Wo Kühe Urlaub machen, muss es einfach schön sein!

Frische Bergluft und der Duft von Almkräutern – so riecht Urlaub in den Tiroler Bergen. Sommerurlaub ist Zeit zum Kraft tanken, Entspannen und Seele baumeln lassen. Und wo kann man besser abschalten als im Freien? Es gibt wohl nicht viel Schöneres als auf Almwiesen in der Sonne zu ruhen, kristallklares Quellwasser zu schlürfen und unberührte Naturlandschaften zu erkunden. Wenn es dann noch etwas G’schmackiges zu beißen gibt, dann ist alles perfekt. Da scheint es klar: Egal, ob Tier oder Mensch – ein Urlaub in den Tiroler Bergen tut einfach gut!

Wattenberg_Aussermelan Alm

Nicht überall ist es selbstverständlich, bei uns im Alpenraum hingegen schon: Den Sommer über verbringen Kühe und viele weitere Nutztiere auf der Alm. Ab Mitte/Ende Mai werden die ersten Tiere auf Almweiden aufgetrieben. Dort verbringen sie bis zu vier Monate: Sie fressen Almkräuter, trinken Quellwasser und leben in freier Natur. Aufgrund dieses „Sommerurlaubs“ sind „gealpte“ (= auf der Alm lebende) Tiere auch wesentlich robuster und gesünder als reine Stalltiere. Ein weiterer Mehrwert von dem auch wir Menschen profitieren ist der ausgezeichnete Geschmack und die hohe Qualität der Almprodukte. Sei es selbstgemachte Almbutter, aromatisches Fleisch vom Almschwein oder Bergkäse direkt von der Sennerei – die Produkte sind ein wohlschmeckendes Zeugnis regionaler Herkunft und artgerechter Tierhaltung.

Kühe am Glungezer - Zirbenweg Karwendelgebirge - Alm in der Region Hall-Wattens

Almen werden wie folgt eingeteilt:

  • Melk-Almen befinden sich meist in niedriger bis mittlerer Höhenlage. Kühe werden gemolken. Die Milch wird auf der Almwirtschaft direkt verarbeitet oder ins Tal gebracht.
  • Gemischte Almen verzeichnen einen geringen Anteil von Milchkühen. Es wird hauptsächlich Galtvieh (nicht milchgebende Kühe wie Ochsen oder Kälber) als auch Pferde, Schafe und Ziegen gealpt.
  • Galtvieh -Almen sind überwiegend mit Galtvieh „bestoßen“. Geringer oder gar kein Anteil von Milchkühen.
  • Schafalmen sind Weidegebiete (Hochalmen), welche für das Rindvieh schwer zugänglich sind. Schafe und Ziegen sind leichtfüßiger als auch geländegängiger und deshalb besser gerüstet für steiles und schrofferes Gelände.

In Tirol sind ca. 165.000 Hektar Almlandschaft bewirtschaftet.

Auch wenn Kühe auf der Alm ja eigentlich im Urlaub sind, so müssen sie dennoch ein bisschen arbeiten. Durch das Grasen und Betreten von Almweiden tragen die Tiere einen großen und wertvollen Teil zum Erhalt und der Pflege unserer Kulturlandschaft (z.B. Pisten, gerodete Waldflächen, …) bei. Ohne das Bewirtschaften und Beweiden der Hochwiesen wäre unsere Alm- und Berglandschaft lange nicht so eindrucksvoll und gepflegt wie sie es heute ist.

Wattenberg_Aussermelan Alm

Gleich wie für das Tier sind Almen auch für uns Menschen die idealen Gebiete zum Erholen und Ausspannen. Und wer schon einmal auf einer urigen Holzbank vor einer Alm gesessen hat, mit Blick auf grüne Almwiesen und atemberaubende Bergpanoramen, der wird aus tiefstem Herzen sagen können: “Auf der Alm, da ist’s schön!”

Die Region Hall-Wattens bietet euch optimale Voraussetzungen für einen Wanderurlaub in Tirol. Schaut euch an wo unserer Kühe ihren Sommerurlaub verbringen: Die kennen die schönsten Plätze und Ecken nämlich schon seit Jahren. 🙂

ACHTUNG – ES GILT: Eine Alm ist kein Streichelzoo! Informationen zum Richtigen Umgang mit Weidetieren findet ihr hier. Bitte achtet auf Weidetiere und deren Lebensraum. Ein respektvoller Umgang und Abstand wird vorausgesetzt!

