Die Urforelle als Tiroler Kulturgut

Auf den Spuren von Kaiser Maximilian I.

Nicht nur die Geschichte von Hall in Tirol hat Kaiser Maximilian I. geprägt, er hat auch seine Spuren in der Thaurer Fischzucht hinterlassen. Als begnadeter Jäger sowie Fischer ließ der Habsburger Herrscher vom Piburger- sowie Achensee Fische nach Thaur bringen. Diese wurden dort aufgezogen und in die höher gelegenen Gebirgsseen für die Fischerei ausgesetzt. Urkundlich wird die Fischzucht das erste Mal im Jahr 1504 erwähnt. Somit ist die Anlage in Thaur die älteste Fischzucht Tirols! Kaiser Maximilian I. hätte damals sicher nicht gedacht, dass die Forelle rund 500 Jahre später als Urforelle zum Tiroler Kulturgut ernannt wird.

Vom Maschinenbautechniker zum Fischzüchter aus Leidenschaft

Eigentlich ist Nikolaus gelernter Maschinenbautechniker. Gemeinsam mit seinem Vater begab er sich schlussendlich auf einen ganz anderen Weg. Seit 2016 ist er Vollerwerbslandwirt und betreut mit Herzblut die Fischzucht in Thaur. Seine Faszination für Fische seit Kindheitstagen an, bestärkt ihn in seinem täglichen Schaffen. Auf dem Areal befinden sich nicht wie zu Zeiten Kaiser Maximilians I. zwei, sondern insgesamt 25 ausgebaute Kiesteiche sowie ein Bruthaus. Die Zucht hat sich von damals auf heute stark verändert. Täglich steht Nikolaus vor neuen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt: Von Fischreihern über die Instandhaltung der Anlagen bis hin zu den sich ständig verändernden Umweltbedingungen.

Nikolaus und die Fischzucht in Thaur

Wie der Vater so der Sohn

Seine Begeisterung zur Urforelle sowie der Kunst der Fischzucht spürt man nicht nur im Gespräch, sondern auch auf dem über 3,2 Hektar großen Areal in Thaur. Schon sein Vater Dr. Nikolaus Medgyesy, Biologe und Entdecker der Urforelle, war von dieser längst vergessenen Kunst und Fischart angetan. Auf seinen Forschungsstudien nahm er Nikolaus von klein an mit. Kein Wunder, dass auch seine Kinder Thomas und Niklas gern mit dem Fischereimeister mitgehen, um mehr vom Tiroler Kulturgut zu erfahren.

Die Fischzucht

Schon allein die Aufzucht der Tiroler Urforelle ist in der Fischzucht Thaur besonders. Die Fische werden von Hand und mit viel Liebe gezüchtet. Weder Chemikalien noch Medikamente bekommen die Tiere zu fressen. Die Fischzucht ist eine sehr aufwendige: Von den Eiern über die Larve bis hin zum fertigen Fisch vergehen rund zwei Monate. Vor allem im Anfangsstadium gehören schlaflose Nächte zur Aufzucht einfach dazu. Jeden Tag, um nicht zu sagen mehrmals, schaut Nikolaus nach den kleinen Eiern und saugt die unbefruchteten Eier ab. Nicht immer einfach, da man mit nur einer falschen Bewegung mehrere Eier zerstören kann. Aktuell befinden sich in diesem Stadium rund 160.000 Bachforellen sowie 80.000 Seeforellen im Bruthaus.

