Marienbasilika in Absam – Kraftort 02/10

Das Gnadenbild

Es war der 17. Jänner 1797 als Rosina Bucher die Erscheinung der Mutter Maria an einer der Fensterscheiben in ihrer Stube erblickte. Versuche, das Frauenbildnis zu entfernen, waren vergebens. Es erschien immer wieder. Erst Tage später machte die Muttergotteserscheinung in den umliegenden Dörfern die Runde. Immer mehr Leute kamen nach Absam, um sich selbst ein Bild von diesem Wunder zu machen. Nicht einmal Unterlassungen seitens des Dekans konnten die Pilger daran hindern, sich das Gnadenbild anzusehen. Weder von offizieller, noch von staatlicher Seite wurde die wundersame Erscheinung anerkannt, dennoch entwickelte sich eine Eigendynamik, die bis heute nicht zu bremsen ist.

Die Wallfahrtskirche Absam wird zur Marienbasilika

Die Entstehung der Pfarrkirche St. Michael zur Marienbasilika in Absam geht weit über die Marienerscheinung hinaus. Aufgrund des Salzabbaus im Halltal wurde Absam als eingeständige Pfarre um 1280 ernannt. Als das Gnadenbild 750 Jahre später erschien, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Absamer Kirche im Jahre 2000 einen außerordentlichen Status erhielt. Sie wurde als einzige Tiroler Kirche, die nicht in Verbindung zu einem Kloster oder Stift steht, zur Basilika erhoben. Damit wollte man der Tatsache, dass Absam der bedeutendste Marienwallfahrtsort Tirol ist, Rechnung tragen.

Marienplatz, Marienkapelle und Votivtafel-Kapelle

Die Marienbasilika ist aufgrund der Lage am Ortsende, mit einem schönen Blick auf Thaur und bis nach Innsbruck, ein idyllischer Wallfahrtsort. Der Kirchenvorhof war einst den Kriegsopfern beider Weltkriege gewidmet. 2010 wurde der Vorhof neu gestaltet: Jutta Katharina Kiechl zeichnete dafür 21 zart farbige Bilder, welche den Platz umrahmen. Absam ist und bleibt neben der Wallfahrt auch eine beliebte Hochzeitskirche.

Ein Schmuckstück ist die Votivtafel-Kapelle, welche sich gegenüber der Sakristei im östlichen Teil des Mesnerhauses befindet. Der einfache, saalartige Raum birgt einen barocken Altar mit Kreuzigungsgruppe und ein Fesko in Stuckrahmung. Neben den künstlerischen Malereien, befinden sich über 400 Votivtafeln in der Kapelle. Das sogenannte “Anliegen-Buch” erzählt von den vielfätligen Sorgen und Erhöhrungen der Gläubigen, welche zur Wallfahrt nach Absam kamen.

Jeweils am ersten Sonntag im Monat findet um 14.00 Uhr die Monatswallfahrt statt, beginnend mit dem Rosenkranzgebet und anschließender Krankensegnung.

Das Dorf Absam und seine Geschichte

Volkskultur, Geigenbau und gelebte Glaubenstradition prägen das malerische Tiroler Dorf Absam, welches am Fuße des Karwendels liegt. Die Ortschaft ist nicht nur ein beliebtes Ziel für Pilger und Wallfahrer, sondern auch für Sporgbegeisterte und Naturliebhaber. Das wildromantische Halltal lädt genauso zu ausgedehnten Entdeckungstouren ein, wie das Schutzgebiet „Naturpark Karwendel“, das auf mehr als 920 km² „Natur pur“ bietet. Der berühmte Geigenbauer Jakob Stainer (1617 bis 1683) lebte und arbeitete in Absam. Besonders ausgelassen geht es in der Faschingszeit zu, wenn die Absamer „Matschgerer“ unterwegs sind.

Mehr zur Marienbasilika und den Kraftorten in der Region Hall-Wattens gibt es via www.kraft-ort.at!

Spätsommerlicher Zirbenweg am Glungezer

Zugegeben ist der Zirbenweg am Glungezer von Frühling bis Herbst ein Erlebnis. Vor allem zur Almrosenblüte ist der Zirbenweg ausgesprochen beliebt und viel begangen. Aber ich muss sagen, dass die Natur am Zirbenweg jetzt im Spätsommer auch ihre ganz besonderen Reize zum Vorschein bringt. Die klare, zum Teil schon kühle Bergluft, hat das Inntal und das gegenüberliegende Karwendelmassiv in einem intensiven Licht erstrahlen lassen.

Auffahrt mit der Patscherkofelbahn

Vorweg muss erwähnt werden, dass wir die Wanderung mit dem Zirbenweg-Rundwanderticket gemacht haben. Dieses beinhaltet die beiden Bergbahnen Patscherkofel und Glungezer, sowie den Bus entweder von Tulfes nach Igls oder vice versa. Wir haben unsere Wanderung im Westen begonnen, sprich wir sind mit der Patscherkofelbahn hoch gefahren.

Oben angekommen, wurden wir sofort vom Geläut der Kuhglocken in Empfang genommen. Unterhalb der Patscherkofel-Bergstation befindet sich von der Universität Innsbruck der Alpengarten Patscherkofel und ist in jedem Fall ein Besuch wert! Der beschilderte Rundwanderweg im höchstgelegensten Botanischen Garten Österreichs, erzählt uns mehr über das sensible ökologische Gleichgewicht in den Alpen.

Erstes Drittel – bis zum Almgasthaus Boscheben

Die Landschaft auf dem Zirbenweg ist wirklich sehr unterschiedlich: Mal sind es weitläufige Heideböden, dann wieder Abschnitte durch dichten Wald oder Geröllfelder, welche (leicht) zu überqueren sind. Im ersten Drittel ist es vor allem die Heide mit ihren violet leuchtenden Erika-Pflanzen, die uns zur ersten kurzen Rast einlädt. Auf einer Aussichtsbank genießen die Kinder ihre Jause. Die Landschaft hat irgendwie sehr viel Ähnlichkeit mit der Natur im Norden Europas. Außerdem finden wir hier (und immer wieder im Laufe der Wanderung) unzählige Heidelbeeren. Wir halten kurz inne, und pflücken die wunderbaren Früchte.

Von Boscheben aus eröffnet sich uns ein Blick in Richtung Süden, nämlich ins einsame Viggartal und bis zu den ersten Südtiroler Gipfeln.

