Hall und die Region im Wandel der Zeit

Der Tourismusverband Region Hall-Wattens feiert heuer sein 150 Jahr-Jubiläum. Am 15. November 1870 wurde der Verschönerungsverein Hall in Tirol als erste Vereinigung dieser Art in Nordtirol gegründet. Auf Wunsch einer Dame aus Deutschland, die in Hall zur Solbadkur weilte, wurden bereits im Jahr 1871/72 die ersten Ruhebänke gekauft. Auch Blumen und Pflanzen gaben der Stadt ein adrettes Aussehen. Der Verschönerungsverein hatte bereits in seinen Anfangsjahren 105 Mitglieder. Dann kamen weitere Aufgaben hinzu, wie die Tourismuswerbung mittels Reklameplakate. Später wurden bedeutende Bauten wie das Kurmittelhaus und Turmhotel Seeber realisiert sowie Sommerfeste und Konzerte veranstaltet.

Hall und seine Region wurde bei den Sommerfrischlern immer beliebter. Seit der Jahrhundertwende warb man auch für den Wintertourismus. Im Tiroler Verkehrs- und Hotelbuch von 1904 wird das Halltal “als die schönste aller Rodelbahnen” bezeichnet. Selbst das Glungezergebiet wurde damals schon erwähnt. Bis zur Eröffnung der Glungezerbahn 1967 sollte es allerdings noch Jahrzehnte dauern.

Wöchentliche Führungen und Wanderungen

Ein stetiger Aufschwung bei der Anzahl der Tages- und Nächtigungsgäste zeigt uns, wie beliebt die Region damals und auch heute ist. Der Tourismusverband Region Hall-Wattens verleiht diesem Umstand mit einer wöchentlichen Führung und Wanderung Ausdruck. Im Rahmen des Sommerwochenprogramms findet im Sommer jeden Freitag um 15 Uhr die Themenführung “Tourismus im Wandel der Zeit” statt. So erlebtm man am Sonntag um 9 Uhr bei der geführten Wanderung “Wandern wie früher” spannende Einblicke in den Beginn des Alpinismus in der Region. Erzählungen zur Wander- und Bergausrüstung von anno dazumal oder die Entstehung des Österreichischen Alpenvereins sind ebenfalls Thema dieser kulturgeschichtlichen Wanderung. Im Winterwochenprogramm verschiebt sich die Wanderung von Sonntag auf Freitag 9 Uhr.

Ausstellung Solbad Hall

Die Ausstellung “Solbad Hall – Sommerfrischler, Fremde und Touristen” im Haller Stadtmuseum beleuchtet die Entwicklung des Tourismus der letzten 150 Jahre. Das Salz als wichtiges Konservierungsmittel über die Jahrhunderte war auch für seine heilende Wirkung bekannt. Es wurde für Bäder, aber auch zum Inhalieren verwendet. Deshalb war Hall ein bekannter Kurort, der von 1938 bis 1974 auch Solbad genannt wurde. Sowohl Gäste, aber auch vor allem Einheimische können auf einer Zeitreise in Erinnerungen schwelgen.

Am 27. August um 18.00 Uhr findet im Innenhof der Burg Hasegg die Ausstellungseröffnung des Stadtmuseum Hall statt. Jeweils um 18:30, 19:00, 19:30 und 20:00 Uhr kann man in Kleingruppen durch die Ausstellung gehen. Die Ausstellung kann man bis zum 25. April 2021 jeweils Freitag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr kostenlos besichtigen.

Zeitkapseln vom Rathaus geborgen

Einen weiteren wunderbaren Blick in unsere jüngste Vergangenheit bieten uns die beiden Zeitkapseln, welche am 29. Juli 2020 von der Freiwilligen Feuerwehr Hall in Tirol vom Rathausdach geborgen wurden.

„Auf vielen Türmen, Rathäusern und öffentlichen Gebäuden wurden derartige Kugeln aufgesetzt. Einerseits dienen sie als eine Art Schmuckstück bzw. Abschluss des Dache. Andererseits sind sie aber auch Aufbewahrungsorte, um der Nachwelt etwas zu überliefern, wie Schriftstücke, Münzen oder dergleichen“, erklärt DI Silvia Hartl vom Stadtbauamt Hall.

In einer der beiden Zeitkapseln befand sich ein Brief des damaligen Bürgermeisters Dr. Josef Posch aus dem Jahre 1979. Er erzählt interessante Details zum damaligen Einwohnerstand, weiter zu den Lebenserhaltungskosten oder der Instandsetzung des Rathauses.

Spannend sind die Kosten für Lebensmittel in diesen Jahren, so kostet ein Kilo Schwarzbrot damals 10,90 Schilling, also weniger als einen Euro. Was damals viel Geld war, kommt uns heute beinahe unglaublich vor: So lag die Arbeitsstunde eines Maurers bei 200 Schilling (= 14,53 EUR).

Die beiden Kugeln werden nun restauriert. Am Ende des Sommers werden sie wieder das Dach des Haller Rathauses krönen. Dann natürlich versehen mit neuen Informationen für unsere Nachwelt.

Auf Wanderschaft mit Susi

Eine solide Vorbereitung ist die halbe Wanderschaft…

Eine Wanderschaft inmitten der Tiroler Bergwelt ist meine große Leidenschaft! Als Wanderführerin plane ich jeden Sommer über einige spannende Touren: Gruppengröße, Schwierigkeit der Tour, Ausrüstung, Wetter und Sicherheit spielen dabei eine wichtige Rolle.

