Auf Wanderschaft mit Susi

Eine solide Vorbereitung ist die halbe Wanderschaft…

Eine Wanderschaft inmitten der Tiroler Bergwelt ist meine große Leidenschaft! Als Wanderführerin plane ich jeden Sommer über einige spannende Touren: Gruppengröße, Schwierigkeit der Tour, Ausrüstung, Wetter und Sicherheit spielen dabei eine wichtige Rolle.

Es macht einen großen Unterschied, ob man alleine oder in Gesellschaft wandert. Daher ist es bei einer Wandergruppe äußerst wichtig, im Vorfeld abzuklären, wie erfahren, trittsicher und konditionell stark die TeilnehmerInnen sind. Außerdem sollte man eine Alternativroute in petto haben. Ich finde aber, dass gemeinsam wandern viel mehr Spaß macht und in Notfällen kann man sich auch gegenseitig unterstützen. Sollte man die Bergwelt dennoch alleine erkunden, ist es eine gute Idee, Familie oder Freunde vorher zu informieren. Sicherheit geht vor!

Ein weiteres Gebot beim Wandern ist es, immer auf das schwächste Glied in der Runde Rücksicht zu nehmen. Darum ist es auch sinnvoll, wie bereits erwähnt, alternative, leichtere oder kürzere Routen im Kopf zu haben.

… und unerlässlich für den Gipfelsieg

Hat man sich einen Überblick über die Wandergruppe verschafft, passt man den Schwierigkeitsgrad einer Route an die Wanderer und den Verhältnissen entsprechend an. Tipp: An dem alpinen Wegenetz in Tirol kann man sich gut orientieren. Je nach Schwierigkeit der Wege wird zwischen Wanderwegen, roten und schwarzen Bergwegen und alpinen Routen unterschieden.

Das Wetter sollte man nicht nur bei der Planung, sondern auch während der Wanderschaft stets im Blick haben, da sich in den Bergen die Wettersituationen lokal sehr schnell verändern kann. Ein Blick nach oben lohnt sich also immer – auch der Aussicht wegen! Zudem gibt es kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Ein Sprichwort, das auch bei Wanderungen stimmt. Entsprechende Ausrüstung und ein vernünftig gepackter Rucksack mit genügend Proviant dürfen bei keiner Tour fehlen!

Die Zeit spielt beim Wandern auch eine wichtige Rolle, daher gilt: Frühzeitig losstarten, genügend Pausen einplanen und auch einmal eine kurze Rast einlegen, um die imposante Bergwelt oder einfach nur den Moment zu genießen!

Ich packe meinen Wanderrucksack

Eine zweckmäßige Ausrüstung ist das Um und Auf für eine angenehme Wandertour. Packt den Rucksack nicht zu voll, oft sind die Rucksäcke viel zu schwer und man verliert schon nach den ersten paar Schritten die Motivation. Meine Packliste habe ich euch anbei zusammengestellt:

  • Wetterschutz (Regenjacke, eventuell Überhose)
  • leichte Ersatzwäsche
  • Handschuhe und Mütze, Sonnenschutz (Brille, Hut, Creme, Lippenstift)
  • gefüllte Trinkflasche
  • Jause oder etwas Geld für die Einkehr auf der Alm
  • Stirnlampe oder Taschenlampe
  • Erste-Hilfe-Set
  • Biwaksack
  • Wanderkarte
  • Taschenmesser
  • Kenntnis der alpinen Notrufnummern: Euro-Notruf 112, Alpin-Notruf 140 sowie Rettung 144. Tipp: ins Handy speichern 🙂

WISSENSWERT: Wisst ihr noch wie das alpine Notsignal funktioniert? Eine kleine Auffrischung gibt es hier!

Bergsommer zwischen Karwendel und Tuxer Alpen

Egal ob ein einfacher Spaziergang, eine leichte Almenwanderung, eine Gipfeltour oder eine Mehrtagestour, gemütlich oder sehr sportlich, mit oder ohne Einkehr: Für jeden ist etwas dabei. Die kleinen Wanderzwerge kommen dabei auch nicht zu kurz, wie zum Beispiel am Piepmatzweg oder in der Bergerlebniswelt “Kugelwald am Glungezer”!

Wer geführte Touren vorzieht, kann sich eine spannende Wanderung aus dem vielfältigen Sommerwochenprogramm aussuchen. Von einem Kräuterspaziergang über eine Kapellenwanderung mit kulturellem Schwerpunkt bis hin zur Almwanderung im Karwendel, dem größten Naturpark Österreichs, oder einer Nature Watch- oder Gipfeltour: Für genügend Abwechslung ist gesorgt!

Das Schöne für mich an der Region Hall-Wattens ist, dass man sowohl in den Tuxer Alpen als auch im Karwendel unterwegs sein kann. Durch die verschiedenen Gesteinsarten wie Tuxer Urgestein, Wettersteinkalk und Dolomit ergeben sich zwei unterschiedliche Landschaftsbilder, einerseits das schroffe, felsige Karwendel andererseits die lieblicheren Tuxer Alpen. Auch Flora und Fauna unterscheiden sich aufgrund der unterschiedlichen geologischen Beschaffenheit!

Unterwegs im Naturpark Karwendel

Der Naturpark Karwendel ist zum Naturpark des Jahres 2020 gewählt worden. Im Rahmen des Wochenprogramms könnt ihr euch mit mir “Auf Schusters Rappen” begeben:

Almzeit im Naturpark Karwendel: Von Gnadenwald aus wandern wir durch den Wald bis zur Hochebene der Walder Alm. Das sonnige Hochplateau mit traumhaftem Rundblick über Karwendel und Tuxer Alpen ist der ideale Ort zum Verweilen. Nach der Brettljause kehren wir über die Ganalm oder direkt, je nach Lust, Laune und Kondition, nach Gnadenwald zurück.

