Die Kultur in Hall ist weiblich

Interview mit Hannah Crepaz, Leiterin der Galerie St. Barbara

Ich hatte das Vergnügen, eine der bekanntesten und für mich auch bemerkenswertesten Frauen aus der Tiroler Kulturszene kennenzulernen. Hannah Crepaz ist Intendantin des Osterfestival Tirol und leitet seit über einem Jahrzehnt die Geschicke der Kulturinstitution Galerie St. Barbara in Hall in Tirol.

Hannah, du bist mit der Kulturarbeit deiner Eltern großgeworden. Wie hat dich das geprägt?

Sie lacht. „Ich bin als Kind in die Kultur hineingewachsen. 1968 hat eine Gruppe junger Menschen in Hall die Galerie St. Barbara gegründet und meine Eltern, Maria und Gerhard Crepaz, dazu eingeladen, das musikalische Programm zu gestalten. Kunst und Musik waren mein zweites Zuhause. Außerdem durfte ich meine Eltern auf ihren Reisen begleiten.“ Das Motto meines Vaters lautete: „Ein verlorener Tag in der Schule, ist ein gewonnener Tag für’s Leben.“

Heute ist sie selbst Mutter einer 10-jährigen Tochter, die ganz selbstverständlich durch die Büroräumlichkeiten der Galerie St. Barbara huscht. Die Zeiten haben sich aber geändert, findet Hannah. Gerade für Frauen ist der Spagat zwischen Beruf und Familie nicht einfach zu bewältigen. Wie viele andere spürt auch sie den permanenten Druck der Gesellschaft. Daher unterstützt sie den Wunsch nach einer gerechten Aufgabenverteilung. Auch die Männer sollen ihr traditionelles Rollenbild überdenken. Die Politik ist hier gefordert, zB mit einer gesetzlich vorgeschriebenen Karenzzeitaufteilung für Männer und Frauen, ähnlich dem schwedischen Modell.

Das Osterfestival Tirol gibt es bereits seit über 32 Jahren. 2009 hast du die künstlerische Leitung übernommen.

Zu Beginn – im Jahr 1989 – hieß das Osterfestival Tirol “Musik der Religionen”. Im Zentrum stand jährlich ein anderer Kulturkreis und die damit verbundenen Religionen. Hannah sieht sich als Vermittlerin. Durch ihre Arbeit möchte sie uns das Fremde vorstellen und zwischen fernen Kulturen vermitteln, um ein Umdenken anzuregen.

Einen intensiven Ausdruck verleiht das einzige Mehrsparten-Festival im Westen Österreichs, das heuer unter dem Motto Friede? steht. Coronabedingt musste es an Ostern abgesagt werden und wird teilweise als Oktoberfestival nachgeholt. Österreichische KünstlerInnen thematisieren den Wunsch nach Frieden. Das Programm ist umfangreich: Alte und Neue Musik, Tanz und Lesungen. Üblicherweise geht das Osterfestival Tirol mit den 40 Orten und anderen besonderen Formaten in Räumlichkeiten, wo Menschen kaum mit Kunst in Kontakt treten können oder am Rande der Gesellschaft leben.

Was bedeutet dir deine Arbeit? Wie steht es um die Kulturszene? Wie ist die Verteilung zwischen Mann und Frau?

Die Kunst- und Kulturszene ist eine sehr kleine und überschaubare. Man trifft immer wieder auf die selben Menschen und es gibt meist einen regen Austausch, was sehr schön ist. In den führenden Positionen ist Kunst und Kultur häufig männlich dominiert. Schön ist zu sehen ist, dass die Wiener Volksoper mit einer Frau neubesetzt wurde. Aber natürlich spielen Frauen eine wichtige Rolle in dieser Szene. Hannah nennt sie liebevoll „die fleißigen Bienen“. Bei diesem Thema merkt man, dass die sonst in sich Ruhende emotionaler wird. Hannah bekommt von ihren männlichen Kollegen sehr wohl den Respekt, den sie zweifelsohne verdient. Ihre Arbeit lässt wenig Angriffspunkte zu, weil sie neben hochkarätigen Persönlichkeiten vor allem lokale und junge KünstlerInnen fördert. Neid und Missgunst führen gerade in der Kunst- und Kulturszene zu einem sinnlosen Kräfteverlust, davon ist die Hallerin überzeugt.