Es macht einen großen Unterschied, ob man alleine oder in Gesellschaft wandert. Daher ist es bei einer Wandergruppe äußerst wichtig, im Vorfeld abzuklären, wie erfahren, trittsicher und konditionell stark die TeilnehmerInnen sind. Außerdem sollte man eine Alternativroute in petto haben. Ich finde aber, dass gemeinsam wandern viel mehr Spaß macht und in Notfällen kann man sich auch gegenseitig unterstützen. Sollte man die Bergwelt dennoch alleine erkunden, ist es eine gute Idee, Familie oder Freunde vorher zu informieren. Sicherheit geht vor!

Ein weiteres Gebot beim Wandern ist es, immer auf das schwächste Glied in der Runde Rücksicht zu nehmen. Darum ist es auch sinnvoll, wie bereits erwähnt, alternative, leichtere oder kürzere Routen im Kopf zu haben.

… und unerlässlich für den Gipfelsieg

Hat man sich einen Überblick über die Wandergruppe verschafft, passt man den Schwierigkeitsgrad einer Route an die Wanderer und den Verhältnissen entsprechend an. Tipp: An dem alpinen Wegenetz in Tirol kann man sich gut orientieren. Je nach Schwierigkeit der Wege wird zwischen Wanderwegen, roten und schwarzen Bergwegen und alpinen Routen unterschieden.

Das Wetter sollte man nicht nur bei der Planung, sondern auch während der Wanderschaft stets im Blick haben, da sich in den Bergen die Wettersituationen lokal sehr schnell verändern kann. Ein Blick nach oben lohnt sich also immer – auch der Aussicht wegen! Zudem gibt es kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Ein Sprichwort, das auch bei Wanderungen stimmt. Entsprechende Ausrüstung und ein vernünftig gepackter Rucksack mit genügend Proviant dürfen bei keiner Tour fehlen!

Die Zeit spielt beim Wandern auch eine wichtige Rolle, daher gilt: Frühzeitig losstarten, genügend Pausen einplanen und auch einmal eine kurze Rast einlegen, um die imposante Bergwelt oder einfach nur den Moment zu genießen!

Ich packe meinen Wanderrucksack

Eine zweckmäßige Ausrüstung ist das Um und Auf für eine angenehme Wandertour. Packt den Rucksack nicht zu voll, oft sind die Rucksäcke viel zu schwer und man verliert schon nach den ersten paar Schritten die Motivation. Meine Packliste habe ich euch anbei zusammengestellt:

  • Wetterschutz (Regenjacke, eventuell Überhose)
  • leichte Ersatzwäsche
  • Handschuhe und Mütze, Sonnenschutz (Brille, Hut, Creme, Lippenstift)
  • gefüllte Trinkflasche
  • Jause oder etwas Geld für die Einkehr auf der Alm
  • Stirnlampe oder Taschenlampe
  • Erste-Hilfe-Set
  • Biwaksack
  • Wanderkarte
  • Taschenmesser
  • Kenntnis der alpinen Notrufnummern: Euro-Notruf 112, Alpin-Notruf 140 sowie Rettung 144. Tipp: ins Handy speichern 🙂

WISSENSWERT: Wisst ihr noch wie das alpine Notsignal funktioniert? Eine kleine Auffrischung gibt es hier!

Bergsommer zwischen Karwendel und Tuxer Alpen

Egal ob ein einfacher Spaziergang, eine leichte Almenwanderung, eine Gipfeltour oder eine Mehrtagestour, gemütlich oder sehr sportlich, mit oder ohne Einkehr: Für jeden ist etwas dabei. Die kleinen Wanderzwerge kommen dabei auch nicht zu kurz, wie zum Beispiel am Piepmatzweg oder in der Bergerlebniswelt “Kugelwald am Glungezer”!

Wer geführte Touren vorzieht, kann sich eine spannende Wanderung aus dem vielfältigen Sommerwochenprogramm aussuchen. Von einem Kräuterspaziergang über eine Kapellenwanderung mit kulturellem Schwerpunkt bis hin zur Almwanderung im Karwendel, dem größten Naturpark Österreichs, oder einer Nature Watch- oder Gipfeltour: Für genügend Abwechslung ist gesorgt!

Das Schöne für mich an der Region Hall-Wattens ist, dass man sowohl in den Tuxer Alpen als auch im Karwendel unterwegs sein kann. Durch die verschiedenen Gesteinsarten wie Tuxer Urgestein, Wettersteinkalk und Dolomit ergeben sich zwei unterschiedliche Landschaftsbilder, einerseits das schroffe, felsige Karwendel andererseits die lieblicheren Tuxer Alpen. Auch Flora und Fauna unterscheiden sich aufgrund der unterschiedlichen geologischen Beschaffenheit!

Unterwegs im Naturpark Karwendel

Der Naturpark Karwendel ist zum Naturpark des Jahres 2020 gewählt worden. Im Rahmen des Wochenprogramms könnt ihr euch mit mir “Auf Schusters Rappen” begeben:

Almzeit im Naturpark Karwendel: Von Gnadenwald aus wandern wir durch den Wald bis zur Hochebene der Walder Alm. Das sonnige Hochplateau mit traumhaftem Rundblick über Karwendel und Tuxer Alpen ist der ideale Ort zum Verweilen. Nach der Brettljause kehren wir über die Ganalm oder direkt, je nach Lust, Laune und Kondition, nach Gnadenwald zurück.

