Das Stromboli als Wohnzimmerbühne

Kulturinstitution Stromboli

Vor über 30 Jahren wurde von einer kleinen Gruppe kulturinteressierter Menschen das Jugendforum Hall gegründet. Ziel war es, etwas Schwung in das Haller Kulturleben zu bringen. Mit der ersten öffentlichen Aktion im Jahr 1989, dem Stadtfest „Raus aus der Konserve“, schuf man ein kulturelles Angebot abseits des Mainstreams und der Entertainmentkultur. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Heute ist das Kulturlabor Stromboli zu einem wichtigen Kultur- und Kommunikationszentrum herangewachsen. Etwa an die 150 Veranstaltungen pro Jahr aus den Bereichen Musik, Theater, Literatur und Kleinkunst beleben die kulturelle Szene Halls mit unkonventionellen und zeitkritischen Aufführungen. Zudem fungiert das Kulturlabor als Plattform für die heimische Künstlerwelt. Gerade in der jetzigen Zeit der vielen Einschränkungen sieht man, wie wichtig ein intaktes Netzwerk für freiberufliche Kulturschaffende ist.

Stromboli wird aktiv

Durch die Corona-Krise kam es auch im Stromboli zu einem ungewollten Lockdown. Viele KünstlerInnen haben ihre geplanten Liveauftritte abgesagt und kurze Videobotschaften spontan ans Kulturlabor geschickt, um das Stromboli-Publikum auf Herbst zu vertrösten. Nach der ersten Schockphase wurde das Stromboli-Team aktiv und hat den Kulturschaffenden einen neuen, virtuellen Raum geboten. Das Stromboli wurde kurzerhand in eine Wohnzimmer-Bühne umfunktioniert. Von hier aus werden die Kulturbeiträge aufgezeichnet und die Videos auf Facebook und der Stromboli-Website veröffentlicht. Ganz nach dem Motto: Wenn schon das Publikum nicht zu uns kommen darf, dann kommen wir zum Publikum!

Kultur goes online

Seit dem 25. April 2020 gibt es ein sehr abwechslungsreiches Kulturprogramm für Groß und Klein im Netz zu genießen. Von der gemütlichen Couch zu Hause aus, klicken wir uns auf die Bühne des Strombolis. Lesung und Kabarett stehen Mittwochabend auf dem Programm und am Wochenende gibt es feinen Sound von DJs. Natürlich kommen auch die Kids nicht zu kurz. Herzerwärmende Gute-Nacht-Geschichten entführen die kleinen ZuseherInnen ins Land der Träume. Aufgrund der Krise und der zahlreichen Reisebeschränkungen setzt man jetzt bewusst auf die heimischen KünsterInnen. Sollte man einen Termin verpasst haben, kein Problem, die Filme sind jederzeit auf YouTube abrufbar!

Stromboli Couch Surfing” – eine Crowdfunding-Kampagne

Bei dem Crowdfunding-Projekt „Stromboli Couch Surfing“ kann man die von der Corona-Krise betroffenen KünsterInnen finanziell unterstützen. Wie funktioniert das? Auf der Website Startnext wählt man entweder einen individuellen Beitrag aus, den man für die Aktion spenden möchte, oder man kauft gleich ein Package mit einem schmackhaften Freibier und dem kultigen Toast dazu. Bis zum 30. Juni 2020 darf fleißig eingezahlt werden, damit das Haller Kulturleben im virtuellen Raum aufrecht bleibt. Gegen einen Obolus zugunsten der Kulturschaffenden ist doch nichts einzuwenden. Oder? 😉

Der Sommer kann kommen!

Natürlich kann man den innovativen gemeinnützigen Verein auch über andere Wege finanziell unter die Arme greifen. Wie wäre es mit etwas Geld im Postkasten oder noch besser, einer abendlichen Konsumation an der Bar? Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag von 19:00 bis 23:00 Uhr ist das Stromboli wieder geöffnet. Mund-Nasen-Schutz nicht vergessen! Auch wenn die großen Veranstaltungen leider noch ausbleiben, das Team freut sich über eure Besuche. Ab Mitte Juni wird dann mit den heiß ersehnten Liveauftritten gestartet, zwar mit Besucherbeschränkungen, aber es darf wieder gefeiert werden!

TIPP: Kulturelle Highlights in der Region Hall-Wattens

Cheese! Fotoshooting der Tirol Kollektion in Hall und Volders

Beim Grafen zu Gast

Am ersten Tag stand Schloss Friedberg in Volders auf dem Programm, genauer genommen der mittelalterliche Hof mit dem romantischen Brunnen und der herrliche Garten, der sogar einen Pool hat und für Feste aller Art gemietet werden kann. Die Traditions-Linie der Tirol Kollektion mit seinen natürlichen und edlen Materialen passte sehr gut in die Umgebung des Schlosses aus dem 13. Jahrhundert.

Im Garten des Grafen von Schloss Friedberg packte auch mal der Fotograf mit an, wenn es darum ging, störende Gegenstände für das nächste Motiv aus dem Weg zu räumen.

Der Spaß an der Sache ist wichtig

Die Models Tanja, Tirol Werberin und Alexander, IT-Profi, standen zum ersten Mal für den Tirol Shop vor der Kamera. Sie hatten viel Spaß dabei, was eine Voraussetzung für das Entstehen ausdrucksvoller Fotos ist.

Was so locker aussieht, ist in Wahrheit sehr anstrengend. Den ganzen Tag hindurch zu posen und immer frisch und fröhlich auszusehen, ist nicht ohne. Fotograf Nicolas Hafele aus Innsbruck hat es verstanden, die sympathischen Models jederzeit zu motivieren und die einzelnen Szenen sehr gut abzulichten. Und eventuelle optische Ermüdungserscheinungen wurden von der Visagistin Sabrina einfach weggezaubert. Sabrina kümmerte sich darum, dass Make up und Haare der Models den ganzen Tag über perfekt waren. Die Tirol Shop Kollektion brauchte viel Platz – in einem Schloss zum Glück kein Problem.

Die Altstadt Hall, wenn alles noch schläft

Am zweiten Tag traf sich das Foto-Team in der Altstadt in Hall. Früh morgens war der Treffpunkt am Oberen Stadtplatz angesetzt, um einerseits das sanfte Licht nach Sonnenaufgang nutzen zu können und andererseits, weil kurz nach Sonnenaufgang noch wenig Passanten unterwegs waren.

