Kulinarische Höhepunkte: Die Marille

Über 86 Familienbetriebe bewirtschaften rund 200 ha Obstfläche im Haupt- oder Nebenerwerb. Das Obst wird unterschiedlich verwertet. Einige Bauern machen daraus köstliche Marmeladen und Säfte, andere wiederum verwenden das Obst um Schnäpse, Edelbrände und Liköre herzustellen. Eine gute Adresse, um frisches Obst in der Region Hall-Wattens zu kaufen sind die Bauernmärkte oder direkt beim Bauern wie beim Surerhof in Thaur. In der Region Hall-Wattens gibt es insgesamt vier Schnapsbrennereien.

Die Marille

Bereits Alexander der Große brachte die Marille von China nach Europa. Sie zählt wie ihre botanischen Verwandten Pfirsich und Mandel zu den Rosengewächsen. Marillen sind nur kurze Zeit aus heimischem Anbau erhältlich. Mit ihrer kräftigen orangen Farbe sind sie eines der sommerlichen Obsthighlights. Auch wenn Marillen teilweise sehr süß schmecken: ihr Zuckergehalt ist eher gering. Dafür ist der Anteil an Carotinoiden sowie Vitaminen und Mineralstoffen sehr hoch. Marillen reifen nicht nach, daher sollte man sie unbedingt reif ernten.

Heute legen wir den Fokus auf die Marille und schauen uns an, welche großartigen Gerichte man mit diesem süßen Früchtchen zaubern kann.

Marillenkuchen

Natürlich gibt es unzählige Möglichkeiten und Varianten, um einen Marillenkuchen zu backen. Im folgenden Rezept stellen wir euch einen einfachen Blechkuchen vor, der in wenigen Minuten zubereitet ist:

ZUTATEN UND ZUBEREITUNG

  • 5 Eier
  • 300 g Weizenmehl
  • 300 g Zucker (je nach Süße der Marillen gerne auch weniger!)
  • 1 TL Backpulver
  • Vanillezucker
  • geriebene Schale von einer halben Bio-Zitrone
  • 1/8 l Wasser
  • 1/8 l Bio Sonnenblumenöl
  • 1,5 -2 kg Marillen

Die Eier mit Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Wasser und Öl dazu mischen. Mehl mit Backpulver mischen und dazu geben. Alternativ kann man das Korn direkt vorher mahlen. Zitronenschalen hinzugeben. Die Masse auf einem Backblech verteilen und mit den entkernten Marillen belegen. Danach bei 160 Grad Heißluft ca. 40 Minuten backen.

Marillenmarmelade

ZUTATEN UND ZUBEREITUNG

  • 1,5 kg Marillen
  • 500 g Bio-Gelierzucker (2:1)

Die Marillen waschen und entkernen. Ein Drittel der Marillen mit dem Gelierzucker pürieren. (Alternativ: will man die Marmelade sehr fein haben, muss man alle Marillen im Vorfeld pürieren und durch ein Sieb passieren.) Die restlichen Marillen zugeben und unter rühren aufkochen lassen. Danach ca. 4 Minuten kochen lassen. Die heiße Marmelade sofort randvoll in sterile Gläser füllen und gut verschließen.

TIPP: Wenn man die Gläser nach der Abfüllung auf den Deckel stellt, ist die Marmelade länger haltbar.

Beide Rezepte gibts auch zum Nachkochen als Video: Viel Freude und gutes Gelingen 🙂

Kiachln – eine Tiroler Spezialität

Geschichte der Tiroler Kiachln

Kiachln sind eine Tiroler Germteigspezialität und können entweder süß oder pikant genossen werden. Oft werden sie auch Ziachkiachl genannt, weil der Teig vor dem herausbacken gezogen wird. Ein anderer Volksmund behauptet, dass die Kiachl übers Knie ausgezogen wurden, deshalb nennt man sie in manchen Gegenden auch “Kniekiachl”. Dieses Gericht ist eigentlich sehr deftig und schwer, was jedoch nicht verwunderlich ist, wenn man sich dessen geschichtlichen Hintergrund näher anschaut.

In der Vergangenheit war Tirol stark von Landwirtschaft und Bergbau geprägt. Zwei Sparten, bei denen schwere körperliche Arbeit zu verrichten war. Lebensmittel wie Mehl, Milch, Eier und Butter hatte man fast immer zu Hause und waren die Basis für viele Tiroler Rezepte. Heute werden die Kiachln nur mehr zu besonderen Anlässen gereicht und vorzugsweise im Winter. Sehr gerne werden sie gemeinsam mit einer Tasse Glühwein am traditionellen Haller Adventmarkt genossen.