Wandern wie früher – Von St. Magdalena zum Issboden: Bequem geht es mit dem Shuttleservice vom Halltal Eingang bis nach St. Magdalena. Auf wildromantischen Steigen wandern wir entlang des Halltalbaches. Die Wanderung führt zum Issboden, der für seine Pflanzenvielfalt bekannt ist. Mit etwas Glück lassen sich auch Gämse, Steinböcke und Steinadler beobachten – dank dem Swarovski Fernglas sehen wir stechend scharf!

TIPPS: Weitere Outdoor Aktivitäten

Ich wünsche euch einen schönen Bergsommer, mit vielen aufregenden Momenten!

Der Naturpark Karwendel stellt sich vor

Der größte Naturpark Österreichs

Der Naturpark Karwendel umfasst beinahe das gesamte Karwendelmassiv und ist mit einer Fläche von 727 km² der größte Naturpark Österreichs. Als selbständiger Gebirgsstock wird das Karwendel im Süden durch das Inntal zwischen Zirl und Jenbach begrenzt. Im Westen bildet das Seefelder Plateau, im Norden die Isar und im Osten der Achensee die naturräumliche Begrenzung des Karwendels. Eine große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren findet sich im Karwendel wieder. Aufgrund der klimatischen und topografischen Gegebenheiten verfügt das Karwendel über einen überdurchschnittlich hohen Anteil an natürlichen Lebensräumen wie Urwäldern sowie Wildflüssen und beherbergt eine sehr hohe Artenvielfalt. 1305 Pflanzenarten und 3300 Tierarten wurden bisher nachgewiesen und jedes Jahr kommen neue hinzu.

AlmenREICH

Neben den schroffen Gebirgsstöcken und Wildflüssen zählen die 101 Almen zu den landschaftsprägenden Elementen im Naturpark Karwendel. Darunter ist auch die Walderalm bei Gnadenwald. Im gesamten Gebiet verbringen rund 7000 Rinder ihren Sommer auf einer Alm im Karwendel. Um die traditionelle Almwirtschaft zu erhalten, unterstützt der Naturpark die Bewirtschafter beim Erhalt von traditionellen und typischen Almgebäuden, beim Rücksichtnehmen auf Moore, Feuchtflächen und spezielle Wiesentypen.

WaldREICH

Ca. 50% des Karwendels sind bewaldet. Trotz der Präsenz des Menschen und seiner Nutzungen konnte sich das Karwendel bis heute eine Fülle von naturkundlich interessanten Waldgesellschaften bewahren. Die Palette reicht von den sehr trockenheitsliebenden Wäldern entlang der Martinswand, über klassische Fichten- Tannen- Buchenwäldern im Halltal, Eibenbestände im Vomperloch bis hin zu Spirkenvorkommen  im Hinterautal. Der Naturpark hat eine reiche Spechtfauna von europäischer Bedeutung. Gemeinsam mit den Waldbesitzern bemüht sich der Naturpark Karwendel, die Ansprüche dieser Vogelarten im Waldbau zu berücksichtigen. Darüber hinaus wurden bisher 11 Naturwaldreservate mit ca. 512 ha eingerichtet, wo auf jegliche forstliche Nutzung verzichtet wird.

WasserREICH

Das Karwendel ist reich an Quellen und Wasser: über 350 Quellen speisen das Wasserreich. Aufgrund des geringen Verkarstungsgrades und der langen Verweildauer im Berg von 8 bis 15 Jahren besitzt das Karwendelwasser eine ausgezeichnete Qualität. 10% der Quellen dienen der Trinkwasserversorgung der Karwendelregion. Der Wasserstollen im Halltal versorgt die umliegenden Gemeinden mit frischen Wasser jeden Tag, Zwischen 250 und 450 Liter bestes Trinkwasser fließen pro Sekunden aus dem Stollen aus. Zuvor ist es rund zehn Jahr durch den Fels gesickert und gereinigt worden.

TIPP: Das WasserREICH hautnah erleben mit einer Wanderung zum Fallbach

Für all’ jene, die nach der Arbeit oder einem anstrengenden Tag der Hektik des Alltags entfliehen wollen, bietet sich die Wanderung zum Wasserfall “Fallbach” in Gnadenwald an. Am Parkplatz zum Eingang des Halltals stellt man das Auto ab. Dem Besinnungsweg nach Gnadenwald wandert man gemütlich entlang, bis man auf Höhe der Bogner Aste sich links halten muss. Zwischen den Bäumen geht es leicht bergauf – die kleine Anstrengung wird mit einem mystischen Platz und dem Wasserfall belohnt.

Das Halltal – ein Tal mit Geschichte

Das Karwendel besitzt zudem eine 130-jährige alpintouristische Geschichte. Jährlich besuchen rund 1,1 Mio. Menschen den Naturpark. Alm- und Forstwirtschaft sowie die Jagd prägen das Gebiet seit Jahrhunderten und sind ein wichtiger Bestandteil des Naturparks Karwendel. Schon Kaiser Maximilian I. kam zur Jagd ins Halltal. Bei thematischen Führungen wird “Die Jagd zur Zeit Maximilian I – Weidmanns Heil” sowie der Solewanderweg Interessierten die Geschichte von damals näher gebracht.

