Interview mit dem Künstler Wolfgang Baldauf

Der 35-jährige gebürtige Haller Künstler Wolfgang Baldauf kommt ursprünglich aus der Mode- und Produktfotografie und hat 2012 ins künstlerische Metier gewechselt. Seine Leidenschaft gilt der analogen Fototechnik. Hierbei werden Bilder von der Kamera auf andere Materialien wie Papier oder Glas projiziert und haftbar gemacht. Klingt einfach, ist es aber nicht. Erst nach etwa zweijähriger Tüftelei und Experimentiererei gelang es dem Künstler, dank spezieller Techniken, Skulpturen auf Holz zu projizieren.

Jedes Endprodukt ist ein Unikat und mittlerweile ist auch die Nachfrage nach so einem speziellen Holzkunstwerk gestiegen. Dennoch lautet seine Devise: Von jedem Negativ gibt es nur ein Werk bzw. eine Skulptur.

In einem persönlichen Gespräch konnte ich mehr über den Künstler und seine Arbeit erfahren.

Wie entstehen deine Kunstwerke?

„Zuerst zeichne ich eine Linie, die aus einer inneren Gefühlsregung heraus entsteht. Langsam entwickelt sich die Zeichnung und am Ende habe ich eine Skulptur mit speziellen, ja schon fast unnatürlichen Verrenkungen und spiralförmigen Körpern geschaffen. Da bestimmte Posen in Natura nicht möglich sind, kam mir die Idee der besonderen Drehung, diese ist dann immer spontan und intuitiv“, so Wolfgang. Hier wird deutlich, wie sich der Künstler von seinen Gefühlen leiten lässt und diese auf seine Werke überträgt.

Kannst du mir bitte deine Arbeitsschritte kurz erklären?

Zuerst wird eine Skulptur aus verschiedenen Materialien geschaffen. Danach wird die Skulptur mit einer analogen Kamera fotografiert und der Film gleich entwickelt. Das ausgewählte Holz wird so bearbeitet, dass es für die analoge Entwicklung bereit ist, d.h. das Holz wird mit einer lichtempfindlichen fotosensitiven Schicht bearbeitet. Im Dunkelraum wird das Trägermaterial ausbelichtet und entwickelt. Fertig ist das Kunstwerk!

Welches Material verwendest du am liebsten?

Ganz eindeutig Holz. Maserung und Farbton sind entscheidend bei der Holzauswahl. So ist die Fichte sehr hell, gelblich bis weiß, die Kiefer hingegen hat einen rot-gelblichen Ton und die Zirbe ist meistens hellbraun.

Das Holz gibt durch seine natürliche Maserung dem Kunstwerk seine Form. Wir sprechen hier von einer linearen Kunst. Das verwendete Holz besitzt keine Kanten, daher passen die weiblichen Formen der Frau auch besser für Skulpturen. Und die weiblichen Züge gefallen dem Künstler eindeutig besser.

Mittlerweile bist du in Hall eine bekannte Persönlichkeit und durftest die Neujahrsentschuldigungskarte 2020 gestalten. Wie kam es dazu?

Ich war natürlich sehr stolz und geehrt, als das Komitee des „Lambichler Sozialfonds“ (gegr. 2016 durch die Marianische Kongregation Hall) letztes Jahr an mich herangetreten ist und mich beauftragt hatte, die Neujahrsentschuldigungskarte für 2020 zu gestalten. Genau genommen handelt es sich um 200 Holztafeln, die ich ausbelichtet und entwickelt habe. Zu sehen ist ein Ausschnitt vom Langen Graben mit Blick auf den Münzerturm. Ich war von dem karitativen Zweck sehr angetan und es war somit eine Win-Win-Situation für beide Parteien. Im Sommer 2019 habe ich mit meiner Arbeit begonnen und im November waren 200 Stück der Holztafeln fertig.

In welche Richtung wird deine nächste Reise gehen?

„Eigentlich weiß man das doch nie“, meint Wolfgang und lacht. Er wird jedenfalls der Fotografie treu bleiben und an seiner Technik herumfeilen bzw. versuchen, sie zu verfeinern. Außerdem möchte er gerne Hybridwesen kreieren, d.h. seine Technik auf Beton oder Flusssteinen aus dem Inn ausprobieren. Denn sein Motto lautet: „Ein Künstler darf nie ruhen!“ Daher wird laut dem Künstler meistens ganz spontan entschieden. So dürfen wir gespannt sein, was die Zukunft für Wolfgang Baldauf noch Spannendes bereithält.

