gemacht. Klingt einfach, ist es aber nicht. Erst nach etwa zweijähriger Tüftelei und Experimentiererei gelang es dem Künstler, dank spezieller Techniken, Skulpturen auf Holz zu projizieren.

Jedes Endprodukt ist ein Unikat und mittlerweile ist auch die Nachfrage nach so einem speziellen Holzkunstwerk gestiegen. Dennoch lautet seine Devise: Von jedem Negativ gibt es nur ein Werk bzw. eine Skulptur.

In einem persönlichen Gespräch konnte ich mehr über den Künstler und seine Arbeit erfahren.

Wie entstehen deine Kunstwerke?

„Zuerst zeichne ich eine Linie, die aus einer inneren Gefühlsregung heraus entsteht. Langsam entwickelt sich die Zeichnung und am Ende habe ich eine Skulptur mit speziellen, ja schon fast unnatürlichen Verrenkungen und spiralförmigen Körpern geschaffen. Da bestimmte Posen in Natura nicht möglich sind, kam mir die Idee der besonderen Drehung, diese ist dann immer spontan und intuitiv“, so Wolfgang. Hier wird deutlich, wie sich der Künstler von seinen Gefühlen leiten lässt und diese auf seine Werke überträgt.

Kannst du mir bitte deine Arbeitsschritte kurz erklären?

Zuerst wird eine Skulptur aus verschiedenen Materialien geschaffen. Danach wird die Skulptur mit einer analogen Kamera fotografiert und der Film gleich entwickelt. Das ausgewählte Holz wird so bearbeitet, dass es für die analoge Entwicklung bereit ist, d.h. das Holz wird mit einer lichtempfindlichen fotosensitiven Schicht bearbeitet. Im Dunkelraum wird das Trägermaterial ausbelichtet und entwickelt. Fertig ist das Kunstwerk!

Welches Material verwendest du am liebsten?

Ganz eindeutig Holz. Maserung und Farbton sind entscheidend bei der Holzauswahl. So ist die Fichte sehr hell, gelblich bis weiß, die Kiefer hingegen hat einen rot-gelblichen Ton und die Zirbe ist meistens hellbraun.

Das Holz gibt durch seine natürliche Maserung dem Kunstwerk seine Form. Wir sprechen hier von einer linearen Kunst. Das verwendete Holz besitzt keine Kanten, daher passen die weiblichen Formen der Frau auch besser für Skulpturen. Und die weiblichen Züge gefallen dem Künstler eindeutig besser.

Mittlerweile bist du in Hall eine bekannte Persönlichkeit und durftest die Neujahrsentschuldigungskarte 2020 gestalten. Wie kam es dazu?

Ich war natürlich sehr stolz und geehrt, als das Komitee des „Lambichler Sozialfonds“ (gegr. 2016 durch die Marianische Kongregation Hall) letztes Jahr an mich herangetreten ist und mich beauftragt hatte, die Neujahrsentschuldigungskarte für 2020 zu gestalten. Genau genommen handelt es sich um 200 Holztafeln, die ich ausbelichtet und entwickelt habe. Zu sehen ist ein Ausschnitt vom Langen Graben mit Blick auf den Münzerturm. Ich war von dem karitativen Zweck sehr angetan und es war somit eine Win-Win-Situation für beide Parteien. Im Sommer 2019 habe ich mit meiner Arbeit begonnen und im November waren 200 Stück der Holztafeln fertig.

In welche Richtung wird deine nächste Reise gehen?

„Eigentlich weiß man das doch nie“, meint Wolfgang und lacht. Er wird jedenfalls der Fotografie treu bleiben und an seiner Technik herumfeilen bzw. versuchen, sie zu verfeinern. Außerdem möchte er gerne Hybridwesen kreieren, d.h. seine Technik auf Beton oder Flusssteinen aus dem Inn ausprobieren. Denn sein Motto lautet: „Ein Künstler darf nie ruhen!“ Daher wird laut dem Künstler meistens ganz spontan entschieden. So dürfen wir gespannt sein, was die Zukunft für Wolfgang Baldauf noch Spannendes bereithält.

