Sakramentsgarden in Tirol

Entstehungsgeschichte der Sakramentsgarden in Tirol

Am 31. Oktober 2013 wurde der “Bund der Sakramentsgarden in Tirol” gegründet. Hall in Tirol, Schwaz, Thaur und Volders tragen das Erbe der Tiroler Geschichte in diesem Bund weiter. Trotz der Unterschiede innerhalb der Garde haben sie einen Auftrag, das Ehrengeleit für das Allerheiligste zu sein.

Patron des Bundes ist der Selige Carl Lampert aus Vorarlberg. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Lampert wurde aufgrund seines bekennenden Widerstands gegen den Nationalsozialismus zum Tode verurteilt. Gleichzusetzen auch mit der Sakramentsgarde, welche zu Hitlers Zeiten verboten wurde.

Immaterielles Kulturerbe

Noch einen Monat zuvor wurden die “Sakramentsgarden in Tirol” in den Reigen des Immateriellen Kulturgutes aufgenommen. Der Weg dorthin war kein leichter. Der erste Antrag wurde abgelehnt. Doch die Garde ließ sich ein erneutes Mal nicht vom Weg abbringen. Mittels historischer Fakten und überzeugender Argumentation wurden die Garden aus Tirol am 25. September 2013 in die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Das Fronleichnamsfest und die Fronleichnamsprozession

Juliana von Lüttich spielt eine wichtige Rolle in Verbindung mit dem Fronleichnamsfest. Als Oberin der Klosterfrauen von Cornillon offenbarte sie ihre Visionen den geistlichen Herren. Ihre Offenbarung zeigte einen dunklen Riss in der Mondscheibe. Ein Zeichen dafür, dass im Kirchenjahr ein Fest zu Ehren des Heiligsten Altarsakraments fehlte. Seither feiert man 60 Tage nach Ostern beziehungsweise 10 Tage nach Pfingsten das Fronleichnamsfest – und zwar immer an einem Donnerstag. In Hall belegt eine Urkunde aus dem Jahre 1326 das erste Fest für die “Nikolauskirche in Hall”. Von dort aus verbreitete sich das Fest im ganzen Land.

Prunkvolle Schützenkompanien und Musikkapellen begleiten die Fronleichnamsprozession seit jeher. Herkunftsland der Prozession ist Spanien, welches als Vorbild für die Prozessionen in Tirol diente. An den verschiedensten Punkten in den Städten standen schön geschmückte Altäre, Straßen wurden mit Teppichen ausgelegt und Laub wurde am Boden verstreut. Dieses wurde nach der Prozession eingesammelt und verbrannt. Die Asche wurde über die Felder gestreut und sollte vor Hagel schützen.

Wordherkunft “Partisaner”

Erste Corporis-Christi-Bruderschaften gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Die Bruderschaften begleiten das Allerheiligste bei Prozessionen und verfolgen karitative Zwecke. Florian Ritter von Waldauf wurde bei der Überstellung der Reliquiensammlung in die Haller Pfarrkirche von einer Schar Bewaffneter und Knappen mit Helmbarten begleitet. So steht es im Haller Heiltumsbuch geschrieben.

Aufstände, neue Bewegungen und Angriffe des Altarsakraments führten dazu, dass vermehrt religiöse Aufzüge von bewaffnetem Geleit stattfanden. Viel später entwickelten sich Bezeichnungen wie “Partisaner”, “Hellebardiere” oder “Scharnägel” für die Gruppen. Nicht mehr zum Schutz, sondern als schmückendes Beiwerk für die Prozessionen sind sie heute zu sehen.

Die Partisaner Garde zu Hall in Tirol

Die Sakramentsgarde hat in Hall eine lange Tradition. Erste Aufzeichnungen gehen ins Jahr 1326 zurück. Sei es bei Versehgängen oder Sakramentsbegleitungen. Nicht immer war die Partisaner Garde gern gesehen, in Zeiten der Monarchie und des Nationalsozialismus sogar verboten. Erst danach wurde die Tradition wieder belebt. Wobei auch nicht lange. Aufgrund von “Überalterung” stand die Garde im Jahr 1972 erneut vor dem Aus. Das Anwerben neuer und junger Gardisten stand an. Und das mit Erfolg. Die Tracht der Garde wurde damals vom Haller Künstler Franz-Xaver Fuchs entworfen. Aufgrund des Herkunftslandes Spaniens wurde sie an das Vorbild des spanischen Hofs angelehnt.