Die Arbeit von Hannah und der Galerie ist über die Grenzen hinaus bekannt, sodass KünstlerInnen von sich aus vorstellig werden. Dennoch reist sie viel und gerne durch Europa, um KomponistInnen, MusikerInnen oder TänzerInnen live zu erleben und sie dann nach Tirol zu holen.

Du bist ein sehr kreativer Mensch. Was inspiriert dich? Woher kommen deine Ideen?

Hannah ist Mitglied in diversen kulturellen Gremien. Ihr Arbeitstag endet nicht etwa um 17 Uhr mit dem Verlassen des Schreibtischs in der Galerie St. Barbara. Ganz im Gegenteil: Ihre Arbeit ist immer allgegenwärtig und sie geht mit Leidenschaft an alle Sachen heran. Aus dieser inneren Motivation entspringen großartige Ideen. Aber eigentlich sind es die KünstlerInnen und die Musik, die sie besonders inspirieren.

Du wohnst und arbeitest in Hall. Was bedeutet diese Stadt für dich?

Die Stadt Hall, mit ihrer hohen Lebensqualität, ist für sie ein wahrer Kraftplatz. Die verwunschenen Innenhöfe wirken auf sie sehr beruhigend oder die kleinen verwinkelten Gassen bringen sie zum Träumen. Diese kleinen und besonderen Orte geben ihr viel Kraft und Energie. Aber auch die umliegende Natur inspiriert die Kunsttreibende. Sie liebt die Bewegung an der frischen Luft. Hannah Crepaz schätzt es sehr, dass man in wenigen Minuten nach Absam oder Gnadenwald gelangt, wo man sich so richtig auspowern kann.

Wie die Mutter so die Tochter. Beide kehren gerne nach ausgedehnten Reisen durch Europa in ihre Heimatstadt zurück. „Das Wichtigste für eine gelungene Mutter-Tochter-Beziehung ist die Verbundenheit mit dem eigenen Kind“, so Hannah. Ganz wichtig sind ihr bewusste Auszeiten, in denen sie – ohne Ablenkung – Zeit für ihre Tochter hat. Selbst wenn es abends später wird, bemüht sich Hannah gemeinsam mit Alice etwas Leckeres zu backen oder zu gestalten.

Stillstand durch Corona. Wie hast du das erlebt?

„Die Kunst- und Kulturszene hat es hart getroffen“, meint Hannah. Der Vorhang blieb nicht nur für KünstlerInnen zu, auch wir KulturliebhaberInnen mussten im April auf das bekannte Osterfestival verzichten. Statt Trübsal zu blasen hat die kreative Hannah die Auszeit sinnvoll genutzt. Das Ergebnis lässt sich sehen: Aus dem Osterfestival wurde das Oktoberfestival.

Leider hat sich in der Anfangszeit der Corona-Krise herauskristallisiert, dass Kultur nicht immer den Stellenwert bekommt, den sie verdient. Hannah Crepaz ist überzeugt, dass uns die Corona-Krise gezeigt hat, wie wichtig Kunst und Kultur für die Gesellschaft sind, aber auch ein ausschlaggebender Motor für den Tourismus darstellen. Was wäre eine Stadt ohne ein lebendiges kulturelles Leben? Hannah ist sehr froh, dass die kulturelle Landschaft weiterexistieren kann, wenngleich die Unsicherheit bestehen bleibt.

Ich bedanke mich für das anregende Gespräch, und wünsche mir, dass wir alle, die wir durch Kultur – egal in welcher Form – bewegt werden, bald zu einer guten neuen Normalität zurückkehren.