Zweites Drittel – bis zur ältesten Zirbe Tirols

Nicht umsonst ist der Zirbenweg am Glungezer einer von zehn Kraftorten in der Region Hall-Wattens, denn die Vielfältigkeit dieses Wanderweges ist einzigartig. Nach Boscheben geht es kurz durch einen Wald. Hier ist etwas Vorsicht geboten, da es rechts immer wieder steil abfällt. Danach kehrt das Nordpanorama wieder in unser Blickfeld zurück. Große Steine zum Drüberklettern und diverse Höhlen, bieten den Kindern immer wieder spannende Abwechslung.

Der Panoramaweg führt durch einen der größten und ältesten Zirbenbestände Europas. Einige Zirben sind zum Teil über 250 Jahre alt, die älteste Zirbe im „Ampasser Kessel“ sogar mehr als 750 Jahre. Ein aus Holz gestaltetes Fernrohr gibt uns Aufschluss über den Standort dieses Methusalem-Baumes.

Letztes Drittel – bis zur Tulfeinalm

Die Kinder werden schon langsam müde. 7 km sind für die kleinen Beine doch ganz schön anstrengend. Wie die Steinböcke klettern sie auf den großen Felsen herum, die zum Teil am und neben dem Weg liegen. Das ist natürlich doppelt anstrengend! Von der ältesten Zirbe Tirols bis zur Tulfeinalm sind es jetzt noch 3,5 km. Schon von weitem kann man die Alm erkennen. Und heute sogar hören, denn die Schlitterer Sänger versorgen die Gäste mit musikalischen Genüssen. Vorher passieren wir noch zwei Trinkbrunnen, die sich unterhalb der Tulfeinkapelle befinden.

Auf der Alm selbst, darf eine Einkehr natürlich nicht fehlen: Das Essen schmeckt herrlich. Wir – allen voran die Kinder – haben uns das redlich verdient.

Hinab ins Tal – die Nostalgiefahrt

Gestärkt wandern wir hoch zum Sessellift der Glungezerbahn. Dieses Nostalgiestück ist wirklich ein Erlebnis. Unser Rucksack wird mittels Haken auf den ersten Sessel gehängt. Die Kinder sitzen auf unserem Schoß und haben großen Spaß an der aussergewöhnlichen Liftfahrt.

Danach heißt es umsteigen, um mit der neuen Glungezer 10er-Gondelbahn ins Tal nach Tulfes zu gelangen.

Mit dem Bus (Zirbenweg-Rundwanderticket) geht es vom Parkplatz der Talstation Glungezer zurück zum Parkplatz nach Igls. Müde, aber glücklich endet unser Familienwandertag am Glungezer Zirbenweg.

Lamawanderung am Wattenberg

Die Anreise auf den Wattenberg – ein Erlebnis für sich

Gemeinsam mit einer israelischen Urlauberfamilie und meinen Kindern, besuchten wir vergangenen Samstag Hans Geisler und seine Lamas am Wattenberg. Schon von weit unten konnte man die lustigen Vierbeiner ausmachen, als sie über den Zaun ins Tal hinab blickten.

Herzlich begrüßte uns Hans auf seinem Hof. Neben den vier männlichen Lamas namens Shayen, Winny, Berlingo und Balu hat er noch fünf Lamastuten. Nicht nur Lamas, sondern auch einige Hühner sowie Milchkühe, welche den Sommer auf seiner Alm im Wattental verbringen, befinden sich am Oberfelderhof am Wattenberg.

Auf der dortigen Sennerei im Almdorf Melang wird übrigens der köstliche Wattener Almkäse hergestellt, den wir später noch verkosten durften.

Wir holen die Lamas

Gemeinsam mit den vier begeisterten Kindern holt Hans die Lamas aus ihrem Freilauf und richtet sie für unsere Wanderung her. Shayen und Berlingo bekommen einen Packsattel, Balu eine Art Sattel, auf welche wir unsere Rucksäcke hängen beziehungsweise einpacken dürfen. Hans erklärt uns ausführlich, weshalb Lamas zum einen gut für die Berge geeignet sind, und zum anderen auch hervorragende Lastenträger sind.

Lamas stammen ursprünglich aus dem Hochland der Anden. Sie wurden und werden dort noch heute als Tragtiere eingesetzt, da andere Packtiere und Fortbewegungsmittel in den Bergen Südamerikas undenkbar sind. Mit Leichtigkeit und Trittsicherheit bewegen sie sich in schwierigem Gelände, denn die Unterseite ihrer Füße besteht aus zwei lederartigen Kissen (Schwielensohlen). Es braucht keine Hufe oder Schuhe, um diese erstaunlich widerstandsfähigen Füße zu schützen. Lamas haben einen geringen Proteinbedarf und kommen deshalb auf extensiv bewirtschafteten Böden sehr gut zurecht. Es ist also ein Tier, das mit dem an Ort und Stelle gewachsenen Futter auskommt.

Die Wanderung geht los

In der großen Packtasche von Shayen verstaut Hans seine persönlichen Sachen. Danach starten wir unsere Tour. Die Kinder sind begeistert, denn sie können jetzt ganz allein diese gutmütigen und intelligenten Tiere führen und somit eine große Verantwortung übernehmen.

Der Kampf mit den fressenden Lamas

Zuerst geht es der Straße entlang Richtung Wald. Anfangs ist das Rudel (Kinder und Lamas) noch wenig harmonisch, was vor allem daran liegt, dass die Tiere ständig vom saftigen Grün am Wegesrand verführt werden. Hans erklärt uns, dass sie nicht regelmäßig frisches Gras zu fressen bekommen, da sie ansonsten zu dick werden würden. Immer wieder helfen wir den Kindern, um die lustigen Lamas zum Weitergehen zu animieren. An einem kleinen Brunnen erfrischen wir uns alle, bevor es weiter aufwärts geht.

Traumhafte Ausblicke

Unsere Gäste sind ganz begeistert vom Ausblick und der atemberaubenden Landschaft. Obwohl ich selbst schon oft am Wattenberg und Umgebung war, kann ich dies nur bestätigen. Der Blick auf das gegenüberliegende Karwendelgebirge und ins Inntal laden zum Innehalten ein. Es hat fast den Anschein, als würden selbst die Lamas die Stille und Aussicht genießen.

Die wohlverdiente Jause

An einer Lichtung im Wald legen wir eine Pause ein. Hans holt aus den Packtaschen eine wunderbare regionale Jause hervor: selbstgemachtes Brot und Käse sowie Hollundersirup, hauseigene Tomaten, Gurken und Eier, Wurst  – all dies liebevoll garniert mit essbaren Blüten.