Hast du einen Ausgleich zum stressigen Künstlerdasein?

Wieder lacht er und meint, dass sein Schaffen keine Arbeit sei. Vielmehr ist es Leidenschaft, Besessenheit und ein innerer Drang, etwas vollenden zu wollen. In seiner Freizeit ist er ambitionierter Bassist in verschiedenen Jazzbands. Seit circa 20 Jahren macht er gemeinsam mit seiner Schwester Petra Musik. Ihr aktuelles Projekt heißt Sassophonic, ein Elektronikprojekt mit tanzbarer Jazzmusik. Ihre Videos produzieren sie selbst. Neugierig auf Wolfgangs und Petras Musik?

Wo kann man deine Kunst bewundern?

Am Freitag, den 06. März um 19:00 beginnt unsere 3-wöchige Vernissage der Haller ARTgenossen im Goldenen Engel in Hall. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher!

Lieber Wolfgang, ich bin überzeugt, dass die Ausstellung ein toller Erfolg sein wird. Danke für deinen Besuch und das überaus anregende Gespräch.

Anbei die Termine der Ausstellung im Goldenen Engl:

Samstag, 07.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Sonntag, 08.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Freitag, 13.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Samstag, 14.03.2020 von 16:00 bis 21:00 mit Führung von Eva Willburger um 17:00 Uhr

Sonntag, 15.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Freitag, 20.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Samstag, 21.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Finissage am Sonntag, 22.03.20 ab 16:00 Uhr

Noch mehr Informationen zu Wolfgang Baldauf gibt es auf seiner Facebook-Seite.

Der Europataler

Kaiser Max besuchte die Tiroler Sparkasse

Eigens für die Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2008 wurden Europataler in der Münze Hall geprägt. Die limitierte Auflage war ein voller Erfolg. Drei der bereits vergriffenen Münzen wurden anlässlich des Maximilianjahres verlost. Über die Veranstaltungsplattform “SALZRAUM.Hall livelocations” konnte man am Gewinnspiel teilnehmen. Drei glückliche Gewinner wurden gezogen. Was alle nicht wußten: Kaiser Max übergab ihnen höchstpersönlich die begehrten Sammlerstücke. Die Kundenhalle am Innsbrucker Sparkassenplatz war Schauplatz der Feierlichkeiten. Und das nicht ohne Grund: Ein über 20 Kilogramm schwerer Europataler stand im Mittelpunkt. Kein Wunder: Die Münze ist ein wahrer Publikumsmagnet. Unter den glücklichen Gewinner*innen war auch Renate Tobitsch. Insgeheim ist sie ein großer Kaiser Max Fan. Stolz präsentierte sie ihre Münze:

“Auf den Europataler bin ich sehr stolz. Ich werde ihn jetzt einmal überall herzeigen und dann bekommt er einen Ehrenplatz”.

Der Europataler

Den “Kaisertaler” ließ Kaiser Maximilian I. anlässlich seiner Kaiserkrönung in der Münze Hall im Jahr 1508 prägen. Der Krönungsdoppelguldiner ist die erste Münze mit dem Schriftzug Europa. Anlässlich der Fußball EM im Jahr 2008 und zum 500-jährigen Jubiläum des ersten Europäers Kaiser Maximilian I. fertigt die Münze Hall in Kooperation mit der Münze Österreich den größten Silbertaler der Welt mit einem Gewicht von 2008 dag, sowie 2008 Stück des Europatalers in einer limitierten Auflage. Die Vorderseite des Talers entspricht jener aus der Zeit Maximilians 1508. Sie zeigt den frisch gebackenen Kaiser in Rüstung auf dem Pferd; in seiner Hand hält er ein Banner mit dem kaiserlichen Symbol, dem Doppeladler.