Die Partisanen Garde heute

Mit 30 Mitgliedern erfreut sich die Partisaner Garde zu Hall in Tirol heute großer Nachfrage. Im Kirchenjahr gibt es drei Pflichttermine, an denen ausgerückt wird: Mariä Verkündigung (25. März), Fronleichnam (60 Tage nach Ostern an einem Donnerstag) sowie am Vorabend zu Allerheiligen (31. Oktober), dem Patroziniumstag der Partisaner. Tradition ist es auch, dass Gardisten im Beisein der Partisanenkollegen ihre Hochzeit in der Jesuitenkirche feiern. Zudem sind die Kinder der Gardisten Ministranten und begleiten die Partisaner.

Die Waffen der Sakramentsgarde

Trabantenhelme aus Volders, Sponton des Leutnants aus Thaur, Löwenkopfsäbel der Salva Guardia aus Schwaz oder Sponton der Offiziere aus Hall in Tirol. Die Waffen der Garden waren und sind auch heute noch einzigartige Kunstwerke. Der gewichtige Sponton aus Hall an sich hat eine stolze Länge von 212,5 cm und ist teils aus Metall und teils aus Holz gefertigt.

TIPP: Um die Gardisten in Amt und Würden und hautnah zu erleben, sind alle interessierten BesucherInnen herzlich eingeladen, am Festgottesdienst anlässlich des Patroziniums der Sakramentsgarde am 31. Oktober um 19 Uhr in der Haller Jesuitenkirche teilzunehmen.

Wenn das Tal ruft! Der Almabtrieb der Kühe

Im Alpenraum werden Nutztiere schon seit Jahrhunderten im Sommer gealpt. Auch heutzutage ist die Almwirtschaft nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Tiroler Landwirtschaft. Der Großteil der gehaltenen Nutztiere (Kühe, Schafe, Ziegen, Pferde und auch Schweine) verbringt den Sommer auf der Alm. Etwa vier Monate leben die Tiere auf den Almen in Freiheit. Der Almabtrieb am Ende der Saison ist dabei ein Brauch der Dankbarkeit. Hirten, Bauern und Senner feiern bei traditionellen Hoffesten die gesunde Rückkehr ihrer Tiere von der Alm. Der geschmückte Einmarsch ist dabei das Highlight für Gäste und auch Einheimische.

Auf den Almen trägt das Vieh im Sommer einen wertvollen Teil zur Pflege und Instandhaltung des Alpenraumes bei. Gealpte Tiere sind aufgrund ihres Aufenthalts in den Bergen deutlich robuster und gesünder, als nicht gealpte Tiere. Ein erfreulicher und zugleich sehr schmackhafter Nebeneffekt der Almwirtschaft sind Almprodukte. Egal ob Käse, Milch oder Fleisch – Almprodukte überzeugen mit einem ausgezeichneten Geschmack und hervorragender Qualität.

Ursprünglich wurden Almabtriebe nur gefeiert, sofern der Almsommer unfallfrei verlief und es keine Verluste in der Familie und im Viehbestand zu beklagen gab. Dies wird nach wie vor auf vielen Bauernhöfen der Region so gehandhabt.

Der Almabtrieb am Friedrichshof in Absam

Herausgeputzt mit Glocken und Kopfschmuck traten die Kühe vom Friedrichshof in Absam am vergangenem Samstag den Heimweg an. Über den Linger Kreisverkehr wanderten die Tiere in Richtung Dorf. Von dort aus führte der Weg über die Stainerstraße zum Friedrichshof.

Am Friedrichshof gab es neben kulinarischen Schmankerln auch Live Musik. Ganz besonders zu empfehlen war das Melchermuas. Dieses bäuerliche Gericht besteht aus Butter, Mehl, Milch und Zucker und wurde direkt am Hof in einer Pfanne zubereitet. Es hat richtig gut geschmeckt.

Krippenschauen in Tirol

Ein gemütlicher Brauch der besinnlichen Zeit. Seit Jahrhunderten begibt man sich nun schon in Tirol zur Weihnachtszeit auf Krippenschau. Bewundert werden dabei Hauskrippen jeglicher Art.

Egal, ob es sich um eine heimatliche oder orientalische Krippe handelt, bei einer Einkehr in den Stuben der Krippenbesitzer gibt es so manches Schmuckstück zu entdecken. Die wertvollen Krippen werden behutsam von Generation zu Generation weitergegeben und befinden sich meist schon viele Jahre in Familienbesitz.

Von Weihnachten bis Maria Lichtmess (2. Februar) öffnen manche Krippenbesitzer der Region ihre Pforten und gewähren einen Blick auf deren Krippen. Neben wissenswerten Informationen zu den jeweiligen Krippen werden auch Neujahrswünsche ausgetauscht. Manches Mal gibt es Weihnachtskekse oder einen Schnaps.