Die verschiedenen Varianten der Kiachln

Wunderbar schmecken Kiachln mit Sauerkraut. Dazu muss man das Sauerkraut einfach waschen, dünsten und es danach mit Speckwürfeln, Zwiebel und Knoblauch, etwas Salz und Zucker verfeinern. Damit es schön sämig wird, kann es mit Mehl oder Maisstärke gestaubt werden. In der süßen Variante serviert man das Gericht mit Preiselbeermarmelade, Apfelmus, Kompott oder einfach nur mit etwas Staubzucker.

Wie die Kiachln zubereitet werden

Obwohl es nicht wenig Arbeit ist, Kiachln zu machen, ist die Zubereitung selbst realtiv einfach. Man benötigt folgende Zutaten:

40 das Mehl, 2 dag Germ, 3 dag Zucker, 1/4 l Milch, 2-3 Dotter, 1 Stamperl Rum, 3 dag Butter und Backschmalz

Zuerst bereiten wir unser Dampfl vor. Das Mehl geben wir in eine Schüssel und in der Mitte formen wir ein Loch, in welches wir den Germ bröseln. Diesen rühren wir mit Zucker und handwarmer Milch zu einem Brei. Wir streuen Mehl darüber und lassen das Dampfl zugedeckt ca. 15 Minuten gehen.

Währenddessen geben wir die Butter zur Milch und lassen sie darin schmelzen. Danach kommt der Dotter dazu und wir verquirreln alle Zutaten.

Dann zuerst das Dampfl leicht unter das Mehl heben, salzen, die Dottermilch mit der Butter und den Rum zugeben. Nun kneten wir alles zu einem Teig der sich leicht von der Schüssel lösen lässt. Danach sollte der Teig an einem warmen, zugfreien Platz rasten, damit er aufgehen und die doppelte Höhe erreichen kann.

Nach ca. 30-40 Minuten können wir mit der Verarbeitung fortfahren. Jetzt sticht man löffelgroße Kugeln ab, rundet sie mit der bemehlten Hand und lässt sie nochmals aufgehen.

In der Zwischenzeit geben wir in eine hohe Pfanne unseren Backschmalz und lassen diesen heiß werden. Die Kugeln zieht man dann so aus, dass in der Mitte nur ein dünnes Häutchen ist und am Rand ein dicker Wulst. Die obere Seite kommt zuerst ins heiße Schmalz. Damit sie schön aufgehen, schöpft man etwas heißes Fett darüber, dann umdrehen und hellbraun fertig backen. Das Loch in der Mitte sollte dabei hell bleiben.

Danach die Kiachl vom Fett abtropfen lassen und heiß servieren.

Gutes Gelingen und Mahlzeit!

Kirschmarmelade selbst gemacht.

Passend zur Erntezeit der Kirschen haben wir anbei für euch ein einfaches Rezept für selbstgemachte Kirschmarmelade:

Kirschmarmelade Tirol Rezept (18)

Zutatenliste für Kirschmarmelade:

  • 500g Gelierzucker 1:2
  • 1 Kg Kirschen
  • etwas Zitronensaft
  • 1 Stange Zimt
  • Optional: Amaretto Likör

Die angegebenen Mengen reichen in etwa für sechs kleine oder zwei große Marmeladegläser.

Kirschmarmelade Tirol Rezept (17)

Bevor man die Kirschen entkernt, werden diese gewaschen. Die zur Verwendung bereit gestellten Marmeladegläser sollten ebenfalls gründlich gereinigt werden.

Kirschmarmelade Tirol Rezept (41)

Die zeitaufwendigste Arbeit ist das Entsteinen der Kirschen. Hierzu gibt es viele verschiedene Methoden (Entkerner, Messer, Strohhalm, …).

Kirschmarmelade Tirol Rezept (54)

Die entkernten Kirschen anschließend in einem Topf mit dem Gelierzucker, der Zimtstange und dem Zitronensaft vermengen. Je nach Belieben können die Früchte auch püriert werden.

Kirschmarmelade Tirol Rezept (71)

Unter ständigem Umrühren sollte die Masse aufkochen und dann ca. 5 Minuten köcheln. Topf vom Herd nehmen und die Zimtstange entfernen. Optional kann die Marmelade jetzt mit einem Schluck Amaretto verfeinert werden.

Kirschmarmelade Tirol Rezept (9)

Die Kirschmarmelade wird in heißem Zustand abgefüllt. Gläser sofort verschließen und für ca. 10 Minuten auf den Kopf stellen.

Kirschmarmelade Tirol Rezept (11)

Bei dunkler Lagerung ist die Marmelade in etwa ein Jahr haltbar.