Hast du einen Ausgleich zum stressigen Künstlerdasein?

Wieder lacht er und meint, dass sein Schaffen keine Arbeit sei. Vielmehr ist es Leidenschaft, Besessenheit und ein innerer Drang, etwas vollenden zu wollen. In seiner Freizeit ist er ambitionierter Bassist in verschiedenen Jazzbands. Seit circa 20 Jahren macht er gemeinsam mit seiner Schwester Petra Musik. Ihr aktuelles Projekt heißt Sassophonic, ein Elektronikprojekt mit tanzbarer Jazzmusik. Ihre Videos produzieren sie selbst. Neugierig auf Wolfgangs und Petras Musik?

Wo kann man deine Kunst bewundern?

Am Freitag, den 06. März um 19:00 beginnt unsere 3-wöchige Vernissage der Haller ARTgenossen im Goldenen Engel in Hall. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher!

Lieber Wolfgang, ich bin überzeugt, dass die Ausstellung ein toller Erfolg sein wird. Danke für deinen Besuch und das überaus anregende Gespräch.

Anbei die Termine der Ausstellung im Goldenen Engl:

Samstag, 07.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Sonntag, 08.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Freitag, 13.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Samstag, 14.03.2020 von 16:00 bis 21:00 mit Führung von Eva Willburger um 17:00 Uhr

Sonntag, 15.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Freitag, 20.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Samstag, 21.03.2020 von 16:00 bis 21:00 Uhr

Finissage am Sonntag, 22.03.20 ab 16:00 Uhr

Noch mehr Informationen zu Wolfgang Baldauf gibt es auf seiner Facebook-Seite.

Kreative Träume im Künstlerzimmer

Es gibt Hotels, da fährt man hin, um zu übernachten. Die mehr oder weniger komfortabel sind und ihren Zweck erfüllen. Und dann gibt es noch andere Hotels. Wahre Perlen, die Herz und Geist anregen und Gäste zu träumen beginnen lassen. Ein solches Haus ist das Hotel Gasthof Badl.

Liebevoll geführt von Familie Steiner, wurde es von der klassischen Pension ausgebaut zu einem Boutiquehotel mit Charakter. Ab Jänner 2018 können Gäste nun auch ganz besondere Zimmer buchen: Die Künstlerzimmer. Sie wurden von renommierten KünstlerInnen aus Österreich und Südtirol gestaltet und zeigen Kunst in besonderem Rahmen.

“Jedes Zimmer hat seine ganz eigene Persönlichkeit. Die Kunstwerke in den Zimmern sollen berühren, alle Sinne ansprechen und die Kreativität anregen.”, sagt Gastgeberin Sonja Steiner, die schon gespannt auf die Rückmeldungen der ersten Gäste ist.

Tipp: Am 31. Mai 2018 findet ein „open house Tag“ mit „kunstvoll schlafen und genussvoll essen“ statt. Unbedingt vormerken!

Hier geht es zur Einladung

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Die KünstlerInnen im Poträt:

Albrecht Zauner wurde 1962 in Lindau (D) geboren und besuchte die Freie Kunstschule in Stuttgart. Ab 1983 studiert er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, Klasse Joannis Avramidis, die er 1989 mit Diplom abschloss. Er arbeitet und lebt mit seiner Familie in Lustenau.

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Skulptur von Albrecht Zauner in einem der Künstlerzimmer.

Lois Anvidalfarei wurde am 26. Jänner 1962 in Abtei, Südtirol geboren. Ausbildung an der  Staatlichen Kunstschule in St. Ulrich im Grödnertal, danach Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Joannis Avramidis. Danach kehrte der Künstler nach Südtirol zurück, bewirtschaftet nun den von den Eltern ererbten Bauernhof und arbeitet als freischaffender Bildhauer. Seit 1994 ist er mit Roberta Dapunt verheiratet und ist Vater zweier Töchter.Zimmer 2

Magnus Pöhacker wurde 1967 in Innsbruck geboren. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Meisterklasse für Bildhauerei bei Prof. Joannis Avramidis, zudem ausgebildet in der Medailleurkunst, Kleinplastik sowie der Druckgraphik. Er ist seit seiner Rückkehr nach Tirol freiberuflicher Bildhauer und Grafiker und lebt in Hall.

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Statue von Magnus Pöhacker im Eingangsbereich des Hotels

Brigitte Trieb ist 1965 in Weiz, Steiermark geboren. Es folgen die Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Graz und das Studium der Bildhauerei in Linz und Wien. Brigitte Trieb lebt und arbeitet in Wien und Südtirol.