Während der kurzen Rast taucht unweigerlich die Frage auf, ob Lamas denn spucken. Hans bejaht dies, und erklärt, dass das Spucken eine Ausdrucksform der Rangordnung innerhalb der Herde ist. Menschen spucken Lamas äußerst selten an. Dies tun sie nur dann, wenn sie extrem gereizt werden oder sich von Menschen bedroht fühlen.

Auf dem Rückweg durch den Wald

Nach der Stärkung wandern wir auf einem Forstweg weiter. Zum Ende hin geht dieser steil hinab und Hans bittet uns, den Kindern beim Führen zu helfen. Obwohl Lamas sehr rücksichtsvoll sind und gut auf die Kinder aufpassen, sind sie auf dem Rückweg doch sehr zügig unterwegs. Immer wieder treffen wir unterwegs auf Wanderer oder Radfahrer, die von unserer lustigen Gruppe begeistert sind.

Zum Abschluss eine Runde auf dem Lama

Bald sind wir wieder in der Nähe des Hofes angekommen. Die Kinder dürfen auf Balu noch eine kurze Runde reiten. Das macht allen unglaublich viel Spaß!

Danach verabschieden wir uns von Hans und seinen Lamas. Es war ein herrlicher Tag in der Natur, welcher dank dieser einzigartigen Tiere unvergesslich bleiben wird.

Wollt ihr mehr über Hans, seine Lamas und Touren erfahren, dann schaut auf seine Homepage unter Tyrollama.

Kraftort Schwarzbrunn im Voldertal – Kraftort 01/10

Kraftorte der Region Hall-Wattens

Kraftorte sind besondere Orte: Spirituelle Stätten, Kulturdenkmäler und besondere Naturschauplätze in Berg und Tal. An diesen Orten lässt es sich innehalten, verweilen und neue Energie tanken. Sie inspirieren und erzählen Geschichten, von Vergangenem und Neuem, Vergänglichem und Ewig währendem.

Beim Wandern durch die Region Hall-Wattens trifft man an zehn verschiedensten Plätzen auf die Kennzeichnung “Kraftort Region Hall-Wattens”. Auf unserem Blog stellen wir euch diese zehn besonderen Plätze am Berg und im Tal vor. Den Anfang macht ein Naturschauplatz mit historischer Bedeutung: Schwarzbrunn im Voldertal.

Kraftort Schwarzbrunn im Voldertal

Schwarzbrunn im hintersten Voldertal ist unter den zehn Kraftorten der Region Hall-Wattens vermutlich der unbekannteste, aber einer der schönsten und einsamsten unter allen. Allein schon die Anreise ist spektakulär, denn das Voldertal bietet neben einer atemberaubenden Aussicht hinab ins Inntal auch zahlreiche wunderschöne Bauernhöfe, Almen und das Volderwildbad. Das Gebäude des Wildbads führt uns zurück in die Geschichte, als es dort noch einen Kurort gab.

Zur Geschichte von Schwarzbrunn

Im Jahre 1753 unternahmen drei Mitglieder der Innsbrucker Gelehrtenakademie einen Forschungsritt nach Schwarzbrunn. Neben der Untersuchung des “Gesund- oder Schwarzbrunnenwasser im Volderbad” war das eigentliche Ziel der Forschung die Untersuchung des erstmals im Voldertal bekannt gewordenen “Veilchensteins” sowie der “Brunnenkresse”. Die Kresse bei Schwarzbrunn sei vom ersten Frühjahr an bis in den rauhen Winter zu finden. Sie wurde gesammelt, geschnitten in Wasser gelegt und danach eine zeitlang gesotten, um sodann ihre Wirkung zu entfalten. Kein Wunder, dass dieser alten Heilpflanze viele positive Eigenschaften zugeschrieben werden wie Aphrodisiakum, Entschlackung von Leber, Lunge und Magen. Der Wasserstrahl des Schwarzbrunnens fließt nicht unmittelbar aus dem Boden, sondern aus schwarzer Kohlenmeilererde. Diese Besonderheit könnte Grund für die Namensgebeung “Schwarzbrunn” sein.

Hippolyt Guarinoni und das Volderwildbad

“Im Voldertal quillt ein Wasser, das schwefelsaure Erde enthält und gegen Rheuma, chronische Ausschläge, Leiden der Unterleibsorgane und Neurosen nicht selten hilfreich ist, wozu die angenehmen Umgebungen, die reine Luft, die Güte der Einrichtungen das ihrige beitragen.” (Auszug aus dem “Boten für Tirol und Vorarlberg” im Jahr 1830 zur Bewerbung des Volderwildbads)

Der Badbesuch wurde für alle möglichen und unmöglichen Leiden, an denen “alle Doktoren verzweifelt sind”, empfohlen. Der berühmte Haller Stiftsarzt Arzt Dr. Hippolytus Guarinoni hatte die Quelle untersucht und hatte darin Eisen, Salpeter, Vitriol, Schwefel und Alaun gefunden. Nicht nur ein wahrer Jungbrunnen, sondern auch Kriegswunden, wie aus dem Leib gezogene Flintenkugeln, konnte das Wasser heilen. Obwohl das Volderwildbad als typisches “Bauernbadl” zu bezeichnen ist, verbrachten auch Adel und angesehene Persönlichkeiten aus dem Großbürgertum dort ihren Kuraufenthalt. Heute befindet sich das Volderwildbad in Privatbesitz und wird für Veranstaltungen insbesondere für Hochzeiten genutzt. Ein durchaus magsicher und kraftvoller Ort, um den Bund des Lebens einzugehen.

Spannende Sagen und Geschichten

Es ranken sich unzählige Geschichten und Sagen rund um das Voldertal. Die Sage vom “Glungezer Riesen und Schwarzer Brunn” lässt erahnen, woher der Kraftort seinen Namen hat. Einst wohnte dort ein König mit vier wunderschönen Töchtern. Als ein Riese um die Hand einer seiner Töchter anhielt und kläglich abgewiesen wurde, übte der Riese Rache. Haushohe Felsblöcke welzte er vom Glungezer hinab auf den Palast, welcher schlußendlich in den Tiefen des Wildsees mit all seinen Bewohnern versank. Nachfolgende Steine füllten den See bis zur Gänze und was davon noch übrig blieb, nennt man heute den “Schwarzen Brunn”. Den Riese vom Glungezer überkamen nicht lange nach seiner grauenhaften Tat schreckliche Schuldgefühle, diesen ausgeliefert stürtzte er sich in die Tiefen des Sees, um sein brenndes Herz abzukühlen.