Die Fischzucht in Thaur

Faszination Urforelle, Setzlinge und frischer Genuss ab Hof

Die Bachforelle gab es schon vor rund 20.000 Jahren und gilt als Relikt aus der Eiszeit. Die in Tirol donaustämmige Urforelle ist ein Tiroler Kulturgut, welches es zu bewahren gilt. Der Fisch hat sich über die letzten Jahrhunderte immer wieder behauptet und war so gut wie ausgestorben. Die Zucht in Thaur trägt ihren Teil zur Erhaltung des Kulturguts bei. Nikolaus ist der Einzige in Europa, der die Urforelle züchtet. Er hat sich dem Artenschutz der Urforelle verschrieben. Neben dem Ab-Hof-Verkauf, steht für ihn vor allem die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Die Urforelle wird für Besatzungszwecke in den Gewässern gezüchtet. Zudem werden auch Speisefische wie Seeforelle, Bachforelle, Elsässer Saibling sowie Tigerfisch vor Ort aufgezogen und frisch verkauft. Von „Fischen auf Eis“ hält Nikolaus nichts. Erst wenn man selbst gesehen hat, wie mühe- aber liebevoll in Thaur gezüchtet wird, kann verstehen, wie aufwendig ein Fischzuchtbetrieb für den Einmannbetrieb heutzutage ist. Es gibt keine fixen Öffnungszeiten für den Ab-Hof-Verkauf. Nach Terminvereinbarung mit dem Fischereimeister kann man Fisch frisch vom Kiesteich holen und vor Ort ausnehmen lassen.

Frisch gefischte Fische direkt Ab-Hof.

Gebeizte Tiroler Forelle – Ein sommerlicher Rezeptvorschlag

Zutaten für 4 Personen: ca. 1 1/4 kg Filet, 100 g Salz, 50 g weißer Zucker, 50 g brauner Zucker, 2 EL Senfkörner grob, 1 TL schwarze Pfefferkörner, 80 g Dill (fein gehackt), schwarzes Bauernbrot und Honig-Senf-Sauce

Zubereitungstipp von Fischereimeister Nikolaus: Salz mit weißem/braunem Zucker vermischen, Senf- und Pfefferkörner mörsern und unterheben. Alles auf die Fleischseite geben und Dill zum Garnieren verwenden. Tipp: Die Filetstücke in einem Gefrierbeutel bestreichen und die Luft aus dem Beutel streichen. Für 24 Stunden in den Kühlschrank geben. Danach die Salzkruste grob entfernen und ohne Haut in Tranchen schneiden. Serviertipp: Am besten schmeckt die gebeizte Forelle auf einem schwarzen Bauernbrot mit Butter bestrichen – dazu Honig-Senf-Sauce mit Dil. Mahlzeit!

Der Europataler

Kaiser Max besuchte die Tiroler Sparkasse

Eigens für die Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2008 wurden Europataler in der Münze Hall geprägt. Die limitierte Auflage war ein voller Erfolg. Drei der bereits vergriffenen Münzen wurden anlässlich des Maximilianjahres verlost. Über die Veranstaltungsplattform “SALZRAUM.Hall livelocations” konnte man am Gewinnspiel teilnehmen. Drei glückliche Gewinner wurden gezogen. Was alle nicht wußten: Kaiser Max übergab ihnen höchstpersönlich die begehrten Sammlerstücke. Die Kundenhalle am Innsbrucker Sparkassenplatz war Schauplatz der Feierlichkeiten. Und das nicht ohne Grund: Ein über 20 Kilogramm schwerer Europataler stand im Mittelpunkt. Kein Wunder: Die Münze ist ein wahrer Publikumsmagnet. Unter den glücklichen Gewinner*innen war auch Renate Tobitsch. Insgeheim ist sie ein großer Kaiser Max Fan. Stolz präsentierte sie ihre Münze:

“Auf den Europataler bin ich sehr stolz. Ich werde ihn jetzt einmal überall herzeigen und dann bekommt er einen Ehrenplatz”.

Der Europataler

Den “Kaisertaler” ließ Kaiser Maximilian I. anlässlich seiner Kaiserkrönung in der Münze Hall im Jahr 1508 prägen. Der Krönungsdoppelguldiner ist die erste Münze mit dem Schriftzug Europa. Anlässlich der Fußball EM im Jahr 2008 und zum 500-jährigen Jubiläum des ersten Europäers Kaiser Maximilian I. fertigt die Münze Hall in Kooperation mit der Münze Österreich den größten Silbertaler der Welt mit einem Gewicht von 2008 dag, sowie 2008 Stück des Europatalers in einer limitierten Auflage. Die Vorderseite des Talers entspricht jener aus der Zeit Maximilians 1508. Sie zeigt den frisch gebackenen Kaiser in Rüstung auf dem Pferd; in seiner Hand hält er ein Banner mit dem kaiserlichen Symbol, dem Doppeladler.