Das Oktoberfestival findet vom 20. Oktober bis 30. November 2020 statt. Das Programm von musik+ 2020/21 beginnt am 27. Oktober mit einem Konzert von „Jordi Savall und Freunde“ mit dem Titel „Zuflucht im Erinnern“ im Haller Salzlager. Nähere Informationen unter: https://www.musikplus.at/

Osterbäckerei

Vorfreude auf das Osterfrühstück

Alle freuen sich schon auf Ostern. Neben dem Eierfärben sind es vor allem die Köstlichkeiten der Osterbäckerei, die unser Herz höher schlagen lassen. Susi und ich stellen euch heute einige dieser Rezepte vor. Sie sind realtiv einfach und lassen sich schnell umsetzen. Am reich gedeckten Osterfrühstückstisch sind sie ein richtiger Blickfänger!

Palmbrezen und Osterstriezel

Der Germteig bildet die Grundlage für beide Rezepte aus der Osterbäckerei. Für rund 16 Palmbrezen beziehungsweise einen Ostertriezel benötigt man folgende Zutaten: 30 dag Mehl (glatt), 5 dag Zucker und etwas Vanillezucker, 7,5 dag Butter, 1/8 l lauwarme Milch, 1 Ei, 1 1/2 dag Germ (oder 1/2 Päckchen Trockengerm) und 1 Prise Salz.

Aus den Zutaten einen Teig rühren, kneten und diesen zugedeckt für ca. 30 Minuten rasten lassen. Danach kleine Stücke abschneiden, zu Würsten rollen und daraus die Palmbrezen formen. Die Brezen werden für ca. eine Viertelstunde bei 150 Grad im Ofen gebacken.

Für den Osterstriezel hingegen wird der Germteig in drei gleich große Stränge geteilt. Die beiden Enden mit etwas Wasser oben zusammenkleben und danach locker in eine Zopfform bringen. Wir bestreichen den Zopf mit einem verquirltem Ei und bestreuen ihn mit Hagelzucker. Danach wird er im vorgeheizten Backrohr bei 175 °C ca. 35-40 Minuten gebacken. Und fertig ist die zweite Osterbäckerei!

Butter- und Kuchenlamm

Für ein Kuchenlamm benötigt ihr folgende Zutaten: 150 g Butter (oder Margarine), 150 g Zucker, 2 Packungen Vanillezucker, 1 Prise Salz, 4 Eier, 2 TL Rum, 150 g gemahlene Nüsse, 150 g Mehl, 100 g Speisestärke (Maizena) und 3 TL Backpuler.

Die Zutaten der Reihe nach zu einem Rührteig verarbeiten. Die Form gut einfetten und mit Mehl bestäuben. Den Teig in die verschlossene Form einfüllen und im vorgeheizten Backrohr bei 180 °C ungefährt 50 Minuten backen lassen. Danach lösen wir das Lamm aus der Form, bestäuben es mit Staubzucker und dekorieren es entsprechend. Besonders das Herausnehmen aus der Form ist immer ein spannender Augenblick, seht selbst!

Auch für ein Butterlamm gibt es eine entsprechende Form. Dazu einfach die Butter in die Form streichen und für 24 Stunden in den Kühlschrank stellen. Danach die Form über einem Teller wenden und das Butterlämmlein herausklopfen. Traditionell wird das Butterlamm mit einer Fahne und einem roten Band geschmückt. Als Augen verwenden wir Gewürznelken und die Zunge ist ein kleines Blatt.

Palmsonntag, Ostergräber und Brauchtum in der Region Hall-Wattens

Der Palmsonntag ist der Beginn der Karwoche und wird aufwendig gefeiert. Palmbüsche und Palmstangen gehören ebenso dazu, wie in manchen Gemeinden der Palmesel. Die Esel haben ihren Ursprung in der Theaterleidenschaft der Tiroler sowie ihrem Drang nach einer möglichst lebendigen Darstellung von den Ereignissen aus der Geschichte Jesu. Bei den Prozessionen am Palmsonntag wird ein Palmesel mit der Christusfigur mitgezogen. Dieser Brauch wurde in der Zeit der Aufklärung verboten und verschwand. Heute wird er in Thaur sowie in Hall in Tirol noch gepflegt.