Wandertouren im Halltal

Im Naturpark Karwendel gibt es unzählige Wanderungen und Bergtouren. Egal ob Spaziergänger, Wanderer, Familien, Bergsteiger, Kletterer, Klettersteiggeher oder Gipfelstürmer, der Alpenpark ist ein wahres Paradies. Die Natur und Landschaft spielen zu jeder Jahreszeit alle Facetten. Sei es im Frühling, wenn die Natur Tag für Tag wieder zu Leben erwacht oder im Herbst, wenn sich die Wälder bunteinfärben und sich die Tierwelt auf einen langen Winter einstellt.

Der Tourismusverband der Region Hall-Wattens bietet im Sommer sowie im Winter jeden Freitag eine geführte, naturkundliche Wanderung ins Halltal an.

TIPP: Das Team Karwendel ist immer auf der Suche nach Menschen, die gerne einen aktiven Beitrag zum Naturschutz leisten wollen. Zahlreiche Gelegenheiten werden geboten, um bei den unterschiedlichsten Projekten mitzuarbeiten.

Neugierig geworden? Der Naturpark Karwendel freut sich auf euren Besuch.

Spätsommerlicher Zirbenweg am Glungezer

Zugegeben ist der Zirbenweg am Glungezer von Frühling bis Herbst ein Erlebnis. Vor allem zur Almrosenblüte ist der Zirbenweg ausgesprochen beliebt und viel begangen. Aber ich muss sagen, dass die Natur am Zirbenweg jetzt im Spätsommer auch ihre ganz besonderen Reize zum Vorschein bringt. Die klare, zum Teil schon kühle Bergluft, hat das Inntal und das gegenüberliegende Karwendelmassiv in einem intensiven Licht erstrahlen lassen.

Auffahrt mit der Patscherkofelbahn

Vorweg muss erwähnt werden, dass wir die Wanderung mit dem Zirbenweg-Rundwanderticket gemacht haben. Dieses beinhaltet die beiden Bergbahnen Patscherkofel und Glungezer, sowie den Bus entweder von Tulfes nach Igls oder vice versa. Wir haben unsere Wanderung im Westen begonnen, sprich wir sind mit der Patscherkofelbahn hoch gefahren.

Oben angekommen, wurden wir sofort vom Geläut der Kuhglocken in Empfang genommen. Unterhalb der Patscherkofel-Bergstation befindet sich von der Universität Innsbruck der Alpengarten Patscherkofel und ist in jedem Fall ein Besuch wert! Der beschilderte Rundwanderweg im höchstgelegensten Botanischen Garten Österreichs, erzählt uns mehr über das sensible ökologische Gleichgewicht in den Alpen.

Erstes Drittel – bis zum Almgasthaus Boscheben

Die Landschaft auf dem Zirbenweg ist wirklich sehr unterschiedlich: Mal sind es weitläufige Heideböden, dann wieder Abschnitte durch dichten Wald oder Geröllfelder, welche (leicht) zu überqueren sind. Im ersten Drittel ist es vor allem die Heide mit ihren violet leuchtenden Erika-Pflanzen, die uns zur ersten kurzen Rast einlädt. Auf einer Aussichtsbank genießen die Kinder ihre Jause. Die Landschaft hat irgendwie sehr viel Ähnlichkeit mit der Natur im Norden Europas. Außerdem finden wir hier (und immer wieder im Laufe der Wanderung) unzählige Heidelbeeren. Wir halten kurz inne, und pflücken die wunderbaren Früchte.

Von Boscheben aus eröffnet sich uns ein Blick in Richtung Süden, nämlich ins einsame Viggartal und bis zu den ersten Südtiroler Gipfeln.

Zweites Drittel – bis zur ältesten Zirbe Tirols

Nicht umsonst ist der Zirbenweg am Glungezer einer von zehn Kraftorten in der Region Hall-Wattens, denn die Vielfältigkeit dieses Wanderweges ist einzigartig. Nach Boscheben geht es kurz durch einen Wald. Hier ist etwas Vorsicht geboten, da es rechts immer wieder steil abfällt. Danach kehrt das Nordpanorama wieder in unser Blickfeld zurück. Große Steine zum Drüberklettern und diverse Höhlen, bieten den Kindern immer wieder spannende Abwechslung.

Der Panoramaweg führt durch einen der größten und ältesten Zirbenbestände Europas. Einige Zirben sind zum Teil über 250 Jahre alt, die älteste Zirbe im „Ampasser Kessel“ sogar mehr als 750 Jahre. Ein aus Holz gestaltetes Fernrohr gibt uns Aufschluss über den Standort dieses Methusalem-Baumes.

Letztes Drittel – bis zur Tulfeinalm

Die Kinder werden schon langsam müde. 7 km sind für die kleinen Beine doch ganz schön anstrengend. Wie die Steinböcke klettern sie auf den großen Felsen herum, die zum Teil am und neben dem Weg liegen. Das ist natürlich doppelt anstrengend! Von der ältesten Zirbe Tirols bis zur Tulfeinalm sind es jetzt noch 3,5 km. Schon von weitem kann man die Alm erkennen. Und heute sogar hören, denn die Schlitterer Sänger versorgen die Gäste mit musikalischen Genüssen. Vorher passieren wir noch zwei Trinkbrunnen, die sich unterhalb der Tulfeinkapelle befinden.

Auf der Alm selbst, darf eine Einkehr natürlich nicht fehlen: Das Essen schmeckt herrlich. Wir – allen voran die Kinder – haben uns das redlich verdient.