Tirol Shop-Chefin Claudia, die sich auch für das Design der Tirol Kollektionen verantwortlich zeigt, schaut ganz genau, dass die Teile – hier an Model Clemens – zur Geltung kommen.

Andere Models, gleiche Freude beim Shooten

Die Models, die für diesen Tag engagiert wurden, heißen Denise und Clemens, beides Mitarbeiter der Tirol Werbung. Sie repräsentierten die LifestyleLinie der Tirol Kollektion. Dazu gehören unter anderem die beliebten Sprüche-T-Shirts und die Sportlinie. Denise und Clemens posierten vor der Kamera wie geübte Profimodels und hatten sichtlich Spaß dabei, wobei ihnen der Teil mit dem Tüten-Eis wohl am besten gefallen hat.

Beide Tage waren nicht nur fototechnisch ein voller Erfolg! Das Fotografen-Team bedankt sich bei Anna Grießer und dem Team des Tourismusverbandes Hall Wattens für die freundliche Unterstützung.

Wer sehen möchte, wie die professionellen Fotos geworden sind und Lust auf die Sommerkollektion des Tirol Shops bekommen hat, findet alles auf www.tirolshop.com!

Interview mit dem Künstler Wolfgang Baldauf

Der 35-jährige gebürtige Haller Künstler Wolfgang Baldauf kommt ursprünglich aus der Mode- und Produktfotografie und hat 2012 ins künstlerische Metier gewechselt. Seine Leidenschaft gilt der analogen Fototechnik. Hierbei werden Bilder von der Kamera auf andere Materialien wie Papier oder Glas projiziert und haftbar gemacht. Klingt einfach, ist es aber nicht. Erst nach etwa zweijähriger Tüftelei und Experimentiererei gelang es dem Künstler, dank spezieller Techniken, Skulpturen auf Holz zu projizieren.

Jedes Endprodukt ist ein Unikat und mittlerweile ist auch die Nachfrage nach so einem speziellen Holzkunstwerk gestiegen. Dennoch lautet seine Devise: Von jedem Negativ gibt es nur ein Werk bzw. eine Skulptur.

In einem persönlichen Gespräch konnte ich mehr über den Künstler und seine Arbeit erfahren.

Wie entstehen deine Kunstwerke?

„Zuerst zeichne ich eine Linie, die aus einer inneren Gefühlsregung heraus entsteht. Langsam entwickelt sich die Zeichnung und am Ende habe ich eine Skulptur mit speziellen, ja schon fast unnatürlichen Verrenkungen und spiralförmigen Körpern geschaffen. Da bestimmte Posen in Natura nicht möglich sind, kam mir die Idee der besonderen Drehung, diese ist dann immer spontan und intuitiv“, so Wolfgang. Hier wird deutlich, wie sich der Künstler von seinen Gefühlen leiten lässt und diese auf seine Werke überträgt.

Kannst du mir bitte deine Arbeitsschritte kurz erklären?

Zuerst wird eine Skulptur aus verschiedenen Materialien geschaffen. Danach wird die Skulptur mit einer analogen Kamera fotografiert und der Film gleich entwickelt. Das ausgewählte Holz wird so bearbeitet, dass es für die analoge Entwicklung bereit ist, d.h. das Holz wird mit einer lichtempfindlichen fotosensitiven Schicht bearbeitet. Im Dunkelraum wird das Trägermaterial ausbelichtet und entwickelt. Fertig ist das Kunstwerk!

Welches Material verwendest du am liebsten?

Ganz eindeutig Holz. Maserung und Farbton sind entscheidend bei der Holzauswahl. So ist die Fichte sehr hell, gelblich bis weiß, die Kiefer hingegen hat einen rot-gelblichen Ton und die Zirbe ist meistens hellbraun.

Das Holz gibt durch seine natürliche Maserung dem Kunstwerk seine Form. Wir sprechen hier von einer linearen Kunst. Das verwendete Holz besitzt keine Kanten, daher passen die weiblichen Formen der Frau auch besser für Skulpturen. Und die weiblichen Züge gefallen dem Künstler eindeutig besser.

Mittlerweile bist du in Hall eine bekannte Persönlichkeit und durftest die Neujahrsentschuldigungskarte 2020 gestalten. Wie kam es dazu?

Ich war natürlich sehr stolz und geehrt, als das Komitee des „Lambichler Sozialfonds“ (gegr. 2016 durch die Marianische Kongregation Hall) letztes Jahr an mich herangetreten ist und mich beauftragt hatte, die Neujahrsentschuldigungskarte für 2020 zu gestalten. Genau genommen handelt es sich um 200 Holztafeln, die ich ausbelichtet und entwickelt habe. Zu sehen ist ein Ausschnitt vom Langen Graben mit Blick auf den Münzerturm. Ich war von dem karitativen Zweck sehr angetan und es war somit eine Win-Win-Situation für beide Parteien. Im Sommer 2019 habe ich mit meiner Arbeit begonnen und im November waren 200 Stück der Holztafeln fertig.

In welche Richtung wird deine nächste Reise gehen?

„Eigentlich weiß man das doch nie“, meint Wolfgang und lacht. Er wird jedenfalls der Fotografie treu bleiben und an seiner Technik herumfeilen bzw. versuchen, sie zu verfeinern. Außerdem möchte er gerne Hybridwesen kreieren, d.h. seine Technik auf Beton oder Flusssteinen aus dem Inn ausprobieren. Denn sein Motto lautet: „Ein Künstler darf nie ruhen!“ Daher wird laut dem Künstler meistens ganz spontan entschieden. So dürfen wir gespannt sein, was die Zukunft für Wolfgang Baldauf noch Spannendes bereithält.

Hast du einen Ausgleich zum stressigen Künstlerdasein?

Wieder lacht er und meint, dass sein Schaffen keine Arbeit sei. Vielmehr ist es Leidenschaft, Besessenheit und ein innerer Drang, etwas vollenden zu wollen. In seiner Freizeit ist er ambitionierter Bassist in verschiedenen Jazzbands. Seit circa 20 Jahren macht er gemeinsam mit seiner Schwester Petra Musik. Ihr aktuelles Projekt heißt Sassophonic, ein Elektronikprojekt mit tanzbarer Jazzmusik. Ihre Videos produzieren sie selbst. Neugierig auf Wolfgangs und Petras Musik?

