Wie das barocke Jesuskind dem modernen 3D-Scanner begegnete

Der Hintergrund zu dieser kreativen Idee

Das Krippenwesen hat in Tirol Tradition. Mit Stolz präsentieren die Gemeinden in den jeweiligen Pfarrkirchen ihre Schätze. Die ersten nachweisbaren Krippen wurden im Jahr 1608 aufgestellt. Zu ihnen gehört auch jene aus der Gemeinde Tulfes in der Region Hall-Wattens. Sie befand sich ursprünglich in der Spitalskirche Innsbruck und wurde 1786 an die Kirche Tulfes verkauft. Die Barockkrippe enthält neben den zum Teil in Samt und Seide bekleideten Figuren ein äußerst wertvolles Jesuskind.

Nicht nur in religiöser Hinsicht steht das Tulfer Christkind heuer im Mittelpunkt, sondern auch aufgrund des Projekts „Tiroler Design-Krippe | Barock trifft High-Tech“. Das Kindlein ist der Fokus der futuristischen Hightech-Krippe, die teilweise aus einem 3D-Drucker gemacht wurde. Die Initiative dazu stammt von der Firma WESTCAM aus Mils bei Hall in Tirol.

WESTCAM vereint Krippenkunst aus dem Frühbarock mit den modernsten Technologien von heute. Und dies alles für einen guten Zweck. Zugunsten der ORF-Aktion „Licht ins Dunkel”, werden 2 Stück dieser Krippen versteigert. Es handelt sich um Unikate im Wert von etwa € 6.000. Hinzu kommt eine Holzkiste, welche passend zur Region in Zirbenholz gehalten ist. Die Krippenfiguren sind in edlen Säckchen aus weinrotem Samt verpackt und auf Natur-Leinen-Kissen gebettet.

Die Firma WESTCAM designt für “Licht ins Dunkel”

Die Firma WESTCAM besteht seit 1990 und versteht sich als das führendes Systemhaus für technische Software. Seit 2015 wird mit dem neuen Unternehmensbereich des 3D-Printings ein noch stärkerer Fokus auf diese zukunftsträchtige Technologie gesetzt.

Ganz bewusst verzichtet WESTCAM dieses Jahr auf Weihnachtsgeschenke für deren Kunden. Stattdessen investiert die Firma ihr Know-How und Geld in die Kreation einer Design-Krippe für einen karitativen Zweck im Rahmen von Licht ins Dunkel:

  • Die Krippe “Barock trifft High-Tech” wird ab der 1. Dezemberwoche im ORF Landesstudio Tirol in Innsbruck als wertvolles Kunst-Exponat ausgestellt sein und kann danach online oder live ersteigert werden.
  • Eine zweite Krippe wird am 22.12.2019 ab 20:15 Uhr in der Live-Auktionsgala ORF III – Kultur und Information vom Wiener Dompfarrer Anton Faber gesegnet und anschließend live versteigert.

Abgerundet wird das soziales Engagement von WESTCAM zugunsten des Licht ins Dunkel Soforthilfe-Fonds beim Ö3 Weihnachtswunder 2019!

Wie eine Krippe aus einem 3D-Drucker entsteht

Irgendwie fast unwirklich, dass eine Krippe aus dem Drucker kommt. Die moderne Krippe im Polygon-Style wird vom Wiener Designer Daniel Zeisner im Auftrag von WESTCAM kreiert. Dazu entwirft er verschiedene Designvorschläge, aus denen die Firma schlussendlich eine Auswahl trifft. Maria, Josef und die Futterkrippe sind moderne, aus Aluminium gefräste Skulpturen. Auch der Boden ist eine Fräsarbeit, wurde jedoch mit Gold überzogen. Der Stern hingegen ist ein 3D-Druck aus Aluminium. Das Jesuskind stellt die Besonderheit und den Gegenpol zur modernen Krippe dar. Das über 400 Jahre alte Kindlein aus Tulfes wurde vor Ort mittels optischer 3D-Messtechnik eingescannt. Die aus dem Scan gewonnenen 3D-Daten bildeten die Basis für die Re-Produktion mit einem industriellen 3D-Drucker. Das dafür verwendete Material ist Bronze.