Hinab ins Tal – die Nostalgiefahrt

Gestärkt wandern wir hoch zum Sessellift der Glungezerbahn. Dieses Nostalgiestück ist wirklich ein Erlebnis. Unser Rucksack wird mittels Haken auf den ersten Sessel gehängt. Die Kinder sitzen auf unserem Schoß und haben großen Spaß an der aussergewöhnlichen Liftfahrt.

Danach heißt es umsteigen, um mit der neuen Glungezer 10er-Gondelbahn ins Tal nach Tulfes zu gelangen.

Mit dem Bus (Zirbenweg-Rundwanderticket) geht es vom Parkplatz der Talstation Glungezer zurück zum Parkplatz nach Igls. Müde, aber glücklich endet unser Familienwandertag am Glungezer Zirbenweg.

Lamawanderung am Wattenberg

Die Anreise auf den Wattenberg – ein Erlebnis für sich

Gemeinsam mit einer israelischen Urlauberfamilie und meinen Kindern, besuchten wir vergangenen Samstag Hans Geisler und seine Lamas am Wattenberg. Schon von weit unten konnte man die lustigen Vierbeiner ausmachen, als sie über den Zaun ins Tal hinab blickten.

Herzlich begrüßte uns Hans auf seinem Hof. Neben den vier männlichen Lamas namens Shayen, Winny, Berlingo und Balu hat er noch fünf Lamastuten. Nicht nur Lamas, sondern auch einige Hühner sowie Milchkühe, welche den Sommer auf seiner Alm im Wattental verbringen, befinden sich am Oberfelderhof am Wattenberg.

Auf der dortigen Sennerei im Almdorf Melang wird übrigens der köstliche Wattener Almkäse hergestellt, den wir später noch verkosten durften.

Wir holen die Lamas

Gemeinsam mit den vier begeisterten Kindern holt Hans die Lamas aus ihrem Freilauf und richtet sie für unsere Wanderung her. Shayen und Berlingo bekommen einen Packsattel, Balu eine Art Sattel, auf welche wir unsere Rucksäcke hängen beziehungsweise einpacken dürfen. Hans erklärt uns ausführlich, weshalb Lamas zum einen gut für die Berge geeignet sind, und zum anderen auch hervorragende Lastenträger sind.

Lamas stammen ursprünglich aus dem Hochland der Anden. Sie wurden und werden dort noch heute als Tragtiere eingesetzt, da andere Packtiere und Fortbewegungsmittel in den Bergen Südamerikas undenkbar sind. Mit Leichtigkeit und Trittsicherheit bewegen sie sich in schwierigem Gelände, denn die Unterseite ihrer Füße besteht aus zwei lederartigen Kissen (Schwielensohlen). Es braucht keine Hufe oder Schuhe, um diese erstaunlich widerstandsfähigen Füße zu schützen. Lamas haben einen geringen Proteinbedarf und kommen deshalb auf extensiv bewirtschafteten Böden sehr gut zurecht. Es ist also ein Tier, das mit dem an Ort und Stelle gewachsenen Futter auskommt.

Die Wanderung geht los

In der großen Packtasche von Shayen verstaut Hans seine persönlichen Sachen. Danach starten wir unsere Tour. Die Kinder sind begeistert, denn sie können jetzt ganz allein diese gutmütigen und intelligenten Tiere führen und somit eine große Verantwortung übernehmen.

Der Kampf mit den fressenden Lamas

Zuerst geht es der Straße entlang Richtung Wald. Anfangs ist das Rudel (Kinder und Lamas) noch wenig harmonisch, was vor allem daran liegt, dass die Tiere ständig vom saftigen Grün am Wegesrand verführt werden. Hans erklärt uns, dass sie nicht regelmäßig frisches Gras zu fressen bekommen, da sie ansonsten zu dick werden würden. Immer wieder helfen wir den Kindern, um die lustigen Lamas zum Weitergehen zu animieren. An einem kleinen Brunnen erfrischen wir uns alle, bevor es weiter aufwärts geht.

Traumhafte Ausblicke

Unsere Gäste sind ganz begeistert vom Ausblick und der atemberaubenden Landschaft. Obwohl ich selbst schon oft am Wattenberg und Umgebung war, kann ich dies nur bestätigen. Der Blick auf das gegenüberliegende Karwendelgebirge und ins Inntal laden zum Innehalten ein. Es hat fast den Anschein, als würden selbst die Lamas die Stille und Aussicht genießen.

Die wohlverdiente Jause

An einer Lichtung im Wald legen wir eine Pause ein. Hans holt aus den Packtaschen eine wunderbare regionale Jause hervor: selbstgemachtes Brot und Käse sowie Hollundersirup, hauseigene Tomaten, Gurken und Eier, Wurst  – all dies liebevoll garniert mit essbaren Blüten.

Während der kurzen Rast taucht unweigerlich die Frage auf, ob Lamas denn spucken. Hans bejaht dies, und erklärt, dass das Spucken eine Ausdrucksform der Rangordnung innerhalb der Herde ist. Menschen spucken Lamas äußerst selten an. Dies tun sie nur dann, wenn sie extrem gereizt werden oder sich von Menschen bedroht fühlen.

Auf dem Rückweg durch den Wald

Nach der Stärkung wandern wir auf einem Forstweg weiter. Zum Ende hin geht dieser steil hinab und Hans bittet uns, den Kindern beim Führen zu helfen. Obwohl Lamas sehr rücksichtsvoll sind und gut auf die Kinder aufpassen, sind sie auf dem Rückweg doch sehr zügig unterwegs. Immer wieder treffen wir unterwegs auf Wanderer oder Radfahrer, die von unserer lustigen Gruppe begeistert sind.