Wo kann man deine Kunst bewundern?

Am Freitag, den 06. März um 19:00 beginnt unsere 3-wöchige Vernissage der Haller ARTgenossen im Goldenen Engel in Hall. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher!

Lieber Wolfgang, ich bin überzeugt, dass die Ausstellung ein toller Erfolg sein wird. Danke für deinen Besuch und das überaus anregende Gespräch.

Anbei die Termine der Ausstellung im Goldenen Engl:

Samstag, 07.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Sonntag, 08.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Freitag, 13.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Samstag, 14.03.2020 von 16:00 bis 21:00 mit Führung von Eva Willburger um 17:00 Uhr

Sonntag, 15.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Freitag, 20.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Samstag, 21.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Finissage am Sonntag, 22.03.20 ab 16:00 Uhr

Noch mehr Informationen zu Wolfgang Baldauf gibt es auf seiner Facebook-Seite.

Der Europataler

Kaiser Max besuchte die Tiroler Sparkasse

Eigens für die Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2008 wurden Europataler in der Münze Hall geprägt. Die limitierte Auflage war ein voller Erfolg. Drei der bereits vergriffenen Münzen wurden anlässlich des Maximilianjahres verlost. Über die Veranstaltungsplattform “SALZRAUM.Hall livelocations” konnte man am Gewinnspiel teilnehmen. Drei glückliche Gewinner wurden gezogen. Was alle nicht wußten: Kaiser Max übergab ihnen höchstpersönlich die begehrten Sammlerstücke. Die Kundenhalle am Innsbrucker Sparkassenplatz war Schauplatz der Feierlichkeiten. Und das nicht ohne Grund: Ein über 20 Kilogramm schwerer Europataler stand im Mittelpunkt. Kein Wunder: Die Münze ist ein wahrer Publikumsmagnet. Unter den glücklichen Gewinner*innen war auch Renate Tobitsch. Insgeheim ist sie ein großer Kaiser Max Fan. Stolz präsentierte sie ihre Münze:

“Auf den Europataler bin ich sehr stolz. Ich werde ihn jetzt einmal überall herzeigen und dann bekommt er einen Ehrenplatz”.

Der Europataler

Den “Kaisertaler” ließ Kaiser Maximilian I. anlässlich seiner Kaiserkrönung in der Münze Hall im Jahr 1508 prägen. Der Krönungsdoppelguldiner ist die erste Münze mit dem Schriftzug Europa. Anlässlich der Fußball EM im Jahr 2008 und zum 500-jährigen Jubiläum des ersten Europäers Kaiser Maximilian I. fertigt die Münze Hall in Kooperation mit der Münze Österreich den größten Silbertaler der Welt mit einem Gewicht von 2008 dag, sowie 2008 Stück des Europatalers in einer limitierten Auflage. Die Vorderseite des Talers entspricht jener aus der Zeit Maximilians 1508. Sie zeigt den frisch gebackenen Kaiser in Rüstung auf dem Pferd; in seiner Hand hält er ein Banner mit dem kaiserlichen Symbol, dem Doppeladler.

Mehr Informationen zum Europataler findet ihr unter https://www.europataler.at

 

Der Schatz des Maximilian – Wissensrallye

Die Idee dahinter

Das Jahr 2019 ist geprägt von Ausstellungen und Veranstaltungen zu Ehren des 500. Todestages von Kaiser Maximilian I. Auch in Hall ließ man sich einiges für das junge Publikum einfallen. So spazieren viele Schulklassen und Wissbegierige mit Tablets gerüstet durch die historische Altstadt und meistern bravourös die Wissensrallye „Maximilian go“. Bei dieser interaktiven und spannenden Schatzsuche geht es darum, die von Buchautor Thomas Brezina erdachte Rätselgeschichte, interaktiv zu lösen.

Beschreibung

Im Mittelpunkt steht eine spannende Abenteuergeschichte rund um Kaiser Maximilian I. Die in Kleingruppen eingeteilten TeilnehmerInnen bekommen vom Hofnarren Kunz von Rosen Rätselfragen gestellt, die sie mit Unterstützung von Tablets richtig beantworten sollen. Teamarbeit ist also gefragt! So werden bei dieser modernen Schnitzeljagd Orte und Gebäude aufgesucht, die in Maximilians Leben von Bedeutung waren. Aber Achtung, das Team mit der geringsten Fehlerquote und der höchsten Punktezahl gewinnt. Am Ende der Schatzsuche werden die lustigen Selfies und Videos bei der Abschlussbesprechung begutachtet. Eine unterhaltsame und spannende Beschäftigung mit großem Lern- und Spaßfaktor!

 

Die Rallye und unsere EntdeckerInnen

Neun Mädchen und ein Junge nahmen die Herausforderung an und stellten sich der interaktiven Schnitzeljagd. Nachdem sich die Gruppen „Popcorn“, „Die Bonbons“ und „Maria von Burgund“ gefunden hatten, gab es eine kurze Einführung von Frau Mag. Alexandra Müller-Krassnitzer von der Stadtarchäologie Hall in der Burg Hasegg. Der Countdown begann und die Gruppen machten sich in zweiminütigem Abstand mit den Tablets in der Hand auf den Weg.

Lasst die Suche beginnen!

Ein großer Park, enge Gassen, mittelalterliche Brunnen, verborgene Eingänge sowie historische Häuserfassaden sind wichtige Anhaltspunkte während der Rallye, um die kniffligen Rätselaufgaben zu knacken. An den verschiedenen Stationen befinden sich versteckte Hinweise, wo genau die sind – wird hier natürlich nicht verraten. Nun heißt es kurz überlegen, gemeinsam besprechen und die richtige Antwort antippen.

Bei einer falschen Lösung ertönt ein lauter Piepton. Vorsicht, die Zeit läuft, daher scharf nachdenken, denn jede falsche Antwort bedeutet Punkteabzug. Aber zum Glück gibt es Selfies und Videos, mit denen man den Punkteverlust wieder wettmachen kann.