Das geheimnisvolle Volderwildtal

Das Voldertal stand in der Vergangenheit in enger Verbindung mit der Haller Saline und deren Waldämtern. Um 1543 wurden die Wälder des hinteren Voldertals von Vorberg bis Steinkasern von der Haller Saline für den eigenen Bedarf und für den der Münzstätte und der Glashütte in Hall in riesigen Kahlschlägen entholzt. Neben der Holztrift war seit Mitte des 16. Jahrhunderts im Voldertal schon früh die Holzkohlenerzeugung im Köhlereibetrieb ein wichtiger Erwerbszweig der dortigen Bauern. Bis ins 19. Jahrhundert benötigten die Metall verarbeitenden Betriebe und die Salinen zur Feuerung Holzkohle in großen Mengen. Neben der Holztrift und den Kohlebetrieben kam noch ein weiterer Wirtschaftszweig im Voldertal hinzu, nämlich die Mühlen. Der Bereich des Volderwildbad bis hinunter zur Au war das alte “Mühlviertel”. Dort standen bis in die ersten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts fünf Bauernmühlen: Badmühle, Traxlmühle, Lumper- oder Heißlmühle, Guggenbichler- oder Hauswurzmühle und Auermühle.

Intensive Almwirtschaft einst und heute

Dass im Voldertal so viele Almen anzutreffen sind, hat vor allem einen wichtigen geschichtlichen Aspekt: die Hochweideflächen und deren Bauten sind seit jeher ein bedeutender Teil unseres Kulturlandschaft und sind in mühevoller Arbeit von den Bergbauern errichtet worden. Obwohl noch heute viele Almen und Wirtschaftsgebäude im Voldertal anzutreffen sind, sind trotzdem einige dem Verfall preisgegeben. Westlich des Voldertalbaches, gab es allein im Gebiet rund um die Stalsinsalm und Steinkasernalm früher insgesamt 31 Bauten aus der Weidewirtschaft und dem Bergbau. Oberhalb der Stalsinsalm auf knapp 2.000 m Höhe erkennt man heute noch sehr gut den verfallenen Oberleger der Alm, denn die Trockenmauern beim Eingangsbereich sind noch gut erhalten.

Alle Kraftorte der Region findet ihr unter: www.kraft-ort.at

Von Clown bis Carousel: Ein magischer Sommer in den Swarovski Kristallwelten

Von 1. Juli bis 31. August laden im Garten der Swarovski Kristallwelten bunte Zirkuswagen und unglaubliche Artisten zu einem ganz besonderen Besuch ein. Außerdem kann man eine wundervolle Karussellfahrt oder beim Open-Air-Kino laue Sommerabende genießen.

Viel Spaß bei meinen 5 Highlights des diesjährigen „Sommer im Riesen“!

1/ Zirkus hautnah

Artisten des weltbekannten Circus Roncalli, wie Schlangenfrau Lili Paul-Roncalli, Akrobatin Geraldine Philadelphia oder Clown Devlin Bogino, sind derzeit auf Sommerfrische zu Besuch in Wattens. Sie folgen keinem fixen Programm, sondern gewähren den Gästen spannende Einblicke in ihre unglaubliche Welt. Und dabei ist mitmachen erwünscht! Wer also wiedermal jonglieren üben oder dem Zauberer Thomas Thompson über die Schulter schauen möchte, ist herzlich eingeladen!

© Swarovski Kristallwelten

 

2/ Ungesichert und unglaublich: Freddy Nock am Seil

Bei all dem bunten Treiben am Boden, sollte man einen Blick nach oben nicht vergessen. Fünf Mal täglich balanciert Hochseilartist Freddy Nock über ein Seil, das rund 20 Meter hoch über den Garten führt. Und das komplett ungesichert! Ein wirklich spektakulärer Anblick!

© Swarovski Kristallwelten

 3/ Das „Carousel“ – Nostalgie trifft Design

© Swarovski Kristallwelten

Karussellfahren ist doch immer etwas wundervoll Nostalgisches. Das neue „Carousel“ von Jaime Hayon verpackt diese Nostalgie aber in eine herrlich spielerische Welt aus schwarz-weißen Figuren, die leichtfüßig im Kreis tanzen. Bei jeder Fahrt entdeckt man ein neues Detail. Bitte einfach einsteigen und eine Runde mitfahren!

4/ Garten statt Kinosaal

© Swarovski Kristallwelten

Jedes Jahr ein Highlight für mich: Das Open-Air-Kino im Garten. Den ganzen August lang werden täglich zwei Filme auf der großen Leinwand gezeigt. Wer hat zum Beispiel am 4. August Zeit und Lust auf „The Greatest Showman“? Die Kinovorstellungen sind übrigens im Ticketpreis inkludiert, können aber auch als einzelne Kinotickets um 6,50 Euro bzw. 3,50 Euro für Kinder bis 14 Jahre gekauft werden. >> Hier findet ihr das gesamte Kinoprogramm!

5/ Bunte Speisekarte

© Axel Springer – Target Group

Wer jetzt Hunger oder Lust auf etwas Süsses bekommen hat, sollte auf der Terrasse des Daniels Kristallwelten oder im Café des Artistes gemütlich Platz nehmen. Auf den Stühlen des bekannten Zirkus-Cafés haben übrigens schon Künstlergrößen wie Andy Warhol, Sting oder Caterina Valente gesessen. Besonders empfehlen kann ich die herrlichen Macarons, aktuell gibt es sogar die Geschmacksrichtung „Bubblegum“. Unbedingt probieren!

Was es beim Sommer im Riesen sonst noch alles zu erleben gibt, findet ihr unter kristallwelten.com/sommer. Oder ihr teilt eure schönsten Erlebnisse mit #kristallwelten. Viel Spaß!

TIPP: Von 1. Juli bis 31. August haben die Swarovski Kristallwelten täglich bis 22:00 Uhr geöffnet und es gibt reduzierte Abendtickets inkl. Cocktailgutschein ab 18 Uhr.

1. Zirbentage am Glungezer

Die ersten Zirbentage am Glungezer

Um die Zirbe gebührend zu feiern, finden von 20. – 23. Juni erstmals die Zirbentage am Glungezer statt. Euch erwarten von naturkundlichen Führungen über Workshops und Vorträgen im Wald, Vorstellungen von Zirbenholz-Schnitzern und Musik, abwechslungsreiche Thementage:

  • Donnerstag, 20. Juni 2019: “Genuss und Gesundheit” rund um die Zirbe
  • Freitag, 21. Juni 2019: Wenn Zirbenholz zu leben erwacht: Schnitzern über die Schulter g’schaut
  • Samstag, 22. Juni 2019: Aufg’spielt am Glungezer – Volksmusik und gute Laune auf den Hütten und Almen am Glungezer
  • Sonntag, 23. Juni 2019: Unterwegs im Zirbenwald: Naturkundliche Themenführungen

Das Detailprogramm findet ihr direkt auf unserer Homepage unter “Zirbentage am Glungezer”!