Die Krippen der Region Hall-Wattens

Der Krippengedanke war besonders in den Bergwerksgegenden Tirols und im Salzkammergut weit verbreitet. In vielen Dörfern wird die Tradition vom „Krippeleschauen“ nach wie vor gelebt. Aktive Krippenvereine sorgen dafür, dass die Handwerkskunst als auch die Tradition und der Geist von den nachkommenden Generationen weitergetragen wird.

Das Krippendorf Thaur

Aufgrund einer Vielzahl an aufgestellten Krippen und dem damit verbundenen Brauchtum wurden im Laufe der Jahre einige Tiroler Orte mit dem Titel „Krippendorf“ geadelt. So auch das traditionsreiche Dorf Thaur. Im Krippendorf Thaur findet man die älteste in Tirol erhaltene Hauskrippe. Die Krippe vom Maxenbauer geht auf die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück. Ebenfalls gilt es zu erwähnen, dass Johann Giner Senior als auch sein gleichnamiger Sohn mit ihren selbstgeschnitzten Ginerfiguren zu den wohl bekanntesten Schnitzern in Tirol gehören.

Krippe in Thaur

In Tulfes findet man die älteste Krippe in einer Tiroler Kirche.

Die Figuren der Kirchenkrippe wurden im Jahre 1608 für die Spitalskirche in Innsbruck angefertigt und später von der Gemeinde Tulfes erworben. Die Krippe ist in der Pfarrkirche zum heiligen Thomas in Tulfes zu bestaunen.

Die Krippe in der Marienbasilika Absam besteht aus original Ginerfiguren. Die Weihnachtskrippe mit Figuren von Johann Giner d. Ä. aus Thaur stammt aus dem Jahr 1796 und zählt zu den schönsten Krippen Tirols.

Der Krippenverein Absam feiert heuer sein 90-jähriges Jubiläum. Es gibt eine Krippenausstellung (Öffnungszeit: 03., 08., 09. und 10. Dezember von 10.00 – 18.00 Uhr sowie am 06. und 07. Dezember 2017 jeweils 18.00 – 21.00 Uhr) im Gemeindemuseum Absam. Am 08. Dezember findet im KIWI Absam um 20:00 Uhr die Festveranstaltung “90 Jahre Krippenverein” statt.

Eine der wohl bekanntesten Krippen in Hall in Tirol ist die in der Jesuitenkirche.

Bereits 1609 erfolgte die Aufstellung einer Weihnachtskrippe in der Jesuitenkirche Hall in Tirol. Diese kann in der Weihnachtszeit nahezu im Originalzustand besichtigt werden. Es handelt sich um ca. 80 cm große Krippenfiguren. Abgesehen vom Hl. Josef bestehen alle Köpfe der Krippenfiguren aus Wachs. Die Josef Figur besitzt einen nachgebauten Kopf aus Holz.

In den Dörfern Wattens, Baumkirchen und Fritzens können wunderschöne Dorfkrippen besichtigt weden. 

Neben der Krippenausstellung in Absam sind uns noch folgende Termine bekannt:

Krippenausstellung (Neue Mittelschule) Volders:
Samstag 09. Dezember 2017 von 9:00 bis 18:00 Uhr
Sonntag 10. Dezember 2017 von 9:00 bis 17:00 Uhr
Am Samstag um 18:30 Krippenhoangart mit “Schwaizer Zwoagsang”

Krippenausstellung (Neue Mittelschule) Wattens:
Freitag 08.Dezember 2017 von 9:00 bis 19:00 Uhr
Samstag 09.Dezember 2017 von 13:00 bis 19:00 Uhr
Sonntag 10.Dezember 2017 von 9:00 bis 19:00 Uhr

Krippenführungen in der Region Hall-Wattens

Alle Jahre wieder bietet der Tourismusverband auch Krippenführungen in kleinen Gruppen für seine Gäste an. Begleitet von einem erfahrenen Krippenkenner lernen wir sowohl orientalische als auch Tiroler Krippen kennen und erfahren von der Faszination und Tradition des Tiroler Krippenbaus.

Dauer: ca. 2,5 Stunden
Preis: kostenlos (nur für InhaberInnen der Gäste-Schatzkarte der Region Hall-Wattens)
Anmeldung: TVB Hall-Wattens (office@hall-wattens.at oder +43/5223/455440)
Start: 13.30 Uhr
Treffpunkt: Pfarrkirche Thaur

Termine:
30.12.2017
05.01.2018

Interessantes zum Thema “Krippe”:

Tipp: Seid ihr auf der Suche nach Krippenfiguren? Am Haller Adventmarkt findet ihr bestimmt passende Figuren für eure Krippe!