Zum Abschluss eine Runde auf dem Lama

Bald sind wir wieder in der Nähe des Hofes angekommen. Die Kinder dürfen auf Balu noch eine kurze Runde reiten. Das macht allen unglaublich viel Spaß!

Danach verabschieden wir uns von Hans und seinen Lamas. Es war ein herrlicher Tag in der Natur, welcher dank dieser einzigartigen Tiere unvergesslich bleiben wird.

Wollt ihr mehr über Hans, seine Lamas und Touren erfahren, dann schaut auf seine Homepage unter Tyrollama.

1. Zirbentage am Glungezer

Die ersten Zirbentage am Glungezer

Um die Zirbe gebührend zu feiern, finden von 20. – 23. Juni erstmals die Zirbentage am Glungezer statt. Euch erwarten von naturkundlichen Führungen über Workshops und Vorträgen im Wald, Vorstellungen von Zirbenholz-Schnitzern und Musik, abwechslungsreiche Thementage:

  • Donnerstag, 20. Juni 2019: “Genuss und Gesundheit” rund um die Zirbe
  • Freitag, 21. Juni 2019: Wenn Zirbenholz zu leben erwacht: Schnitzern über die Schulter g’schaut
  • Samstag, 22. Juni 2019: Aufg’spielt am Glungezer – Volksmusik und gute Laune auf den Hütten und Almen am Glungezer
  • Sonntag, 23. Juni 2019: Unterwegs im Zirbenwald: Naturkundliche Themenführungen

Das Detailprogramm findet ihr direkt auf unserer Homepage unter “Zirbentage am Glungezer”!

© Sebastian Schels/Tirol Werbung

Die Zirbe im Sommer: der Zirbenweg und der Kugelwald am Glungezer

Das Erlebnis rund um die Zirbe könnt ihr nicht nur an diesen Tagen, sondern auch während des Sommers erleben: am Zirbenweg oder im Kugelwald am Glungezer.

Spaziert man den Zirbenweg am Glungezer entlang, steigt einem immer wieder ein ganz besonderer, aber dennoch vertrauter Geruch in die Nase – es ist der Duft der Zirbe! Sieht man sich genauer um, bemerkt man, dass man von hunderten, wenn nicht tausenden Zirben umgeben ist. Kein Wunder, am Glungezer befindet sich der größte Zirbenwald Mitteleuropas. Der Zirbenweg bietet einen Wandergenuss auf 2.000 Meter Seehöhe. Während der gesamten Wanderung blickt man hinunter auf den Talboden des Inntales und geniesst die atemberaubende Kulisse der gegenüberliegenden Karwendelkette.

© Daniel Zangerl

Die Zirbe reicht nicht nur gut, sondern aus ihr wurde am Glungezer eine ganze Bergerlebniswelt gebaut: der Kugelwald. Den spielerischen Umgang mit der Zirbe als Holzart können vor allem die Kleinsten dort erleben. Die weltweit einzigartige Kugelbahn sorgt für Bewegung, Spielfreude und kreatives Gestalten in freier Natur.

© hall-wattens

Die Zirbe und ihre Wirkung auf Mensch und Natur

Die Zirbe wird zu Recht liebevoll “Die Königin der Alpen” genannt: die wohltuenden Auswirkungen der Zirbe sind seit Jahrhunderten bekannt. Wertvolle Schätze können aus ihr gewonnen werden wie Öle, Liköre, Truhen, Betten oder Kissen. Nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Tier- und Pflanzenwelt ist die Zirbe von großer Bedeutung. Vor allem für den Tannenhäher spielt sie eine tragende Rolle. Mehr dazu sei noch nicht verraten! Was es mit dieser Vogelart und der Zirbe auf sich hat, erfährt ihr bei einer der kostenlosen Führungen im Rahmen der Zirbentage.

© hall-wattens.at

 

Auf der Spur der Biene: Wildkräuterspaziergang

Welche Bedeutung hat die Biene für Fauna und Flora? Und welche Rolle spielen Wildkräuter dabei?

Bienen spielen eine größere Rolle für uns Menschen, als die meisten wissen.

Diese Fragen werden auf dem kurzweiligen Kräuterspaziergang, der jeden Dienstag in den Urlaubsaktivitäten der Region Hall-Wattens angeboten wird, beantwortet. Dazu gibt es für euch zwei leckere Rezepte mit Honig.

Dieses Jahr liegt das Augenmerk beim Kräuterspaziergang auf einem der wichtigsten Tiere für Flora, Fauna und den Menschen: Der Honigbiene. So entdeckt man unter fachkundiger Anleitung Wildbienen-Behausungen, lernt diese zu identifizieren und zu beobachten. Nebenbei werden im Gehen Kräuter, die für Mensch und Biene schmackhaft sind, gesammelt, unter anderem auch Spitzwegerich. Aus diesem wird dann beim Endpunkt des Spaziergangs aromatischer Spitzwegerichhonig zubereitet.