Mehr Informationen zum Europataler findet ihr unter https://www.europataler.at

 

Der Schatz des Maximilian – Wissensrallye

Die Idee dahinter

Das Jahr 2019 ist geprägt von Ausstellungen und Veranstaltungen zu Ehren des 500. Todestages von Kaiser Maximilian I. Auch in Hall ließ man sich einiges für das junge Publikum einfallen. So spazieren viele Schulklassen und Wissbegierige mit Tablets gerüstet durch die historische Altstadt und meistern bravourös die Wissensrallye „Maximilian go“. Bei dieser interaktiven und spannenden Schatzsuche geht es darum, die von Buchautor Thomas Brezina erdachte Rätselgeschichte, interaktiv zu lösen.

Beschreibung

Im Mittelpunkt steht eine spannende Abenteuergeschichte rund um Kaiser Maximilian I. Die in Kleingruppen eingeteilten TeilnehmerInnen bekommen vom Hofnarren Kunz von Rosen Rätselfragen gestellt, die sie mit Unterstützung von Tablets richtig beantworten sollen. Teamarbeit ist also gefragt! So werden bei dieser modernen Schnitzeljagd Orte und Gebäude aufgesucht, die in Maximilians Leben von Bedeutung waren. Aber Achtung, das Team mit der geringsten Fehlerquote und der höchsten Punktezahl gewinnt. Am Ende der Schatzsuche werden die lustigen Selfies und Videos bei der Abschlussbesprechung begutachtet. Eine unterhaltsame und spannende Beschäftigung mit großem Lern- und Spaßfaktor!

 

Die Rallye und unsere EntdeckerInnen

Neun Mädchen und ein Junge nahmen die Herausforderung an und stellten sich der interaktiven Schnitzeljagd. Nachdem sich die Gruppen „Popcorn“, „Die Bonbons“ und „Maria von Burgund“ gefunden hatten, gab es eine kurze Einführung von Frau Mag. Alexandra Müller-Krassnitzer von der Stadtarchäologie Hall in der Burg Hasegg. Der Countdown begann und die Gruppen machten sich in zweiminütigem Abstand mit den Tablets in der Hand auf den Weg.

Lasst die Suche beginnen!

Ein großer Park, enge Gassen, mittelalterliche Brunnen, verborgene Eingänge sowie historische Häuserfassaden sind wichtige Anhaltspunkte während der Rallye, um die kniffligen Rätselaufgaben zu knacken. An den verschiedenen Stationen befinden sich versteckte Hinweise, wo genau die sind – wird hier natürlich nicht verraten. Nun heißt es kurz überlegen, gemeinsam besprechen und die richtige Antwort antippen.

Bei einer falschen Lösung ertönt ein lauter Piepton. Vorsicht, die Zeit läuft, daher scharf nachdenken, denn jede falsche Antwort bedeutet Punkteabzug. Aber zum Glück gibt es Selfies und Videos, mit denen man den Punkteverlust wieder wettmachen kann.

Und weiter geht’s…

Die glücklichen Gewinnerinnen

Nach gut eineinhalb Stunden hatten alle Gruppen die Aufgaben gelöst und sind in der Burg Hasegg eingetrudelt. In der Stadtarchäologie wurden die Ergebnisse ausgewertet und die strahlenden Siegerinnen erhielten eine Kaiser-Maximilian-Münze. Herzlichen Glückwunsch dem Team “Maria von Burgund”. Dennoch, riesiges Lob an die eifrigen TeilnehmerInnen, alle waren mit großer Begeisterung dabei. Aber mal ehrlich, das Highlight war dann doch die Präsentation der lustigen Selfies und der schon fast profimäßigen Kurzvideos!

 

Hier geht’s zu den Kunstwerken:

 

 

Fortführung Wissensrallye „Maximilian go“ in Hall

Aufgrund des großen Erfolges und der anhaltenden Nachfrage wird die Wissensrallye in Hall bis Oktober 2020 verlängert. Sollte das Entdeckerfieber nun auch euch gepackt haben, dann ab nach Hall in die Burg Hasegg! Und wer besonders ambitioniert ist, hat die Möglichkeit, sich auch in Innsbruck und Kufstein auf Schatzsuche zu begeben. Mehr Infos unter: https://www.stadtarchaeologie-hall.at/2018/11/22/5912/

Sakramentsgarden in Tirol

Entstehungsgeschichte der Sakramentsgarden in Tirol

Am 31. Oktober 2013 wurde der “Bund der Sakramentsgarden in Tirol” gegründet. Hall in Tirol, Schwaz, Thaur und Volders tragen das Erbe der Tiroler Geschichte in diesem Bund weiter. Trotz der Unterschiede innerhalb der Garde haben sie einen Auftrag, das Ehrengeleit für das Allerheiligste zu sein.