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Gemälde von Brigitte Trieb in dem von ihr gestalteten Künstlerzimmer.

Giovanni Rindler, der Ehemann von Brigitte Trieb, wurde 1958 in Bruneck in Südtirol geboren. Er absolvierte die Holzbildhauerlehre und seine Gesellenzeit in Südtirol und ging dann nach Graz in die Meisterschule für Bildhauerei von Josef Pillhofer. 1982 – 1986 besucht er die Akademie der bildenden Künste bei Prof. Joannis Avramidis. Jetzt lebt Giovanni Rindler als freischaffender Bildhauer in Wien.

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Künstlerzimmer von Giovanni Rindler

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Skulptur von Giovanni Rindler im Garten des Hotel Gasthof Badl.

Querverweiler im Kristall-Riesen

Heinz Weiler in den Swarovski Kristallwelten: „Fliegen Sie mit Ihren Gedanken“

Bis 3. November 2013 ist das CAFÉ-terra in den Swarovski Kristallwelten Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst. Der Tiroler Maler Heinz Weiler präsentiert mit seiner Werkschau „Querverweiler“ ein farbenprächtiges Potpourri hintersinniger Formenlandschaften. Sie laden dazu ein, für einen Moment inne zu halten und die in den Bildern versteckten Symboliken zu entschlüsseln. Die Ausstellung ist frei zugänglich im CAFÉ-terra in den Swarovski Kristallwelten zu sehen.

Zur Ausstellungseröffnung der Werkschau „Querverweiler“ ins CAFÉ-terra: Zahlreiche Gäste folgten der Einladung, unter ihnen Monika und Carina Schiestl-Swarovski, Daniela Rochelt, IKB-Vorstandsvorsitzender Harald Schneider und Designer Markus Spatzier.   Für Stefan Isser, Geschäftsführer der d. swarovski tourism services gmbh, ist die Ausstellung eine Ergänzung zum bestehenden kulturellen Angebot in den Swarovski Kristallwelten: „Heinz Weiler passt ausgesprochen gut zu den Swarovski Kristallwelten, weil man sich in seinen Bildern verlieren kann. So wie auch wir mit unseren facettenreichen Angeboten in den Swarovski Kristallwelten in der Region Hall-Wattens Raum für Selbstinterpretation geben, schafft Heinz Weiler dies mit seinen Bildern. Er baut die Welt um ihn herum auf sehr eigensinnige und tiefgründige Art und Weise wieder zusammen und schafft damit einen Gegenpol zu unserer oft so normierten, digitalisierten Welt.”   Heinz Weiler wiederum bedankte sich bei Swarovski für die „große Zuneigung und Offenheit“ gegenüber seinen Werken und zeigte sich von der Location begeistert: „Hier im Zentrum des Riesen, wo sich die Sinnlichkeit entwickelt, können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen, getreu dem Motto ‚Fliegen Sie mit Ihren Gedanken!‘“   Ein Versteckspiel hinter Farben und Formen   Seine Kunst ist komplex, aber nicht kompliziert. Der Tiroler Maler Heinz Weiler ist kein Freund von einfacher Gegenständlichkeit. Ein Bild mag zwar „Wildnis mit Fuchs“ heißen – das bedeutet bei Weiler jedoch noch lange nicht, dass es auch einen Fuchs darstellt. So trägt seine neue Ausstellung „Querverweiler“, die ab 21. Februar 2013 im CAFÉ-terra in den Swarovski Kristallwelten zu sehen ist, ihren Titel zu Recht: Die Bilder von Heinz Weiler fordern den Betrachter zum Verweilen auf, damit er den Inhalt begreift, der sich hinter einem rhythmischen Mosaik aus Farben, Formen und verschiedenen Pinseltechniken verbirgt. Auch das Bild „Querverweiler“, das der Ausstellung ihren Namen gab, ist solch ein typisches Werk: ein munteres Versteckspiel verschiedenster Dinge, ein Auge, eine Blume und vieles mehr. In Weilers Malerei muss jeder Betrachter selbst auf Entdeckungsreise gehen, für einen Moment innehalten und sich so „sein eigenes Bild“ machen.   Spur eines Grenzgängers   Das ist das künstlerische Prinzip von Heinz Weiler: Er wirft einen ironischen Blick auf die Welt und setzt sie auf seine eigene Weise neu zusammen. Diesen Blick zu verstehen verlangt Kunstinteressierten eine gewisse Denk- und Interpretationsleistung ab. Aus Weilers Bildern spricht eine augenzwinkernde Grundfröhlichkeit. „So wie jeder die Welt um uns herum anders sieht, wird auch jeder meine Bilder anders sehen“, sagt Weiler. „Für den einen sind Spinnen erschreckend, für den anderen sind sie Glücksboten. Der eine sieht in meinen Bildern bunte Farben, der andere sieht in ihnen bunte Welten.“ Der Künstler, der in Hall in Tirol lebt und arbeitet, ist übrigens ein bekannter Gast in den Swarovski Kristallwelten: Bereits 2008 war er hier mit der Ausstellung „Indivisuelle Vielfalt“ vertreten. Nun ist er zurück mit einem neuen Œuvre wider den Ernst der Welt. Insgesamt 16 Werke zeichnen die farbintensive Spur eines humoristischen Grenzgängers.   HEINZ WEILER   Heinz Weiler wurde am 9. April 1951 in Innsbruck geboren. Er diplomierte 1972 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Schon unmittelbar nach seinem Studienabschluss stellte Heinz Weiler in Innsbruck aus, knüpfte Kontakte nach Italien und präsentierte seine Werke im österreichischen Kulturinstitut in Rom sowie in der Galerie „Il Mercante“ in Mailand. 1989 lud man Weiler ein, als künstlerischer Vertreter des Landes Tirol den Kunstkalender von Landis+Gyr zu gestalten. Es folgten Ausstellungen in Wien, Innsbruck und Hall, darunter der vielbeachtete Zyklus „Neues auf 70×100 cm“ von 1995, die Werkschau anlässlich des Europäischen Forums Alpbach 2004, aus der das „Alpbach-Album“ entstand, und natürlich „Indivisuelle Vielfalt“ 2008 und „Querverweiler“ 2013 in den Swarovski Kristallwelten.