Aufwendig geschmückte Ostergräber gehören in vielen Pfarrkirchen der Region zum Osterbrauchtum. Ein kulturhistorischer Wert, der leider vielerorts bereits in Vergessenheit geraten ist. Die bühnenartigen Aufbauten rund um den im Grabe liegenden Christus sind mit Blumen, Kerzen und bunt beleuchteten Osterkugeln geschmückt. In Absam zum Beispiel, wird am Gründonnerstag nach dem Abendgottesdienst das Ostergrab aufgestellt, das bis zur Osternacht steht. Am Karfreitag und Karsamstag halten Mitglieder der Speckbacher Schützenkompanie die Ostergrabwache. In Thaur findet man das Ostergrab auf dem Kreuzweg in Richtung Romedikirchl.

Ein weiterer Brauchtum ist die Feier der Osternacht mit Speisensegnung. Die Osterkerze, die am Feuer entzündet wurde, wird in die dunklen Kirchen getragen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachbacken der Osterköstlichkeiten sowie viel Freude beim Gestalten eures persönlichen Osterfrühstücks!

Gefeierter Abschluss des Osterfestival Tirol 2015

Mit der Österreich-Premiere der Akram Khan Company endete das 27. Osterfestival Tirol am Ostersonntag mit einem fulminanten Tanzabend.

Unter dem Motto “Mut” lud das Festival über 150 Künstler und Mitwirkende aus der ganzen Welt ein, die Hall und Innsbruck zu einem Zentrum der Begegnung verwandelten. Das Thema des Osterfestival Tirol zog sich auf unterschiedlichste Weise durch alle künstlerischen Ausdrucksformen: Musik, Tanz, Performance, Film und Gespräche.Dubois_4

Mit einer Auslastung von 93% und vielen ausverkauften Veranstaltungen kann das Festival auf eine der erfolgreichsten Edition zurückblicken. In den über 40 Veranstaltungen zwischen dem 10. März und dem 05. April gab es viele Höhepunkte, darunter österreichische Erstaufführungen, eigens für das Festival erarbeitete Programme und eine Uraufführung. Zu den Stars der Kunstwelt wie Jordi Savall, Akram Khan, Anish Kapoor und Olivier Dubois gesellten sich junge, aufstrebende Ensembles wie La Camera delle Lacrime, Maud Le Pladec und Künstler aus Tirol. Ein Schwerpunkt des Osterfestival Tirol sind eigens für das Festival entwickelte Produktionen von internationalen Choreographen und Musikern mit Tiroler Künstlern. Etwa die Hälfte der Beteiligten kam dieses Jahr aus Österreich und Tirol.

Osterfestival Tirol 2015 – Passion und Auferstehung der Ostkirchen

Am Freitag, den 27. März 2015 findet im Salzager in Hall in Tirol im Zuge des Osterfestival Tirols eine besondere Veranstaltung statt:

Passion und Auferstehung der Ostkirchen

Fr 27.03.2015 | Hall, Salzlager – 20.15 Uhr

Sœur Marie Keyrouz
Ensemble Vocal de la Paix
Adham Chalhoub, Jihad Boukaram, Joe Abinader, Pierre Abdeljalil, Fadi Makhlouf, Abdo Haydamous, Walid Bou Jaeoudé150327_MarieKeyrouz_1_Foto_Kuenstler

Seit Jahren bemüht sich die aus dem Libanon stammende und in Paris lebende Soeur Marie Keyrouz um interreligiöses Verständnis und Offenheit der Kulturen im Umgang miteinander. 1984 gründete sie ihr Ensemble Vocal de la Paix, Sänger und Musiker aus den verschiedenen Regionen Libanons, als gelebten Beitrag zum Frieden in ihrem Land. Mit ihrer außergewöhnlichen Stimme (von der UNESCO bereits zur „Stimme des Jahres“ gekührt) gelangt sie in die Herzen des Publikums und eröffnet ihm die archaische Kraft der Musik des Nahen Ostens: von traditionellen Gesängen der Maroniten über byzantinisch-melkitische bis hin zu Liedern in arabischer Sprache und Musikform. Die ihr eigene Charakteristik erscheint dem westlichen Hörer im Allgemeinen fremdartig, mystisch.