Patron des Bundes ist der Selige Carl Lampert aus Vorarlberg. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Lampert wurde aufgrund seines bekennenden Widerstands gegen den Nationalsozialismus zum Tode verurteilt. Gleichzusetzen auch mit der Sakramentsgarde, welche zu Hitlers Zeiten verboten wurde.

Immaterielles Kulturerbe

Noch einen Monat zuvor wurden die “Sakramentsgarden in Tirol” in den Reigen des Immateriellen Kulturgutes aufgenommen. Der Weg dorthin war kein leichter. Der erste Antrag wurde abgelehnt. Doch die Garde ließ sich ein erneutes Mal nicht vom Weg abbringen. Mittels historischer Fakten und überzeugender Argumentation wurden die Garden aus Tirol am 25. September 2013 in die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Das Fronleichnamsfest und die Fronleichnamsprozession

Juliana von Lüttich spielt eine wichtige Rolle in Verbindung mit dem Fronleichnamsfest. Als Oberin der Klosterfrauen von Cornillon offenbarte sie ihre Visionen den geistlichen Herren. Ihre Offenbarung zeigte einen dunklen Riss in der Mondscheibe. Ein Zeichen dafür, dass im Kirchenjahr ein Fest zu Ehren des Heiligsten Altarsakraments fehlte. Seither feiert man 60 Tage nach Ostern beziehungsweise 10 Tage nach Pfingsten das Fronleichnamsfest – und zwar immer an einem Donnerstag. In Hall belegt eine Urkunde aus dem Jahre 1326 das erste Fest für die “Nikolauskirche in Hall”. Von dort aus verbreitete sich das Fest im ganzen Land.

Prunkvolle Schützenkompanien und Musikkapellen begleiten die Fronleichnamsprozession seit jeher. Herkunftsland der Prozession ist Spanien, welches als Vorbild für die Prozessionen in Tirol diente. An den verschiedensten Punkten in den Städten standen schön geschmückte Altäre, Straßen wurden mit Teppichen ausgelegt und Laub wurde am Boden verstreut. Dieses wurde nach der Prozession eingesammelt und verbrannt. Die Asche wurde über die Felder gestreut und sollte vor Hagel schützen.

Wordherkunft “Partisaner”

Erste Corporis-Christi-Bruderschaften gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Die Bruderschaften begleiten das Allerheiligste bei Prozessionen und verfolgen karitative Zwecke. Florian Ritter von Waldauf wurde bei der Überstellung der Reliquiensammlung in die Haller Pfarrkirche von einer Schar Bewaffneter und Knappen mit Helmbarten begleitet. So steht es im Haller Heiltumsbuch geschrieben.

Aufstände, neue Bewegungen und Angriffe des Altarsakraments führten dazu, dass vermehrt religiöse Aufzüge von bewaffnetem Geleit stattfanden. Viel später entwickelten sich Bezeichnungen wie “Partisaner”, “Hellebardiere” oder “Scharnägel” für die Gruppen. Nicht mehr zum Schutz, sondern als schmückendes Beiwerk für die Prozessionen sind sie heute zu sehen.

Die Partisaner Garde zu Hall in Tirol

Die Sakramentsgarde hat in Hall eine lange Tradition. Erste Aufzeichnungen gehen ins Jahr 1326 zurück. Sei es bei Versehgängen oder Sakramentsbegleitungen. Nicht immer war die Partisaner Garde gern gesehen, in Zeiten der Monarchie und des Nationalsozialismus sogar verboten. Erst danach wurde die Tradition wieder belebt. Wobei auch nicht lange. Aufgrund von “Überalterung” stand die Garde im Jahr 1972 erneut vor dem Aus. Das Anwerben neuer und junger Gardisten stand an. Und das mit Erfolg. Die Tracht der Garde wurde damals vom Haller Künstler Franz-Xaver Fuchs entworfen. Aufgrund des Herkunftslandes Spaniens wurde sie an das Vorbild des spanischen Hofs angelehnt.