Heinz Weiler: „Querverweiler“  Zu sehen im CAFÉ-terra, Swarovski Kristallwelten, Wattens  Ausstellungsdauer: 21. Februar 2013 bis 3. November 2013 Öffnungszeiten: Täglich 9 bis 18:30 Uhr  Der Eintritt ist frei.

 

Die 2. Woche beim Osterfestival 2012

Nachdem die erste Woche regen Publikumszulauf und großes Medieninteresse Auch die zweite Woche des Osterfestivals wartet mit vielen hochkarätigen Veranstaltungen in Hall auf:

Dienstag, 03.04.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall:

ensemble recherche: HUBER, PAUSET, RIHM, SCIARRINO

©Osterfestival

Das ensemble recherche ist seit Jahren beim Osterfestival Tirol zu hören. Aufs Neue wird faszinierend sinnlich und kompetent jene Neue Musik zugänglich gemacht, die meist schon wenig später zu den Klassikern der Gegenwart zählen darf. Bei aller instrumentalen Virtuosität geschieht – neben dem artistischen, ästhetischen Vergnügen auch die klare Deutung unseres Seins in seinen aktuellen Nöten, Zielen, Wegen und Umwegen. Die “Schwarzmärkte” von Brice Pauset z. B. wurden von der iranischen Künstlerin Chohreh Feyzdjou (gest. 1996) inspiriert: In ihrer Kritik an einem ohne schöpferische Konflikte glatt und konsumierbar gemachten Leben weist sie auf den Verlust der Zusammenhänge, der Bedeutungen der Freiheit des Einzelnen für alle.

Donnerstag, 05.04.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall:

KLAGELIEDER: AUBERY Leçons des Ténèbres

©Osterfestival

Die Leçons des Ténèbres (“Finstermetten”) sind Klagegesänge über die Zerstörung des Lebens und der Kultur, dem Propheten Jeremia zugeschrieben. Neben den bekanntesten Vertonungen des französischen Barock von Jean Gilles, François Couperin, Marc-Antoine Charpentier, de Lalande oder Michel Corrette ist die Musik von Mathieu Aubery eine Entdeckung. Über den Komponisten wissen wir fast nichts, außer dass er von 1722 bis 1736 Mitglied der spanischen Königlichen Kapelle war. Seine Leçons sind in bestem französischen Stil gehalten: Zwei Solisten bringen in hochexpressivem, elegant verziertem Gesang die immer gültige Klage über den Verlust des guten Lebens, eindringlich begleitet von wenigen Instrumentalisten: Convertere Jerusalem… Wende dich zurück zu deinem Gott!