© Sebastian Schels/Tirol Werbung

Die Zirbe im Sommer: der Zirbenweg und der Kugelwald am Glungezer

Das Erlebnis rund um die Zirbe könnt ihr nicht nur an diesen Tagen, sondern auch während des Sommers erleben: am Zirbenweg oder im Kugelwald am Glungezer.

Spaziert man den Zirbenweg am Glungezer entlang, steigt einem immer wieder ein ganz besonderer, aber dennoch vertrauter Geruch in die Nase – es ist der Duft der Zirbe! Sieht man sich genauer um, bemerkt man, dass man von hunderten, wenn nicht tausenden Zirben umgeben ist. Kein Wunder, am Glungezer befindet sich der größte Zirbenwald Mitteleuropas. Der Zirbenweg bietet einen Wandergenuss auf 2.000 Meter Seehöhe. Während der gesamten Wanderung blickt man hinunter auf den Talboden des Inntales und geniesst die atemberaubende Kulisse der gegenüberliegenden Karwendelkette.

© Daniel Zangerl

Die Zirbe reicht nicht nur gut, sondern aus ihr wurde am Glungezer eine ganze Bergerlebniswelt gebaut: der Kugelwald. Den spielerischen Umgang mit der Zirbe als Holzart können vor allem die Kleinsten dort erleben. Die weltweit einzigartige Kugelbahn sorgt für Bewegung, Spielfreude und kreatives Gestalten in freier Natur.

© hall-wattens

Die Zirbe und ihre Wirkung auf Mensch und Natur

Die Zirbe wird zu Recht liebevoll “Die Königin der Alpen” genannt: die wohltuenden Auswirkungen der Zirbe sind seit Jahrhunderten bekannt. Wertvolle Schätze können aus ihr gewonnen werden wie Öle, Liköre, Truhen, Betten oder Kissen. Nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Tier- und Pflanzenwelt ist die Zirbe von großer Bedeutung. Vor allem für den Tannenhäher spielt sie eine tragende Rolle. Mehr dazu sei noch nicht verraten! Was es mit dieser Vogelart und der Zirbe auf sich hat, erfährt ihr bei einer der kostenlosen Führungen im Rahmen der Zirbentage.

© hall-wattens.at

 

Fünfmal köstlich brunchen in Hall in Tirol und Umgebung

„Frühstück ist die schönste aller Mahlzeiten.  Man ausgeruht und jung, hat sich noch nicht geärgert und ist voll neuer Hoffnungen und Pläne.“ (Heinrich Spörl)

Café Erzspeicher – Brunchen in Hall in Tirol

Kuschelige Oase in der Unteren Lend

Bequemer Kuschelsessel, geräumiger Klatsch-und-Tratsch-Tisch oder doch der Platz beim antiken Klavier? Im Café Erzspeicher im Haller Stadtteil „Untere Lend“, etwas abseits des Trubels der Haller Altstadt, findet jeder das passende Plätzchen – um sodann eine herrliche Frühstücksauswahl zu genießen. Einst ein Schiffslagerhaus, ist das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert von der Besitzerin Barbara Hofler liebevoll und aufwendig restauriert worden. Angeboten werden im Café Erzspeicher ausschließlich regionale Produkte – wie selbst gemachte Marmeladen, saftige Kuchen, sündige Spezialitäten wie French Toast, Pancakes und Waffeln sowie vorab zusammengestellte Frühstücks-Kombinationen.

Für Bescheidene bietet sich das „Nonnen-Frühstück“ mit einer Scheibe Brot und Butter an; bei der „Schlemmerei für Zwei“ mit Wurstspezialitäten und Käse, Aufstrich, Brotkorb, Butter und Freilauf-Ei werden auch die hungrigsten Mäuler pappsatt. Lecker: Das „Erzspeicher“-Müsli mit Dinkel, Nüssen, Leinsamen, Banane und Schokoladensauce.

Tipp: Live-Musik mit Jazz, Blues oder Klassik, aber auch Vorträge werden regelmäßig abgehalten; fein sitzt man auch im lauschigen Gastgarten.

Öffnungszeiten
Mo – So 8 – 20 Uhr; Frühstück von 8 – 13 Uhr, danach Snackangebot | Ruhetage: Mi
Kontakt
Untere Lend 17, 6060 Hall i.T.
Tel.: +43 664 4934723
cafe@erzspeicher.at
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Cafe@Lizette in Hall in Tirol: Brunchen in Hall in Tirol

„Wie zu Hause, bei der Mama.“

Mit diesen Worten umschreibt Inhaberin Lizette Zöschg ihr „Baby“ – und zuhause fühlt man sich auch, wenn man das Café auf halbem Weg vom Unteren zum Oberen Stadtplatz betritt. Es ist klein, dafür umso gemütlicher, liebevoll eingerichtet und dekoriert. Ob das historische Deckengewölbe, die unterschiedlichen, originellen Sitzgelegenheiten, die prächtig verzierte Bar oder die vorbeigehenden Passanten – zu sehen gibt es im Café genug. Auch die reich dekorierten Frühstücksteller mit Aufschnitt, verschiedenen Käsesorten sowie Obst und Gemüse sind ein Fest fürs Auge.

Die lebenslustige Besitzerin legt viel Wert auf Qualität: So serviert sie ausgezeichneten Kaffee, aber auch verschiedenste Cocktails und guten Wein.

Wie zuhause gibt es im Café Lizette auch keine fixe Speisekarte; es wird das kredenzt, was gerade gebacken und gekocht wurde. Das reichhaltige Frühstück gibt es auf Vorbestellung.

Tipp: Das gesamte Lokal kann auch für einen privaten Brunch für bis zu 25 Personen exklusiv gemietet werden.

Öffnungszeiten
Di-Fr 8.30 – 12.30 und 16 – 18 Uhr
Fr: 8.30 – 12.30 und 17 – 21 Uhr
Sa 9 – 13 Uhr
Mo, So Ruhetag, eventuell geänderte Öffnungszeiten an Feiertagen
Kontakt
Langer Graben 7-8, 6060 Hall in Tirol
Tel.: +43 660 2282811
lizzoeschg@gmail.com

Mehr Infos zum Café Lizette findet ihr hier.

