Kraftort: St. Magdalena im Halltal

Das wildromantische Halltal

Der Kraftort St. Magdalena liegt im wildromantischen Halltal, im Naturpark Karwendel. Das Halltal ist geprägt von schroffen Felswänden und einer atemberaubenden Flora und Fauna. Vom Parkplatz (Halltal – Eingang) wandert man rund zwei Stunden bis nach St. Magdalena. Der Aufstieg lohnt sich. Das ehemalige Kloster wurde an einer weiten Waldlichtung erbaut. Beim Anblick spürt man, dass es sich um einen besonderen Ort handelt. Neben der Kapelle zur Heiligen Magdalena befindet sich ein zünftiges Berggasthaus. Für Körper, Geist und Seele ist somit bestens gesorgt!

Die Entstehungsgeschichte

Die Geschichte vom Kraftort St. Magdalena geht bis ins Jahr 1441 zurück. Zu Ehren des Heiligen Ruperts entstand in diesem Jahr ein Kloster sowie eine Kapelle. Die klösterliche Vereinigung mit dem Titel “Waldbrüder” hielt rund sieben Jahre Einzug. Im Jahr 1448 zogen zwei Waldschwestern in das Kloster ein und lebten nach den strengen Ordensregeln der Augustiner. Das Klima im Halltal war damals schon ein sehr hartes. Dennoch verhalfen die beiden Schwestern St. Magdalena zu einer Blütezeit gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Nach einem Neubau beherbergte das Kloster 24 Schwestern und einen Kaplan. Kaiser Maximilian I. stellte im Jahr 1495 einen besonderen Schutzbrief für das Kloster aus.

Der Klosterkomplex per se

Betrachtet man die Kirche von außen, stellt man fest, dass es weder eine Gliederung noch einen Turm gibt. Auch Chor und Schiff sind gleich breit. Betritt man das Gebäude, entdeckt man am Gewölbe Sternrippen mit runden Schlusssteinen auf achteckigen Wandkonsolen. Die Jahreszahl 1468 bei der Gewölbemalerei dürfte ein Hinweis für die Fertigstellung der Kirche sein. Auch über die Namensgebung gibt es einige Spekulationen. Manche beziehen sich auf die Verschiebung des Kirchweihtags auf den Tag der Heiligen Maria Magdalena. Der Grund für diese Änderung könnte mit der Tochter des damaligen Bürgermeisters zu tun haben. Sie trug den Namen Magdalena und trat um diese Zeit in das Kloster im Halltal ein. Andere wiederum vermuten, dass es mit den Bergheiligen zu tun hat. Neben dem Heiligen Rupert, dem Heiligen Nikolaus sowie der Heiligen Barbara, ist auch die Heilige Maria Magdalena für den Bergbau von Bedeutung.

Wissenswert: Der spätgotische Flügelaltar in der Haller Friedhofskapelle befand sich ursprünglich in der Klosterkirche St. Magdalena im Halltal. Im Jahr 1923 wurde er in die Magdalenenkapelle nach Hall übersiedelt.

Salzbergbau rund um St. Magdalena

St. Magdalena ist eng mit dem Salzbergbau verbunden. Viele Legenden rangen sich rund um das Salzvorkommen im Halltal. Eine davon geht auf das 13. Jahrhundert und den Ritter Nikolaus von Rohrbach zurück. Auf einem seiner Jadgausflüge ins Halltal berichteten ihm Jäger von Rotwild, welches sich ständig bei den schroffen Feldwänden aufhielt. Fast so, als ob sie dort Salzsteine ablecken. Der Ritter konnte es nicht glauben und ging dem nach. Er stellte fest, dass dem wirklich so war und das Gestein salzig schmeckte: Dies war die Geburtsstunde des Salzbergbaus im Halltal! 1272 wurde der erste Stollen in den Berg geschlagen. Im Laufe der Zeit entstanden gesamt acht Stollen. In den ersten Jahren wurde das Salz direkt am Berg versotten. Viel später erst hat man die Soleleitungen in die Salinenstadt Hall in Tirol gelegt. In großen Sudhäusern wurde die Sole am Salinenareal versotten.

TIPP: Bei Führungen im Bergbaumuseum Hall bekommt man einen Einblick in die Geschichte der Salzgewinnung. Direkt in der Haller Altstadt wurde ein Stollen aus dem Jahre 1967 nachgebaut!