Karfreitag, 06.04.2012, 15:00 Uhr, Stiftskirche:

Karfreitagsliturgie in der Stiftskirche (Herz-Jesu-Basilika), freier Eintritt

©Osterfestival

Am Karfreitag wird in den christlichen Kirchen etwas gepriesen und besungen, was der durchschnittliche Bürger kaum je nur denken möchte, nämlich die Ohnmacht des allmächtigen Todes. Jener Tod Gottes am Kreuz, der qualvolle Tod des Menschensohns, wird genau erzählt, in wunderbarer Harmonie feierlich besungen im ersten, Jahrhunderte alten lateinischen Gesang der Kirche: Alles Heil für die Welt geht von ihm aus – vom Kreuz, dem Ort schlimmsten Endes. Immer wieder singen sie “O crux, ave” – “Sei gegrüßt, Kreuz” – und in langer Klage über sein Leid fragt Christus selbst “Popule meus, quid feci tibi? Aut in quo contristavi te? Responde mihi.” – “O du mein Volk, was tat ich dir? Betrübt’ ich dich? Antworte mir!” An diesem Nachmittag um 15 Uhr ist die Passion, die Tragödie der Menschen und alle Hoffnung zu erleben. Still und machtvoll wie selten eine unserer vielen Klagen.

Karsamstag, 07.04.2012, 07:00 Uhr, Stiftskirche:

Trauermette in der Stiftskirche (Herz-Jesu-Basilika), freier Eintritt

©Osterfestival

Unter den Offizien der Karwoche beeindruckt vor allem der Gesang der Frühmette, der so genannten Trauermetten: Das Dekor ist von schlichter Strenge, ohne Teppiche und Schmuck, der Altar bleibt unbedeckt. Die bewusst einfach gehaltene Kleidung der Kirchenfürsten betont die vorrangige Bedeutung der Passion Christi in Lesung und Gesang der Heiligen Schriften. Zu sehen sind nur ein großer fünfzehnkerziger Leuchter, die sechs Altarkerzen und, in der Mitte des Chors, das Pult, von dem aus die “Lektionen” gesungen werden. Im Verlauf des Gottesdienstes werden von einem Priester eine nach der anderen Kerze ausgelöscht. Ganz zum Schluss wird die letzte Kerze einen Augenblick hinter dem Altar verborgen, wobei die Anwesenden durch Klopfen auf die Stühle gewissermaßen Aufruhr simulieren (“fragorem facientes”), um das Wiedererscheinen zu erzwingen. (Bericht 16. Jh).

Karsamstag, 07.04.2012, 18:00 Uhr, Salzlager Hall:

KAPSBERGER Musik der Karwoche

©Osterfestival

Giovanni Girolamo Kapsberger (ca. 1580-1651) ist mit seinen virtuosen Lautenstücken erst seit Kurzem wieder in unserem Gedächtnis. Zu höchsten Ehren kam er unter Papst Urban VIII. (Barberini), dessen lateinische Gedichte er vertonte. Von 1625 bis zum Tod seines Förderers 1644 stand Kapsberger im Dienst der Familie Barberini. Er war sowohl als Theorbist wie auch als Komponist berühmt. Das Ensemble Vivante lässt seine geistliche Vokalmusik erstmals wieder erklingen und zeigt, dass “il Tedesco della tiorba” zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.

Karsamstag, 07.04.2012, 20:15 Uhr, Salzlager Hall:

MONTEVERDI-Zeit: Passion, Ostern

©Osterfestival

Das Konzert bringt Musik, die von den Nonnen im Kloster der “Bräute Jesu” zu Bologna aufgeführt und teilweise auch komponiert wurde. (S. Cesis, C.M. Cozzolani, R. Aleotti, M.X. Perucona, L.O. Vizzana, C.F. Rusca, I. Leonarda und R.G. Badalla). Besser bekannt sind die Männer, die für das Kloster geschrieben haben: Banchieri oder auch Monteverdi. Das Repertoire reichte von polyphonen Dialoge und Madrigale von Monteverdi, die eigens für das Kloster umkomponiert Werken für verschieden große Ensembles über Solomotetten bis zu Lamentationen des Adeligen Alessandro Della Ciaia aus Siena. Und es gab da auch dramatische Dialoge und Madrigale von Monteverdi, die eigens für das Kloster umkomponiert wurden.

Weitere Infos: http://www.hall-wattens.at/de/osterfestival-tirol-2012.html