Krippenvereine der Region Hall-Wattens:

 

 

Ein Fest für die ganze Familie und ein Muss für alle Pferdefans!

Neben dem Swarovski Gedächtnistunier am Schindlhof (Internationales Dressurtunier), den Tiroler Meisterschaften im Westernreiten am Kohlerhof und dem in den letzten Jahren veranstalteten Martiniritt in Gnadenwald wird es in der Region Hall-Wattens im Herbst 2016 eine weitere Veranstaltung geben, bei der sich alles rund ums Pferd dreht.

Informationen zur diesjährigen Veranstaltung finden Sie unter: www.pferdeherbst-mils.at
Pferdeherbst - Festumzug - Mils in Tirol

Die Veranstaltung „Pferdeherbst Mils“ findet am Mittwoch, den 26.Oktober 2016 statt und lädt Pferdebegeisterte aus Nah und Fern zu einem geselligen Zusammentreffen in Mils ein.

Programm “Pferdeherbst Mils”:

11:00 Uhr Panoramaritt über die Felder Mils mit feierlichem Aufmarsch durch das Dorf
12:00 Uhr Tiersegnung am Pferdehof Tiefenthaler
12:30 Uhr Bieranstich und Frühschoppen mit der Musikgruppe „Volderer Buam“ im Festzelt
Ab ca. 14:00 Uhr Schauvorführungen diverser Reitgruppen am Reitplatz

Erlebt historische Wägen wie zum Beispiel den Salzwagen, traditionelle Kutschen und einen bunten Mix aus vorgeführten Pferderassen und Reitern.

Pferdeherbst in der Ferienregion Hall-Wattens

Die Formation von Reitern und Kutschen kommt vom Panoramaritt über die Oswald Milser Straße zurück ins Dorf und hin zum Pferdehof Tiefenthaler, bei dem der Festumzug endet. Im Oberdorf beim „Schiachl-Brunnen“ werden die Brauchtumsgruppen, Pferdegespanne und Freizeitreiter von Moderator Dr. Rainer Dierkes vorgestellt. Voraussichtlich werden ca. 130 Tiere erwartet.

Pferdehof Tiefenthaler in Mils - Pferdeherbst Mils 2016

Die Organisation der Veranstaltung „Pferdeherbst Mils“ wird vom Team um Ossi Tiefenthaler und Lois Kaltenböck sowie dem Reitverein URV Volgger Mils getragen.

Egal, ob hoch zu Ross, auf einem Gespann sitzend oder in den Zuschauerreihen – wir freuen uns auf euer Kommen und eine tolle Veranstaltung!

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren – es wird trainiert, geputzt, gestriegelt und geschmückt. Am Mittwoch, den 26. Oktober soll nichts dem Zufall überlassen werden!

Fasnachtsumzug Marta-Dörfer 2014

Sonntag, 23.02.2014, Rum (nahe Thaur), ab 13:30 Uhr

Eintritt: 6 Euro, Kinder bis 14 Jahre frei

GruppenbildAm kommenden Sonntag ist es soweit: Der traditionelle Fasnachtsumzug der “Marta” – Dörfer geht über die Bühne – dieses Mal in Rum. Hier findet einer der einer der traditionellsten und schönsten Fasnachtsumzüge Tirols statt. Es werden über 800 Mitwirkende beim Umzug erwartet.

Die Tradition des Matschgerer- bzw. Mullerlaufens mit all den geheimen Riten und Gebräuchen wird von einer zur nächsten Generation weitergegeben. Dass für reichlich Nachwuchs gesorgt ist, mag durchaus mit dem „Abmullen“ zu tun haben: Mit einem Schlag auf das Schulterblatt, der mehr oder weniger kräftig ausfallen kann, geben die Fasnachtsfiguren Fruchtbarkeit weiter. Ein waldgeist ISchluck aus der Schnapsflasche, die jeder Muller bei sich hat, wärmt und stärkt für weitere Fruchtbarkeitsschläge.

Das Fasnachtstreiben hat in Tirol eine jahrhundertealte Tradition. Ob die Umzüge wirklich entstanden sind, um den Winter auszutreiben und auf heidnischen Traditionen beruhen? Oder waren sie lediglich eine Möglichkeit, der Obrigkeit ein Schnippchen zu schlagen? Die Meinungen gehen hier auseinander.

Besonders eindrucksvoll sind bei diesen Umzügen die – meist in Eigenarbeit -mühevoll gestalteten Masken und Kostüme.

Mehr Informationen rund ums Matschgern und Mullern gibts hier: http://www.hall-wattens.at/de/fasnachtsumzug-marta-doerfer-2014.html