Und weiter geht’s…

Die glücklichen Gewinnerinnen

Nach gut eineinhalb Stunden hatten alle Gruppen die Aufgaben gelöst und sind in der Burg Hasegg eingetrudelt. In der Stadtarchäologie wurden die Ergebnisse ausgewertet und die strahlenden Siegerinnen erhielten eine Kaiser-Maximilian-Münze. Herzlichen Glückwunsch dem Team “Maria von Burgund”. Dennoch, riesiges Lob an die eifrigen TeilnehmerInnen, alle waren mit großer Begeisterung dabei. Aber mal ehrlich, das Highlight war dann doch die Präsentation der lustigen Selfies und der schon fast profimäßigen Kurzvideos!

 

Hier geht’s zu den Kunstwerken:

 

 

Fortführung Wissensrallye „Maximilian go“ in Hall

Aufgrund des großen Erfolges und der anhaltenden Nachfrage wird die Wissensrallye in Hall bis Oktober 2020 verlängert. Sollte das Entdeckerfieber nun auch euch gepackt haben, dann ab nach Hall in die Burg Hasegg! Und wer besonders ambitioniert ist, hat die Möglichkeit, sich auch in Innsbruck und Kufstein auf Schatzsuche zu begeben. Mehr Infos unter: https://www.stadtarchaeologie-hall.at/2018/11/22/5912/

Sakramentsgarden in Tirol

Entstehungsgeschichte der Sakramentsgarden in Tirol

Am 31. Oktober 2013 wurde der “Bund der Sakramentsgarden in Tirol” gegründet. Hall in Tirol, Schwaz, Thaur und Volders tragen das Erbe der Tiroler Geschichte in diesem Bund weiter. Trotz der Unterschiede innerhalb der Garde haben sie einen Auftrag, das Ehrengeleit für das Allerheiligste zu sein.

Patron des Bundes ist der Selige Carl Lampert aus Vorarlberg. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Lampert wurde aufgrund seines bekennenden Widerstands gegen den Nationalsozialismus zum Tode verurteilt. Gleichzusetzen auch mit der Sakramentsgarde, welche zu Hitlers Zeiten verboten wurde.

Immaterielles Kulturerbe

Noch einen Monat zuvor wurden die “Sakramentsgarden in Tirol” in den Reigen des Immateriellen Kulturgutes aufgenommen. Der Weg dorthin war kein leichter. Der erste Antrag wurde abgelehnt. Doch die Garde ließ sich ein erneutes Mal nicht vom Weg abbringen. Mittels historischer Fakten und überzeugender Argumentation wurden die Garden aus Tirol am 25. September 2013 in die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Das Fronleichnamsfest und die Fronleichnamsprozession

Juliana von Lüttich spielt eine wichtige Rolle in Verbindung mit dem Fronleichnamsfest. Als Oberin der Klosterfrauen von Cornillon offenbarte sie ihre Visionen den geistlichen Herren. Ihre Offenbarung zeigte einen dunklen Riss in der Mondscheibe. Ein Zeichen dafür, dass im Kirchenjahr ein Fest zu Ehren des Heiligsten Altarsakraments fehlte. Seither feiert man 60 Tage nach Ostern beziehungsweise 10 Tage nach Pfingsten das Fronleichnamsfest – und zwar immer an einem Donnerstag. In Hall belegt eine Urkunde aus dem Jahre 1326 das erste Fest für die “Nikolauskirche in Hall”. Von dort aus verbreitete sich das Fest im ganzen Land.

Prunkvolle Schützenkompanien und Musikkapellen begleiten die Fronleichnamsprozession seit jeher. Herkunftsland der Prozession ist Spanien, welches als Vorbild für die Prozessionen in Tirol diente. An den verschiedensten Punkten in den Städten standen schön geschmückte Altäre, Straßen wurden mit Teppichen ausgelegt und Laub wurde am Boden verstreut. Dieses wurde nach der Prozession eingesammelt und verbrannt. Die Asche wurde über die Felder gestreut und sollte vor Hagel schützen.

Wordherkunft “Partisaner”

Erste Corporis-Christi-Bruderschaften gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Die Bruderschaften begleiten das Allerheiligste bei Prozessionen und verfolgen karitative Zwecke. Florian Ritter von Waldauf wurde bei der Überstellung der Reliquiensammlung in die Haller Pfarrkirche von einer Schar Bewaffneter und Knappen mit Helmbarten begleitet. So steht es im Haller Heiltumsbuch geschrieben.

Aufstände, neue Bewegungen und Angriffe des Altarsakraments führten dazu, dass vermehrt religiöse Aufzüge von bewaffnetem Geleit stattfanden. Viel später entwickelten sich Bezeichnungen wie “Partisaner”, “Hellebardiere” oder “Scharnägel” für die Gruppen. Nicht mehr zum Schutz, sondern als schmückendes Beiwerk für die Prozessionen sind sie heute zu sehen.

Die Partisaner Garde zu Hall in Tirol

Die Sakramentsgarde hat in Hall eine lange Tradition. Erste Aufzeichnungen gehen ins Jahr 1326 zurück. Sei es bei Versehgängen oder Sakramentsbegleitungen. Nicht immer war die Partisaner Garde gern gesehen, in Zeiten der Monarchie und des Nationalsozialismus sogar verboten. Erst danach wurde die Tradition wieder belebt. Wobei auch nicht lange. Aufgrund von “Überalterung” stand die Garde im Jahr 1972 erneut vor dem Aus. Das Anwerben neuer und junger Gardisten stand an. Und das mit Erfolg. Die Tracht der Garde wurde damals vom Haller Künstler Franz-Xaver Fuchs entworfen. Aufgrund des Herkunftslandes Spaniens wurde sie an das Vorbild des spanischen Hofs angelehnt.

Die Partisanen Garde heute

Mit 30 Mitgliedern erfreut sich die Partisaner Garde zu Hall in Tirol heute großer Nachfrage. Im Kirchenjahr gibt es drei Pflichttermine, an denen ausgerückt wird: Mariä Verkündigung (25. März), Fronleichnam (60 Tage nach Ostern an einem Donnerstag) sowie am Vorabend zu Allerheiligen (31. Oktober), dem Patroziniumstag der Partisaner. Tradition ist es auch, dass Gardisten im Beisein der Partisanenkollegen ihre Hochzeit in der Jesuitenkirche feiern. Zudem sind die Kinder der Gardisten Ministranten und begleiten die Partisaner.