Die Partisanen Garde heute

Mit 30 Mitgliedern erfreut sich die Partisaner Garde zu Hall in Tirol heute großer Nachfrage. Im Kirchenjahr gibt es drei Pflichttermine, an denen ausgerückt wird: Mariä Verkündigung (25. März), Fronleichnam (60 Tage nach Ostern an einem Donnerstag) sowie am Vorabend zu Allerheiligen (31. Oktober), dem Patroziniumstag der Partisaner. Tradition ist es auch, dass Gardisten im Beisein der Partisanenkollegen ihre Hochzeit in der Jesuitenkirche feiern. Zudem sind die Kinder der Gardisten Ministranten und begleiten die Partisaner.

Die Waffen der Sakramentsgarde

Trabantenhelme aus Volders, Sponton des Leutnants aus Thaur, Löwenkopfsäbel der Salva Guardia aus Schwaz oder Sponton der Offiziere aus Hall in Tirol. Die Waffen der Garden waren und sind auch heute noch einzigartige Kunstwerke. Der gewichtige Sponton aus Hall an sich hat eine stolze Länge von 212,5 cm und ist teils aus Metall und teils aus Holz gefertigt.

TIPP: Um die Gardisten in Amt und Würden und hautnah zu erleben, sind alle interessierten BesucherInnen herzlich eingeladen, am Festgottesdienst anlässlich des Patroziniums der Sakramentsgarde am 31. Oktober um 19 Uhr in der Haller Jesuitenkirche teilzunehmen.

Fünfmal köstlich brunchen in Hall in Tirol und Umgebung

„Frühstück ist die schönste aller Mahlzeiten.  Man ausgeruht und jung, hat sich noch nicht geärgert und ist voll neuer Hoffnungen und Pläne.“ (Heinrich Spörl)

Café Erzspeicher – Brunchen in Hall in Tirol

Kuschelige Oase in der Unteren Lend

Bequemer Kuschelsessel, geräumiger Klatsch-und-Tratsch-Tisch oder doch der Platz beim antiken Klavier? Im Café Erzspeicher im Haller Stadtteil „Untere Lend“, etwas abseits des Trubels der Haller Altstadt, findet jeder das passende Plätzchen – um sodann eine herrliche Frühstücksauswahl zu genießen. Einst ein Schiffslagerhaus, ist das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert von der Besitzerin Barbara Hofler liebevoll und aufwendig restauriert worden. Angeboten werden im Café Erzspeicher ausschließlich regionale Produkte – wie selbst gemachte Marmeladen, saftige Kuchen, sündige Spezialitäten wie French Toast, Pancakes und Waffeln sowie vorab zusammengestellte Frühstücks-Kombinationen.

Für Bescheidene bietet sich das „Nonnen-Frühstück“ mit einer Scheibe Brot und Butter an; bei der „Schlemmerei für Zwei“ mit Wurstspezialitäten und Käse, Aufstrich, Brotkorb, Butter und Freilauf-Ei werden auch die hungrigsten Mäuler pappsatt. Lecker: Das „Erzspeicher“-Müsli mit Dinkel, Nüssen, Leinsamen, Banane und Schokoladensauce.

Tipp: Live-Musik mit Jazz, Blues oder Klassik, aber auch Vorträge werden regelmäßig abgehalten; fein sitzt man auch im lauschigen Gastgarten.