Biene auf Löwenzahn

„Die meisten Menschen sind sich gar nicht bewusst, wie essentiell das Fortbestehen der Bienen auch für uns Menschen ist.“, betont Claudia Pyka, zertifizierte Kräuterpädagogin und leidenschaftliche Imkerin. „Aber, und das ist überaus positiv einzuschätzen, viele beginnen sich vermehrt für die Honigbiene zu interessieren und wollen zum Beispiel wissen, wie man der Bienenpopulation helfen kann, sich zu behaupten.“

Claudia bei der Arbeit

Die Antwort darauf hat Bienenliebhaberin Claudia auch gleich parat: „Hier gilt die Devise: Zurück zum Ursprung! Eine Naturblumenwiese anlegen statt englischem Rasen, Wildbäume, Wildsträucher pflanzen – all das hilft, um zur Bienengesundheit beizutragen.“ Und hübsch anzusehen ist‘s obendrein.

Ein bunter Kräutergarten ist der ideale Lebensraum für Bienen.

Tipp: der Spur der Bienen: Unterwegs am Tulfer Kräuterweg

Jeden Dienstag um 10 Uhr (01.05. – 31.10.2019)

Dauer: ca. 2 Stunden

Treffpunkt: Tourismusbüro Tulfes, Schmalzgasse 27

Gästetarif: kostenlos

Normaltarif: EUR 5, – pro Person

Mindestteilnehmerzahl: 2 Personen mit Gästekarte

Maximale Teilnehmerzahl: 10 Personen

Anmeldung: bis spätestens Montag 18.00 Uhr im Tourismusbüro Hall in Tirol

Da die Kräuterwanderungen sehr gefragt sind, ist eine Voranmeldung beim Tourismusverband Region Hall-Wattens unbedingt notwendig.

Rezept Spitzwegerich-Honig

Eine Handvoll junge Spitzwegerichblätter waschen und trocken tupfen. Mit einem Messer klein aufschneiden und mit einem Nudelholz zerdrücken, bis grüner Saft austritt. Saft und Blätter mit echtem Bienenhonig (500 g) vermischen, in kleine Gläser abfüllen und zwei Woche kühl lagern.

Tipp: Der Honig ist auch ideal als Hustensaft verwendbar, da er keinen Alkohol enthält, ist er auch gut für Kinder verwendbar. Der fertige Honig kann eingefroren werden und dann in der kalten Jahreszeit verwendet werden.

Rezept Honig-Eis

Zutaten Honig-Eis (für 4 Portionen)

75 g Blütenhonig

250 ml Schlagsahne

1 Ei

2 Eidotter

½ EL Kristallzucker oder Agavendicksaft

Zubereitung Honig-Eis

Eine Schüssel über ein Wasserbad hängen. Eidotter, Eiweiß, Zucker und 2 EL Honig in die Schüssel geben. Schaumig rühren.

Anschließend die Schüssel in eiskaltes Wasser setzen und schlagen, bis die Masse lauwarm ist. Den restlichen Honig unterschlagen. Schlagsahne steif schlagen und unter die abgekühlte Masse heben. Für ca. fünf Stunden im Gefrierschrank fest werden lassen.

Statt Schlagsahne kann auch Jogurt verwendet werden, dann ist das Eis etwas leichter.

 

 

Glungezer Winterwaldweg

Eine Winterlandschaft wie aus dem Märchen – die findet man am neuen Glungezer Winterwaldweg.

Kennt ihr den neuen Premium Winterwanderweg schon? Er startet nahe des Alpengasthofs Halsmarter und der Mittelstation der neuen Glungezerbahn. Das heißt, man kann bequem fast bis zum Start “hinaufgondeln” und spart sich dadurch anstregende Höhenmeter. Der Glungezer Winterwaldweg selbst dann ist fast eben – auf 1600 Metern Seehöhe.

 

Immer wieder bieten sich von hier beeindruckende Ausblicke ins Voldertal, das Inntal und den verschneiten Volderberg.

 

Vorbei an Fichten, Lärchen und Tannen gelangt man nach ca. eineinhalb Kilometern zum Wendepunkt. Von dort geht es auf demselben Weg zurück zum Ausgangspunkt.

Fazit: Ein herrlicher Ausflug in die Winternatur! Herrlich klare Luft und die angenehme Stille werden nur vom Knirschen des Schnees und dem Rauschen eines nahen Gebirgsbachs unterbrochen.

Tourdaten Premium Glungezer Winterwaldweg

Schwierigkeit: leicht
Länge: 3,2 km
Dauer: ca. 60 Minuten
Aufstieg: 69 hm
Abstieg: 69 hm
Anreise:

Mit dem Bus Nr. 4134 nach Tulfes

Ein Parkplatz ist an der Talstation der Glungezerbahn vorhanden.

Alle Infos zum Glungezer Winterwaldweg gibt es hier.

Wanderung durch das herbstliche Halltal zum Issanger

Bei Traumwetter starten wir unsere Rundwanderung am Eingang zum Halltal. Die lieblichen Temperaturen erlauben nach kurzer Zeit die Jacken in den Rucksack zu packen und mit kurzen Ärmeln zu wandern – und das Mitte November! Wir spazieren parallel zur Fahrstraße bis zum Wasserstollen. Dort müssen wir den Steig verlassen, der Fluchtsteig bis St. Magdalena ist schon seit langem wegen Steinschlag gesperrt. Weiter geht es der  asphaltierten Straße entlang, bei St. Magdalena vorbei bis man auf der rechten Seite einige gelbe Wanderschilder sieht und eine kleine Brücke die über den Halltalbach führt – dort zweigen wir nach rechts ab.

Am schmalen, schönen Weg, immer leicht bergauf kommen wir auf den neu angelegten Hirschbadsteig.