.Daniels Kristallwelten Café & Restaurant in Wattens

Frühstücksgenüsse, soweit das Auge reicht

Das „Daniels Kristallwelten“ ist eine der besten Adressen für einen gepflegten Brunch in der Region. Begrüßt wird man mit einem Glas Prosecco, ehe man sich zum ausgiebigen Buffet begibt, das buchstäblich keinen Wunsch offen lässt. Angefangen bei belgischen Waffeln, die an einer der drei Livecooking-Stationen zubereitet werden, zu Wurst-, Schinken- und Käsespezialitäten über heimisches und exotisches Obst bis hin zu Suppen und kreativ zubereiteten Eiergerichten – wer hier hungrig den Tisch verlässt, dem ist nicht zu helfen…

Frisch gepresste Säfte, Kaffeespezialitäten und Tees aus aller Welt können außerdem unbegrenzt entnommen werden.

Brunch jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr; von Montag bis Samstag  8.30 – 11 Uhr umfangreiche Frühstückskarte

Preis pro Person: € 32.-, Kinder von 7 – 14 Jahren: € 16; Kleine Genießer bis sechs Jahre dürfen kostenfrei auf einem Räuberteller mitessen.

Kein Brunch im Juli und August; Reservierung unbedingt erforderlich!

Tipp: Mit dem Kombiticket-Brunch erhält man 50% Rabatt auf das Eintrittsticket in die Swarovski Kristallwelten

Kontakt:
Daniels Kristallwelten Café und Restaurant
Kristallweltenstraße 1, 6112 Wattens
Tel.: +43 5224 51080
Mehr zu den Kristallwelten findet ihr hier.

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.Romediwirt in Thaur

Regionaler Genuss in modernem Ambiente

Der Romediwirt ist im Frühling 2018 eröffnetes Genussgasthaus nahe des Romedikirchleins oberhalb von Thaur. Heimische und saisonale Produkte in exzellenter Qualität bilden den Eckpfeiler der Philosophie von Gastgeberfamilie Wolfschluckner.

Das ideale „Futter“ vor einer ausgedehnten Wanderung ist das zünftige „Bergsteiger-Frühstück“: Hier wird ein Rührei aus drei Eiern mit Schinken oder Spinat serviert; dazu gibt es Gebäck und Butter sowie Orangensaft und ein Heißgetränk nach Wahl. Neben den Frühstücksvariationen kann man sich sein Frühstück auch selbst zusammenstellen – das Naturjogurt gibt es auch als Sojajogurt mit Guavensirup oder Früchten. Auch lecker ist auch das Bio – Crunchy Müsli von Verival.

Das Frühstück von der umfangreichen Karte erhält man täglich ab neun Uhr; jeden Samstag gibt es von 9 bis 12 Uhr außerdem das „All you can eat“-Brunch -Buffet um € 18,90 pro Person.

Tipp: Unbedingt auch die kostenlose Ausstellung „rundumTHAUR“  im Obergeschoss besuchen. Man erfährt allerlei Interessantes über 6000 Jahre Siedlungsgeschichte in Thaur, zur Thaurer Burg und dem Hl. Romedius, dem Dorfpatron. Außerdem gibt es einen Themenschwerpunkt zu den mystischen Eulen, die das Gebiet um den Romediwirt besiedeln. Brunchen in Hall

Öffnungszeiten
Di-Sa 9 -22.30 Uhr (Küche bis 21 Uhr)
So & Feiertage: 9 – 20 Uhr (Küche bis 19 Uhr)
Kontakt
Schlossgasse 17, 6065 Thaur
Tel.: +43 5223 213 48
info@romediwirt.at
www.romediwirt.at

Weberhof in Mils

Frühstücken am Bauernhof

Jeden Freitag kann man am idyllischen Weberhof in Mils frühstücken; dabei stehen zur Auswahl das „Große Frühstück“ verschiedenem Gebäck, Schinken, Käse, Aufstriche, Marmelade, Butter, Kuchen, Saft und Jogurt sowie dem „Kleinen Frühstück“ mit einem Heißgetränk nach Wahl, frisch gebackenem Bauernbrot, Milchzopf, Aufstrich, Marmelade & Butter sowie das „Große Frühstück“, das genauso gut „Riesen-Frühstück“ heißen könnte, gibt es doch zusätzlich zum Kleinen Frühstück verschiedenes Gebäck (Laugen, Vinschgerl), Schinken, Käse, Joghurt, Saft sowie selbst gebackenen Kuchen, der übrigens himmlisch schmeckt.

Die Plätze sind begrenzt; deswegen ist eine möglichst frühe Reservierung ratsam.

Tipp: Am besten gleich das herrliche frische Bauernbrot oder andere Spezialitäten vom Bauernmarkt am Hof mit nach Hause nehmen. Weiter werden auch schmackhafte Milch- und Käseprodukte angeboten, die in der hofeigenen Molkerei erzeugt werden.

Öffnungszeiten: Frühstück jeden Freitag ab 9 Uhr bis mittags; Bauernmarkt jeden Freitag von 9 – 18 Uhr

Kontakt:

Weberhof 1, 6068 Mils

Tel.:  +43 664/3244275

weberhof@holsteinzucht.eu

www.holsteinzucht.eu

 

Auf der Spur der Biene: Wildkräuterspaziergang

Welche Bedeutung hat die Biene für Fauna und Flora? Und welche Rolle spielen Wildkräuter dabei?

Bienen spielen eine größere Rolle für uns Menschen, als die meisten wissen.

Diese Fragen werden auf dem kurzweiligen Kräuterspaziergang, der jeden Dienstag in den Urlaubsaktivitäten der Region Hall-Wattens angeboten wird, beantwortet. Dazu gibt es für euch zwei leckere Rezepte mit Honig.

Dieses Jahr liegt das Augenmerk beim Kräuterspaziergang auf einem der wichtigsten Tiere für Flora, Fauna und den Menschen: Der Honigbiene. So entdeckt man unter fachkundiger Anleitung Wildbienen-Behausungen, lernt diese zu identifizieren und zu beobachten. Nebenbei werden im Gehen Kräuter, die für Mensch und Biene schmackhaft sind, gesammelt, unter anderem auch Spitzwegerich. Aus diesem wird dann beim Endpunkt des Spaziergangs aromatischer Spitzwegerichhonig zubereitet.