Die Waffen der Sakramentsgarde

Trabantenhelme aus Volders, Sponton des Leutnants aus Thaur, Löwenkopfsäbel der Salva Guardia aus Schwaz oder Sponton der Offiziere aus Hall in Tirol. Die Waffen der Garden waren und sind auch heute noch einzigartige Kunstwerke. Der gewichtige Sponton aus Hall an sich hat eine stolze Länge von 212,5 cm und ist teils aus Metall und teils aus Holz gefertigt.

TIPP: Um die Gardisten in Amt und Würden und hautnah zu erleben, sind alle interessierten BesucherInnen herzlich eingeladen, am Festgottesdienst anlässlich des Patroziniums der Sakramentsgarde am 31. Oktober um 19 Uhr in der Haller Jesuitenkirche teilzunehmen.

Fünfmal köstlich brunchen in Hall in Tirol und Umgebung

„Frühstück ist die schönste aller Mahlzeiten.  Man ausgeruht und jung, hat sich noch nicht geärgert und ist voll neuer Hoffnungen und Pläne.“ (Heinrich Spörl)

Café Erzspeicher – Brunchen in Hall in Tirol

Kuschelige Oase in der Unteren Lend

Bequemer Kuschelsessel, geräumiger Klatsch-und-Tratsch-Tisch oder doch der Platz beim antiken Klavier? Im Café Erzspeicher im Haller Stadtteil „Untere Lend“, etwas abseits des Trubels der Haller Altstadt, findet jeder das passende Plätzchen – um sodann eine herrliche Frühstücksauswahl zu genießen. Einst ein Schiffslagerhaus, ist das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert von der Besitzerin Barbara Hofler liebevoll und aufwendig restauriert worden. Angeboten werden im Café Erzspeicher ausschließlich regionale Produkte – wie selbst gemachte Marmeladen, saftige Kuchen, sündige Spezialitäten wie French Toast, Pancakes und Waffeln sowie vorab zusammengestellte Frühstücks-Kombinationen.

Für Bescheidene bietet sich das „Nonnen-Frühstück“ mit einer Scheibe Brot und Butter an; bei der „Schlemmerei für Zwei“ mit Wurstspezialitäten und Käse, Aufstrich, Brotkorb, Butter und Freilauf-Ei werden auch die hungrigsten Mäuler pappsatt. Lecker: Das „Erzspeicher“-Müsli mit Dinkel, Nüssen, Leinsamen, Banane und Schokoladensauce.

Tipp: Live-Musik mit Jazz, Blues oder Klassik, aber auch Vorträge werden regelmäßig abgehalten; fein sitzt man auch im lauschigen Gastgarten.

Öffnungszeiten
Mo – So 8 – 20 Uhr; Frühstück von 8 – 13 Uhr, danach Snackangebot | Ruhetage: Mi
Kontakt
Untere Lend 17, 6060 Hall i.T.
Tel.: +43 664 4934723
cafe@erzspeicher.at
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Cafe@Lizette in Hall in Tirol: Brunchen in Hall in Tirol

„Wie zu Hause, bei der Mama.“

Mit diesen Worten umschreibt Inhaberin Lizette Zöschg ihr „Baby“ – und zuhause fühlt man sich auch, wenn man das Café auf halbem Weg vom Unteren zum Oberen Stadtplatz betritt. Es ist klein, dafür umso gemütlicher, liebevoll eingerichtet und dekoriert. Ob das historische Deckengewölbe, die unterschiedlichen, originellen Sitzgelegenheiten, die prächtig verzierte Bar oder die vorbeigehenden Passanten – zu sehen gibt es im Café genug. Auch die reich dekorierten Frühstücksteller mit Aufschnitt, verschiedenen Käsesorten sowie Obst und Gemüse sind ein Fest fürs Auge.

Die lebenslustige Besitzerin legt viel Wert auf Qualität: So serviert sie ausgezeichneten Kaffee, aber auch verschiedenste Cocktails und guten Wein.

Wie zuhause gibt es im Café Lizette auch keine fixe Speisekarte; es wird das kredenzt, was gerade gebacken und gekocht wurde. Das reichhaltige Frühstück gibt es auf Vorbestellung.

Tipp: Das gesamte Lokal kann auch für einen privaten Brunch für bis zu 25 Personen exklusiv gemietet werden.

Öffnungszeiten
Di-Fr 8.30 – 12.30 und 16 – 18 Uhr
Fr: 8.30 – 12.30 und 17 – 21 Uhr
Sa 9 – 13 Uhr
Mo, So Ruhetag, eventuell geänderte Öffnungszeiten an Feiertagen
Kontakt
Langer Graben 7-8, 6060 Hall in Tirol
Tel.: +43 660 2282811
lizzoeschg@gmail.com

Mehr Infos zum Café Lizette findet ihr hier.

.Daniels Kristallwelten Café & Restaurant in Wattens

Frühstücksgenüsse, soweit das Auge reicht

Das „Daniels Kristallwelten“ ist eine der besten Adressen für einen gepflegten Brunch in der Region. Begrüßt wird man mit einem Glas Prosecco, ehe man sich zum ausgiebigen Buffet begibt, das buchstäblich keinen Wunsch offen lässt. Angefangen bei belgischen Waffeln, die an einer der drei Livecooking-Stationen zubereitet werden, zu Wurst-, Schinken- und Käsespezialitäten über heimisches und exotisches Obst bis hin zu Suppen und kreativ zubereiteten Eiergerichten – wer hier hungrig den Tisch verlässt, dem ist nicht zu helfen…

Frisch gepresste Säfte, Kaffeespezialitäten und Tees aus aller Welt können außerdem unbegrenzt entnommen werden.

Brunch jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr; von Montag bis Samstag  8.30 – 11 Uhr umfangreiche Frühstückskarte

Preis pro Person: € 32.-, Kinder von 7 – 14 Jahren: € 16; Kleine Genießer bis sechs Jahre dürfen kostenfrei auf einem Räuberteller mitessen.

Kein Brunch im Juli und August; Reservierung unbedingt erforderlich!

Tipp: Mit dem Kombiticket-Brunch erhält man 50% Rabatt auf das Eintrittsticket in die Swarovski Kristallwelten

Kontakt:
Daniels Kristallwelten Café und Restaurant
Kristallweltenstraße 1, 6112 Wattens
Tel.: +43 5224 51080
Mehr zu den Kristallwelten findet ihr hier.

