Auf Du und Du mit den Gämsen im Karwendel

Die Wanderung im Überblick: Unsere Wandertour startet am Halltal Parkplatz (780 m) in Absam und führt uns ab der zweiten Ladhütte über den Weg 222 zur Bettelwurfhütte (2.077 m). Von dort aus wandern wir über ein Teilstück des Karwendel Höhenwegs zum Lafatscher Joch und steigen über Issanger ab nach St. Magdalena. Auf dem Solewanderweg verlassen wir das Halltal und erreichen so wieder unseren Ausgangspunkt im Tal.   

Eine wahrlich facettenreiche Tour! Von dichten Wäldern, karger Felslandschaft bis hin zu blühenden Blumenwiesen und plätschernden Bächen – die Naturlandschaft im Halltal ist so vielfältig wie auch einzigartig. Gams-Garantie inklusive.

Tag 1: Aufstieg zur Bettelwurfhütte

Vom Parkplatz Halltal bis zur Bettelwurfhütte würde ich die Wanderung wie folgt in drei Abschnitte unterteilen. Insgesamt braucht man für den Aufstieg zur Hütte über den Normalweg 222 ca. 3,5 Stunden.

Im ersten Teil der Wanderung wandert man vom Parkplatz aus über einen aspahltierten Weg bis zum Trinkwasserstollen im Halltal. Der Weg verläuft leicht ansteigend durch den Wald. Bei den Brunnen am Wegrand kann man die Wasserflaschen mit eiskaltem Quellwasser füllen.

Direkt neben dem Trinkwasserstollen startet der anstrengende Teil der Wanderung. Über einen Steig, welcher zur Gänze der Sonne ausgesetzt ist, führt der Weg über Steine und Felsen hinauf auf den Berg. Schwierige Passagen sind mit Aufstiegshilfen und Stahlseilen ausgestattet. Für diesen Abschnitt sollte man schwindelfrei und trittsicher sein. Es empfielt sich die Wanderung am Morgen zu starten.

Bereits während des Aufstieges hat man einen traumhaften Ausblick ins Inntal und auf die umliegenden Gipfel.

Im letzten Drittel der Tour kann man die Bettelwurfhütte bereits erkennen. Imposant präsentiert sich diese an der Südflanke des Kleinen Bettelwurfs. Die Aussicht auf eine wohlverdiente Mahlzeit sowie ein erfrischendes Getränk motiviert. Landschaftlich ist das Bild im letzten Abschnitt von einem Meer aus Latschen geprägt.

Wir erreichten mit der Bettelwurfhütte unser geplantes Tagesziel. Seit der Sommersaison 2018 bewirten Christine Art und Ralf Kress die Hütte.

Der Ausblick von der Sonnenterrasse der Hütte ist beeindruckend. Am Tag als auch in der Nacht. Beim Abendessen überraschte uns ein Halbpensionsmenü, welches man auf einer Seehöhe von 2.077 m nicht erwarten würde. Auch der Kaiserschmarrn am Nachbartisch sah verlockend aus. Beim nächsten Besuch wird es wohl ein Kaiserschmarrn werden. Zum Ausklang der ersten Tour gab es noch einen Latschenlikör.

Christine und Ralf sind Hüttenwirte mit Leib und Seele. Für Tourenauskünfte, Fragen zum Wetter und der Landschaft standen sie uns stets zur Verfügung. Gastfreundschaft wird hier groß geschrieben!

Tag 2: Abstieg über das Lafatscher Joch

Trotz der Tatsache, dass wir am Vortag brav aufgegessen hatten, ließ uns das Wetter am zweiten Tag im Stich. Bei leichtem Regen und schlechter Sicht machten wir uns auf den Weg. Von der Bettelwurfhütte ging es über eine kleine Teilstrecke vom Karwendel Höhenweg zum Lafatscher Joch.

Der Weg von der Hütte bis zum Joch war trotz schlechter Sicht gut begehbar. Begleitet wurden wir von Gämsen. Zuerst waren sie im Nebel versteckt, dann waren welche neben uns, später hinter, vor und ober uns … Überall waren Gämsen.

Jeder von uns konnte schon einmal die ein oder andere Gämse in freier Natur beobachten. Eine solche Vielzahl an Gämsen hatte jedoch keiner von uns zuvor gesehen.

Über einen Schotterweg stiegen wir vom Lafatscher Joch hinunter zum Issanger. Mystisch. Das Blumenparadies Issanger und der umliegende Wald hüllten sich in einen Schleier aus Nebel.

Über Issanger ging es dann in Richtung St. Magdalena. Hier legten wir noch eine kurze Rast ein, bevor wir über den Solewanderweg wieder ins Tal zurück kehrten. Der Abstieg über das Lafatscher Joch zum Parkplatz Halltal dauert in etwa 4 Stunden.

Weitere Tourenvorschläge rund um die Bettelwurfhütte findet ihr hier.

 

Steinkasern mit dem E-Bike

Unsere begeisterten E-Bike Freunde haben uns am letzten Sonntag zu einer E-Bike Tour nach Steinkasern im Voldertal eingeladen. Da wir selbst keine E-Bikes besitzen haben wir uns zwei Räder ausgeliehen. (Bike Box Hall in Tirol)

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Das E-Bike Team bei einer kleinen Fotopause am Klausboden im Voldertal. Rechts im Bild rauscht der Volderwildbach ins Tal.