Wandern wie anno dazumal

Das Halltal ist das Tor zum Naturpark Karwendel – ausgezeichnet als Naturpark des Jahres 2020. Unberührte Natur, schroffe Felswände und smaragdgrüne Bäche ziehen Besucher in einen magischen Bann. Kein Wunder, dass St. Magdalena zu einem der Kraftorte in der Region Hall-Wattens zählt. Hier kommt man zur Ruhe und sammelt neue Energien für die kleinen und großen Herausforderungen im Alltag. Der Weg ins Halltal zeigt einem so manche Grenze auf: Es lohnt sich aber jeder Schritt! Begibt man sich in das Tal hinein, begegnet man immer wieder historischen Stationen. Hierbei handelt es sich um den Solwanderweg der Region Hall-Wattens. Die Tafeln geben Auskunft über die damalige Zeit.

TIPP: Wer sich aber auf eine Wanderung wie damals begeben will, kann dies im Rahmen des Sommerwochenprogramms tun. Von Mai bis Oktober findet immer Sonntags um 09:00 Uhr die Wanderung “Wandern wie früher – Von St. Magdalena zum Issboden” statt.

Beeindruckende Herbstwanderung auf’s Issjöchl

Am Samstag um acht Uhr morgens starten wir, noch bei leichtem Nebel im Tal unsere Tour auf’s Issjöchl. Taleinwärts im Wald, anfangs parallel der ehemaligen Mautstraße, dann neben dem erfrischenden Gebirgsbach  wandern wir über den Knappensteig bis nach St. Magdalena.

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Das malerisch gelegene St. Magdalena

Wir halten immer wieder Ausschau mit unseren Ferngläsern nach Gämsen, aber noch will sich keine zeigen. Gut gestärkt mit Jause und Getränken geht es ca. eineinhalb Stunden weiter über einen wildromantischen Bergweg  bis zum Issanger. Jeder ist beeindruckt von der atemberaubenden Schönheit dieser Hochebene. Ein wahres Naturschauspiel und eine, wegen dem perfekten Herbstwetter fast schon kitschige Kulisse.

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Wir bewundern Wiesen voller Herbstzeitlosen, Disteln, Bergflockenblumen, Schwalbenwurzenzian, verschiedene Beeren und vieles mehr, auch Gämsen zeigen sich uns immer wieder.

Nach unserer zweiten kurzen Rast am Issjöchl geht es fast nur mehr bergab, vorbei am König Max – Stollen bei den Herrenhäusern. Wir kehren auch kurz in die Obleitner – Kapelle ein, benannt nach ihrem Gestalter, dem bekannten Haller Bildhauer Karl Obleitner. Hier wacht die Heilige Barbara aber schon viel länger als Schutzpatronin aller Bergleute über das Salzbergwerk und die dort Beschäftigten.

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Die Obleitner-Kapelle beim König-Max-Stollen im Halltal

Danach geht es zurück nach St. Magdalena und über den Knappensteig retour zum Ausgangspunkt.

Um 14 Uhr sind alle glücklich und zufrieden wieder im Tal, beeindruckt von der wunderbaren Tiroler Bergwelt!

Die Route im interaktiven Ortsplan

 

 

Sommer – Freilichttheater: “Der Zwölfender”

Ende Juni wird im Halltal ein „Zwölfender gewildert“

Der Theaterverein Absam hat für die diesjährige Produktion eine Freilichtaufführung im wildromantischen Halltal gewählt. Konkret spielt die Wilderergeschichte „Der Zwölfender“ vor der wunderschönen Kulisse von St. Magdalena. Unter der fachmännischen Regie von Hannes Ellmerer proben die Spieler des Theatervereines schon seit mehreren Wochen.Der Zwölfender

Der Zwölfender

Die Wilderergeschichte von Franz Deimel handelt von Ferdl, der wegen Wilderei zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Nachdem er die Strafe verbüßt hat, kehrt er in seine Wildererbehausung zurück. Die Obrigkeit, allen voran Oberförster Riederer, zeigt sich alarmiert. Doch Ferdl hat sich vorgenommen, nicht mehr zu wildern. Er wird auf eine harte Probe gestellt. Kann er dem „Zwölfender“ widerstehen?

Die Premiere findet am Freitag, 26. Juni 2015, um 20.15 Uhr statt. Vom Parkplatz Eingang Halltal bis nach St. Magdalena wird ein eigener Taxidienst eingerichtet. Eintrittskarten sind im Gemeindeamt Absam und im Alpengasthaus St. Magdalena zum Preis von Euro 10,– erhältlich. Wer will kann sich Fahrkarten für Hin- und Rückfahrt um Euro 6,– erwerben.

Weitere Aufführungstermine: Samstag, 27.6., Sonntag, 28.6., Freitag, 3.7., Samstag 4.7., Sonntag, 5.7., Freitag 10.7., Samstag 11.7.

Ersatztermine bei Verschiebung wegen Schlechtwetter: Mittwoch 8.7 und Sonntag, 12.7.2015.

Der Theaterverein Absam freut sich auf zahlreichen Besuch!IMG_0591