Öffnungszeiten
Mo – So 8 – 20 Uhr; Frühstück von 8 – 13 Uhr, danach Snackangebot | Ruhetage: Mi
Kontakt
Untere Lend 17, 6060 Hall i.T.
Tel.: +43 664 4934723
cafe@erzspeicher.at
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Cafe@Lizette in Hall in Tirol: Brunchen in Hall in Tirol

„Wie zu Hause, bei der Mama.“

Mit diesen Worten umschreibt Inhaberin Lizette Zöschg ihr „Baby“ – und zuhause fühlt man sich auch, wenn man das Café auf halbem Weg vom Unteren zum Oberen Stadtplatz betritt. Es ist klein, dafür umso gemütlicher, liebevoll eingerichtet und dekoriert. Ob das historische Deckengewölbe, die unterschiedlichen, originellen Sitzgelegenheiten, die prächtig verzierte Bar oder die vorbeigehenden Passanten – zu sehen gibt es im Café genug. Auch die reich dekorierten Frühstücksteller mit Aufschnitt, verschiedenen Käsesorten sowie Obst und Gemüse sind ein Fest fürs Auge.

Die lebenslustige Besitzerin legt viel Wert auf Qualität: So serviert sie ausgezeichneten Kaffee, aber auch verschiedenste Cocktails und guten Wein.

Wie zuhause gibt es im Café Lizette auch keine fixe Speisekarte; es wird das kredenzt, was gerade gebacken und gekocht wurde. Das reichhaltige Frühstück gibt es auf Vorbestellung.

Tipp: Das gesamte Lokal kann auch für einen privaten Brunch für bis zu 25 Personen exklusiv gemietet werden.

Öffnungszeiten
Di-Fr 8.30 – 12.30 und 16 – 18 Uhr
Fr: 8.30 – 12.30 und 17 – 21 Uhr
Sa 9 – 13 Uhr
Mo, So Ruhetag, eventuell geänderte Öffnungszeiten an Feiertagen
Kontakt
Langer Graben 7-8, 6060 Hall in Tirol
Tel.: +43 660 2282811
lizzoeschg@gmail.com

Mehr Infos zum Café Lizette findet ihr hier.

.Daniels Kristallwelten Café & Restaurant in Wattens

Frühstücksgenüsse, soweit das Auge reicht

Das „Daniels Kristallwelten“ ist eine der besten Adressen für einen gepflegten Brunch in der Region. Begrüßt wird man mit einem Glas Prosecco, ehe man sich zum ausgiebigen Buffet begibt, das buchstäblich keinen Wunsch offen lässt. Angefangen bei belgischen Waffeln, die an einer der drei Livecooking-Stationen zubereitet werden, zu Wurst-, Schinken- und Käsespezialitäten über heimisches und exotisches Obst bis hin zu Suppen und kreativ zubereiteten Eiergerichten – wer hier hungrig den Tisch verlässt, dem ist nicht zu helfen…

Frisch gepresste Säfte, Kaffeespezialitäten und Tees aus aller Welt können außerdem unbegrenzt entnommen werden.

Brunch jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr; von Montag bis Samstag  8.30 – 11 Uhr umfangreiche Frühstückskarte

Preis pro Person: € 32.-, Kinder von 7 – 14 Jahren: € 16; Kleine Genießer bis sechs Jahre dürfen kostenfrei auf einem Räuberteller mitessen.

Kein Brunch im Juli und August; Reservierung unbedingt erforderlich!

Tipp: Mit dem Kombiticket-Brunch erhält man 50% Rabatt auf das Eintrittsticket in die Swarovski Kristallwelten

Kontakt:
Daniels Kristallwelten Café und Restaurant
Kristallweltenstraße 1, 6112 Wattens
Tel.: +43 5224 51080
Mehr zu den Kristallwelten findet ihr hier.

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.Romediwirt in Thaur

Regionaler Genuss in modernem Ambiente

Der Romediwirt ist im Frühling 2018 eröffnetes Genussgasthaus nahe des Romedikirchleins oberhalb von Thaur. Heimische und saisonale Produkte in exzellenter Qualität bilden den Eckpfeiler der Philosophie von Gastgeberfamilie Wolfschluckner.