Biene auf Löwenzahn

„Die meisten Menschen sind sich gar nicht bewusst, wie essentiell das Fortbestehen der Bienen auch für uns Menschen ist.“, betont Claudia Pyka, zertifizierte Kräuterpädagogin und leidenschaftliche Imkerin. „Aber, und das ist überaus positiv einzuschätzen, viele beginnen sich vermehrt für die Honigbiene zu interessieren und wollen zum Beispiel wissen, wie man der Bienenpopulation helfen kann, sich zu behaupten.“

Claudia bei der Arbeit

Die Antwort darauf hat Bienenliebhaberin Claudia auch gleich parat: „Hier gilt die Devise: Zurück zum Ursprung! Eine Naturblumenwiese anlegen statt englischem Rasen, Wildbäume, Wildsträucher pflanzen – all das hilft, um zur Bienengesundheit beizutragen.“ Und hübsch anzusehen ist‘s obendrein.

Ein bunter Kräutergarten ist der ideale Lebensraum für Bienen.

Tipp: der Spur der Bienen: Unterwegs am Tulfer Kräuterweg

Jeden Dienstag um 10 Uhr (01.05. – 31.10.2019)

Dauer: ca. 2 Stunden

Treffpunkt: Tourismusbüro Tulfes, Schmalzgasse 27

Gästetarif: kostenlos

Normaltarif: EUR 5, – pro Person

Mindestteilnehmerzahl: 2 Personen mit Gästekarte

Maximale Teilnehmerzahl: 10 Personen

Anmeldung: bis spätestens Montag 18.00 Uhr im Tourismusbüro Hall in Tirol

Da die Kräuterwanderungen sehr gefragt sind, ist eine Voranmeldung beim Tourismusverband Region Hall-Wattens unbedingt notwendig.

Rezept Spitzwegerich-Honig

Eine Handvoll junge Spitzwegerichblätter waschen und trocken tupfen. Mit einem Messer klein aufschneiden und mit einem Nudelholz zerdrücken, bis grüner Saft austritt. Saft und Blätter mit echtem Bienenhonig (500 g) vermischen, in kleine Gläser abfüllen und zwei Woche kühl lagern.

Tipp: Der Honig ist auch ideal als Hustensaft verwendbar, da er keinen Alkohol enthält, ist er auch gut für Kinder verwendbar. Der fertige Honig kann eingefroren werden und dann in der kalten Jahreszeit verwendet werden.

Rezept Honig-Eis

Zutaten Honig-Eis (für 4 Portionen)

75 g Blütenhonig

250 ml Schlagsahne

1 Ei

2 Eidotter

½ EL Kristallzucker oder Agavendicksaft

Zubereitung Honig-Eis

Eine Schüssel über ein Wasserbad hängen. Eidotter, Eiweiß, Zucker und 2 EL Honig in die Schüssel geben. Schaumig rühren.

Anschließend die Schüssel in eiskaltes Wasser setzen und schlagen, bis die Masse lauwarm ist. Den restlichen Honig unterschlagen. Schlagsahne steif schlagen und unter die abgekühlte Masse heben. Für ca. fünf Stunden im Gefrierschrank fest werden lassen.

Statt Schlagsahne kann auch Jogurt verwendet werden, dann ist das Eis etwas leichter.

 

 

Musik im Riesen 2019

Kammermusikfestival “Musik im Riesen”

Das Kammermusikfestival “Musik im Riesen” bildet seit mehr als 15 Jahren einen Fixpunkt im kulturellen Veranstaltungskalender von Tirol. Dieses Jahr steht das Klavier im Mittelpunkt der Konzertreihe.

(c)Swarovski Kristallwelten

Vom 22. bis 26. Mai 2019 prägt das Piano das Programm des Kammermusikfestivals “Musik im Riesen”: Das Klavier im Konzert mit Orchester und als Soloinstrument, Musik an der Schnittstelle zwischen regionalem Schaffen und internationaler Ausstrahlung und sakrale Chormusik. Die Konzerte finden in Wattens und in Innsbruck statt.

Ein Hoch auf das Klavier

„Das Klavier scheint alle Instrumente im Orchester nachmachen zu können“ Yuja Wang, Starpianistin
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Höhepunkt des Festivals ist der Auftritt zweier junger Weltstars am 25. Mai 2019: Pianistin Yuja Wang und Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla kommen mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra nach Innsbruck.

Superstar Yuja Wang (c)Norbert Kniat

Klavier mit Orchester

Die unbändige Spielfreude von Yuja Wang wird auch zu hören sein, wenn die gebürtige Chinesin und Wahl-New-Yorkerin als Solistin in Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll op. 4 mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) bei „Musik im Riesen“ auftritt. Am Dirigentenpult steht dann ein anderer junger weiblicher Superstar: die Litauerin Mirga Gražinytė-Tyla, seit 2016 Musikdirektorin des CBSO und damit eine der jüngsten Dirigentinnen eines führenden Orchesters.

City of Birmingham Symphony Orchestra (c) Upstream Photography

Für das Festival der Swarovski Kristallwelten Wattens, dessen Hauptaugenmerk auf Kammermusik liegt, ist ein Orchesterkonzert dieser Größenordnung zwar ungewöhnlich, aber durchaus schlüssig: Man knüpft damit an frühere Konzerte für Kammerorchester an.

Als zweite Aufführung in großer Besetzung ist die Missa Omnium Sanctorum a-Moll für Soli, Chor und Orchester von Jan Dismas Zelenka geplant. Der Barockkomponist gilt heute als musikalischer Vorreiter, der schon bei Zeitgenossen wie Johann Sebastian Bach höchstes Ansehen genoss. Auf der Bühne erhielt er aber erst in den letzten Jahrzehnten die gebührende Aufmerksamkeit.

Musik für Klavier solo

Für eine Mitwirkung am Masterclass-Programm „Impuls“ konnten 2019 die Pianisten Paul Lewis und Aaron Pilsan gewonnen werden, die beim Festival jeweils ein Solokonzert geben. Zuerst eröffnet Paul Lewis „Musik im Riesen“ unter anderem mit Beethovens letzter Komposition für Klavier solo, den berühmten „Diabelli-Variationen“, und einem Spätwerk von Johannes Brahms. Dann spannt Aaron Pilsan mit Solowerken von Joseph Haydn bis Karol Szymanowski einen Bogen von der Klassik hin zum Impressionismus.

Paul Lewis (c)Jan Liebeck

Abschiede, Übergänge, (Neu-)Anfänge

Ein Thema, das alle Konzerte des Festivals berührt, ist jenes der Abschiede, Übergänge und (Neu-)Anfänge. Es findet sich in Antonín Dvořáks letztem vollendeten Streichquartett, das er in den USA begann und in Prag abschloss. Ebenfalls eindrucksvoll von Abschieden erzählt zwei Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch. Das eine ist seiner verstorbenen Frau Nina gewidmet, das andere von ihm im Stillen als Nachruf auf sich selbst komponiert. Aufgeführt werden diese letztgenannten Werke vom Pavel Haas Quartet, dass sich durch seine klangschönen, farbenreichen Interpretationen auszeichnet.