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.Romediwirt in Thaur

Regionaler Genuss in modernem Ambiente

Der Romediwirt ist im Frühling 2018 eröffnetes Genussgasthaus nahe des Romedikirchleins oberhalb von Thaur. Heimische und saisonale Produkte in exzellenter Qualität bilden den Eckpfeiler der Philosophie von Gastgeberfamilie Wolfschluckner.

Das ideale „Futter“ vor einer ausgedehnten Wanderung ist das zünftige „Bergsteiger-Frühstück“: Hier wird ein Rührei aus drei Eiern mit Schinken oder Spinat serviert; dazu gibt es Gebäck und Butter sowie Orangensaft und ein Heißgetränk nach Wahl. Neben den Frühstücksvariationen kann man sich sein Frühstück auch selbst zusammenstellen – das Naturjogurt gibt es auch als Sojajogurt mit Guavensirup oder Früchten. Auch lecker ist auch das Bio – Crunchy Müsli von Verival.

Das Frühstück von der umfangreichen Karte erhält man täglich ab neun Uhr; jeden Samstag gibt es von 9 bis 12 Uhr außerdem das „All you can eat“-Brunch -Buffet um € 18,90 pro Person.

Tipp: Unbedingt auch die kostenlose Ausstellung „rundumTHAUR“  im Obergeschoss besuchen. Man erfährt allerlei Interessantes über 6000 Jahre Siedlungsgeschichte in Thaur, zur Thaurer Burg und dem Hl. Romedius, dem Dorfpatron. Außerdem gibt es einen Themenschwerpunkt zu den mystischen Eulen, die das Gebiet um den Romediwirt besiedeln. Brunchen in Hall

Öffnungszeiten
Di-Sa 9 -22.30 Uhr (Küche bis 21 Uhr)
So & Feiertage: 9 – 20 Uhr (Küche bis 19 Uhr)
Kontakt
Schlossgasse 17, 6065 Thaur
Tel.: +43 5223 213 48
info@romediwirt.at
www.romediwirt.at

Weberhof in Mils

Frühstücken am Bauernhof

Jeden Freitag kann man am idyllischen Weberhof in Mils frühstücken; dabei stehen zur Auswahl das „Große Frühstück“ verschiedenem Gebäck, Schinken, Käse, Aufstriche, Marmelade, Butter, Kuchen, Saft und Jogurt sowie dem „Kleinen Frühstück“ mit einem Heißgetränk nach Wahl, frisch gebackenem Bauernbrot, Milchzopf, Aufstrich, Marmelade & Butter sowie das „Große Frühstück“, das genauso gut „Riesen-Frühstück“ heißen könnte, gibt es doch zusätzlich zum Kleinen Frühstück verschiedenes Gebäck (Laugen, Vinschgerl), Schinken, Käse, Joghurt, Saft sowie selbst gebackenen Kuchen, der übrigens himmlisch schmeckt.

Die Plätze sind begrenzt; deswegen ist eine möglichst frühe Reservierung ratsam.

Tipp: Am besten gleich das herrliche frische Bauernbrot oder andere Spezialitäten vom Bauernmarkt am Hof mit nach Hause nehmen. Weiter werden auch schmackhafte Milch- und Käseprodukte angeboten, die in der hofeigenen Molkerei erzeugt werden.

Öffnungszeiten: Frühstück jeden Freitag ab 9 Uhr bis mittags; Bauernmarkt jeden Freitag von 9 – 18 Uhr

Kontakt:

Weberhof 1, 6068 Mils

Tel.:  +43 664/3244275

weberhof@holsteinzucht.eu

www.holsteinzucht.eu

 

Haller Kirchen erzählen ihre Geschichten: Pfarrkirche St. Nikolaus

Die Altstadt von Hall ist voll von historischen Gemäuern, Prachtbauten und Verborgenem. Vor allem aber erzählen die Gebäude der Stadt viele Geschichten – so auch die mächtige Pfarrkirche St. Nikolaus.

Die Haller Pfarrkirche wurde 1281 erstmals urkundlich erwähnt. Nach der Errichtung einer ersten, spätgotischen Hallenkirche im Jahr 1320 wurde das Gotteshaus ein Jahrhundert später unter Stadtbaumeister Hans Sewer (1420 – 1440) erweitert und ausgebaut. Die Gewerkenfamilie Fieger ließ 1490 eine Privatkapelle an die Fassade mit Zinnengiebel, welcher mit der Figur des Patrons Nikolaus gekrönt ist, anbauen.

Ansicht von Westen mit dem markanten Staffelgiebel und der Statue des Hl. Nikolaus, dem Patron der Haller Pfarrkirche

Den barocken Turm wiederum erhielt die Pfarrkirche nach dem Erdbeben von 1670. Das Innere der Kirche überrascht den Besucher durch den barocken Prunk. Aber – wieso ist der Altarbereich verschoben? Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Für den Erweiterungsbau von 1420 war der Chorraum der Vorgängerkirche weiter verwendet worden. Da die Geländestufe, auf der die Kirche gebaut ist, nach Süden hin steil abfällt, verschob Baumeister Sewer die dreischiffige Halle nordwärts.

Blick durch das Mittelschiff des Langhauses zum Chor. Deutlich ist der Knick in der Raumachse zwischen Langhaus und Chor zu erkennen.

Klerikale Kostbarkeiten in der Pfarrkirche St. Nikolaus

Der Großteil der Innenausstattung entstand nach 1752. Zu der Zeit schuf Josef Adam Mölk mit vielen Gehilfen die Deckenfresken. Sie stellen Szenen der Nikolauslegende und einiger anderer Heiliger dar. Auch die Kanzel, die Altäre und die Orgel wurden zu der Zeit neu gestaltet.

Blick durch das Mittelschiff zur Orgelempore. Die sichtbaren Eisenstangen im Gewölbe wurden nach dem Erdbeben 1670 eingezogen.

Das Altarblatt des prachtvollen, schwarzgoldenen Hochaltar schuf Jan Erasmus Quellinus aus Antwerpen (1657). Dem Haller Künstler Franz Xaver Fuchs ist es zu verdanken, dass das barocke Innere der Kirche nach mehreren Regotisierungsvorhaben am Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten geblieben ist.