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Beste Qualität direkt am Bauernmarkt

Aufgewachsen mit Gemüse vom großelterlichen Gärtnereibetrieb, Fleisch vom elterlichen Nebenerwerbshof und Eiern von den eigenen Hühnern lernte ich schon in jungen Jahren regionale Produkte zu schätzen. Nicht nur mir persönlich, sondern auch immer mehr Konsumenten sind Herkunft und Produktionsbedingungen der Lebensmittel von großer Bedeutung! Beim bewussten Einkauf entscheiden neben Genuss und Preis auch Faktoren wie Regionalität und Saisonalität der jeweiligen Produkte. Was wäre da naheliegender als beim Bauernmarkt um die Ecke einzukaufen?

Maria und Paula vom Bauernmarkt Thaur

Maria und Paula vom Bauernmarkt Thaur

Frisch, vielfältig, regional – die Produktpalette der Bauern ist groß.

Von saisonalem Gemüse und Obst bis hin zu Fleisch- und Milchprodukten bieten hiesige Landwirte das ganze Jahr über eine große Auswahl auf dem hauseigenen Bauernmarkt. Die Region Hall-Wattens verfügt über viele kleinstrukturierte, landwirtschaftliche Familienbetriebe, welche mit großer Leidenschaft und Tradition ihre Höfe bewirtschaften. Sie verfügen über ein über Generationen weitergegebenes Wissen. Außerdem sind ein sorgfältiger und guter Umgang mit der Natur, der Bezug zu qualitativ hochwertigen Lebensmitteln  ausschlaggebende Faktoren für die hervorragenden Produkte der Bauern.

-> Hier findet ihr alle Hofläden und Bauernmärkte der Region

Ob am Bauernmarkt, auf der Almkäserei oder im Hofladen: Der direkte Kauf von Lebensmitteln beim Erzeuger gibt uns als Konsument die Chance, den Produzenten persönlich kennenzulernen. Fragen zur Tierhaltung, der Zubereitung oder dem Produkt selbst können direkt vom Bauern vor Ort beantwortet werden. Die Frische der Produkte, der kurze Transportweg sowie ein fairer Preis sind weitere Vorteile beim Kauf von regionalen Waren in einem Hofladen.

Bauernbrot vom Biohof Sturmhof

Für alle Gäste der Region die auf der Suche nach Souvenirs und Mitbringsel sind habe ich noch folgenden Tipp. Tiroler Schmankerln wie Speck, Grammelschmalz, Tiroler Käse, oder Schnaps direkt vom Bauern wären doch ein kulinarisches Andenken oder Geschenk für daheim? Überzeugt euch selbst von den heimischen Produkten Tiroler Landwirte und besucht den einen Bauernladen in der Region Hall-Wattens.

Bio Freilandeier

Zudem spielen frische Produkte in den heimischen Gast- und Wirtshäusern eine wichtige Rolle und sorgen für eine abwechslungsreiche Speisekarte.

Weberhof Mils

Weberhof Mils

Mhhmm lecker – selbstgemachtes Brot aus dem Holzofen!

Heute folge ich der Einladung von Biobäuerin Margit in ihre hofeigene Backstube und freue mich, euch ein paar Einblicke in die Backstube geben zu dürfen. Margit und ihre Familie bewirtschaften einen Tiroler Biohof in der Region Hall-Wattens. Am Sturmhof, so der Haus- und Hofname der Familie Schwaiger, leben Pinzgauer Rinder, Hühner, Schweine und Katzen. Neben der Landwirtschaft vermietet Familie Schwaiger eine Ferienwohnung und ist aktiv in der Forstwirtschaft tätig. Als wäre dies alles noch nicht genug, bäckt Bäuerin Margit leidenschaftlich gerne selber Brot.

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Gebacken wird mit selbst angebauten Getreidesorten wie zum Beispiel dem roten Kolbendinkel und Crysanth – Hanserroggen. Beide Getreidesorten sind alt und fast schon in Vergessenheit geraten.

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Gelagert wird das Getreide in großen Zirbenkisten. Mit einer eigenen Mühle in der Backstube wird das Getreide zu Mehl verarbeitet und wiederum in kleineren Zirbenkisten gelagert.