Mehr Informationen zum Europataler findet ihr unter https://www.europataler.at

 

Der Schatz des Maximilian – Wissensrallye

Die Idee dahinter

Das Jahr 2019 ist geprägt von Ausstellungen und Veranstaltungen zu Ehren des 500. Todestages von Kaiser Maximilian I. Auch in Hall ließ man sich einiges für das junge Publikum einfallen. So spazieren viele Schulklassen und Wissbegierige mit Tablets gerüstet durch die historische Altstadt und meistern bravourös die Wissensrallye „Maximilian go“. Bei dieser interaktiven und spannenden Schatzsuche geht es darum, die von Buchautor Thomas Brezina erdachte Rätselgeschichte, interaktiv zu lösen.

Beschreibung

Im Mittelpunkt steht eine spannende Abenteuergeschichte rund um Kaiser Maximilian I. Die in Kleingruppen eingeteilten TeilnehmerInnen bekommen vom Hofnarren Kunz von Rosen Rätselfragen gestellt, die sie mit Unterstützung von Tablets richtig beantworten sollen. Teamarbeit ist also gefragt! So werden bei dieser modernen Schnitzeljagd Orte und Gebäude aufgesucht, die in Maximilians Leben von Bedeutung waren. Aber Achtung, das Team mit der geringsten Fehlerquote und der höchsten Punktezahl gewinnt. Am Ende der Schatzsuche werden die lustigen Selfies und Videos bei der Abschlussbesprechung begutachtet. Eine unterhaltsame und spannende Beschäftigung mit großem Lern- und Spaßfaktor!

 

Die Rallye und unsere EntdeckerInnen

Neun Mädchen und ein Junge nahmen die Herausforderung an und stellten sich der interaktiven Schnitzeljagd. Nachdem sich die Gruppen „Popcorn“, „Die Bonbons“ und „Maria von Burgund“ gefunden hatten, gab es eine kurze Einführung von Frau Mag. Alexandra Müller-Krassnitzer von der Stadtarchäologie Hall in der Burg Hasegg. Der Countdown begann und die Gruppen machten sich in zweiminütigem Abstand mit den Tablets in der Hand auf den Weg.

Lasst die Suche beginnen!

Ein großer Park, enge Gassen, mittelalterliche Brunnen, verborgene Eingänge sowie historische Häuserfassaden sind wichtige Anhaltspunkte während der Rallye, um die kniffligen Rätselaufgaben zu knacken. An den verschiedenen Stationen befinden sich versteckte Hinweise, wo genau die sind – wird hier natürlich nicht verraten. Nun heißt es kurz überlegen, gemeinsam besprechen und die richtige Antwort antippen.

Bei einer falschen Lösung ertönt ein lauter Piepton. Vorsicht, die Zeit läuft, daher scharf nachdenken, denn jede falsche Antwort bedeutet Punkteabzug. Aber zum Glück gibt es Selfies und Videos, mit denen man den Punkteverlust wieder wettmachen kann.

Und weiter geht’s…

Die glücklichen Gewinnerinnen

Nach gut eineinhalb Stunden hatten alle Gruppen die Aufgaben gelöst und sind in der Burg Hasegg eingetrudelt. In der Stadtarchäologie wurden die Ergebnisse ausgewertet und die strahlenden Siegerinnen erhielten eine Kaiser-Maximilian-Münze. Herzlichen Glückwunsch dem Team “Maria von Burgund”. Dennoch, riesiges Lob an die eifrigen TeilnehmerInnen, alle waren mit großer Begeisterung dabei. Aber mal ehrlich, das Highlight war dann doch die Präsentation der lustigen Selfies und der schon fast profimäßigen Kurzvideos!

 

Hier geht’s zu den Kunstwerken:

 

 

Fortführung Wissensrallye „Maximilian go“ in Hall

Aufgrund des großen Erfolges und der anhaltenden Nachfrage wird die Wissensrallye in Hall bis Oktober 2020 verlängert. Sollte das Entdeckerfieber nun auch euch gepackt haben, dann ab nach Hall in die Burg Hasegg! Und wer besonders ambitioniert ist, hat die Möglichkeit, sich auch in Innsbruck und Kufstein auf Schatzsuche zu begeben. Mehr Infos unter: https://www.stadtarchaeologie-hall.at/2018/11/22/5912/