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“… ohne E-Bike wäre mir die Tour vielleicht zu anstrengend geworden. Gott sei Dank habe ich Strom!” So kann ich die wunderbare Almrosenblüte besser bewundern.

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Angekommen im malerischen “Almdörfl” – alle Anstrengung wert!

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Die traditionellen “Stoanhütten” im Voldertal.

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Es gibt auch kühle Getränke! Speziell an einem Heißen Tag genießt man bei einer atemberaubenden Aussicht Kaltes aus dem Brunnen.

Tipp: der Brunnen eignet sich auch perfekt als Kneippbecken.

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Von hier aus geht es weiter zum Naviser Jöchl. Im Sommer werden auf dem höher gelegenen Plateau die Kühe gemolken (Melkplatz).

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Auch zu Fuß kann man das Almdorf über einen Steig von der Voldertalhütte aus gut erreichen. Markierung über Schwarzbrunn. Eine besonders schöne grüne Ebene.

Voldertalhütte

Das Wiener Schnitzel hat nach der Anstrengung besonders gut geschmeckt.

Wer denkt “Eine E-Bike Tour sei nicht anstrengend” hat sich geirrt. 😉

Wander- und Radkarten erhalten Sie in allen Informationsbüros der Tourismusregion Hall-Wattens.

Wanderung Blaue Seen – G´schriebener Stoan

Nach dem Motto „Morgenstund´ hat Gold im Mund´“ starten wir pünktlich um 8.30 Uhr ab Tulfes mit der Glungezerbahn in Tulfes. Wir, das sind Robert, Klaus, Sonja und Anita.

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Das Wanderquartett: Anita, Robert, Klaus und Sonja

Der Aufstieg mit den beiden Sesselliften entschleunigt uns endgültig – man hat das Gefühl, anschieben zu müssen (!) – und lässt uns die fantastische Aussicht auf Inntal und Karwendelgebirge so richtig genießen! In eineinhalb Stunden geht es von der Tulfein Alm über den Sommerweg bzw. Osthang auf den Glungezer Gipfel auf 2677m. Der Rundblick ist einfach nur schön!

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Am Glungezergipfel

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Schafe am Glungezer

Robert drängt zum Weitermarsch Richtung Grat über den Gamslahner Spitz´ weiter über das Kreuzjöchl, wo wir nach etwa einer halben Stunde Kraxelns über Stock und vor allem Stein zu den Blauen Seen absteigen. Eine Herde Schafe schaut uns ziemlich verdutzt an. Außer uns ist spätestens seit dem Gipfel kein Mensch mehr unterwegs.

Plötzlich sieht man vier Seen von oben, die sogenannten Blauen Seen, die im herbstlichen Licht zwar eher smaragdgrün ausschauen, aber in jedem Fall zu einem hochalpinen Bad auf 2240m einladen.

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Blaue Bergseen

Immerhin hat es hier oben noch 25 Grad. Nach insgesamt 2,5 Stunden haben wir uns unsere Jause wirklich verdient, unsere Haxen spüren wir auch, das Gehen auf Schieferplatten ist zwar nicht unbedingt angenehm aber dafür abenteuerlich und – einmal überstanden – ein Grund, stolz zu sein, es geschafft zu haben.

Bei Speck, Salami, Bergkäse und Bauernbrot, einem Zirbenschnapserl und Beerensaft lässt es sich leben… der Blick über die Seen Richtung Karwendelgebirge ist der Wahnsinn, die Wolken spiegeln sich im Wasser, es ist still, wir hören nur die Kolkraben und sind umgeben von einem Meer aus Disteln. Keine Menschenseele außer uns, und das an einem der stärksten Wandertage der Saison!

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Fantastisches Bergpanorama

Ein Stückerl weiter Richtung Zirbenweg kommen wir am sogenannten „G´schriebenen Stoan“ vorbei. Wir entdecken zwar Zeichen, die wirklich alt sein könnten, sind uns aber nicht sicher… Energie verspüren wir auf jeden Fall, ob die allerdings der guten Jause, dem traumhaften Wetter und der netten Gesellschaft zuzuschreiben ist oder wirklich dem Stein, bleibt wohl ewig ein Rätsel. 🙂

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Der “Gschriebene Stoan”

Nach einem Blick auf die Uhr machen wir uns auf den Weg. Ein „Galter“ rät uns zu einer Abkürzung hinauf und zurück zum Glungezer Steig. Nach weiteren 200 Höhenmetern sind wir wieder auf der Höh´ und gehen Richtung Neuner Spitz´ Boden weiter, hinunter auf den Zirbenweg, von wo wir ziemlich flott Richtung Tulfein Bergstation zurückmarschieren, um die letzte Bahn noch zu erwischen.

Freundlicherweise wartet der Liftangestellte auf uns und mit ihm sechs weitere Kollegen. Ein Dank der Glungezerbahn und ihrer Belegschaft! Ins Tal hätten wir es nach 6,5 Stunden reiner Gehzweit wohl nicht mehr geschafft…  vor allem Sonja, die auch noch beide Schuhsohlen verliert!

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Hilfe! Die Fußsohlen lösen sich!

Was für eine Hetz´! Sonja (un)chained… wir lassen den Tag gemütlich bei leckerem Kuchen und Kaffee im Larchenhüttl ausklingen. Heute werden wir sicher gut schlafen!

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…und ab sind sie…