Wunderschöner Palmeselchristus aus dem 1. Viertel des 15. Jahrhunderts. Der Palmesel wird jedes Jahr am Palmsonntag schön geschmückt bei der Prozession mitgeführt. Der Innenraum des Esels ist hohl, früher füllte man ihn mit Broten, welche während der Prozession auf den Boden fielen und von der erfreuten Bevölkerung eingesammelt wurden.

Zu den wenigen gotischen Stücken die noch in der heutigen Kirche vorhanden sind, zählen der Palmesel und ein Passionsbild sowie die beiden Steinbecken für Tauf- und Weihwasser und die bekannte Marienstatue im Barockaltar der Waldaufkapelle  im nördlichen Seitenschiff.

Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert mit Spätrenaissance –Aufsatz

In dieser Kapelle ist neben dem Stifter und dessen Familie Kooperator Josef Lambichler (1883 – 1956) begraben. Er kümmerte sich besonders während der beiden Weltkriege aufopfernd um die Haller Jugend.

Waldaufkapelle. Ritter Florian Waldauf stiftete die Kapelle zusammen mit einem bedeutenden Reliquienschatz. Das aufwändig und prachtvoll gestaltete spätgotische Gitter der Kapelle zeigt Wappen des Stifters und seiner Frau Barbara Mitterhofer. Am Altar ist auch die gotische Muttergottes im Strahlenkranz zu sehen, eine der noch wenigen erhaltenen gotischen Figuren in der Kirche.

Aufwändige Renovierung

Aufgrund eines Brandes im Dachstuhl 1880 sowie der Abdeckung des Dachs in Kriegszeiten und des damit verbundenen Wassereintritts wurde eine Restaurierung  der Deckenmalereien notwendig. Es gab insgesamt vier Bauphasen und es wurden auch Projekte wie die Gestaltung des Altarraums, die Erneuerung der Elektrik und der Beleuchtung angegangen. Außerdem reinigte man die Altäre, Zunftstangen und Skulpturen professionell. Ein Riesen-Projekt! Die feierliche Wieder-Eröffnung der Pfarrkirche St. Nikolaus erfolgt dann am 29.10.2017.

Tipp: Wer die Kirche in den nächsten Tagen besucht. kann ein wunderbares, von Speckbacher Schützen bewachtes Ostergrab bewundern. Es ist mit Sicherheit eines der schönsten Ostergräber in Tirol!

Kartoffelblattln mit Sauerkraut: Winterliche Schmankerl zum Nachkochen

Mitten in der Haller Altstadt liegt in einer versteckten Ecke das Traditionsgasthaus Goldener Löwe. Hier kocht Markus Steinmayr in urigem Ambiente. Schon beim Betreten wird klar: Es gehen nicht nur heimische Schmankerl, sondern auch Tiroler Charme und Herzlichkeit über die Theke. Zu Besuch auf einen winterlichen Genussmoment…

Es knarzt. Der alte Holzboden des gemütlichen Traditionsgasthauses in der Altstadt behält nichts für sich. Wer einen Fuß hineinsetzt, steht in einer anderen Welt: Malerisches Gewölbe mit dunkler Holzverkleidung laden zum Staunen und Träumen ein – und versetzen gefühlt ein paar Jahrhunderte zurück. Im Restaurant Goldener Löwe kocht Markus Steinmayr seit 15 Jahren gutbürgerliche Speisen und deftige Leckerbissen.

Je nach Saison mal mit frischem, frühlingsleichtem Bärlauch oder jetzt, in der kalten Jahreszeit, mit herbst-winterlichem Kürbis oder Sauerkraut. Der 45-Jährige schätzt vor allem die Kreativität und den Genuss, den er als Koch ausleben kann. „Das Haus hat meinen Großeltern gehört, es ist Ewigkeiten leer gestanden, doch vor 14 Jahren haben wir es hergerichtet und ein Tiroler Traditionsgasthaus geschaffen.“ Mit gut 100 Plätzen finden im Goldenen Löwen viele Hungrige einen Platz. Wenn die an guten Tagen alle auf einmal verköstigt werden müssen, kommt Markus ins Schwitzen.

Doch für den ehemaligen Rennradprofi und aktiven Läufer ist das kein Problem. „Trotz aller Hektik: Ich bin mein eigener Chef, und das ist das Wichtigste für mich“, sagt er stolz. Die Speisekarte von Markus variiert saisonal. „Im Winter sind Gerichte mit Kürbis oder Sauerkraut beliebt. Aber auch deftigere Gerichte wie Schweinebraten, Zwiebelrostbraten oder Kalbsleber sind der Renner.“ Er selbst kocht gerne mit Thymian – „ weil der so gesund ist“.

Winterliches Traditionsrezept

Was Markus in den letzten Jahren vermehrt festgestellt hat, ist ein Wandel der Gesellschaft: Weg von der Massentierhaltung, hin zu vegetarischen Alternativen. Besonders beliebt sind im Winter zum Beispiel die Kartoffelblattln mit Sauerkraut, ein Tiroler Klassiker. Das Kohlgemüse ist eine richtige Vitamin-C-Bombe, die gerade im Winter auf jedem Speiseplan stehen sollte. „Wer es daheim nachkocht, muss sich aber auf eine Batzerei einstellen“, schmunzelt Markus. Denn die gekochten Kartoffeln werden durch die Presse gedrückt, mit Eidotter, Salz und Pfeffer, Muskat sowie griffigem Mehl vermengt und gut durchgeknetet. Anschließend wird der Teig ausgerollt. „Dann schneidet man die Blattln aus und backt die Leckerei in heißem Fett raus. Dazu wird Sauerkraut serviert.“

Eine Geheimzutat hat Markus nicht. Er arbeitet nach Gefühl und Erfahrung. Und mit ganz viel Leidenschaft im Kochen: „Man muss spüren, wie sich der Teig anfühlt.“

Rezept: Kartoffelblattln mit Sauerkraut

Die Kartoffelblattln mit Sauerkraut sind sehr einfach zu kochen. Markus verrät uns sein Rezept für 4 Personen:

  • 600 Gramm Kartoffeln
  • 170 Gramm griffiges Mehl
  • 4 Eidotter
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss gerieben

Kartoffeln mit der Schale kochen, kurz auskühlen lassen, schälen und durchpassieren. Die restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten und diesen mit einem Nudelholz ca. einen Zentimeter dick auswalzen. Den Teig in (8 cm x 6 cm) Rechtecke schneiden und diese in heißem Fett ausbacken. Serviert mit Sauerkraut ist das ein herrlicher Klassiker aus der Tiroler Küche. Guten Appetit!