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Basis der Tradition ist die Improvisation. Mit ihr soll das Unaussprechliche zum Ausdruck gebracht werden. Musik, die aus dem Glauben entsteht und für den Nächsten bestimmt ist. Sie gibt Aufschluss über den Sänger, sein Bekenntnis, basiert auf Emotion und der Möglichkeit des stimmlichen Ausdrucks.

Mit ihren Konzerten finanziert Soeur Marie Keyrouz mehrere Waisenhäuser im Libanon.

Tickets für diese Veranstaltung des Osterfestival 2015

Alle Informationen zum Osterfestival Tirol 2015

Alle Kulturhöhepunkte in der Region Hall-Wattens

Konzert: Liebe – was sonst?

Mittwoch, 05. Februar 2014, Kurhaus Hall in Tirol

Die Verbindung von Musik und Poesie steht im Zentrum dieses unglaublichen Abends der Veranstaltungsreihe musik+. Klassisch persische Musik steht in Verbindung mit dem kunstvollen Vokalstil der Renaissance. Beginn: 20.15 Uhr

Liebe — was sonst?

Machaut (einer der großen Komponisten des 14. Jahrhunderts) meinte schon, dass ein Gedicht nur über den hörbaren Ausdruck wirkt. Poesie ist grundlegendes Element der Musik des Orients, sie bestimmt den Rhythmus und die ausgedrückten Gefühle der (meist religiösen) Gesänge. Das zeigen ein in Paris lebendes persisches Ensemble und belgische Musiker im Dialog zweier eng mit Dichtung verbundener musikalischer Traditionen des Hochmittelalters.

Von Persien bis Europa

Das Ensemble Delgocha entstand während eines Treffens von Menschen, die die Leidenschaft für die traditionelle klassisch-iranische Musik teilen. Diese hohe Kunst basiert auf der mündlichen Überlieferung und wird über das Gehör gelernt. Gemeinsam mit Musikern des ehemaligen Vokal- und Instrumentalensembles Capilla Flamenca, das die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts in höchster Authentizität wieder zum Leben erweckt, wurde dieses einzigartige Projekt entwickelt. Der Sufi-Sänger Taghi Akhbari ist sowohl in die arabische als auch in die westliche Vokaltechnik eingeweiht.

Tickets und Kontakt:

musik+

Schmiedgasse 5, 6060 Hall in Tirol

Tel.: 05223 53808

E-Mail: office@musikplus.at

www.musikplus.at

und an allen Ö-Ticket Vorverkaufsstellen, z.B. im TVB Region Hall-Wattens.

Mehr Veranstaltungen in der Region unter www.hall-wattens.at/events

 

Das Osterfestival Tirol geht in die 25. Auflage

Am Freitag, den 15. März 2013, ist es soweit: Das Osterfestival Tirol feiert sein 25 – Jahr – Jubiläum mit einem fulminanten Programm.

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Das Festival thematisiert 2013 den immer stärker werdenden Egoismus des Einzelnen, die Rücksichtslosigkeit auf der einen Seite und die Konformität, Gleichschaltung der Masse auf der anderen Seite.

Musikalische Schwerpunkte sind unter anderem Bachs Passions- und Auferstehungsmusiken unter der musikalischen Leitung von Frieder Bernius und Frans Brüggen, eine Neu-Rekonstruktion von Bachs Markuspassion durch Rudolf Leopold und die tiefe Mystik des Leibes Christi in Buxtehudes Membra Jesu Nostri.

Im Tanz sind drei österreichische Erstaufführungen zu sehen, darunter die Compagnie Renegade mit Irgendwo der Choreographin Malou Airaudo (ehemaliges Mitglied im Tanztheater Wuppertal von Pina Bausch). Ein besonderes Erlebnis ist am 23. März die Aufführung des Königlichen Ballett Kambodscha, deren außergewöhnlich grazile und anmutige Tänze 2003 von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt wurden.