Pavel Haas Quartet (c)Marco Borggreve

Den wohl wichtigsten Beitrag zum Thema Neuanfang leistet Knoedel, ein Ensemble, dass sich nach 17 Jahren wieder zusammengefunden hat. Die acht Musiker haben seit Auflösung von DIE KNÖDEL im Jahr 2000 jeweils eigene Wege beschritten. Sie pflegen aber nach wie vor einen frischen Zugang zu Klassik, Jazz und Volksmusik. Dies demonstrieren sie im Konzert und auf einer neuen CD, die sie im Rahmen des Festivals präsentieren.

Das wiedervereinte Oktett Knoedel (c)Ines Kapferer-Seebacher

Programmübersicht Musik im Riesen 2019

Mi., 22. Mai 2019, 20 Uhr: Paul Lewis (Klavier)

Do., 23. Mai 2019, 20 Uhr: Knoedel

Fr., 24. Mai 2019, 20 Uhr: Pavel Haas Quartet

Sa., 25. Mai 2019, 20 Uhr: CBSO, Mirga Gražinytė-Tyla, (Dirigentin), Yuja Wang (Klavier)

So., 26. Mai 2019, 11 Uhr: Aaron Pilsan (Klavier)

So., 26. Mai 2019, 20 Uhr: Choropax Kammerchor Wattens, Marini Consort Innsbruck, Ewald Brandstätter (Dirigent), Maria Erlacher (Sopran), Markus Forster (Altus), Willi Rogl (Tenor), Jakob Peböck (Bass)

Haller Kirchen erzählen ihre Geschichten: Pfarrkirche St. Nikolaus

Die Altstadt von Hall ist voll von historischen Gemäuern, Prachtbauten und Verborgenem. Vor allem aber erzählen die Gebäude der Stadt viele Geschichten – so auch die mächtige Pfarrkirche St. Nikolaus.

Die Haller Pfarrkirche wurde 1281 erstmals urkundlich erwähnt. Nach der Errichtung einer ersten, spätgotischen Hallenkirche im Jahr 1320 wurde das Gotteshaus ein Jahrhundert später unter Stadtbaumeister Hans Sewer (1420 – 1440) erweitert und ausgebaut. Die Gewerkenfamilie Fieger ließ 1490 eine Privatkapelle an die Fassade mit Zinnengiebel, welcher mit der Figur des Patrons Nikolaus gekrönt ist, anbauen.

Ansicht von Westen mit dem markanten Staffelgiebel und der Statue des Hl. Nikolaus, dem Patron der Haller Pfarrkirche

Den barocken Turm wiederum erhielt die Pfarrkirche nach dem Erdbeben von 1670. Das Innere der Kirche überrascht den Besucher durch den barocken Prunk. Aber – wieso ist der Altarbereich verschoben? Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Für den Erweiterungsbau von 1420 war der Chorraum der Vorgängerkirche weiter verwendet worden. Da die Geländestufe, auf der die Kirche gebaut ist, nach Süden hin steil abfällt, verschob Baumeister Sewer die dreischiffige Halle nordwärts.

Blick durch das Mittelschiff des Langhauses zum Chor. Deutlich ist der Knick in der Raumachse zwischen Langhaus und Chor zu erkennen.

Klerikale Kostbarkeiten in der Pfarrkirche St. Nikolaus

Der Großteil der Innenausstattung entstand nach 1752. Zu der Zeit schuf Josef Adam Mölk mit vielen Gehilfen die Deckenfresken. Sie stellen Szenen der Nikolauslegende und einiger anderer Heiliger dar. Auch die Kanzel, die Altäre und die Orgel wurden zu der Zeit neu gestaltet.

Blick durch das Mittelschiff zur Orgelempore. Die sichtbaren Eisenstangen im Gewölbe wurden nach dem Erdbeben 1670 eingezogen.

Das Altarblatt des prachtvollen, schwarzgoldenen Hochaltar schuf Jan Erasmus Quellinus aus Antwerpen (1657). Dem Haller Künstler Franz Xaver Fuchs ist es zu verdanken, dass das barocke Innere der Kirche nach mehreren Regotisierungsvorhaben am Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten geblieben ist.

Wunderschöner Palmeselchristus aus dem 1. Viertel des 15. Jahrhunderts. Der Palmesel wird jedes Jahr am Palmsonntag schön geschmückt bei der Prozession mitgeführt. Der Innenraum des Esels ist hohl, früher füllte man ihn mit Broten, welche während der Prozession auf den Boden fielen und von der erfreuten Bevölkerung eingesammelt wurden.

Zu den wenigen gotischen Stücken die noch in der heutigen Kirche vorhanden sind, zählen der Palmesel und ein Passionsbild sowie die beiden Steinbecken für Tauf- und Weihwasser und die bekannte Marienstatue im Barockaltar der Waldaufkapelle  im nördlichen Seitenschiff.

Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert mit Spätrenaissance –Aufsatz

In dieser Kapelle ist neben dem Stifter und dessen Familie Kooperator Josef Lambichler (1883 – 1956) begraben. Er kümmerte sich besonders während der beiden Weltkriege aufopfernd um die Haller Jugend.

Waldaufkapelle. Ritter Florian Waldauf stiftete die Kapelle zusammen mit einem bedeutenden Reliquienschatz. Das aufwändig und prachtvoll gestaltete spätgotische Gitter der Kapelle zeigt Wappen des Stifters und seiner Frau Barbara Mitterhofer. Am Altar ist auch die gotische Muttergottes im Strahlenkranz zu sehen, eine der noch wenigen erhaltenen gotischen Figuren in der Kirche.

Aufwändige Renovierung

Aufgrund eines Brandes im Dachstuhl 1880 sowie der Abdeckung des Dachs in Kriegszeiten und des damit verbundenen Wassereintritts wurde eine Restaurierung  der Deckenmalereien notwendig. Es gab insgesamt vier Bauphasen und es wurden auch Projekte wie die Gestaltung des Altarraums, die Erneuerung der Elektrik und der Beleuchtung angegangen. Außerdem reinigte man die Altäre, Zunftstangen und Skulpturen professionell. Ein Riesen-Projekt! Die feierliche Wieder-Eröffnung der Pfarrkirche St. Nikolaus erfolgt dann am 29.10.2017.

Tipp: Wer die Kirche in den nächsten Tagen besucht. kann ein wunderbares, von Speckbacher Schützen bewachtes Ostergrab bewundern. Es ist mit Sicherheit eines der schönsten Ostergräber in Tirol!