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Während Bäuerin Margit gekonnt den Teig zusammenmischt, erzählt sie mir, dass sie das Brotbacken von ihrer Mutter und Großmutter gelernt hat. Nicht nur das Handwerk, sondern auch das Rezept wurde in der Familie über die Generationen hin weitergegeben.

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Der Teig besteht zu zwei Drittel aus Kolbendinkel und zu einem drittel aus Hanserroggen. Weiters kommen ein halber Liter Buttermilch, zweieinhalb Liter Wasser, Salz, ein Dampfl (Vorteig) als auch eine Bio- Brotgewürzmischung in den Teig hinein.

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Eine etwas in die Jahre gekommene, jedoch zweckdienliche und charmant- nostalgische Küchenmaschine rührt die Zutaten zu einem Teig. Wie lange? Ich habe keine Ahnung – Margit bittet mich leise zu sprechen, damit sie hören kann wann der Teig fertig ist. Ich persönlich habe es nicht gehört, kann euch aber sagen, dass der Teig etwa 10 Minuten gerührt wurde.

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Nach dem Rührvorgang bestäubt Margit ihre Arbeitsfläche mit Mehl, knetet und portioniert anschließend den Teig zu je 600g – Portionen.

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Die Portionen werden in Brotformen gefüllt, in denen der Teig noch ca. eine Stunde rastet.

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Den Holzofen hat Margit schon zwei Tage vor dem eigentlichen Brotbacken das erste Mal eingeheizt.

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Der leicht aufgeheizte Ofen wird am Tag des Brotbackens erneut mit Zirben- und Kiefernholz angeschürt und auf eine Backtemperatur von 250° gebracht. Der Harzgeruch des Holzes gibt dem Brot im Ofen zusätzlich noch einen ganz besonderen Geschmack.

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Sobald sich die Schamottplatten im Holzofen von ihrer ursprünglich braunen Farbe weiß färben ist die Temperatur erreicht und die Glut bzw. die Asche wird aus dem Ofen ausgekehrt. Mit einem Tuch wischt Margit anschließend an den Kehrvorgang den Steinofen aus um die verbliebene Asche von der Steinplatte zu entfernen.

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Bei einer Backtemperatur von 250° wird das Brot in den Ofen “eingeschossen” und ca. 30 bis 45 Minuten gebacken. Bevor Margit die Ofentüre schließt, macht sie vor dem mit Brotlaiben gefüllten Ofen ein Kreuzzeichen und erklärt mir, dass bereits ihre Mutter und Großmutter das Brot so gesegnet haben.

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Schon nach ein paar Minuten duftet die ganze Backstube herrlich nach frisch gebackenem Brot. Ich kann es nun kaum mehr erwarten, das Brot zu verkosten.

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Frisch aus dem Ofen geholt wird das Brot auf Holzstäben gelagert. Diesen Prozess nennt Margit Nachbacken. Das Brot kühlt aus und entfaltet seinen vollen Geschmack. Am besten schmeckt das Brot, wenn man es erst einen Tag nach dem Backvorgang verzehrt.

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Derweil mir Margit noch Fragen zum Backvorgang beantwortet, klopft es an der Backstube und die erste Kundin möchte schon Bauernbrot und Eier kaufen. Kein Problem – wir haben ja soeben eine Ladung frisch aus dem Ofen geholt.

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Auch ich komme in den Genuss von Margits selbstgebackenem Brot. Diese schenkt mir einen Laib Brot und erwähnt noch einmal, dass das Brot am besten schmecke, wenn man es einen Tag rasten lässt. Leider konnte ich dem verlockendem Duft nicht wiederstehen. Angekommen im Büro habe ich mit meinen KollegInnen das Brot verkostet. Einstimmig haben wir festgestellt, das wir selten so ein gutes Brot gegessen haben!

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Auf Anfrage können Feriengäste am Biohhof Sturmhof einen von Bäuerin Margit schmackhaft gefüllten Frühstückskorb mit selbstgebackenen Bauernbrot und weiteren Produkten der Landwirtschaft (Eier, Apfelsaft) bestellen.

Jeden ersten Freitag im Monat von 15:00 bis 18:00 Uhr kann man das Holzofenbrot von Margit direkt ab Hof kaufen. Ebenfalls können Bio-Eier und je nach Saison Kartoffeln und Kürbisse am Hof erworben werden.

Für all diejenigen die jetzt Lust auf ein selbstgebackenes Bauernbrot bekommen haben, habe ich den Tipp dies in einem der Bauernläden in der Region zu tun.