Karten sind ab sofort erhältlich
• im Haller Ortsbüro des TVB Region Hall-Wattens, Wallpachgasse 5, 6060 Hall i.T., +43   5223 45544
• bei allen Vorverkaufsstellen von Ö-Ticket
• IVB Kundencenter, Stainerstraße 2, 6020 Innsbruck, +43 512 5307-500
• im OSTERFESTIVAL-Büro, Schmiedgasse 5, 6060 Hall i.T., +43 5223 53808
• in allen Sparkassen und Raiffeisenkassen österreichweit
• im Internet unter www.osterfestival.at

Weitere Informationen zu Veranstaltungen in der Region unter www.hall-wattens.at/events

Eleonore Bürcher und das Cedag Quartett gestalten einen musikalisch-literarischen Abend bei musik+

Dienstag, 05. Feber 2013, 20:15 Uhr, Kurhaus Hall in Tirol

Dieser speziell für die Veranstaltungsreihe musik+ konzipierte Abend ist eine Liebeserklärung an die Musik – Musik als Triebfeder des Lebens! So war und ist Musik auch für viele Künstler die wichtigste und stärkste Inspirationsquelle. Zu ihnen zählt Ingeborg Bachmann (1926 – 1973), in deren Schaffen Musik ein immer wiederkehrendes Thema ist. Neben Texten für Musiktheater und Oper (in Zusammenarbeit mit dem Ende 2012 verstorbenen Komponisten Hans Werner Henze) schrieb sie auch Essays und Gedichte über Musik. Sie werden an diesem Abend zu hören sein.

“… Was aber ist diese Musik, die dich freundlich und stark macht an allen Tagen? wie kommt es, dass du wieder gerne isst und trinkst wegen ihr und deinen Nächsten zum Freund gewinnst? Und was ist diese Musik, die dich zittern macht und dir den Atem nimmt, als wüsstest du deine Geliebte vor der Tür stehen und hörtest den Schlüssel schon sich drehen.” (Ingeborg Bachmann)

Uraufführung bei musik+

Das Cedag Quartett interpretiert Werke von Iannis Xenakis (1922 – 2001), Henryk Mikolaj Gorecki (1933 – 2010) sowie der Tiroler Komponisten Haimo Wisser (1952 – 1998) und Norbert Zehm. Zehm hat eigens für musik+ zu seinem Streichquartett „Le Tombeau de Ravel“ den 4. Satz neu komponiert.

Cedag Quartett

Seit seiner Gründung im Jahr 2003 konzertiert das Cedag Quartett im Rahmen verschiedener Konzertzyklen in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz.
Der Repertoirebogen der vier ausgezeichneten und vielseitigen in Tirol lebenden Musiker – drei von ihnen sind Mitglieder des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck – spannt sich von den frühen Anfängen der Streichquartettliteratur bis zur zeitgenössischen Musik. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit namhaften Komponisten wie Erich Urbanner, Sebastian Themessl, Manuela Kerer, Martin Lichtfuss, Paul Giger und Norbert Zehm, kann das Cedag Quartett auf zahlreiche Uraufführungen und Rundfunkmitschnitte verweisen.

Eleonore Bürcher

Die gebürtige Schweizerin ist nach Engagements in Deutschland und der Schweiz seit 1981 Ensemblemitglied des Tiroler Landestheaters. Eleonore Bürcher spielte fast alle großen Frauenrollen wie Königin Elisabeth in „Maria Stuart“, Helene Alving in „Gespenster“ und Grillparzers „Medea“. 2009 erhielt sie das Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck, 2011 wurde Bürcher mit dem Nestroy Publikumspreis geehrt.

Besetzung

Martin Yavryan – Violine
Clemens Gahl – Violine
Ernst Theuerkauf – Viola
Peter Polzer – Violoncello

Eleonore Bürcher – Rezitation

Einstimmung – zwischen Masse und Ich

Um 19.15 Uhr findet eine Einführung zu diesem Abend statt.