Der Scan und das Jesuskind

Einige werden sich nun fragen, ob denn ein Scan-Vorgang für das frühbarocke und wertvolle Kindlein unbedenklich ist. Manuel Veider (Leitung Dienstleistungen 3D-Messtechnik bei WESTCAM) beruhigt uns:

“Der 3D-Scan-Vorgang wird von WESTCAM mit einem optischen High-End Messsystem der Firma GOM durchgeführt. In der Industrie werden diese Messsysteme zur hochgenauen Geometrieprüfung von Komponenten verwendet. Die Systeme von GOM sind sehr vielseitig einsetzbar, wie man an diesem Beispiel schön sehen kann. Die Digitalisierung des Christkindes erfolgt berührungslos mittels Streifenlichtprojektion – diese Technologie ist mit der Funktionsweise eines Beamers vergleichbar. Um keinerlei Beschädigungen am frühbarocken Christkind zu verursachen wurde hier bewusst auf Laser-Technologie verzichtet. Die Technologie der Streifenlichtprojektion ist für beliebige Oberflächen verwendbar und hat keinerlei negative Auswirkungen auf das jeweilige Scan-Objekt. Das blaue Licht garantiert uns zusätzlich höchste Datenqualität zur Weiterverarbeitung.”

In der Bildreihe sowie im Video könnt ihr die Entstehung dieser einzigartigen Weihnachtskrippe nachverfolgen!

 

 

Als Tourismusverband freut es uns ausgesprochen, dass sich unsere Firmen in der Region Hall-Wattens auf kreative und besondere Weise für soziale Projekte einsetzen. Ein großes Lob an die Firma WESTCAM aus Mils bei Hall!

Wir wünschen uns, dass die beiden „Design-Krippen | Barock trifft High-Tech“ einen hohen Versteigerungswert erzielen und bedanken uns beim Team der Firma WESTCAM für das tolle Engagement.

PolyChromeLab – Eine Erfolgsgeschichte aus der Region Hall-Wattens

Polychrome ist eine der spannendsten Laminat-Entwicklungen der letzten Jahre
und seit Frühsommer 2013 als Premiumsportjacke im Handel. Designer und Erfinder von Polychrome ist Michele Stinco, der mit seiner Partnerin und Geschäftsführerin Elisabeth Frey in der Region Hall-Wattens lebt und arbeitet.

Polychrome ist ein ultraleichtes 3-Lagen-Stretchlaminat. Als Wendejacke in silber und
schwarz ist es für zwei Temperaturzonen konzipiert und ideal für alle extremen
Outdooraktivitäten. Der Oberstoff ist komplett winddicht, wasserdicht, stark
wasserdampfdurchlässig und verfügt darüber hinaus über drei weitere Komponenten:
Wärme wird absorbiert, Hitze reflektiert. Die Nutzer können so auf jede Wetterbedingung besser als mit den bisher bekannten 3Lagen Laminaten reagieren. Zudem trägt sich der Oberstoff auf beiden Seiten direkt auf der Haut sehr geschmeidig.

Innovation braucht Förderung
Stincos Start zur Umsetzung seiner Laminat-Innovation Polychrome war »impulse XS«, das bundesweite Förderprogramm für die Kreativwirtschaft in Österreich, das vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend finanziert wird. Zwischen 300 und 400 Förder-Einreichungen jährlich erreichen die impulse-Entscheidungsträger. Michele Stinco hat 2010 mit seiner Vision einer Hybrid-3-Lagen-Jacke überzeugt und eine finanzielle Förderung erhalten die es ihm ermöglichte, das 3-lagige Laminat
zu einer Konzeptjacke zu entwickeln. In über 300 Stunden im Freien bei Sonne, Wind, im Schnee und am Fels wurde das Laminat auf Praxistauglichkeit getestet. Darüber hinaus war »impulse XS«, ein wichtiger Türöffner zum Center for Academic spin offs Tyrol CAST.

Dieses wiederum stellte den Kontakt zum Technologiezentrum Ski- und Alpin in Innsbruck her, das eine Klimastudie erstellte und die optimalen Materialeigenschaften wissenschaftlich fundiert belegte.

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Wendejacke für verschiedene Wetterbedingungen
Nun hat Stinco eine Jacke aus dem innovativen Material entwickelt. »Das Polychrome in Polychrome Hybrid Jacket steht für wandelbar, das Hybrid für gekreuzte Technologie« erklärt der Produktdesigner. Stinco weiter: »Die Extremsport-Jacke wird je nach Wetterbedingung gewendet. Ist es heiß und scheint die Sonne, so kehrt man einfach die silberne Seite nach außen und reguliert so die Körper Kerntemperatur nach unten. Ist es kühl, wechselt man auf die schwarze, also wärmeabsorbierende Seite. Die Silberschicht innen, reflektiert dann noch nachhaltig Energie«.

Weitere Informationen unter www.polychromelab.com