Das ideale „Futter“ vor einer ausgedehnten Wanderung ist das zünftige „Bergsteiger-Frühstück“: Hier wird ein Rührei aus drei Eiern mit Schinken oder Spinat serviert; dazu gibt es Gebäck und Butter sowie Orangensaft und ein Heißgetränk nach Wahl. Neben den Frühstücksvariationen kann man sich sein Frühstück auch selbst zusammenstellen – das Naturjogurt gibt es auch als Sojajogurt mit Guavensirup oder Früchten. Auch lecker ist auch das Bio – Crunchy Müsli von Verival.

Das Frühstück von der umfangreichen Karte erhält man täglich ab neun Uhr; jeden Samstag gibt es von 9 bis 12 Uhr außerdem das „All you can eat“-Brunch -Buffet um € 18,90 pro Person.

Tipp: Unbedingt auch die kostenlose Ausstellung „rundumTHAUR“  im Obergeschoss besuchen. Man erfährt allerlei Interessantes über 6000 Jahre Siedlungsgeschichte in Thaur, zur Thaurer Burg und dem Hl. Romedius, dem Dorfpatron. Außerdem gibt es einen Themenschwerpunkt zu den mystischen Eulen, die das Gebiet um den Romediwirt besiedeln. Brunchen in Hall

Öffnungszeiten
Di-Sa 9 -22.30 Uhr (Küche bis 21 Uhr)
So & Feiertage: 9 – 20 Uhr (Küche bis 19 Uhr)
Kontakt
Schlossgasse 17, 6065 Thaur
Tel.: +43 5223 213 48
info@romediwirt.at
www.romediwirt.at

Weberhof in Mils

Frühstücken am Bauernhof

Jeden Freitag kann man am idyllischen Weberhof in Mils frühstücken; dabei stehen zur Auswahl das „Große Frühstück“ verschiedenem Gebäck, Schinken, Käse, Aufstriche, Marmelade, Butter, Kuchen, Saft und Jogurt sowie dem „Kleinen Frühstück“ mit einem Heißgetränk nach Wahl, frisch gebackenem Bauernbrot, Milchzopf, Aufstrich, Marmelade & Butter sowie das „Große Frühstück“, das genauso gut „Riesen-Frühstück“ heißen könnte, gibt es doch zusätzlich zum Kleinen Frühstück verschiedenes Gebäck (Laugen, Vinschgerl), Schinken, Käse, Joghurt, Saft sowie selbst gebackenen Kuchen, der übrigens himmlisch schmeckt.

Die Plätze sind begrenzt; deswegen ist eine möglichst frühe Reservierung ratsam.

Tipp: Am besten gleich das herrliche frische Bauernbrot oder andere Spezialitäten vom Bauernmarkt am Hof mit nach Hause nehmen. Weiter werden auch schmackhafte Milch- und Käseprodukte angeboten, die in der hofeigenen Molkerei erzeugt werden.

Öffnungszeiten: Frühstück jeden Freitag ab 9 Uhr bis mittags; Bauernmarkt jeden Freitag von 9 – 18 Uhr

Kontakt:

Weberhof 1, 6068 Mils

Tel.:  +43 664/3244275

weberhof@holsteinzucht.eu

www.holsteinzucht.eu

 

Haller Kirchen erzählen ihre Geschichten: Pfarrkirche St. Nikolaus

Die Altstadt von Hall ist voll von historischen Gemäuern, Prachtbauten und Verborgenem. Vor allem aber erzählen die Gebäude der Stadt viele Geschichten – so auch die mächtige Pfarrkirche St. Nikolaus.

Die Haller Pfarrkirche wurde 1281 erstmals urkundlich erwähnt. Nach der Errichtung einer ersten, spätgotischen Hallenkirche im Jahr 1320 wurde das Gotteshaus ein Jahrhundert später unter Stadtbaumeister Hans Sewer (1420 – 1440) erweitert und ausgebaut. Die Gewerkenfamilie Fieger ließ 1490 eine Privatkapelle an die Fassade mit Zinnengiebel, welcher mit der Figur des Patrons Nikolaus gekrönt ist, anbauen.