Tickets und Kontakt:

musik+
Schmiedgasse 5
6060 Hall in Tirol
Tel.: 05223 53808
E-Mail: office@musikplus.at
www.musikplus.at
und an allen Ö-Ticket Vorverkaufsstellen

Vorschau: Osterfestival Tirol 2013

massiv.ich

Vom 15. – 31. März 2013 findet das 25. Osterfestival Tirol unter dem Titel massiv.ich statt. Die Veranstaltungen thematisieren neben der Verbindung zur Osterzeit den immer stärker werdenden Egoismus des Einzelnen, die Rücksichtslosigkeit auf der einen Seite und die Konformität, Gleichschaltung und Masse auf der anderen Seite – der Kult um den Einzelnen im Gegensatz zur Masse und zu Massenphänomenen. Zu hören und zu sehen sind Passionsmusiken, Orchesterkonzerte, traditionelle und zeigenössische Musik aus verschiedenen Kontinenten, Tanz, Theater und Gespräche. Schwerpunkte des 25. Osterfestival Tirol sind unter anderem BACHs Passions-und Auferstehungsmusiken (darunter die rekonstruierte Markuspassion) unter der Leitung von Frieder Bernius und Frans Brüggen, Tanz und Performance aus Kambodscha, Indonesien und Europa mit Lutz Förster und Lisbeth Gruwez, hochkarätige Solisten aus aller Welt, die zeigenössische, alte und außereuropäische Musik interpretieren.

Das 1989 von Maria und Gerhard Crepaz gegründete Festival versteht sich als eine Begegnung der Kulturen und Religionen, als ein intellektueller Austuausch, der Toleranz und Respekt füreinander fördert. Seit fünf Jahren steht das Osterfestival nun unter der Leitung von Hannah und Christoph Crepaz. Hannah Crepaz hat die künstlerische Leitung übernommen und ihr Bruder Christoph zeichnet für die kaufmännische Leitung verantwortlich.

Weitere Informationen unter http://www.hall-wattens.at/de/osterfestival-tirol-2012.html oder www.osterfestival.at

Die 2. Woche beim Osterfestival 2012

Nachdem die erste Woche regen Publikumszulauf und großes Medieninteresse Auch die zweite Woche des Osterfestivals wartet mit vielen hochkarätigen Veranstaltungen in Hall auf:

Dienstag, 03.04.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall:

ensemble recherche: HUBER, PAUSET, RIHM, SCIARRINO

©Osterfestival

Das ensemble recherche ist seit Jahren beim Osterfestival Tirol zu hören. Aufs Neue wird faszinierend sinnlich und kompetent jene Neue Musik zugänglich gemacht, die meist schon wenig später zu den Klassikern der Gegenwart zählen darf. Bei aller instrumentalen Virtuosität geschieht – neben dem artistischen, ästhetischen Vergnügen auch die klare Deutung unseres Seins in seinen aktuellen Nöten, Zielen, Wegen und Umwegen. Die “Schwarzmärkte” von Brice Pauset z. B. wurden von der iranischen Künstlerin Chohreh Feyzdjou (gest. 1996) inspiriert: In ihrer Kritik an einem ohne schöpferische Konflikte glatt und konsumierbar gemachten Leben weist sie auf den Verlust der Zusammenhänge, der Bedeutungen der Freiheit des Einzelnen für alle.

Donnerstag, 05.04.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall:

KLAGELIEDER: AUBERY Leçons des Ténèbres

©Osterfestival

Die Leçons des Ténèbres (“Finstermetten”) sind Klagegesänge über die Zerstörung des Lebens und der Kultur, dem Propheten Jeremia zugeschrieben. Neben den bekanntesten Vertonungen des französischen Barock von Jean Gilles, François Couperin, Marc-Antoine Charpentier, de Lalande oder Michel Corrette ist die Musik von Mathieu Aubery eine Entdeckung. Über den Komponisten wissen wir fast nichts, außer dass er von 1722 bis 1736 Mitglied der spanischen Königlichen Kapelle war. Seine Leçons sind in bestem französischen Stil gehalten: Zwei Solisten bringen in hochexpressivem, elegant verziertem Gesang die immer gültige Klage über den Verlust des guten Lebens, eindringlich begleitet von wenigen Instrumentalisten: Convertere Jerusalem… Wende dich zurück zu deinem Gott!