Wandern wie früher – Von St. Magdalena zum Issboden: Bequem geht es mit dem Shuttleservice vom Halltal Eingang bis nach St. Magdalena. Auf wildromantischen Steigen wandern wir entlang des Halltalbaches. Die Wanderung führt zum Issboden, der für seine Pflanzenvielfalt bekannt ist. Mit etwas Glück lassen sich auch Gämse, Steinböcke und Steinadler beobachten – dank dem Swarovski Fernglas sehen wir stechend scharf!

TIPPS: Weitere Outdoor Aktivitäten

Ich wünsche euch einen schönen Bergsommer, mit vielen aufregenden Momenten!

Wanderung durch das herbstliche Halltal zum Issanger

Bei Traumwetter starten wir unsere Rundwanderung am Eingang zum Halltal. Die lieblichen Temperaturen erlauben nach kurzer Zeit die Jacken in den Rucksack zu packen und mit kurzen Ärmeln zu wandern – und das Mitte November! Wir spazieren parallel zur Fahrstraße bis zum Wasserstollen. Dort müssen wir den Steig verlassen, der Fluchtsteig bis St. Magdalena ist schon seit langem wegen Steinschlag gesperrt. Weiter geht es der  asphaltierten Straße entlang, bei St. Magdalena vorbei bis man auf der rechten Seite einige gelbe Wanderschilder sieht und eine kleine Brücke die über den Halltalbach führt – dort zweigen wir nach rechts ab.

Am schmalen, schönen Weg, immer leicht bergauf kommen wir auf den neu angelegten Hirschbadsteig.

Und siehe da – eine Gämse!! Zuerst können wir nur ein Rascheln im Laub hören, aber bald zeigt sich dieses Prachtexemplar. Ich glaube, es handelt sich um einen Gamsbock. Männliche Gämsen sind nämlich im Gegensatz zu weiblichen gern allein unterwegs. Zum Glück haben wir unser Fernglas dabei.

Nach insgesamt zwei Stunden reiner Gehzeit tut sich diese landschaftliche Schönheit auf – der Issanger! Im Sommer findet man hier ein schier unglaubliches Blütenmeer, aber auch im Herbst hat der Issanger seinen  ganz eigenen Reiz.

Wie Kunstwerke stehen die vielen Weiden im herbstlichen Gewand vor uns – mit malerisch – blauem Himmel als Hintergrund!

Der letzte Rest an Blumen präsentiert sich in warmen Tönen.

Wir durchwandern die wunderbare Hochebene bis zum Issjöchl und genießen jeden Sonnenstrahl.

Über den breiten, schottrigen Weg geht es wieder bergab, vorbei an den geschichtsträchtigen Herrenhäusern  und dem König Max – Schaustollen.

Einmalige Ausblicke – die Hüttenspitz links mit den Tuxer Alpen im Hintergrund – und wunderschön verfärbte Bäume begleiten uns zurück zum Ausgangspunkt.

Nach fünf Stunden, mit gemütlicher Pause und Jause in der Sonne kommen wir zufrieden und müde aber mental gestärkt zurück! Wer möchte, könnte am Rückweg auch im Alpengasthaus St. Magdalena einkehren!

 

 

 

Beeindruckende Herbstwanderung auf’s Issjöchl

Am Samstag um acht Uhr morgens starten wir, noch bei leichtem Nebel im Tal unsere Tour auf’s Issjöchl. Taleinwärts im Wald, anfangs parallel der ehemaligen Mautstraße, dann neben dem erfrischenden Gebirgsbach  wandern wir über den Knappensteig bis nach St. Magdalena.

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Das malerisch gelegene St. Magdalena

Wir halten immer wieder Ausschau mit unseren Ferngläsern nach Gämsen, aber noch will sich keine zeigen. Gut gestärkt mit Jause und Getränken geht es ca. eineinhalb Stunden weiter über einen wildromantischen Bergweg  bis zum Issanger. Jeder ist beeindruckt von der atemberaubenden Schönheit dieser Hochebene. Ein wahres Naturschauspiel und eine, wegen dem perfekten Herbstwetter fast schon kitschige Kulisse.

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Wir bewundern Wiesen voller Herbstzeitlosen, Disteln, Bergflockenblumen, Schwalbenwurzenzian, verschiedene Beeren und vieles mehr, auch Gämsen zeigen sich uns immer wieder.

Nach unserer zweiten kurzen Rast am Issjöchl geht es fast nur mehr bergab, vorbei am König Max – Stollen bei den Herrenhäusern. Wir kehren auch kurz in die Obleitner – Kapelle ein, benannt nach ihrem Gestalter, dem bekannten Haller Bildhauer Karl Obleitner. Hier wacht die Heilige Barbara aber schon viel länger als Schutzpatronin aller Bergleute über das Salzbergwerk und die dort Beschäftigten.

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Die Obleitner-Kapelle beim König-Max-Stollen im Halltal

Danach geht es zurück nach St. Magdalena und über den Knappensteig retour zum Ausgangspunkt.

Um 14 Uhr sind alle glücklich und zufrieden wieder im Tal, beeindruckt von der wunderbaren Tiroler Bergwelt!

Die Route im interaktiven Ortsplan