Ansicht von Westen mit dem markanten Staffelgiebel und der Statue des Hl. Nikolaus, dem Patron der Haller Pfarrkirche

Den barocken Turm wiederum erhielt die Pfarrkirche nach dem Erdbeben von 1670. Das Innere der Kirche überrascht den Besucher durch den barocken Prunk. Aber – wieso ist der Altarbereich verschoben? Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Für den Erweiterungsbau von 1420 war der Chorraum der Vorgängerkirche weiter verwendet worden. Da die Geländestufe, auf der die Kirche gebaut ist, nach Süden hin steil abfällt, verschob Baumeister Sewer die dreischiffige Halle nordwärts.

Blick durch das Mittelschiff des Langhauses zum Chor. Deutlich ist der Knick in der Raumachse zwischen Langhaus und Chor zu erkennen.

Klerikale Kostbarkeiten in der Pfarrkirche St. Nikolaus

Der Großteil der Innenausstattung entstand nach 1752. Zu der Zeit schuf Josef Adam Mölk mit vielen Gehilfen die Deckenfresken. Sie stellen Szenen der Nikolauslegende und einiger anderer Heiliger dar. Auch die Kanzel, die Altäre und die Orgel wurden zu der Zeit neu gestaltet.

Blick durch das Mittelschiff zur Orgelempore. Die sichtbaren Eisenstangen im Gewölbe wurden nach dem Erdbeben 1670 eingezogen.

Das Altarblatt des prachtvollen, schwarzgoldenen Hochaltar schuf Jan Erasmus Quellinus aus Antwerpen (1657). Dem Haller Künstler Franz Xaver Fuchs ist es zu verdanken, dass das barocke Innere der Kirche nach mehreren Regotisierungsvorhaben am Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten geblieben ist.

Wunderschöner Palmeselchristus aus dem 1. Viertel des 15. Jahrhunderts. Der Palmesel wird jedes Jahr am Palmsonntag schön geschmückt bei der Prozession mitgeführt. Der Innenraum des Esels ist hohl, früher füllte man ihn mit Broten, welche während der Prozession auf den Boden fielen und von der erfreuten Bevölkerung eingesammelt wurden.

Zu den wenigen gotischen Stücken die noch in der heutigen Kirche vorhanden sind, zählen der Palmesel und ein Passionsbild sowie die beiden Steinbecken für Tauf- und Weihwasser und die bekannte Marienstatue im Barockaltar der Waldaufkapelle  im nördlichen Seitenschiff.

Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert mit Spätrenaissance –Aufsatz

In dieser Kapelle ist neben dem Stifter und dessen Familie Kooperator Josef Lambichler (1883 – 1956) begraben. Er kümmerte sich besonders während der beiden Weltkriege aufopfernd um die Haller Jugend.

Waldaufkapelle. Ritter Florian Waldauf stiftete die Kapelle zusammen mit einem bedeutenden Reliquienschatz. Das aufwändig und prachtvoll gestaltete spätgotische Gitter der Kapelle zeigt Wappen des Stifters und seiner Frau Barbara Mitterhofer. Am Altar ist auch die gotische Muttergottes im Strahlenkranz zu sehen, eine der noch wenigen erhaltenen gotischen Figuren in der Kirche.

Aufwändige Renovierung

Aufgrund eines Brandes im Dachstuhl 1880 sowie der Abdeckung des Dachs in Kriegszeiten und des damit verbundenen Wassereintritts wurde eine Restaurierung  der Deckenmalereien notwendig. Es gab insgesamt vier Bauphasen und es wurden auch Projekte wie die Gestaltung des Altarraums, die Erneuerung der Elektrik und der Beleuchtung angegangen. Außerdem reinigte man die Altäre, Zunftstangen und Skulpturen professionell. Ein Riesen-Projekt! Die feierliche Wieder-Eröffnung der Pfarrkirche St. Nikolaus erfolgt dann am 29.10.2017.

Tipp: Wer die Kirche in den nächsten Tagen besucht. kann ein wunderbares, von Speckbacher Schützen bewachtes Ostergrab bewundern. Es ist mit Sicherheit eines der schönsten Ostergräber in Tirol!