Wer sich selbst einmal von Markus Kochkünsten überzeugen möchte, kann Dienstag bis Samstag von 11:00 bis 14:30 Uhr oder von 17:30 bis 24:00 Uhr im Goldenen Löwen in Hall in Tirol vorbeischauen. Sonntag und Montag gönnt sich das Restaurant eine Pause.

 

Häusergeschichten aus Hall in Tirol

Die Altstadt von Hall in Tirol ist vielen bekannt: Mit ihren verwinkelten Gassen, den kunstvollen Statuen, die die Plätze schmücken, den alten Torbögen – hier erlebt man Mittelalter-Romantik pur!

Besondere Schmuckstücke sind die prächtigen Altstadthäuser, oft mehrere hundert Jahre alt. Ich möchte euch jetzt einiges über diese Häuser näher bringen.

Wir begeben uns auf den Oberen Stadtplatz  – dem Hauptplatz von Hall. Von jedem Blickwinkel aus gibt es die verschiedensten Eindrücke. Häuserfassaden, Dachlandschaften, Berge im Hintergrund sowie die mächtige Stadtpfarrkirche St. Nikolaus. Die bedeutendsten Häuser am Stadtplatz erzählen euch ihre interessanten Geschichten – das Rathaus früheres Königshaus, das Rosenhaus, das Stubenhaus, das Fürstenhaus sowie das Gasthaus Goldener Löwe.

Das Haller Rathaus

Mit dem steilen Dach, der zinnenbewehrten Mauer und den rot-weiß-roten Fensterläden sticht das Rathaus allen BesucherInnen ins Auge. Es wurde Anfang des 14. Jahrhunderts von Herzog Heinrich von Görz und Tirol, dem Vater von Margareta Maultasch, als Stadtresidenz der Landesfürsten für ihre Aufenthalte in Nordtirol errichtet. Heinrich, welcher mit Anna von Böhmen verheiratet war, wurde 1307 als König von Böhmen gekrönt. Daher stammt die Bezeichnung Königshaus.

Die Tiroler Grafen starben aus, die habsburgischen Landesfürsten kamen an die Macht. Da sich diese nur selten im Land aufhielten verlor die Residenz stark an Bedeutung. 1406 schenkte der Landesfürst Leopold IV. der Stadt Hall das Königshaus mit samt dem dahinterliegenden Baumgarten (später Marktplatz) mit der Auflage – beides  – Königshaus wie Garten für die Stadt zu nutzen. Seither dient das Königshaus als Rathaus. Sein heutiges Aussehen geht auf das Jahr 1447 zurück, nach dem großen Stadtbrand wurde es im jetzigen Grundriss wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch das wunderbare Gebälk in der Ratsstube, die heute nicht nur dem Gemeinderat für seine Sitzungen dient, sondern auch ein sehr beliebter Trauungssaal ist.

Das Rosenhaus

Welch lieblicher Name für ein Gebäude! Im 15. Jahrhundert gelangte das Rosenhaus in den Besitz der Familie Kripp-Freudeneck, der ältesten nachweisbaren Bürgerfamilie. Das barocke Wirtshausschild der „Goldenen Rose“ zeugt noch vom ehemaligen Rosenwirtshaus. Heute dient es den BürgerInnen von Hall in Tirol als Stadtamt.

Das Stubenhaus

Im Stubenhaus befanden sich schon im Mittelalter gut besuchte bürgerliche Trinkstuben. In diesen Trinkstuben trafen sich auch die Mitglieder der „Stubengesellschaft“, die Ritter Florian Waldauf im Jahr 1508 gegründet hat. Die Stubengesellschaft besteht heute noch – als rühriger Kulturverein mit reichem Bildungsangebot. Im ebenerdigen Gewölbe des Hauses war vom 17. Jahrhundert bis 1895 die Haller Stadtapotheke untergebracht.

Das Fürstenhaus – Ehemalige “Schmalzwaage”

Erzherzog Ferdinand II. verlegte 1567 die Münzprägestätte vom Ansitz Sparberegg in die Burg Hasegg. Bis zu dieser Zeit diente die Burg den Landesfürsten als Haller Residenz. Um 1590 begann der Landesfürst mit der Errichtung einer neuen landesfürstlichen Unterkunft am Oberen Stadtplatz. Er erwarb mehrere Häuser und ließ diese zum „Großen und Kleinen Fürstenhaus“ und zum „Fürstenhäusl“ ausbauen. Ferdinand II. starb 1595,  kurz nach der Fertigstellung des Fürstenhauses. Seine Witwe verkaufte das Haus mit sämtlichen Nebengebäuden.

Das „Große Fürstenhaus“ – heute Oberer Stadtplatz 6, kam zwar bald wieder in landesfürstlichen Besitz, wurde aber kaum mehr als Residenz benutzt. Das Erdbeben 1670 hinterließ große Schäden, Mitte des 18.Jahrhunderts wurde es umgebaut und diente unter der Bezeichnung “Schmalzwaage” als Lager und Ausgabestelle für das Butterschmalz, das den Salinen- und Bergarbeitern als Deputat zugewiesen wurde. Heute befindet sich darin die Eisenwarenhandlung Waltl, welche die Haller mit Haushaltsartikeln aller Art versorgt.

Gasthof Goldener Löwe

Der „Goldene Löwe“ war von 1952 bis 1967 bekannt für seine Künstlerbälle. Die zahlreichen Gäste zu diesen Künstlerbällen kamen nicht nur aus Österreich, auch aus München, Wien und der Toskana. Die Bälle fanden über 4 Etagen verteilt, mit rund 500 Gästen statt. Die Musik und Dekoration waren auf das jeweilige Thema abgestimmt und wurden von Prof. Rehm mit seinen Künstlern selbst arrangiert. Das Motto des Künstlerballs 1967 war „Kunstpause“, ein treffender Titel, denn dies war der letzte Künstlerball beim „Goldenen Löwen“ und auch die letzte Benützung der Gaststuben.

Heute ist der Goldene Löwe ein weitum bekanntes Lokal, das viele regionale Spezialitäten auf der Speisekarte führt – auch selten gesehene Delikatessen wie Innereien oder Schweinskopf gibt es manchmal.