Und siehe da – eine Gämse!! Zuerst können wir nur ein Rascheln im Laub hören, aber bald zeigt sich dieses Prachtexemplar. Ich glaube, es handelt sich um einen Gamsbock. Männliche Gämsen sind nämlich im Gegensatz zu weiblichen gern allein unterwegs. Zum Glück haben wir unser Fernglas dabei.

Nach insgesamt zwei Stunden reiner Gehzeit tut sich diese landschaftliche Schönheit auf – der Issanger! Im Sommer findet man hier ein schier unglaubliches Blütenmeer, aber auch im Herbst hat der Issanger seinen  ganz eigenen Reiz.

Wie Kunstwerke stehen die vielen Weiden im herbstlichen Gewand vor uns – mit malerisch – blauem Himmel als Hintergrund!

Der letzte Rest an Blumen präsentiert sich in warmen Tönen.

Wir durchwandern die wunderbare Hochebene bis zum Issjöchl und genießen jeden Sonnenstrahl.

Über den breiten, schottrigen Weg geht es wieder bergab, vorbei an den geschichtsträchtigen Herrenhäusern  und dem König Max – Schaustollen.

Einmalige Ausblicke – die Hüttenspitz links mit den Tuxer Alpen im Hintergrund – und wunderschön verfärbte Bäume begleiten uns zurück zum Ausgangspunkt.

Nach fünf Stunden, mit gemütlicher Pause und Jause in der Sonne kommen wir zufrieden und müde aber mental gestärkt zurück! Wer möchte, könnte am Rückweg auch im Alpengasthaus St. Magdalena einkehren!

 

 

 

Sonnenaufgangstour im Herbst

Herbstliche Sonnenaufgangstour ins Karwendel

Es gibt kaum ein imposanteres Naturerlebnis als einen Sonnenaufgang am Berg  zu erleben. Aber: Im Sommer um kurz vor vier Uhr morgens daheim weg, um rechtzeitig zum Tagesanbruch auf einem Berggipfel zu stehen? Das klingt nur für passionierte Frühaufsteher attraktiv. Allen anderen empfehle ich eine Sonnenaufgangstour im Herbst – denn jetzt kann man beruhigt später losstarten zum Sonnenaufgangs-Abenteuer.

Tolle Sonnenaufgangstour im Karwendel: Auf den Hochmahdkopf

Die Tour auf den Hochmahdkopf dauert etwa zwei Stunden im Aufstieg. Man startet am Parkplatz Absam Halltal (kostenlose Parkplätze).

Nach wenigen Minuten verlässt man die Halltal-Straße und schwenkt links auf einen Waldweg ein. Diesem folgt man, bis die Schotterstraße den Weg quert. Ein kurzes Stück auf dieser entlang und schon geht es weiter zum Aufstieg Richtung Gipfel. Jetzt wird der Weg etwas steiler, Kondition ist gefragt! Nach etwa vierzig Minuten lichtet sich der Wald etwas – und wir merken, dass es am Horizont dämmert.

Weiter geht es hinauf entlang des neu aufgerichteten Wildtierzaunes und den Lawinenverbauungen. Nach ca. 1,5 Stunden erreicht man den Vorberg mit Kreuz und Bank. Der Vorberg liegt auf ca. 1500 Metern Seehöhe. Aber Pause gemacht wird nicht, es wird schon heller!

Es folgen noch die letzten (anspruchsvollen) 200 Höhenmeter – und gelangt dann zum Gipfel auf 1738 Metern Seehöhe. Gemütlich auf den Bankl’n sitzend offenbart sich ein Naturschauspiel: Die Sonne bricht hervor, mit den ersten, sanften Sonnenstrahlen des Tages. Malerisch leuchtet sie hinter den Gipfeln der gegenüberliegenden Tuxer Alpen. Alles um uns wird in strahlendes, weiches Licht getaucht – ein unvergesslicher Moment.

Wir können uns fast nicht sattsehen, verweilen noch eine Weile am Gipfel und machen uns dann den Weg retour den Steig nach St. Magdalena folgend. Der dortige Gasthof kommt einem sehr gelegen – schließlich gibt es nichts Besseres als ein großes Bergfrühstück nach einem Gipfelsieg!

Hinter der Kapelle St. Magdalena geht man den Weg retour über das Eibental. Vom Eibental dann noch den zweiten Teil des Fluchtsteigs und schon gelangt man wieder zum Parkplatz Halltal.

Tipps für Sonnenaufgangstouren:

  • Unbedingt eine Stirnlampe mitnehmen. Gerade zu Beginn der Tour kann es noch sehr dunkel sein und die Gefahr zu stolpern ist größer.
  • Warme Kleidung mitnehmen! In der Früh kann es empfindlich kalt werden.
  • Sich leise bewegen – viele Tiere sind nachtaktiv und werden sonst gestört.
  • Großzügig Aufstiegszeit einplanen. Es wäre doch schade, würde man den Sonnenaufgang verpassen! Eine Übersicht der Sonnenaufgangszeiten für den zentralen Teil Tirols liefert die ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik).
  • Ausreichend Getränke und einen kleine Jause mitnehmen. Gerade im Herbst haben viele Almen und Jausenstationen bereits geschlossen.

Die Details zur Wanderung auf den Hochmahdkopf gibt es hier: https://www.hall-wattens.at/de/tours/auf-den-aussichtsreichen-hochmahdkopf.html#dmdtab=oax-tab1