Karfreitag, 06.04.2012, 15:00 Uhr, Stiftskirche:

Karfreitagsliturgie in der Stiftskirche (Herz-Jesu-Basilika), freier Eintritt

©Osterfestival

Am Karfreitag wird in den christlichen Kirchen etwas gepriesen und besungen, was der durchschnittliche Bürger kaum je nur denken möchte, nämlich die Ohnmacht des allmächtigen Todes. Jener Tod Gottes am Kreuz, der qualvolle Tod des Menschensohns, wird genau erzählt, in wunderbarer Harmonie feierlich besungen im ersten, Jahrhunderte alten lateinischen Gesang der Kirche: Alles Heil für die Welt geht von ihm aus – vom Kreuz, dem Ort schlimmsten Endes. Immer wieder singen sie “O crux, ave” – “Sei gegrüßt, Kreuz” – und in langer Klage über sein Leid fragt Christus selbst “Popule meus, quid feci tibi? Aut in quo contristavi te? Responde mihi.” – “O du mein Volk, was tat ich dir? Betrübt’ ich dich? Antworte mir!” An diesem Nachmittag um 15 Uhr ist die Passion, die Tragödie der Menschen und alle Hoffnung zu erleben. Still und machtvoll wie selten eine unserer vielen Klagen.

Karsamstag, 07.04.2012, 07:00 Uhr, Stiftskirche:

Trauermette in der Stiftskirche (Herz-Jesu-Basilika), freier Eintritt

©Osterfestival

Unter den Offizien der Karwoche beeindruckt vor allem der Gesang der Frühmette, der so genannten Trauermetten: Das Dekor ist von schlichter Strenge, ohne Teppiche und Schmuck, der Altar bleibt unbedeckt. Die bewusst einfach gehaltene Kleidung der Kirchenfürsten betont die vorrangige Bedeutung der Passion Christi in Lesung und Gesang der Heiligen Schriften. Zu sehen sind nur ein großer fünfzehnkerziger Leuchter, die sechs Altarkerzen und, in der Mitte des Chors, das Pult, von dem aus die “Lektionen” gesungen werden. Im Verlauf des Gottesdienstes werden von einem Priester eine nach der anderen Kerze ausgelöscht. Ganz zum Schluss wird die letzte Kerze einen Augenblick hinter dem Altar verborgen, wobei die Anwesenden durch Klopfen auf die Stühle gewissermaßen Aufruhr simulieren (“fragorem facientes”), um das Wiedererscheinen zu erzwingen. (Bericht 16. Jh).

Karsamstag, 07.04.2012, 18:00 Uhr, Salzlager Hall:

KAPSBERGER Musik der Karwoche

©Osterfestival

Giovanni Girolamo Kapsberger (ca. 1580-1651) ist mit seinen virtuosen Lautenstücken erst seit Kurzem wieder in unserem Gedächtnis. Zu höchsten Ehren kam er unter Papst Urban VIII. (Barberini), dessen lateinische Gedichte er vertonte. Von 1625 bis zum Tod seines Förderers 1644 stand Kapsberger im Dienst der Familie Barberini. Er war sowohl als Theorbist wie auch als Komponist berühmt. Das Ensemble Vivante lässt seine geistliche Vokalmusik erstmals wieder erklingen und zeigt, dass “il Tedesco della tiorba” zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.

Karsamstag, 07.04.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall:

MONTEVERDI-Zeit: Passion, Ostern

©Osterfestival

Das Konzert bringt Musik, die von den Nonnen im Kloster der “Bräute Jesu” zu Bologna aufgeführt und teilweise auch komponiert wurde. (S. Cesis, C.M. Cozzolani, R. Aleotti, M.X. Perucona, L.O. Vizzana, C.F. Rusca, I. Leonarda und R.G. Badalla). Besser bekannt sind die Männer, die für das Kloster geschrieben haben: Banchieri oder auch Monteverdi. Das Repertoire reichte von polyphonen Dialoge und Madrigale von Monteverdi, die eigens für das Kloster umkomponiert Werken für verschieden große Ensembles über Solomotetten bis zu Lamentationen des Adeligen Alessandro Della Ciaia aus Siena. Und es gab da auch dramatische Dialoge und Madrigale von Monteverdi, die eigens für das Kloster umkomponiert wurden.

Weitere Infos: http://www.hall-wattens.at/de/osterfestival-tirol-2012.html